Tierseuchenradar – August 2026
Im österreichischen Tierseuchenradar werden Informationen zur internationalen Lage und Ausbreitung der bedeutendsten Tierseuchen und Tierkrankheiten, die für Österreich relevant sind, bewertet und zusammengestellt. Dadurch können mögliche Risiken für Österreich früh erkannt und kommuniziert werden. Der Tierseuchenradar erscheint monatlich.
Für interaktive Auswertungen und die Erstellung von benutzerdefinierten Karten steht die Epimap zur Verfügung. Die Daten stammen aus dem offiziellen europäischen Meldesystem für Tierseuchen (ADIS) und werden werktags jeden Morgen aktualisiert. Neben aktuellen Ausbrüchen sind Daten bis zurück ins Jahr 2014 enthalten, wodurch auch längerfristige Entwicklungen dargestellt werden können.
Bitte klicken Sie auf den jeweiligen Eintrag für mehr Informationen.
Legende:
Für Deutschland und die Schweiz stehen mit dem Radar Bulletin entsprechend länderspezifische Beurteilungen der Tierseuchen-Risiken monatlich zur Verfügung. Im AGES Radar Infektionskrankheiten finden Sie aktuelle Informationen und Situationsbewertungen zu Infektionskrankheiten beim Menschen in Österreich und international.
Im folgenden Tierseuchenradar stellt ein "Ausbruch" einen im Animal Disease Information System (ADIS) gemeldeten Nachweis einer Tierseuche dar (Betriebe bei gehaltenen Tieren; Fundorte bei Wildtieren). Von einem Ausbruch betroffene Einzeltiere werden als "Fall" bezeichnet. Ein "Seuchengeschehen" stellt alle Ausbrüche dar, die in einem konkreten Zusammenhang stehen.
Die Datenabfrage erfolgt im ADIS zum angegebenen Stichtag. Nachmeldungen von Ausbrüchen nach dem Stichtag der Abfrage werden nicht dargestellt. Daraus können sich Unterschiede in den Ausbruchszahlen zu früheren Ausgaben des Tierseuchenradars ergeben.
Gesichtete Quellen: ADIS
Definition der Ampelfarben:
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Rot-Schwarz: Die Tierseuche/Tierkrankheit tritt in Österreich auf. Spezifische Kontroll- und Bekämpfungsmaßnahmen werden getroffen. |
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Rot: Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist hoch. Es werden konkrete Maßnahmen zum Schutz österreichischer Tierbestände getroffen. |
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Orange: Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist mittel. Erhöhte Aufmerksamkeit ist angezeigt. |
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Grün: Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist gering und die Situation unauffällig. |
Asiatische Hornisse: Aufmerksamkeit gefragt:
Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) ist eine invasive Art, die sich seit 2004 in Europa ausbreitet. Sie jagt Honigbienen und andere wichtige Bestäuber und kann bei starkem Auftreten Bienenvölker schwächen sowie die Biodiversität gefährden. Daher ist sie als invasive gebietsfremde Art von EU-weiter Bedeutung eingestuft.
In Österreich wurden im Juni 2026 erstmals zwei Nester in Vorarlberg nachgewiesen und entfernt. Aufgrund der Ausbreitung in den Nachbarländern – insbesondere Italien, der Schweiz und Deutschland – sind weitere Funde zu erwarten.
Bitte achten Sie auf verdächtige Hornissen (siehe Vergleichsgrafik) und dokumentieren Sie Sichtungen möglichst mit Fotos. Meldungen können über die Plattform bienengesundheit.at eingebracht werden. Eine rasche Meldung ist wichtig, um die weitere Ausbreitung frühzeitig einzudämmen. Da Verwechslungen mit der heimischen Europäischen Hornisse möglich sind, sollten Tiere nicht gefangen oder getötet werden. Erst bei bestätigtem Verdacht werden behördliche Maßnahmen ergriffen.
Weitere Informationen zur Asiatischen Hornisse finden Sie hier.

Situation
Situation in Österreich
Österreich ist bisher von der Afrikanischen Schweinepest (ASP) verschont geblieben, allerdings kommt sie in einigen direkten Nachbarländern wie Deutschland, Italien, der Slowakei und Ungarn vor. Aufgrund der geringen Entfernung zur österreichischen Staatsgrenze wird das Risiko für Österreich als hoch eingestuft.
Situation in Europa
Im August 2026 (Stichtag: 03.09.2026) wurden in Europa 101 Ausbrüche bei Hausschweinen und 344 Ausbrüche bei Wildschweinen in das ADIS gemeldet. Die Gesamtzahl von 445 gemeldeten Ausbrüchen ist im Vergleich zum Vormonat (693) gesunken, was auf einen Rückgang der Ausbrüche bei Hausschweinen zurückzuführen ist (siehe Abbildung ASP-Verlauf). Zudem wurden neue betroffene Gebiete in bereits von ASP betroffenen Ländern festgestellt. In Finnland wurden neue Ausbrüche bei Wildschweinen rund 40 km westlich der bisher bekannten betroffenen Gebiete nachgewiesen. Die Anzahl der betroffenen europäischen Länder blieb mit 16 unverändert (siehe Tabelle ASP-Ausbrüche und Abbildung ASP-Karte).
Hausschweine
Im August 2026 (Stichtag: 03.09.2026) hat sich die Zahl der europaweit an ADIS gemeldeten ASP-Ausbrüche bei Hausschweinen halbiert (101 im Berichtszeitraum gegenüber 203 im Vormonat). Die meisten Meldungen stammen aus Rumänien (73), gefolgt von Moldawien (10), Ungarn (5), Polen (4), Bosnien und Herzegowina (3), Kroatien (3), Ukraine (2) und Bulgarien (1) (siehe Tabelle ASP-Ausbrüche). Die Mehrheit der betroffenen Betriebe (94) sind Kleinbetriebe mit bis zu 100 Tieren, darunter 64 private Kleinsthaltungen mit bis zu zehn Schweinen. Unter den gemeldeten Ausbrüchen befanden sich jedoch auch zwei Großbetriebe: ein Betrieb in Rumänien im Kreis Călărași mit 3.180 Schweinen sowie ein Betrieb im ungarischen Komitat Somogy mit 1.850 Schweinen.
