Gesundheit für Mensch, Tier & Pflanze

Zukunft Pflanzenbau

Österreich ist Vorreiter einer nachhaltig produzierenden Landwirtschaft in Europa, in der ökonomische, ökologische und soziale Aspekte gleichermaßen Berücksichtigung finden. Um diesen Weg konsequent weiterzuentwickeln hat das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft (BML) den Strategieprozess "Zukunft Pflanzenbau" initiiert. Ziel dieses Strategieprozesses ist es, zeitgemäße Lösungen für den Pflanzenbau zu erarbeiten, die Bäuerinnen und Bauern, Konsumentinnen und Konsumenten und Umwelt gleichermaßen Sicherheit garantieren.

Herausforderungen

Als große pflanzenbauliche Herausforderungen im 21. Jahrhundert werden Anpassungen an den Klimawandel, der Verlust fruchtbarer Böden und Innovationen im Pflanzenbau und Pflanzenschutz beschrieben. Dabei geht es vor allem um standortangepasste, umweltbewusste Produktions- und Bewirtschaftungssysteme, um die Züchtung von Pflanzen, die Hitze und Trockenheit überstehen, oder um die Bekämpfung wärmeliebender invasiver Pflanzen und Schaderreger. Um zu tragfähigen Lösungen zu gelangen, muss der Pflanzenbau in seiner Gesamtheit und Komplexität betrachtet werden. Das betrifft die Gesundheit unserer Böden und deren Düngung, ebenso wie die Pflanzenzüchtung und die Sortenvielfalt sowie den Schutz der Pflanzen vor Schädlingen. Angewandte Forschung und Innovation gelten als Schlüssel zum Erfolg.

Grundlagen

Österreichs Ackerbau weist viele unterschiedliche Bewirtschaftungsformen auf. Dies ist auf die Vielfalt bei den Bodenarten und den klimatischen Gegebenheiten unserer landwirtschaftlichen Produktionsgebiete zurückzuführen. Die Bewirtschaftungssysteme und Bearbeitungsmaßnahmen müssen diesen unterschiedlichen Voraussetzungen Rechnung tragen. Österreichs Landwirtschaft hat sich daher der Strategie des integrierten Pflanzenbaues und Pflanzenschutzes verschrieben, um mit innovativen, flexiblen Kulturverfahren Produktivität, Nachhaltigkeit und Umweltschutz gleichermaßen zu gewährleisten.

So wie die Natur selbst unterliegen auch die Ansprüche der Gesellschaft an die Landwirtschaft einem permanenten Wandel. Konsumentinnen und Konsumenten haben ein gesteigertes Sicherheits- und Qualitätsbewusstsein. Demgegenüber stehen Bedrohungen für die Ernährungssicherung durch den Klimawandel, den stetigen Verlust fruchtbarer Boden und der generell zunehmenden Ressourcenknappheit. Das gilt für Österreich besonders, denn der Alpenraum wird vom Klimawandel überdurchschnittlich getroffen und Österreich hat in den letzten 50 Jahren mehr fruchtbares Ackerland verbaut als vergleichbare Nachbarländer.

Ziel

Die erarbeiteten Fachpapiere richten sich an Wirtschaftsbeteiligte und Behörden sowie Unternehmen und gesellschaftliche Multiplikatoren. Die Inhalte sollen der Fachöffentlichkeit im Pflanzenbau als Grundlage für weitere Maßnahmen und Entscheidungen dienen. Dafür arbeiteten Agrarwissenschafterinnen und Agrarwissenschafter aus den Bereichen Bodengesundheit und Pflanzenernährung, nachhaltige Pflanzenproduktion und integrativer Pflanzenschutz, Gentechnik und Toxikologie gemeinsam mit Expertinnen und Experten in der Ausbildung und Beratung zu den Themen Pflanzenbau und Landtechnik sowie Ökonomen der Agrarwirtschaft.

