Gesundheit für Mensch, Tier & Pflanze

Coronavirus

SARS-CoV-2

Reinfektionen

Anzahl der bestätigten Fälle von Infektionen und bestätigten und wahrscheinlichen Fälle von Reinfektionen nach Monat der Labordiagnose (Stand 10.11.2022). Für die Surveillanceperiode Mai 2020 bis Mai 2021 (Periode A) wurde die Definition gemäß des RKIs für eine Reinfektion mit SARS-CoV-2 angewandt. Für die Surveillanceperiode nach Mai 2021 (Periode B) wurde die Definition gemäß des Gesundheitsministeriums (Österreich) für eine Reinfektion mit SARS-CoV-2 angewandt.

Periode A, bestätigte Reinfektion: Genomsequenz des Virus von vorausgehender SARS-CoV-2-lnfektion ist bekannt UND Genomsequenz des Virus der aktuellen SARS-CoV-2-lnfektion ist bekannt UND Virus-Genomsequenzen der vorausgegangenen und aktuellen SARS-CoV-2-lnfektion stimmen nicht überein.

Periode A, wahrscheinliche Reinfektion: Person wurde nach der vorausgegangenen SARS-CoV-2-lnfektion mittels PCR-Testung abschließend mindestens einmal negativ getestet und hat den Status Genesen erreicht ODER der zuletzt erfolgte PCR-basierte Nachweis einer SARS-CoV2 Infektion ist länger als 3 Monate zurückliegend UND die Person erfüllt erneut die Laborkriterien der Falldefinition für einen bestätigten Fall.

Periode B, bestätigte Reinfektion: Genomsequenz des Virus von vorausgehender SARS-CoV-2-lnfektion ist bekannt UND Genomsequenz des Virus der aktuellen SARS-CoV-2-lnfektion ist bekannt UND Virus-Genomsequenzen der vorausgegangenen und aktuellen SARS-CoV-2-lnfektion stimmen nicht überein.

Periode B, wahrscheinliche Reinfektion: Person ist nach einer bestätigten SARS-CoV-2-Infektion genesen UND wurde nach der vorausgehenden SARS-CoV-2-Infektion mittels PCR abschließend mindestens einmal negativ getestet oder der letzte positive PCR-Nachweis der vorausgehenden Infektion ist länger als 2 Monate zurückliegend UND Person erfüllt erneut die Falldefinition für einen bestätigten Fall.

Impfeffektivität

Erste Ergebnisse einer populations-basierten Kohortenstudie zur Effektivität von impf- und infektions-induzierter Immunisierung gegenüber der Infektion mit SARS-CoV-2, Variante Omikron (umfasst alle Infektionen, unabhängig von der klinischen Manifestation, unabhängig vom Schweregrad der klinischen Manifestation), lassen auf hohe Schutzwirkung in der Bevölkerungsgruppe mit Kombination von impf- und infektions-induzierter Immunisierung (man spricht von hybrider Immunität) und in der Bevölkerungsgruppe mit 3-fach-Impfung schließen.

Bei den 12-17, 18-59 und 60-74-Jährigen, die mehr als 2 immunologische Ereignisse durchgemacht hatten (Infektion-induzierte +/- Impf-induzierte Immunisierung mit >2 immunologischen Ereignissen, d. h. mehrfach infiziert, geimpft + infiziert oder infiziert + geimpft), fand sich eine relative Infektionsrisikoreduktion im Vergleich zur immunnaiven-Bevölkerungsgruppe von 78,37 % (95 % KI: 76,86 % - 79,80 %), 77,63 % (95 %KI: 76,89 % - 78,34 %) und 88,94 % (95 % KI: 88,17 % - 89,67 %). Auch bei den 5-11-Jährigen lag die schützende Wirksamkeit gegen die Infektion mit SARS-CoV-2, Variante Omikron, für diese Kategorie der Immunisierung bei 76,30 % (95 % KI: 72,63 % - 79,59 %).