Seit dem ersten ASP-Ausbruch bei Hausschweinen in Ungarn im Mai 2026 hat sich die ASP-Lage weiter verschärft. Neben dem Ausbruch im Komitat Somogy wurden im August drei weitere Primärausbrüche und zwei Sekundärausbrüche im Komitat Baranya gemeldet.
Am 7. August 2026 meldete Bulgarien einen ASP-Ausbruch in einem Bestand von 42 Ostbalkanschweinen im Dorf Grozdyovo (Region Varna). In der Umgebung wurden wiederholt ASP-Ausbrüche bei Wildschweinen nachgewiesen, zuletzt bei drei verendeten Wildschweinen am 10. August 2026.
Derzeit beträgt die kürzeste Distanz eines bestätigten ASP-Ausbruchs bei Hausschweinen zur österreichischen Staatsgrenze 151 km (gemeldet aus Ungarn, siehe Abbildung ASP-Distanz).
Wildschweine
Im August 2026 (Stichtag: 03.09.2026) meldeten insgesamt 13 Länder ASP-Ausbrüche bei Wildschweinen, darunter vier Staaten, die an Österreich grenzen. Die meisten Ausbrüche wurden aus Polen mit 66 Ausbrüchen gemeldet, gefolgt von Italien (65), Lettland (58), Ungarn (41), Deutschland (38), Finnland (33), Estland (9), Litauen (9), Kroatien (8), der Slowakei (7), Rumänien (5), Bulgarien (4) und Spanien (1). Weitere Details sind der Tabelle ASP-Ausbrüche zu entnehmen.
Am 27.08. meldete Italien einen ASP-Nachweis bei einem Wildschwein in der Gemeinde Riano (Provinz Rom, Region Latium). Am 28.08. wurden dort drei weitere ASP-positive Wildschweine gefunden.
In Finnland wurden bislang 34 ASP-Fälle bei Wildschweinen nachgewiesen. Die ersten 33 Fälle konzentrierten sich auf die Gemeinde Virolahti nahe der russischen Grenze. Ende August wurde erstmals ein infiziertes Wildschwein in der Gemeinde Pyhtää festgestellt, rund 40 km westlich der bisher bekannten Fundorte. Dieser Nachweis deutet auf eine Ausbreitung des Seuchengeschehens hin und führte zu einer Erweiterung des Restriktionsgebiets durch die finnischen Behörden.
Derzeit beträgt die kürzeste Distanz eines bestätigten ASP-Ausbruchs bei Wildschweinen zur österreichischen Staatsgrenze 98 km (gemeldet aus Ungarn, siehe Abbildung ASP-Distanz).
| HS | WS | HS | WS | HS | WS | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Italien (ohne Sardinien) | 1 | 175 | 1 | 153 | 0 | 65 |
| Polen | 0 | 123 | 2 | 127 | 4 | 66 |
| Rumänien | 16 | 8 | 92 | 5 | 73 | 5 |
| Lettland | 0 | 58 | 0 | 58 | 0 | 58 |
| Ungarn | 1 | 41 | 0 | 73 | 5 | 41 |
| Kroatien | 27 | 4 | 99 | 10 | 3 | 8 |
| Deutschland | 0 | 75 | 0 | 37 | 0 | 38 |
| Serbien | 145 | 2 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Litauen | 0 | 40 | 0 | 7 | 0 | 9 |
| Finnland | 0 | 0 | 0 | 1 | 0 | 33 |
| Slowakei | 0 | 11 | 0 | 4 | 0 | 7 |
| Estland | 0 | 6 | 0 | 5 | 0 | 9 |
| Moldawien | 3 | 2 | 0 | 1 | 10 | 0 |
| Bosnien und Herzegowina | 2 | 0 | 7 | 1 | 3 | 0 |
| Spanien | 0 | 5 | 0 | 7 | 0 | 1 |
| Bulgarien | 0 | 0 | 0 | 1 | 1 | 4 |
| Ukraine | 0 | 1 | 2 | 0 | 2 | 0 |
| GESAMT | 195 | 551 | 203 | 490 | 101 | 344 |
Folgen für Österreich
In Österreich müssen seit Ende 2019 zum Zweck der Früherkennung alle tot aufgefundenen Wildschweine gemeldet und von der AGES auf das ASP-Virus untersucht werden. Daneben erfolgen Untersuchungen von Aborten sowie von klinisch oder pathologisch auffälligen Hausschweinen und von Organproben gemäß dem ASP- und KSP-Stichprobenplan.
Tierhalter können die “ASP-Risikoampel” oder den online Fragebogen “Biocheck” verwenden, um die Biosicherheit ihrer Betriebe kostenlos und anonym zu überprüfen. Weitere Empfehlungen und ein Handbuch zur Biosicherheit bei der Haltung von Schweinen in Österreich werden auf der Website des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMASGPK) bzw. auf der Kommunikationsplattform Verbrauchergesundheit zur Verfügung gestellt.
Im europäischen Tiergesundheitsrecht (Verordnung (EU) 2016/429) mit den ergänzenden Rechtsakten und der österreichischen ASP-Verordnung 2005 sind Zuständigkeiten und Maßnahmen zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest festgelegt. In der Durchführungsverordnung 2023/594/EU (zuletzt geändert mittels Durchführungsverordnung 2026/1908/EU) sind die geltenden Gebiete (Sperrzonen I, II und III) mit erhöhtem Risiko einer Ausbreitung der ASP (Teile I–III) aufgeführt.