Hintergrund: Strategieprozess Zukunft Pflanzenbau

Zukunftsfragen und Herausforderungen für einen modernen, ertragreichen und umweltbewussten Pflanzenbau wurden im Auftrag des Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft (BML) mit relevanten Stakeholdern des Österreichischen Pflanzenbaus diskutiert. Das umfangreiche Wissen sowie die unterschiedlichen Erwartungen an einen modernen Pflanzenbau wurden gesammelt. Die Ergebnisse wurden in einem 10-Punkte-Programm mit Maßnahmen zusammengefasst, wie der österreichische Pflanzenbausektor zukünftig gestaltet werden soll:

10 Punkte-Programm für einen zeitgemäßen Pflanzenbau

  • Förderung einer vielseitigen Fruchtfolge und Steigerung der Biodiversität
  • Standortangepasste Züchtungen und Sorten
  • Forcierung bodenschonender Produktionsmethoden und zielgerichtetes Umweltmonitoring
  • Ausbau des integrierten Pflanzenschutzes
  • Weitere Reduzierung des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln
  • Klare und transparente Rahmenbedingungen für die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln
  • Verknüpfung von Praxis und Forschung
  • Bildungsoffensive für einen modernen Pflanzenbau
  • Verstärkte Öffentlichkeitsarbeit
  • Bessere Vernetzung aller Stakeholder


Beteiligt waren alle relevanten Stakeholder im Bereich Pflanzenbau: Landwirtschaft, Verarbeitung, Handel, Prüfstellen, Interessensgemeinschaften, Non-Profit-Organisationen, Industrie und Wissenschaft. Somit konnten das umfangreiche Wissen sowie die unterschiedlichen Erwartungen an einen modernen Pflanzenbau zusammengetragen werden. Schwerpunktthemen waren Forschung und Ausbildung, Öffentlichkeitsarbeit, rechtliche und regulatorische Rahmenbedingungen sowie Zusammenarbeit aller Akteurinnen und Akteure.

Dialog

Um die ökologischen, ökonomischen und sozialen Leistungen von Österreichs Pflanzenbau bei sich ändernden Rahmenbedingungen langfristig sicherzustellen, hat die AGES im Auftrag des Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft (BML) einen breiten gesellschaftlichen Dialogprozess initiiert. Der Dialog über den Ausgleich der Interessen wird  verstärkt geführt, um durch ein intensiveres Miteinander von Landwirtschaft, Umwelt und Ernährung gesellschaftliche Akzeptanz für notwendige pflanzenbauliche Maßnahmen zu schaffen.

Wir organisieren den regelmäßigen fachlichen Austausch zu aktuellen Themen des Pflanzenbaus in Österreich mit Stakeholdern aus der Landwirtschaft, Verarbeitung, Handel, Prüfstellen, Interessengemeinschaften, Non-Profit-Organisationen, Industrie und Wissenschaft. Regelmäßige "Runde Tische" sollen den Austausch verschiedener Sichtweisen vorantreiben, Vorurteile ausräumen und ein besseres Verständnis über die Bedürfnisse des jeweils anderen Stakeholders vermitteln.

Im Vordergrund steht eine offene Kommunikation nach innen und außen, natürlich auch von Konsens und Dissens zu den jeweiligen Themen. Alle Stakeholder bemühen sich dabei um Zusammenarbeit und Ergebnisse. Die Ergebnisse der Treffen sollen festgehalten und kommuniziert werden. Das ist Wunsch der Beteiligten des Stakeholderprozesses Strategie Zukunft Pflanzenbau und wurde auch in einem 10 Punkte-Programm festgehalten.