SARS-CoV-2-Varianten in Österreich

Bestimmte Varianten werden von nationalen und internationalen Gesundheitsorganisationen und -behörden als so genannten "Variants of Concern" (besorgniserregende Varianten) gelistet, die WHO listet folgende Varianten:

  • B.1.617.2 (Delta)
  • B.1.1.529 (Omikron, BA.1, BA.2, BA.3, BA.4, BA.5)

Anzahl der bestätigten SARS-CoV-2 Fälle und der Variants of Concern, Österreich

Österreich, Anzahl der bestätigten SARS-CoV-2 Fälle und der Variants of Concern identifiziert basierend auf PCR-Testverfahren oder Sequenzierung (Sanger-Sequenzierung, SARSeq-Sequenzierung oder Ganzgenom-Sequenzierung) nach Kalenderwoche (EMS-Falldatenstand 11.11.2022, 07:00 Uhr). Für die KW 44 sind Nachmeldungen zu erwarten.

Österreichweite Überwachung der SARS-CoV-2-Varianten

In Österreich gibt es derzeit zwei SARS-CoV-2-Varianten-Surveillancesysteme: das Fall-basierte System und das Sentinel-System. Die beiden Systeme haben unterschiedliche Ziele, was bei der Beurteilung, ob die Systeme diese erfüllen, auch zu berücksichtigen ist. Ansonsten kann es leicht zu einer falschen Beurteilung kommen.

Fall-basiertes Varianten-Surveillancesystem

Beim Fall-basierten Varianten-Surveillancesystem werden SARS-CoV-2-positive Proben mittels PCR-basierter Verfahren auf jene Mutationen analysiert, die Hinweise auf die vorliegende Virusvariante geben. Das Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, basierend auf internationalen Empfehlungen, gibt jeweils vor, auf welche besorgniserregende Varianten dabei getestet werden soll.

Seit Februar 2021 ist ein Varianten-Surveillancesystem etabliert, das aus zahlreichen, auf ganz Österreich verteilten Laboratorien besteht. Mit diesem System konnten sowohl das Auftreten der Alpha-Variante als auch der Übergang von der Alpha-Variante zur Delta-Variante erfolgreich detektiert werden.

Mit dem Auftreten der neuen besorgniserregenden Omikron-Variante haben diese Labore begonnen, ihre Testverfahren zu erweitern, um auch diese Variante erkennen zu können. Mittlerweile ist der Ausbau dieser Testverfahren so weit fortgeschritten, dass ein relativ guter Überblick über die Ausbreitung der Omikron-Variante gegeben ist.

Eine aufwändige Genomsequenzierung ist beim Fall-basierten Varianten-Surveillancesystem nur erforderlich, wenn das Ergebnis des PCR-basierten Testverfahrens keine eindeutige Zuordnung zu einer besorgniserregenden Varianten zulässt.

Sentinel-Varianten-Surveillancesystem

Neben dem Fall-basierten Varianten-Surveillancesystem gibt es das Sentinel-Varianten-Surveillancesystem, das aus einigen Laboratorien, die jeweils ein Bundesland repräsentieren, besteht. Im Rahmen dieses Systems werden SARS-CoV-2 positive Proben einer Ganzgenomsequenzierung unterzogen. Die Auswahl der Proben erfolgt dabei stichprobenartig. Ziel dieses Surveillancesystems ist, das Auftreten von neuen SARS-CoV-2-Varianten mit verlässlicher Treffsicherheit zu entdecken. Im Gegensatz zum Fall-basierten Varianten-Surveillancesystem ist hier der Zeitfaktor weniger relevant, da es hauptsächlich um die Identifizierung neuer Varianten geht.