Die AGES hat ein Video über Biosicherheit erstellt. Das Video zeigt die erforderlichen Biosicherheitsmaßnahmen beim Betreten und Verlassen eines Betriebes, in dem eine meldepflichtige Tierseuche vermutet wird oder nachgewiesen wurde.
Einen Überblick über die aktuelle ASP-Seuchensituation und die geltenden Maßnahmen erhalten Sie über die interaktive Karte der EU-Kommission sowie die AGES-Epimap.
Kommentar
Die aktuellen Meldungen verdeutlichen die Dynamik des ASP-Geschehens in Europa. Während in Finnland neue betroffene Gebiete identifiziert wurden, traten in Latium (Italien) erneut Fälle in einer Region auf, die über einen längeren Zeitraum nicht von ASP betroffen war. In Ungarn sind nach dem ersten Ausbruch bei Hausschweinen im Mai 2026 mittlerweile weitere Betriebe von der Seuche betroffen.
Für Österreich bleibt der indirekte Eintrag der ASP durch den Menschen aus von ASP betroffenen Ländern das höchste Risiko. Daher ist die Sensibilisierung der verschiedenen Interessengruppen von größter Bedeutung. Ausführliche Informationen, Filme, Broschüren sowie Poster zur Ätiologie, Diagnose und epidemiologischen Ausbreitung der ASP finden Sie auf der Website der KVG.
Quellen
Situation
Situation in Österreich
Im Berichtszeitraum August 2026 (Stichtag 03.09.2026) erfolgte aus Österreich keine Ausbruchsmeldung. Im Vormonat Juli wurde A(H5N1) bei einer Schleiereule im Burgenland nachgewiesen.
Das aktuelle Risiko für Geflügelbetriebe und Haltungen von Vögeln in Gefangenschaft in Österreich wird als gering bewertet. In Österreich muss vereinzelt mit Nachweisen bei Wildvögeln gerechnet werden.
Seit 9. Juni sind in Österreich alle Gebiete mit erhöhtem Geflügelpestrisiko per Kundmachung aufgehoben. Im gesamten Bundesgebiet sind aktuell keine Risikogebiete ausgewiesen.
Situation in Europa
Geflügel
Im August 2026 wurden in Europa zwei Ausbrüche der hochpathogenen aviären Influenza A(H5N*) bei Geflügel gemeldet (siehe Tabelle HPAI-Ausbrüche). Betroffen waren in Schweden eine Haltung mit 145 Legehennen und in Frankreich eine Haltung mit einem Tierbestand von 7600 gegen HPAI-Virus geimpften Enten.
Wildvögel
Im August sank die Zahl der Ausbrüche in Europa von 41 im Vormonat auf 20 Ausbrüche deutlich. Die Zahl der Länder mit HPAI A(H5N*)-Nachweisen bei Wildvögeln stieg hingegen von 6 im Juli auf 7 im August leicht. Ausbruchsmeldungen erfolgten aus den Niederlanden und Norwegen: jeweils 7 Ausbrüche; Schweden: 2 Ausbrüche; Deutschland, Dänemark, Finnland und Portugal: jeweils ein Ausbruch (siehe Tabelle HPAI-Ausbrüche).
Vögel in Gefangenschaft
Nach 3 gemeldeten Ausbrüchen bei Vögeln in Gefangenschaft in Europa im Vormonat Juli wurden im August 2026 keine Ausbrüche der HPAI A(H5N*) in das ADIS gemeldet (siehe Tabelle HPAI-Ausbrüche).
| GE | WV | VG | GE | WV | VG | GE | WV | VG | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Deutschland | 0 | 39 | 1 | 1 | 15 | 1 | 0 | 1 | 0 |
| Niederlande | 0 | 24 | 0 | 0 | 18 | 1 | 0 | 7 | 0 |
| Norwegen | 0 | 3 | 0 | 0 | 4 | 0 | 0 | 7 | 0 |
| Dänemark | 0 | 5 | 0 | 0 | 2 | 0 | 0 | 1 | 0 |
| Belgien | 0 | 5 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Schweden | 1 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 1 | 2 | 0 |
| Finnland | 0 | 1 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 1 | 0 |
| Polen | 0 | 0 | 0 | 0 | 1 | 1 | 0 | 0 | 0 |
| Portugal | 0 | 1 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 1 | 0 |
| Frankreich | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 1 | 0 | 0 |
| Lettland | 0 | 1 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Litauen | 0 | 0 | 1 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Österreich | 0 | 0 | 0 | 0 | 1 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| GESAMT | 1 | 79 | 2 | 1 | 41 | 3 | 2 | 20 | 0 |
Folgen für Österreich
Mit 9. Juni 2026 wurden gemäß § 2 Abs. 1 Z 6 der Vogelgesundheitsverordnung durch die Kundmachung zur Festlegung eines HPAI-Risikogebietes Gebiete mit erhöhtem Geflügelpestrisiko aufgehoben. Im gesamten Bundesgebiet sind keine Risikogebiete ausgewiesen.
Die Seuchensituation wird fortlaufend bewertet, und die Risikogebiete werden bei Bedarf angepasst.
Jede Geflügelhaltung ist der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde zu melden.
Kommentar
Im August sanken die Ausbruchszahlen in Europa auf den niedrigsten Stand im Jahr 2026. Die gemeldeten Ausbrüche bei Wildvögeln konzentrieren sich weiterhin auf die Küstengebiete Nordeuropas, zu Ausbrüchen bei gehaltenen Vögeln und Geflügel kam es nur sporadisch.