Präambel

  • Der Dialog Zukunft Pflanzenbau ist ein wesentlicher Baustein für neue Kooperationsformen und Ergänzung zu bestehenden Mechanismen zur Vernetzung ökologischer, ökonomischer und sozialer Belange in Österreich.
  • Periodisch stattfindende "Runde Tische" dienen der Behandlung aktueller pflanzenbaulicher Themen.
  • Die Dialogplattform beruht auf einem partnerschaftlichen Vertrauensverhältnis zwischen den Beteiligten bzw. sollen Runde Tische ein solches fördern.
  • Die gemeinsame Arbeit soll konsensorientiert und von Kontinuität geprägt sein.
  • Die TeilnehmerInnen akzeptieren und respektieren die Positionen und Interessen der jeweils anderen DialogpartnerInnen.
  • Die Themen von  Seiten der  AkteurInnen  sollen  zur  besseren  Vorbereitung  rechtzeitig  genannt  und eingebracht werden können.
  • Die Runden Tische sollen durch die Akteurinnen und Akteure mit Fachexpertinnen und Fachexperten zu den jeweiligen Themen beschickt werden.
  • Die Teilnahme am Runden Tisch erstreckt sich auf die am Strategieprozess Zukunft Pflanzenbau teilnehmenden Organisationen.
  • In diesem Sinne bezieht der Dialog alle relevanten Sektoren und Organisationen ein und kann – nach Wunsch und Absprache mit den Beteiligten - auch ergänzt bzw. erweitert werden. 
  • Die Finanzierung der Runden Tische und die Bereitstellung der notwendigen Infrastruktur sowie allenfalls notwendiger Vorträge übernimmt nach Maßgabe der finanziellen Möglichkeiten die AGES.
  • Aus Gründen der Sparsamkeit und Ressourcenschonung soll in erster Linie auf bestehende Ressourcen sowie vorhandene wissenschaftliche Grundlagen zurückgegriffen werden.
  • Der Dialog beginnt ergebnisoffen. Es wird ein Höchstmaß an Konsens angestrebt.
  • Thematische Vorschläge und Meinungen werden in anonymisierten Ergebnisberichten dokumentiert.
  • Formelle Abstimmungen sind grundsätzlich nicht vorgesehen.
  • Der Dialog soll die Grundlage für das Erarbeiten von Lösungen im gegenseitigen Einverständnis schaffen.
  • Die Finanzierung der Umsetzung der Handlungsvorschläge obliegt den jeweiligen Akteuren im Rahmen ihrer Möglichkeiten.

Runder Tisch

Der "Runde Tisch" Zukunft Pflanzenbau beruht auf einem partnerschaftlichen Vertrauensverhältnis zwischen allen Beteiligten. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer akzeptieren und respektieren die Positionen und Interessen der jeweils anderen Dialog-Partner. Ein offener Meinungsaustausch setzt Vertrauen in die Spielregeln und Einhaltung derselben voraus. Deshalb wird eine Diskussions- und Informationskultur gelebt, die den Grundsätzen der sogenannten "Chatham House Rules" entlehnt ist und somit die Anonymität der Gesprächspartner wahrt. Die Sitzungen werden in Form eines Ergebnisprotokolls fokussiert auf Themen und Inhalte dokumentiert. Im Protokoll werden keine Personen, Namen oder Gruppierungen genannt bzw. den Inhalten zugeordnet.

19. Runder Tisch "Carbon Farming"

Bis Ende 2022 hat die EU-Kommission einen EU-Rechtsrahmen für die Zertifizierung der CO2 Reduktion in der Atmosphäre – Stichwort: handelbare Karbonzertifikate aus der Landwirtschaft – angekündigt. Die konkrete Ausgestaltung ist allerdings noch nicht klar. Zusätzlich zu fachlichen und technischen Herausforderungen stellt sich auch die Frage, wie Carbon Farming mit der steigenden Nachfrage nach Rohstoffen für die Produktion von Nahrungs- und Futtermitteln sowie aufgrund der zu erwartenden Verknappung fossiler Brennstoffe auch für die Bereitstellung erneuerbarer Energien vereinbar ist. Im Rahmen eines Runden Tisches diskutierten wir am 5. April 2022 "Carbon Farming" als Klimaschutzmaßnahme, als neue Einkommensmöglichkeit für die Landwirtschaft und als mögliche Kompensationsmaßnahme für Unternehmen. Denn die Land- und Forstwirtschaft ist der einzige Sektor, der auch CO2 in Rohstoffen binden kann. Daher kommt dem Thema Kohlenstoffbindung im Hinblick auf die Erreichung der Klimaneutralität ein wichtige Rolle zu.

18. Runder Tisch "Nachhaltige sichere Eiweißfuttermittel"

Futtermittel für Nutz- und Heimtiere stehen am Anfang der Nahrungsmittelkette und haben somit großen Einfluss auf die Lebensmittelqualität und -Sicherheit. Um diese gewährleisten zu können und für eine optimale Ernährung unserer Nutztiere ist der Einsatz qualitativ hochwertiger und vor allem sicherer Futtermittel unabdingbar. Mit der Eiweißstrategie des BML soll der heimische Soja-Anbau weiter ausgebaut und stark eiweißhaltige Tierfütterung reduziert werden, um den Import von Sojabohnen und Sojaschrot bis 2030 um die Hälfte auf jährlich 250.000 Tonnen zu reduzieren.