Monatsberichte Sentinel-Varianten-Surveillancesystem

Im Bericht GISAID Österreich-Report sind die Sequenzierungs-Ergebnisse angeführt, die von den österreichischen Laboratorien und Instituten in GISAID hochgeladen wurden. GISAID (Global Initiative on Sharing All Influenza Data) ist eine globale Wissenschaftsinitiative, deren Ziel es ist, Genomdaten zu Influenza- bzw. SARS-CoV-2 Viren frei zugänglich zu machen sowie den schnellen und unkomplizierten Austausch aller verfügbarer Daten zu gewährleisten. Laboratorien und Institute in Österreich, die sich mit der Sequenzierung von SARS-CoV-2 Viren befassen, stellen ihre Ergebnisse bereits auf freiwilliger Basis im Rahmen der GISAID-Initiative zur Verfügung.

Variants of Concern (VOC)

B.1.617.2 (Delta)

Die Variante B.1.617 (mit den Untervarianten B.1.617.1, B.1.617.2 und B.1.617.3) wurde zuerst im indischen Bundesstaat Maharashtra gefunden. Es gibt Hinweise, dass die Variante B.1.617.2 (Delta) leichter übertragbar ist und mit einer reduzierten Wirksamkeit der Immunantwort in Verbindung gebracht werden kann. Die Mutation N501Y liegt in diesen Varianten nicht vor.

Risikoeinschätzung des Europäischen Zentrums für Seuchenkontrolle und Prävention (ECDC)

B.1.1.529 (Omikron)

Anfang November 2021 wurde eine SARS-CoV-2-Variante entdeckt, die zur Pango-Linie B.1.1.529 gehört und im Vergleich zum ursprünglichen Virus eine hohe Anzahl von S-Gen-Mutationen aufweist. Am 26. November 2021 wurde die Variante von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als besorgniserregende Variante eingestuft und mit der Bezeichnung Omikron versehen. Die Variante ist durch 30 Veränderungen im Spike-Protein gekennzeichnet, sie wurde erstmals in Proben nachgewiesen, die am 11. November 2021 in Botswana und am 14. November 2021 in Südafrika gesammelt wurden. Auf Grund der erhöhten Übertragbarkeit hat sich die Omikron-Variante derzeit weltweit als dominante Variante durchgesetzt, im Allgemeinen verursacht sie jedoch deutlich mildere Krankheitsverläufe als seine Vorgänger. Mittlerweile haben sich auch zahlreiche Subvarianten von Omikron etabliert (BA.1, BA.1.1, BA.2, BA.3, BA.4 und BA.5).

Risikoeinschätzung des Europäischen Zentrums für Seuchenkontrolle und Prävention (ECDC)

Epidemiologische Abklärung - Clusteranalyse

Wir veröffentlichen jede Woche die geschätzte effektive Reproduktionszahl (Reff) für Österreich und nach Bundesländern sowie die geschätzte Steigerungsrate, die so genannten epidemiologischen Parameter.

Da eine Quellen-Rückverfolgung zur Identifizierung des Fall-basierten Settings, in dem die Infektionsübertragung erfolgte, aus Gründe des hohen Fallaufkommens (damit sind keine umfassenden Einzelfallbefragungen nach möglicher Quelle der Infektion möglich) und des prioritären Kontaktmanagements (kein vollständiges Erfassen der ansteckungsverdächtigen Kontaktpersonen) nicht mehr möglich ist, wird von der „aktiven Fall-basierten Surveillance des Transmissions-Setting“ auf eine Cluster-Surveillance umgestellt, die gezielt auf epidemiologische relevante Settings wie Gemeinschaftseinrichtungen ausgerichtet ist (Bildungseinrichtungen, Kinder-Betreuungseinrichtung, Alten- und Pflegeheim, Behinderteneinrichtungen, Bettenführende Krankenanstalten, Reha/Kur-Anstalten, Justiz-Anstalt, Kloster, Wohnheime).

Fachinformationen

Fachinformationen, Handlungsempfehlungen und allgemeine Informationsmaterialien zum Coronavirus finden Sie auf der Website des Gesundheitsministeriums.

Produktinformationen (Fach- und Gebrauchsinformationen) zu den COVID-19 Impfstoffen finden Sie beim Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG)

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Aktualisiert: 11.11.2022

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