Trotz der aktuell ruhigen HPAI-Situation sollte bedacht werden, dass in den kommenden Wochen wieder mit einem deutlichen Anstieg der Ausbruchszahlen und einer Ausbreitung in Europa zu rechnen ist. Erfahrungen aus den vergangenen Jahren zeigen, dass besonders die Meldungen bei Wildvögeln im Herbst innerhalb kurzer Zeit stark zunehmen und auch vermehrt Geflügelbetriebe und Haltungen von Vögeln betroffen sein können. Mit dem Einsetzen der Herbstwanderung der Zugvögel trifft an Sammel- und Rastplätzen teilweise eine sehr große Zahl von Tieren aufeinander. Dadurch besteht ein erhöhtes Risiko, dass empfängliche Tiere mit HPAI-Virus infiziert werden, sich diese Infektionen unter den Zugvögeln ausbreiten und das Virus durch die Wanderung über weite Strecken in Europa weitergetragen wird. Die dramatischen Folgen zeigten sich 2025 mit einem Massensterben bei Kranichen und einer großflächigen Ausbreitung in Europa. Hinweise darauf, dass sich dies 2026 wiederholt, bestehen aktuell nicht. Die Situation entlang der Vogelzugrouten wird jedoch besonders aufmerksam beobachtet.
Geflügel- und Hobbyhalter:innen sollten sich rechtzeitig auf eine mögliche erneute Verschärfung der Seuchenlage vorbereiten. Die Möglichkeit, Ausläufe und Ställe gegen Wildvögel absichern zu können, ist dabei ebenso wichtig wie die Überprüfung und ggf. Anpassung der Biosicherheit. Hobby- und Kleinhalter:innen sollten überprüfen, ob Ställe und Ausläufe im Falle einer Ausweisung von Gebieten mit stark erhöhtem Geflügelpestrisiko entsprechend ausgestaltet sind und ausreichend Platz für die Tiere bieten.
Mit der Epimap der AGES steht ein kostenloses und frei zugängliches Tool zur Verfügung, mit dem die aktuelle Seuchensituation in Europa für die HPAI und weitere Tierseuchen nachvollzogen werden kann.
Quellen
Im Berichtszeitraum August 2026 (Stichtag: 03.09.2026) wurden europaweit 10 Ausbrüche in das ADIS gemeldet: Spanien: 3 Ausbrüche, Litauen: ein Ausbruch, Tschechien: 6 Ausbrüche.
Für Österreich wird das Risiko derzeit als mittel eingestuft. Mit Ausbrüchen in Kleinhaltungen in Tschechien tritt die NCD in einem Nachbarland Österreichs auf. Für die Einschleppung nach Österreich spielen neben dem Handel mit lebendem oder geschlachtetem Geflügel und besonders gehaltenen Tauben auch kontaminierte Fahrzeuge, Gegenstände oder Personen eine Rolle. Die AGES stellt die Auswertungen der im Trade Control and Expert System der Europäischen Kommission (TRACES) erfassten Verbringungen von Tieren und tierischen Produkten in einem interaktiven Tool zur Verfügung. Eine Übertragung durch infizierte Wildvögel ist ebenfalls möglich.
In Spanien kam es im August weiterhin zu NCD-Ausbrüchen bei Geflügel. Betroffen waren drei Geflügelbetriebe mit Masthühnern in der autonomen Gemeinschaft Castilla y León. Die vom LCV (Zentrales Veterinärlabor in Algete) durchgeführten Teilsequenzierungen zeigten, dass das nachgewiesene Virus bei Ausbrüchen in dieser Region zu Genotyp VII.2 gehört. Dabei handelt es sich um einen anderen Subtyp als den in den zurückliegenden Ausbrüchen in Valencia nachgewiesenen (Genotyp VII.1.1). Dies bestätigt, dass ein epidemiologischer Zusammenhang zwischen beiden Ausbruchsgeschehen ausgeschlossen werden kann.
Als Kategorie A gelistete Tierseuche sind alle Fälle der Newcastle Disease bei Vögeln meldepflichtig, bereits bei Verdacht muss umgehend die zuständige Bezirksverwaltungsbehörde informiert werden. In Einzelfällen können die Erreger bei intensivem Kontakt mit infizierten Vögeln und deren Ausscheidungen auch auf den Menschen (meist Vogelhalter) übertragen werden (Zoonose). Es ist daher für alle Tierhalterinnen und Tierhalter wichtig, sich und ihre Vögel zu schützen.
| GE | NG | GE | NG | GE | NG | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Spanien | 7 | 0 | 19 | 0 | 3 | 0 |
| Tschechien | 0 | 11 | 0 | 2 | 0 | 6 |
| Polen | 2 | 1 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Litauen | 0 | 0 | 0 | 1 | 0 | 1 |
| Slowakei | 0 | 2 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Lettland | 0 | 0 | 0 | 1 | 0 | 0 |
| GESAMT | 9 | 14 | 19 | 4 | 3 | 7 |
Kommentar
Das Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz empfiehlt dringend die Impfung aller empfänglichen Tiere. In Österreich stehen diverse Impfstoffe gegen die NCD zur Verfügung, deren Anwendung auf freiwilliger Basis möglich ist. Zusätzlich zur Impfung ist unabhängig von der Betriebsgröße wichtig, die betriebliche Biosicherheit zu überprüfen und gegebenenfalls zu verbessern, um das Risiko des Erregereintrags zu reduzieren. Hierfür stehen Informationsmaterialien und Hilfsmittel, wie beispielsweise das QGV-Handbuch Biosicherheitskonzept, die LFI-Broschüre Biosicherheit Geflügel oder der online Fragebogen Biocheck zur Verfügung.
Die wichtigsten Informationen zur Newcastle Disease sind in einem Infoblatt der AGES kurz&knapp zusammengefasst.