Um die Zielsetzungen der Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit mit regional produzierten Eiweiß-Futtermitteln zu erfüllen, müssen neueste Erkenntnisse aus der technischen und qualitativen Verarbeitung, der Ernährungswissenschaft für Nutztiere sowie Sicherheitsfragen zu Eiweißgehalten, Aminosäuren und Salmonellen berücksichtigt werden. Gemäß Eiweißbericht der Europäischen Kommission beschäftigen wir uns mit der weiteren Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit über Forschung & Entwicklung zu technischen Innovationen und Verarbeitung. So tragen wir aktiv zum Klimaschutz bei und schöpfen das volle Potenzial von Eiweißpflanzen aus.

Ziel der österreichischen Eiweißstrategie ist es, die heimische Eiweißversorgung unter Einbindung der regionalen Wertschöpfungskette weiter auszubauen und Eiweißimporte zu reduzieren. Qualität und Sicherheit sowie der nachhaltige Umgang mit der Ressource Eiweißfuttermittel sind daher Thema des 3. Runden Tisches zur Eiweißstrategie am 25. November 2021 im Rahmen des Dialog Zukunft Pflanzenbau.

Der Anbau von Eiweißpflanzen hat nicht nur in Österreich Entwicklungspotenzial. Das Thema rückt auch in der europäischen Landwirtschaft stärker in den Fokus. Der Ausbau der Produktion und die Versorgung mit heimischen pflanzlichem Eiweiß wurde auch im Regierungsprogramm nachhaltig verankert. Zuletzt hat die COVID-19-Pandemie vor Augen geführt, wie wichtig die heimische Versorgung mit Lebens- und Futtermitteln ist und wie sehr eine weitest gehende Unabhängigkeit von Importen anzustreben ist.

Die Mitarbeit der Expert:innen des Dialog Zukunft Pflanzenbau am Strategieprozess lieferte daher eine wichtige Grundlage für künftige Maßnahmen, um das volle Potenzial von Eiweißpflanzen für eine wettbewerbsfähige und umweltbewusste Landbewirtschaftung ausschöpfen zu können. Bei einem Runden Tisch am 15. Juli 2021 wurden die Ergebnisse des Strategieprozesses "Österreichische Eiweißstrategie" präsentiert und mit allen Beteiligten des Sektors entlang der Lieferkette, den Verwaltungen sowie Wissenschaft & Forschung diskutieret.

Hintergrund: Im April 2019 wurde vom BMLRT das Projekt „Österreichische Eiweißstrategie“ gestartet, an dem viele ExpertInnen des Dialog Zukunft Pflanzenbau aktiv mitgewirkt haben. Die Arbeiten zu diesem Projekt sind nunmehr abgeschlossen und der Abschlussbericht wird demnächst veröffentlicht. Die Eiweißstrategie des BMLRT können Sie hier downloaden. Die Inhalte der Eiweißstrategie wurden beim Runden Tisch den Arbeitsgruppen entsprechend vorgestellt.

Phosphor ist für alle Lebewesen ein essenzielles Element, da es unter anderem als Motor des Stoffwechsels dient. Die Ressource ist allerdings nicht substituierbar. Den für die Pflanzenproduktion unabdingbaren Rohstoff Phosphor klassifiziert die EU als kritischen Rohstoff. Im Juli 2019 hat das Europäische Parlament daher eine neue EU DüngeproduktVO beschlossen. In den Erwägungsgründen wurde die Wiederverwertung der knappen Ressource unter anderem aus Klärschlamm explizit erwähnt. Bei unserem Runden Tisch zum Thema Kreislaufwirtschaft und Phosphor-Recycling am 27. April 2021 diskutierten wird über Phosphorrückgewinnung. Kommunale Klärschlämme enthalten große Mengen an Phosphor. Die Nutzung ist gering. Derzeit wird ausschließlich Klärschlamm auf landwirtschaftlichen Nutzflächen ausgebracht. Über 50 Prozent der kommunalen Klärschlämme werden verbrannt.