Quellen
Pirbright Institute, UK, Ministerio de Agricultura, Pesca y Alimentación (MAPA)
Im Berichtszeitraum August (Stichtag: 03.09.2026) wurden in das ADIS 44 Rabies (Tollwut)-Ausbrüche gemeldet (Vormonat 30 Ausbrüche). Aus dem Süden und Osten der Türkei erfolgten 17 Ausbruchsmeldungen (12 Rinder, 3 Hunde, ein Equide und eine Katze). 16 Ausbrüche (6 Rotfüchse, 3 Hunde, 3 Rinder, 2 Katzen, ein Goldschakal und ein Baummarder) meldete Rumänien in das ADIS. Aus Moldawien wurden 9 Ausbrüche gemeldet (6 Hunde, ein Rind, eine Ziege und ein Rotfuchs). Im Osten Polens und Ungarns erfolgten jeweils ein Nachweis bei Rotfüchsen (siehe Tabelle RABIES-Ausbrüche).
Das Risiko für Österreich wird aktuell als gering eingestuft. Eines der größten Risiken der Wiedereinschleppung der Tollwut nach Österreich ist das Verbringen von nicht geimpften Tieren aus Ländern mit endemischer Tollwut.
| Jun | Jul | Aug | |
|---|---|---|---|
| Türkei | 20 | 14 | 17 |
| Rumänien | 7 | 8 | 16 |
| Moldawien | 7 | 8 | 9 |
| Polen | 0 | 0 | 1 |
| Ungarn | 0 | 0 | 1 |
| GESAMT | 34 | 30 | 44 |
Kommentar
Bei der Tollwut handelt es sich um eine Zoonose, eine Erkrankung des Menschen verläuft fast immer tödlich. Auch wenn Österreich 2008 frei von terrestrischer Tollwut erklärt wurde, sollte diese Krankheit bei entsprechender Symptomatik immer in Betracht gezogen werden, besonders bei Tieren, die aus nicht tollwutfreien Ländern stammen oder diese bereist haben. Typische Symptome sind insbesondere Verhaltensänderungen wie Scheu, Nervosität oder Gereiztheit, Schluckbeschwerden, vermehrter Speichelfluss, gelegentlich Hydrophobie (Abscheu vor Wasser), Aggressivität sowie Lähmungserscheinungen. Personen, die beruflich mit empfänglichen Tieren in Kontakt kommen können (z. B. Mitarbeiter:innen von Tierheimen/Auffangstationen oder Tierärzt:innen und deren Mitarbeiter:innen) sollten generell gegen Tollwut geimpft sein. Tierärzt:innen sind verpflichtet, einen begründeten Verdacht unverzüglich der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde zu melden. Bissverletzungen durch tollwutkranke oder -verdächtige Tiere sind ebenso meldepflichtig.
Weitere Informationen über Tollwut finden Sie hier.
Quellen
Im Berichtszeitraum August (Stichtag 03.09.2026) wurde kein Ausbruch von Lumpy Skin Disease in das ADIS gemeldet.
In Österreich wird das Risiko derzeit als gering eingestuft.
Auf Sardinien wurden im Zeitraum Mai bis Juli insgesamt 5 Ausbrüche der LSD gemeldet, zuletzt Anfang Juli. Im August wurden keine weiteren Ausbrüche verzeichnet.
In Österreich ist bisher noch nie ein Fall von Lumpy Skin Disease (LSD) aufgetreten. Der Mensch kann sich nach aktuellem Wissensstand nicht infizieren.
| Jun | Jul | Aug | |
|---|---|---|---|
| Italien | 1 | 1 | 0 |
| GESAMT | 1 | 1 | 0 |
Kommentar
Zur Prävention der Einschleppung der Krankheit wurde im Oktober 2025 eine nach wie vor gültige Kundmachung erlassen, welche Sofortmaßnahmen beim Einbringen empfänglicher Tiere aus Italien, Frankreich und Spanien beinhaltet. Die Kundmachung richtet sich an Tierhaltungsbetriebe, Schlachthöfe und Transportunternehmen und dient einer erhöhten Biosicherheit.
Dadurch, dass die Übertragung in erster Linie über verschiedene blutsaugende und beißende Insekten und Milben, aber auch unbelebte Vektoren, wie Gerätschaften und Kleidung, erfolgt, kann das Virus größere Entfernungen zurücklegen. Dabei ist es sehr stabil und kann, geschützt vor direktem Sonnenlicht, mehrere Monate lang auch abseits des Wirtes infektiös bleiben. Gleichzeitig ist auch eine direkte Übertragung möglich.
Impfungen sind in Österreich unter strengen Rahmenbedingungen (Entscheidung der Behörden) grundsätzlich möglich, allerdings an Handelsrestriktionen geknüpft. Derzeit ist in Österreich kein Impfstoff zugelassen.
Bei einem Verdacht auf Einschleppung des Erregers müssen Proben von verdächtigen Tieren an das NRL in Mödling geschickt werden. Genauere Informationen zur Symptomatik, Informationsblätter sowie eine Karte mit der räumlichen Verteilung der LSD-Nachweise in Europa finden Sie auf der AGES Homepage.
Quellen
Außerhalb des Berichtszeitraums wurde Anfang September ein Ausbruch aus Albanien in das ADIS gemeldet.
Im Berichtszeitraum August (Stichtag 03.09.2026) wurden keine Ausbrüche von PPR in das ADIS gemeldet.
In Österreich wird das Risiko derzeit als mittel eingestuft.