Der Klimawandel wirkt sich auf Ökosysteme in ihrer Gesamtheit aus, so auch auf den Boden und damit den Nährstoff- und Wasserkreislauf sowie auf Bodenbildungsprozesse. Es ist davon auszugehen, dass aufgrund von vermehrten Starkniederschlägen und gleichzeitig zunehmenden Trockenphasen verstärkt mit Änderungen der Humus- und Nährstoffdynamik, der Bodenstruktur und Wasserführung, der Erosionsneigung sowie der Biodiversität zu rechnen ist. Darüber hinaus stehen aufgrund der hohen Flächeninanspruchnahme zunehmend weniger Produktionsflächen zur Verfügung. Beim Runden Tisch "Klimafitte Böden – der Boden im (Klima-)Wandel“ am 13. Juni 2019 wurden aktuelle Forschungsprojekte vorgestellt und mögliche Gefahren sowie Gegenmaßnahmen bzw. Maßnahmen zur Klimawandelanpassung diskutiert.

Soja & Leguminosen sind als stickstoffbindende Pflanzen gut für Boden und Klima sowie als bedeutende Eiweiß-Lieferanten gut für die Ernährung von Mensch und Tier. Eiweiß-Pflanzen sind daher eines von mehreren Standbeinen einer nachhaltigen Landwirtschaft. Beim Runden Tisch "Österreichische Eiweißstrategie 2020+" am 5. April 2019 wurde die österreichische Eiweiß-Bilanz analysiert sowie bestehende nationale Initiativen und Best Practice-Modelle für Eiweißpflanzen in Österreich diskutiert.

In einem nächsten Schritt werden Arbeitsgruppen für die Ausarbeitung einer österreichischen Gesamtstrategie eingesetzt, um das volle Potenzial von Soja & Leguminosen für eine wettbewerbsfähige und umweltbewusste Landbewirtschaftung auszuschöpfen. Die vier Arbeitspakete orientieren sich am Eiweiß-Bericht der Europäischen Kommission, durch den erstmals eine europäische Betrachtung zur Versorgung mit Eiweiß-Pflanzen vorliegt.

Die vier Arbeitsgruppenleiter sowie die Zielsetzungen der Arbeitsgruppen finden sie im Vortrag "Österreichische Eiweißstrategie - Aufbau und geplante Vorgehensweise". Zielgruppe für die Mitarbeit sind alle wesentlichen Stakeholder entlang der landwirtschaftlichen Produktionskette, die Verwaltungen sowie Wissenschaft & Forschung. Bis zum 26. April 2019 können diese bei einem der Arbeitsgruppenleiter per E-Mail ihr Interesse melden. Mehrfachmeldungen von Institutionen bzw. zu Arbeitsgruppen sind grundsätzlich möglich, um organisationsinterne Abstimmung wird ersucht:

Arbeitsgruppe 1 "Klima, Umwelt und Ernährung": josef.pinkl@ages.at
Arbeitsgruppe 2 "Produktion": a.marksteiner@lk-oe.at
Arbeitsgruppe 3 "Wertschöpfungskette": christian.gessl@ama.gv.at
Arbeitsgruppe 4 "Forschung & Entwicklung und GAP": monika.stangl@bmnt.gv.at

Eine österreichische Gesamtstrategie zu Eiweißpflanzen 2020+ soll im Auftrag des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT) bis Herbst 2019 nationale Initiativen zur Ausweitung der Produktion und somit Erhöhung der Eigenversorgung bündeln, den Ausbau der Versorgungsketten mit heimischen Pflanzenproteinen für Lebensmittel und Tier-Fütterung stärken sowie Forschung- &  Entwicklungstätigkeiten und die Zusammenarbeit auf EU-Ebene forcieren.

Honigbienen leisten mit ihrer Bestäubungstätigkeit einen unverzichtbaren Beitrag zur Biodiversität und tragen zur Ernährungssicherung in Österreich bei. Weltweit vermehrt auftretende Völkerverluste waren Anstoß für das Forschungsprojekt "Zukunft Biene", die Bienengesundheit und den Einfluss der landwirtschaftlichen Produktion, der Imkerei und der Witterungsverhältnisse auf Völker- und Bienenverluste zu untersuchen. Beim Runden Tisch "Forschung zur Gesundheit der Honigbiene" am 8. November 2018 wurden die Forschungs-Ergebnisse und Ableitungen für die Praxis der Imker:innen und Landwirt:innen diskutiert.

Als Abdrift bezeichnet man die unerwünschte Verfrachtung von ausgebrachten Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffen auf Nichtzielflächen während der Anwendung durch Spritzen oder Sprühen. Bei einem Runden Tisch am 9. Juli 2018 zum Thema "Koexistenz" wurden Vorsorgemaßnahmen im Pflanzenschutz diskutiert, um Abdrift und Wirkstoff-Kontaminationen so weit wie möglich zu reduzieren und die Koexistenz von biologisch und konventionell wirtschaftenden Betrieben zu gewährleisten.

Am 27. November 2017 ist die Wiedergenehmigung des Wirkstoffes Glyphosat auf europäischer Ebene erfolgt. Die Mitgliedstaaten haben mit qualifizierter Mehrheit für den Vorschlag der EU-Kommission zur Erneuerung der Genehmigung für fünf Jahre gestimmt. Bei einem Runden Tisch am 14. Dezember 2017 wurden die rechtlichen Auswirkungen auf den landwirtschaftlichen und nicht-landwirtschaftlichen Bereich in Österreich diskutiert.

Auf Grundlage des Rechtstextes der Europäischen Kommission besprachen 50 VertreterInnen der Bundesministerien, der Bundesländer (für die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln zuständig), dem Bundesamt für Ernährungssicherheit (für die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln zuständige Behörde), der Sozialpartner, landwirtschaftlicher wie nicht-landwirtschaftlicher Groß-AnwenderInnen sowie Umweltschutz-Organisationen rechtliche Möglichkeiten für Zulassungs- und Anwendungseinschränkungen. Neben der weitere Vorgangsweise im Rahmen der EU-Rechtlichen Vorgaben waren praktische Erfahrungen der Anwendung im landwirtschaftlichen und nicht-landwirtschaftlichen Bereich sowie mögliche Alternativen Gegenstand der ExpertInnen-Vorträge.

Fachlich-wissenschaftliches Ziel ist es, den Pflanzenschutzmitteleinsatz entsprechend der EU-rechtlichen Möglichkeiten auf notwendiges Maß zu reduzieren. Österreich hat bereits in der Vergangenheit zahlreiche Glyphosat-Anwendungseinschränkungen umgesetzt. Die neue Verordnung der Kommission enthält nun zusätzliche Handlungsspielräume. Außerdem wurde im österreichischen Parlament am 13. Dezember 2017 der Antrag für eine Machbarkeitsstudie und einen Aktionsplan zum Ausstieg von Glyphosat in Österreich eingebracht.

Was sind die nächsten Schritte? Das Bundesamt für Ernährungssicherheit (BAES) ist für die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln zuständig. In Österreich sind derzeit 49 Produkte mit dem Wirkstoff Glyphosat zugelassen. Zulassungsinhaber, die ihre Produkte weiterhin in Österreich in Verkehr bringen wollen, müssen innerhalb von drei Monaten ab dem Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Erneuerung der Genehmigung von Glyphosat beim BAES einen Antrag auf Erneuerung der Zulassungen stellen. Stellt der Zulassungsinhaber keinen Antrag auf Erneuerung, endet die Zulassung ein Jahr ab Auslaufen der ursprünglichen Genehmigung des zu erneuernden Wirkstoffes (zuzüglich Abverkaufs- und Aufbrauchsfrist).