Da infizierte Tiere oftmals keine oder nur unspezifische klinische Symptome zeigen, wird empfohlen, PPR bei der Differentialdiagnostik nicht außer Acht zu lassen. Das Europäische Referenzlabor (EURL) für PPR empfiehlt daher nach wie vor eine erhöhte Aufmerksamkeit.
| Jun | Jul | Aug | |
|---|---|---|---|
| Kroatien | 9 | 3 | 0 |
| Rumänien | 3 | 3 | 0 |
| GESAMT | 12 | 6 | 0 |
Kommentar
Um das Risiko einer Einschleppung des Erregers aus den in den letzten Monaten betroffenen Staaten auch weiterhin niedrig zu halten, gelten in Österreich die Kundmachungen AVN 2025/34 und AVN 2026/16. Darin werden Sofortmaßnahmen beim Einbringen von kleinen Wiederkäuern und deren Erzeugnisse aus bestimmten Drittstaaten und bestimmten Gebieten der Europäischen Union zur Schlachtung festgelegt. So dürfen derzeit keine Schafe und Ziegen oder deren Erzeugnisse aus Albanien und dem Kosovo nach Österreich verbracht werden, außer sie erfüllen die in der Kundmachung festgelegten Bedingungen. Ebenso dürfen für PPR empfängliche Tierarten aufgrund von Sofortmaßnahmen der Europäischen Kommission in Griechenland, Bulgarien, Kroatien und Rumänien nicht außerhalb ihres jeweiligen Gebietes verbracht werden.
Weitere Informationen zur Vorbeugung einer Infektion, zur Diagnostik sowie eine Karte mit der räumlichen Verteilung der PPR-Nachweise in Europa finden Sie auf der AGES Homepage
Quellen
Im Berichtszeitraum August (Stichtag 03.09.2026) wurden 82 Ausbrüche von Schaf- und Ziegenpocken aus Griechenland (24), Bulgarien (18), Rumänien (14), Nordmazedonien (22), und Kosovo (4) in das ADIS gemeldet.
In Österreich wird das Risiko derzeit als mittel eingestuft.
In Griechenland und Nordmazedonien sind die Ausbruchszahlen nach dem teilweise deutlichen Anstieg im Vormonat wieder leicht zurückgegangen. Dagegen wurde in Bulgarien und Rumänien im Berichtsmonat ein deutlicher Anstieg der Ausbrüche verzeichnet. Im Kosovo traten lediglich vereinzelte Ausbrüche auf.
Österreich ist frei von Schaf- und Ziegenpocken, der letzte Ausbruch trat 1954 auf. Der Mensch kann sich nach aktuellem Wissensstand nicht infizieren.
| Jun | Jul | Aug | |
|---|---|---|---|
| Griechenland | 21 | 36 | 24 |
| Nordmazedonien | 2 | 32 | 22 |
| Bulgarien | 1 | 4 | 18 |
| Rumänien | 1 | 1 | 14 |
| Kosovo | 0 | 2 | 4 |
| Serbien | 0 | 1 | 0 |
| GESAMT | 25 | 76 | 82 |
Kommentar
Das Schafpockenvirus (SPPV) und Ziegenpockenvirus (GTPV) gehören zur Gattung der Capripoxviren, der auch das Lumpy Skin Disease Virus (LSDV) zugeordnet wird. Schaf- und Ziegenpocken sind relativ wirtsspezifisch und kommen in Schafen bzw. Ziegen vor, wobei ausgewählte Stämme in der Lage sind, sowohl Schafe als auch Ziegen zu infizieren. Die weltweite geografische Verbreitung ist hier zu sehen.
Eine direkte Übertragung von Tier zu Tier erfolgt über ulzerös zerfallende Papeln, Aerosole und Tröpfcheninfektionen. Aufgrund der Widerstandsfähigkeit und Langlebigkeit der Viren in der Umwelt ist auch die indirekte Übertragung über Wolle, Haare, Gerätschaften und ungenügend behandelte Tierhäute von Bedeutung. Es sind diverse Impfstoffe für verschiedene Stämme vorhanden, welche jedoch in der EU nicht zugelassen sind. Impfungen innerhalb der EU sind entsprechend der Delegierten Verordnung (EU) 2023/361 grundsätzlich möglich, werden aber derzeit in keinem Mitgliedsstaat durchgeführt.
Bei einem Verdacht auf Einschleppung des Erregers müssen Proben von verdächtigen Tieren an das NRL in Mödling geschickt werden. Informationen zur Symptomatik, Diagnostik sowie eine Karte mit der räumlichen Verteilung der Nachweise von Schaf- und Ziegenpocken in Europa finden Sie auf der AGES Homepage.
Quellen
Außerhalb des Berichtszeitraums wurde in Österreich Anfang September der Serotyp 8 (BTV-8) nachgewiesen.
Im Berichtszeitraum August (Stichtag: 03.09.2026) wurden 19 Ausbrüche aus Spanien (10), Frankreich (4), Österreich (3) und Tschechien (2) in das ADIS gemeldet.1 (siehe Tabelle BT-Ausbrüche)
Das Risiko für weitere Ausbrüche in Österreich wird weiterhin als hoch eingestuft. Es ist damit zu rechnen, dass die Anzahl an Ausbrüchen im Spätsommer und Herbst weiter ansteigen wird.
In Österreich wurden im August (Stichtag 03.09.2026) 31 Ausbrüche von BTV im Verbraucherinformationssystem (VIS) bestätigt, wobei vor allem Salzburg und Niederösterreich, aber auch Oberösterreich, Tirol und Steiermark betroffen waren. Ein Teil dieser Ausbrüche ist auf einen Virusnachweis bei klinisch gesunden Tieren im Rahmen von Privatuntersuchungen (meist Verbringungsuntersuchungen) zurückzuführen. Gleichzeitig nimmt die Zahl der Nachweise bei Schafen und Rindern mit typischen klinischen Krankheitssymptomen derzeit wieder zu. In den Fällen, in denen eine Serotypisierung durchgeführt wurde, wurde bisher in allen 5 betroffenen Bundesländern der Serotyp 3 (BTV-3) bestätigt.