Was prüft das BAES entsprechend der EU-rechtlichen Möglichkeiten? Im nicht-landwirtschaftlichen Bereich: Keine Zulassung für den Haus- und Kleingartenbereich sowie weitgehende Einschränkungen im Öffentlichen Bereich. Im landwirtschaftlichen Bereich: Keine Zulassung für die Erntebehandlung. Die Bundesländer sind für die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln zuständig und können im Rahmen der EU-rechtlichen Möglichkeiten weitergehende Einschränkungen der Anwendung Glyphosat-haltiger Pflanzenschutzmittel umsetzen. Für ein Totalverbot des lnverkehrbringens Glyphosat-haltiger Herbizide müssen eine Reihe strenger Voraussetzungen nachgewiesen werden, die kumulativ erfüllt sein müssen. Diese Voraussetzungen sind derzeit nicht gegeben. Dafür soll eine Machbarkeitsstudie und einen Aktionsplan zum Ausstieg von Glyphosat in Österreich erarbeitet werden.

Insgesamt ist es notwendig, das Vertrauen in den fachlich-wissenschaftlichen Entscheidungsfindungsprozess von Pflanzenschutzmitteln zu stärken. Daher ist die Ankündigung der EU-Kommission zu begrüßen, in Zukunft die Transparenz, Qualität und Unabhängigkeit der wissenschaftlichen Wirkstoffbewertungen darzustellen bzw. zu verbessern.

Im Rahmen eines zweitägigen "Country visit" in Österreich war EFSA-Direktor Dr. Bernhard Url am 23. November 2017 zu Gast im Dialog Zukunft Pflanzenbau. Der Schwerpunkt der Europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde für 2017 lautet Kooperation mit den Mitgliedstaaten. Unter dem Stichwort "Open EFSA" arbeitet die EFSA an den Herausforderungen rund um Open Data, Bürgerbeteiligung und Transparenz. Über 80 Interessenvertreterinnen und Interessenvertreter aus den Dialog-Netzwerken der AGES zu Lebensmittelsicherheit und Ernährungssicherung diskutierten aktuelle (Risiko-)Themen.

Neobiota und Neophyten haben große Auswirkungen auf den österreichischen Pflanzenbau und somit auf die Ernährungssicherung. Der Runde Tisch am 19. September 2017 verfolgt das Ziel, die Auswirkungen von "Aliens" auf die Pflanzengesundheit und somit unsere Landwirtschaft zu beleuchten. Gemeinsam mit ExpertInnen werden wir die direkten und indirekten Auswirkungen invasiver pflanzlicher sowie tierischer Schadorganismen auf die Biodiversität und Ökosysteme, insbesondere die Landwirtschaft, aber auch Forstwirtschaft und Gewässer diskutieren.

Lebensmittelverluste tragen substanziell zur Verschwendung von Ressourcen, insbesondere Boden, Wasser, Energie, Arbeit und Kapital bei. Das EU-Parlament stimmte am 14. März 2017 über ein Gesetzespaket zur Kreislaufwirtschaft ab, mit dem die Verschwendung von Lebensmitteln bis 2030 halbiert werden soll. Auch die Landwirtinnen und Landwirte werden in diesem Gesetzespaket aufgefordert, Verluste im Produktionsprozess zu vermeiden. Der Runde Tisch "Ernteverluste" am 29. Mai 2017 verfolgte das Ziel, pflanzliche Vor-Ernteverluste am Feld, beim Ernten sowie weitere Verluste bei Transport und Lagerung in Österreich zu beleuchten. Praxis-Beispiele sind der Drahtwurm & die Kartoffel oder Schimmelpilz-Gifte bei Getreide & Mais, ebenso Lagerverluste und Vorratsschädlinge sowie Technik-bedingte Verluste.

Die bestehenden rechtlichen Vorgaben für die Bewertung von traditionell gezüchteten Sorten bzw. von gentechnisch veränderten Pflanzen werden den „Neuen Züchtungstechniken” nicht in vollem Umfang gerecht. Die Diskussion um die Einordnung der neuen Techniken in der Pflanzenzüchtung in das bestehende Rechtssystem wird seit Jahren geführt. In der Zwischenzeit werden immer neue Verfahren zur gezielten Veränderung des Pflanzengenoms, insbesondere Gene editing-Methoden, angewendet. Vor dem Hintergrund der wissenschaftlichen, regulatorischen und gesellschaftlichen Diskussion besprechen wir im Dialog am 27. Februar 2017 das Thema „Neue Züchtungstechniken”. Ziel des Runden Tisches ist es, den Status Quo der Wissenschaft und des europäischen und österreichischen Rechts abzubilden.

Geprüfte Pflanzenschutzmittel leisten einen wichtigen Beitrag für gesunde Pflanzen, sichere Lebensmittel und eine intakte Umwelt. Nach welchen Kriterien, Testverfahren und Guidelines wird vorgegangen, um mögliche Risiken für Menschen und Nichtzielorganismen zu bewerten? Wer führt die Post Registration- bzw. Anwendungskontrollen durch? Und welche Herausforderungen kommen auf einen ernährungssichernden und nachhaltigen Pflanzenschutz zu? Gemeinsam mit Vortragenden der europäischen und nationalen Behörden diskutierten wir am 1. Dezember 2016 die Zulassung und Bewertung von Pflanzenschutzmitteln in Österreich und in der EU.

Bohnen, Erbsen, Soja & Co sind gut für den Boden, für die Ernährung von Mensch und Tier sowie für das Klima. Hülsenfrüchte sollten eines von mehreren Standbeinen einer nachhaltigen Landwirtschaft sein, sind es aber nicht. Der Eigenversorgungsgrad in Österreich ist unbefriedigend. Große Mengen an Sojaschrot müssen importiert werden, um die Unterversorgung mit heimischem Eiweißfutter auszugleichen.

Im UN-Internationalen Jahr der Hülsenfrüchte 2016 steht der Runde Tisch Leguminosen am 13. September 2016 ganz im Zeichen der bedeutenden Eiweißlieferanten. Wir befassen uns im Dialog mit der Bedeutung in der österreichischen Landwirtschaft, den Vor- und Nachteilen als Zwischenfrucht bzw. Begrünung und diskutieren Lösungsansätze und Strategien zur Verbesserung der Eiweiß-Situation.

Beim Saatgutgipfel am 12. April 2016 wurden konkrete Schritte zur Stärkung der Bio- und Agrobiodiversität diskutiert und Maßnahmen für den Saatgutsektor abgeleitet. Diese betreffen insbesondere die Themen Biopatente und Sortenschutz, Neue Züchtungstechniken, Gentechnikfreiheit – Chancen und Herausforderungen, Saatgut von Pflanzengenetischen Ressourcen (PGR) sowie Biosaatgut und zukünftige Zuchtziele.

Im Rahmen des Dialog-Prozesses Zukunft Pflanzenbau wurde am 6. April 2016 ein weiterer Runder Tisch zum Thema Glyphosat mit beteiligten Interessensvertreterinnen und Interessensvertretern durchgeführt. Ziel des Dialogs war es, den TeilnehmerInnen aus Wissenschaft, NGOs, Handel, Industrie, Interessenvertretungen und Produzenten den aktuellen Stand bei der turnusmäßigen EU-Wirkstoffprüfung von Glyphosat darzulegen, neue Aspekte einzubringen und zu diskutieren.

Auch nach dem UN-Internationalen Jahr des Bodens 2015 wird die Arbeit für Bodenschutz und Bodengesundheit intensiv fortgesetzt. Gesunder und fruchtbarer Boden versorgt uns nicht nur mit Lebensmitteln, sondern er reguliert auch den Wasserhaushalt und das Klima. Im Fokus des zweiten Runden Tisches am 28. Jänner 2016 standen daher die Nährstoffe Phosphor und Stickstoff, sowie ihre Kreisläufe. Schwerpunkt der Vorträge war das landwirtschaftliche Bodenmanagement und die nachhaltige Pflanzenproduktion. Ziel ist es, eine nachhaltige Landwirtschaft bei hoher Produktivität und unter Beachtung des Umwelt- und Klimaschutzes zu ermöglichen.

Aufgrund der breiten öffentlichen Diskussion im Rahmen der turnusmäßigen EU-Wirkstoffprüfung und der daraus resultierenden gesundheitlichen Bewertung, befasste sich der erste Runde Tisch am 30. September 2015 mit dem Thema Glyphosat. Dieses Herbizid wird in der Landwirtschaft zur Bekämpfung von Unkräutern eingesetzt und ist weltweit einer der am meisten eingesetzten Wirkstoffe in Pflanzenschutzmitteln.

Aktualisiert: 03.08.2022

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