In Spanien zirkulieren weiterhin die bereits im Vormonat nachgewiesenen Serotypen 3 und 8 (BTV-3, BTV-8). Darüber hinaus wurde erstmals in dieser Saison auch Serotyp 1 (BTV-1) in einer Provinz im Südwesten des Landes festgestellt. In Frankreich wurden seit Anfang Juni (Stand 4.9.2026) 800 Ausbrüche des Serotyps 3 (BTV-3) bestätigt, die meisten Fälle im Süden des Landes. Auch in Tschechien handelt es sich beim aktuell zirkulierenden Serotypen um BTV-3.
Derzeit ist eine Änderung der Einstufung (Kategorie D+E, anstatt Kategorie C+D+E) geplant. Das bedeutet, dass Maßnahmen ergriffen werden müssen, um eine Ausbreitung im Zusammenhang mit Verbringungen zwischen Mitgliedstaaten zu verhindern, und dass Ausbrüche gemeldet werden müssen. Die Erlangung eines Status “frei von Infektionen mit Blauzungenkrankheit (Serotyp 1–24)” auf EU-Ebene wird nicht mehr gegeben sein.
Ein amtliches Impfprogramm gegen BT wird in Österreich nicht durchgeführt, jedoch empfiehlt das Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz die Impfung aller empfänglichen Tierarten gegen in Österreich auftretende Serotypen. Die aktuelle Impfempfehlung von BMASGPK, AGES, Tiergesundheitsdienst Österreich und Veterinärmedizinischer Universität für 2026 finden Sie hier.
Zusätzlich sollten Tiere nach Möglichkeit zwischen Abend- und Morgendämmerung in den Stall gebracht werden (Insektengitter an den Fenstern und Türen schließen), um einen Stich von infizierten Gnitzen zu verhindern, die zu diesen Zeiten besonders aktiv sind. Der Einsatz von Insektiziden/Repellentien ist unter Einhaltung der Vorschriften zur Anwendung ebenfalls möglich und bietet einen zusätzlichen Schutz vor einer Übertragung.
Weitere Informationen über die Blauzungenkrankheit und eine Karte mit den nachgewiesenen Serotypen je Bezirk finden Sie hier.
[1] Zu beachten ist hierbei, dass die ADIS-Meldungen die tatsächliche Seuchensituation meist nicht umfassend darstellen. Eine Meldung eines BT-Ausbruchs in das ADIS erfolgt nur, sofern es sich um den jeweils ersten Nachweis eines der 24 meldepflichtigen BTV-Serotypen pro Jahr und regionaler Einheit handelt, wobei letztere länderspezifisch unterschiedlich definiert sind. In Österreich sind die regionalen Einheiten die Bundesländer, somit wird von Österreich jedes Neuauftreten eines BTV (1–24) Serotypen pro Bundesland und Kalenderjahr ans ADIS gemeldet. Eine Karte und Tabelle der Mitgliedsstaaten, Zonen und Gebiete mit dem Status seuchenfrei (gültig bis zum In-Kraft-treten der neuen Rechtsgrundlagen bezüglich Rekategorisierung) sowie weitere Informationen der Europäischen Kommission finden Sie hier.
| Jun | Jul | Aug | |
|---|---|---|---|
| Frankreich | 4 | 11 | 4 |
| Spanien | 0 | 5 | 10 |
| Österreich | 0 | 2 | 3 |
| Tschechien | 0 | 3 | 2 |
| GESAMT | 4 | 21 | 19 |
Quellen
KVG, EUR-Lex, Europäischen Kommission, Spanisches Ministerium für Landwirtschaft, Fischerei und Ernährung, Französisches Ministerium für Landwirtschaft, Ernährungswirtschaft und Ernährungssouveränität, Staatliche Veterinärverwaltung, Tschechien
Im Berichtszeitraum (Stichtag: 03.09.2026) wurden im ADIS 280 WNV-Ausbrüche in Europa bei Tieren gemeldet (Vormonat 97). Die Anzahl der WNV-Ausbrüche hat seit dem Anfang der Saison im Juni deutlich zugenommen (siehe Tabelle WNV-Ausbrüche). In der EU/EWR besteht eine Meldepflicht für WNV-Fälle bei Pferden und Vögeln.
Das Risiko für weitere Ausbrüche in Österreich wird als hoch eingeschätzt.
Pferde
Bei Pferden wurden im August 97 WNV-Ausbrüche gemeldet (16 im Vormonat). Meldungen kamen aus Frankreich (36) und Italien (28), Belgien (8), Spanien (8), Niederlande (5), Griechenland (3), Kroatien (3), Österreich (3), Deutschland (2) und aus der Schweiz (1).
In Österreich wurden drei WNV-Ausbrüche bei Pferden gemeldet, davon zwei im 22. Bezirk in Wien und einer im Bezirk St. Pölten-Land in Niederösterreich.
Am 26. August 2026 meldete das Institut für Virologie und Immunologie (IVI) den ersten in der Schweiz erworbenen (autochthonen) Fall einer West-Nil-Virus-Infektion bei einem Pferd. Der Fall wurde im Kanton Aargau (Gemeinde Kaisten) nachgewiesen.
Vögel
Bei Vögeln wurden im August 183 WNV-Ausbrüche gemeldet (81 im Vormonat). Die meisten Meldungen kamen aus Italien (141), gefolgt von Belgien (19), Kroatien (6), Spanien (5), Österreich (5), Deutschland (3), Nordmazedonien (3) und aus den Niederlanden (1).
In Österreich wurde das West-Nil-Virus der Linie 2 (WNV-2) in fünf Ausbrüchen bei insgesamt sechs Vögeln nachgewiesen.
- 1 Krähe, 22. Bezirk, Wien
- 2 Nebelkrähen, 21. Bezirk, Wien
- 1 Mäusebussard, Baden, Niederösterreich
- 1 (in Gefangenschaft gehaltener) Kea, Baden, Niederösterreich
- 1 Kaiseradler, Neusiedl am See, Burgenland
Menschen
Das European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) hatte im Juni mit der Veröffentlichung der wöchentlichen saisonalen WNV-Berichte begonnen. Das ECDC geht von einer Übertragungssaison von Juni bis November aus. Seit Beginn der Übertragungssaison 2026 bis zum 3. September 2026 wurden in Europa insgesamt 1.086 WNV-Fälle beim Menschen gemeldet. Die meisten Fälle verzeichneten Italien (516) und Griechenland (284), gefolgt von Spanien (88), Rumänien (56), Nordmazedonien (55) und Frankreich (36). Weitere Fälle wurden aus Serbien (18), den Niederlanden (9), Kroatien (7), Zypern (6), Österreich (4), Ungarn (3), Deutschland (2) sowie Albanien und dem Kosovo (je 1 Fall) berichtet.
In Österreich wurden im Jahr 2026 bislang vier WNV-Infektionen beim Menschen nachgewiesen.
| VO | EQ | VO | EQ | VO | EQ | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Italien | 2 | 0 | 71 | 5 | 141 | 28 |
| Frankreich | 0 | 0 | 5 | 6 | 0 | 36 |
| Belgien | 0 | 0 | 1 | 0 | 19 | 8 |
| Spanien | 0 | 0 | 3 | 0 | 5 | 8 |
| Kroatien | 0 | 0 | 0 | 0 | 6 | 3 |
| Österreich | 0 | 0 | 1 | 0 | 5 | 3 |
| Griechenland | 0 | 0 | 0 | 5 | 0 | 3 |
| Niederlande | 0 | 0 | 0 | 0 | 1 | 5 |
| Deutschland | 0 | 0 | 0 | 0 | 3 | 2 |
| Nordmazedonien | 0 | 0 | 0 | 0 | 3 | 0 |
| Schweiz | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 1 |
| GESAMT | 2 | 0 | 81 | 16 | 183 | 97 |
Kommentar
Im Rahmen des SURVector-Projekts führt die AGES ein nationales Gelsen-Monitoring durch. Dabei werden an festgelegten Standorten Stechmücken gesammelt, klassifiziert und mittels molekularbiologischer Methoden auf das WNV untersucht. Weitere Informationen sowie den Jahresbericht finden Sie hier.
Einen Überblick über die WNV-Infektionen bei Menschen in der EU und den EU-Nachbarländern erhalten Sie auf der interaktiven Karte des ECDCs.
Weitere Informationen zur Vorbeugung einer Infektion sowie eine Karte mit der räumlichen Verteilung der WNV-Nachweise in Österreich finden Sie auf der Homepage der AGES.
Mit der Epimap der AGES steht ein kostenloses und frei zugängliches Tool zur Verfügung, mit dem die aktuelle Seuchensituation in Europa für WNV und weitere Tierseuchen nachvollzogen werden kann.
Quellen
Im Berichtszeitraum August (Stichtag 03.09.2026) wurden weiterhin Ausbrüche aus Griechenland (Lesbos) in das ADIS gemeldet. Zypern und die Türkei meldeten keine weiteren Ausbrüche.
Auf der griechischen Insel Lesbos blieb die MKS-Situation (Serotyp SAT-1) im August weitgehend unverändert. Es wurden 28 Ausbrüche gemeldet, verglichen mit 35 Ausbrüchen im Vormonat. Betroffen sind vor allem Schaf- und Ziegenhaltungen, daneben auch Rinderbetriebe. Insgesamt sind rund 500.000 empfängliche Tiere betroffen, von denen bereits etwa 65.000 gekeult wurden, überwiegend Schafe und Ziegen. Die Einführung einer Impfkampagne wird derzeit überlegt.
Das Risiko für Österreich wird aktuell als mittel eingestuft.
Das endemische Vorkommen von MKS in Ländern in unmittelbarer Nachbarschaft zur Europäischen Union aber auch in anderen Weltregionen ist Anlass zu unverminderter Aufmerksamkeit gegenüber einer möglichen Einschleppung der Seuche. Bei Verdachtsfällen oder einem unklaren Krankheitsbild empfänglicher Tierarten sollte immer eine Ausschlussuntersuchung auf MKS erfolgen.
Eine prophylaktische Impfung ist in der EU verboten. Es gibt keine Behandlungsmöglichkeit für erkrankte Tiere. In einem MKS-positiven Betrieb müssen alle empfänglichen Tiere getötet werden.
Für den Menschen ist die MKS ungefährlich.
Mit der Risikoampel der Universität Vechta können Rinderhaltungen anonym und kostenlos ihren Stand der Biosicherheit bewerten. Geeignete Desinfektionsmittel können Sie der DVG-Desinfektionsliste für den Tierhaltungsbereich entnehmen. Für eine Wirksamkeit gegen das MKS-Virus ist hier der Wirkungsbereich 7a, Unbehüllte Viren (Viruzidie) auszuwählen sowie die Temperatur und die Einwirkzeit anzugeben.
Ein Informationsblatt mit den grundlegenden Informationen zur MKS finden Sie hier. Die wichtigsten Fragen und Antworten rund um die Maul- und Klauenseuche finden Sie hier.
| Jun | Jul | Aug | |
|---|---|---|---|
| Griechenland | 28 | 35 | 28 |
| Zypern | 1 | 0 | 0 |
| GESAMT | 29 | 35 | 28 |
Quellen
Aktualisiert: 08.09.2023


Neue und erneut von ASP-betroffene Gebiete in Finnland, Italien und Ungarn