Unersetzliche Ressource Boden

Informationen zu Boden

Der Boden stellt sowohl als Produktionsgrundlage für Nahrungs- und Futtermittel als auch in seiner Funktion als Speicher und Puffermedium für die Umwelt eine unverzichtbare und unersetzbare Ressource dar.

Die Sicherstellung der Gesundheit des Bodens ist eine unserer wesentlichen Kernaufgaben. Als Geschäftsstelle des Fachbeirates für Bodenfruchtbarkeit und Bodenschutz des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus (BMLRT) sind wir wesentlich an der Erarbeitung von Richtlinien für den schonenden Umgang mit der Ressource Boden beteiligt. 

Durch unser vielfältiges Untersuchungsangebot können mögliche Gefährdungen des Bodens rechtzeitig erkannt werden. Auf Basis der Untersuchungsergebnisse kann ein entsprechender Maßnahmenkatalog für das Bodenmanagement erarbeitet werden.

Der AgrarCommander hilft Ihnen, auf Basis der Ergebnisse der Bodenuntersuchung, den Nährstoffbedarf Ihres Bodens zu ermitteln.

Partner und Netzwerke

Fachbeirat Bodenfruchtbarkeit

Der Fachbeirat für Bodenfruchtbarkeit und Bodenschutz ist eine Kommission zur Beratung des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus (BMLRT) in Fragen rund um das Thema Boden. Die Geschäftsführung liegt bei unserem Institut für Nachhaltige Pflanzenproduktion/Abteilung Bodengesundheit und Pflanzenernährung.

In den ersten Tätigkeitsjahren des Fachbeirates wurde in verschiedenen Arbeitsgruppen vor allem an Fragen zur sachgerechten Bodendüngung und zur Bewertung von organischen Düngern gearbeitet. Neben der Produktionsfunktion des Bodens rückten in der Folge vermehrt auch die übrigen Bodenfunktionen wie Filter-, Speicher- und Transformationsfunktion in den Vordergrund, mit welchen sich der Fachbeirat nun ebenfalls beschäftigt.

Der Fachbeirat erarbeitet Vorschläge eines Bodenmanagements zur Erhaltung und Verbesserung aller Bodenfunktionen. Dabei werden vor allem die gegenwärtigen und zukünftigen Erfordernisse der Ökologie und der Ökonomie berücksichtigt.

Weitere Informationen zum Fachbeirat, zu den einzelnen Arbeitsgruppen sowie Publikationen des Fachbeirates finden Sie hier.

b5 - Corporate Soil Competence

Im Netzwerk b5 - Corporate Soil Competence sind fünf Institutionen verbunden – die AGES, das Institut für Kulturtechnik des Bundesamtes für Wasser, das Umweltbundesamt, das Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft und das Institut für Bodenforschung der Universität für Bodenkultur. Sie alle verfügen über hohe Kompetenz, Erfahrung und Know-How zum Schutzgut Boden.

Die einzelnen b5 – Partnerinnen und -Partner verfügen über besondere Expertise in speziellen Bereichen der Bodenkunde und des Bodenschutzes sowie in der Bodenanalytik. Darüber hinaus bringt die langjährige Erfahrung in nationalen und internationalen Arbeitsgruppen und Projekten vielfältiges Wissen über aktuelle Anliegen des Schutzes von Boden zusammen.

Die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Institutionen im b5 - Konsortium und die Vernetzung mit anderen umweltrelevanten Themen wie Wasser, Klimaschutz, Gesundheit oder Ernährung ermöglichen es, ein breites Spektrum zu bodenrelevanten Fragestellungen abzudecken. Dies spiegelt sich auch in den angebotenen Produkten und Leistungen des Konsortiums wider.

Humusgehalt heimischer Ackerböden

Der Humusgehalt ist ein einfacher Parameter zur Beurteilung der Qualität des Bodens. Ein optimaler Humusgehalt im Boden ist eine wichtige Voraussetzung für eine nachhaltige landwirtschaftliche Produktion. Eine humusschonende Bewirtschaftung ist daher im Interesse jeder Landwirtin und jedes Landwirts.

Der Humus im Boden hat einerseits eine „Nährstoffwirkung“. Das heißt, die im Humus enthaltenen lebenswichtigen Nährstoffe werden nach und nach freigesetzt und stehen langfristig für das Pflanzenwachstum zur Verfügung. Andererseits hat Humus auch eine bodenverbessernde Wirkung, denn er wirkt sich günstig auf das Bodenleben und die Porenverteilung des Bodens aus, verbessert die Luftführung, den Wärmehaushalt und das Wasserspeichervermögen. Zusätzlich wird im Humus Kohlenstoff gespeichert, er fungiert somit als Senke für das Treibhausgas Kohlendioxid.

Humus trägt darüber hinaus auch zu einer besseren Tragfähigkeit und Befahrbarkeit des Bodens bei. Außerdem spielt er ebenso eine Rolle bei der Bindung von Schadstoffen (z. B. Schwermetalle). Dadurch wird verhindert, dass diese in tiefere Bodenschichten verlagert bzw. in das Grundwasser ausgewaschen werden.

Intensive Bodenbearbeitung, Erosion, humuszehrende Fruchtfolgen mit Zuckerrübe, Kartoffeln und Mais (vor allem Silomais) sowie fehlende oder nur geringe Einbringung von organischen Stoffen (Ernterückstände, Wirtschaftsdünger) tragen zum Humusabbau im Boden bei.

Ziel ist der Aufbau eines standorttypischen optimalen Humusgehaltes im Boden durch Kombination unterschiedlicher Bewirtschaftungsmaßnahmen: organisch/mineralische Düngung einschließlich Management der Ernterückstände, Bodenbearbeitung, Fruchtfolge, Anlage von Begrünungen/Zwischenfrüchten. Als Mindestgehalte gelten 2,0 % für leichte, 2,5 % für mittelschwere und 3,0 % Humus für schwere Böden.

Entwicklung der Humusgehalte heimischer Ackerböden

Die Entwicklung der Humusgehalte auf Ackerböden in verschiedenen Regionen in den vergangenen 15 bis 25 Jahren konnte auf Basis von umfangreichen Humusdaten im Rahmen der Evaluierung des ÖPUL (Österreichisches Programm für umweltgerechte Landwirtschaft) untersucht werden. Da Effekte auf den Humusgehalt durch Bewirtschaftungsänderungen nicht kurzfristig, sondern erst mittel- bis längerfristig feststellbar sind, wurde die Periode vor der Einführung des ÖPUL (1991 bis 1995) mit den aktuellen Daten verglichen (2008 bis 2012). Dazu standen insgesamt knapp 38.000 Humusdaten zur Verfügung. Ausgewählt wurden Haupt- bzw. Kleinproduktionsgebiete mit verfügbaren Probenanzahlen aus beiden Perioden.

Die Datenlage ist allerdings recht unterschiedlich, da bis Ende 2014 für die Untersuchung des Boden-Humusgehaltes im Rahmen des ÖPUL keine Förderungsverpflichtung bestand. Die hier präsentierten Daten sind nur deshalb zustande gekommen, weil eine ausreichende Anzahl von Landwirtinnen und Landwirten den Humusgehalt ihrer Bodenproben untersuchen ließ. Im Rahmen der ÖPUL-Evaluierung wurden diese Ergebnisse in Kooperation mit den Landwirtschaftskammern nach Regionen zusammengefasst.

Anzahl der Humusproben

Regionen 1991 - 1995 2008 - 2012
Südöstl. Flach- und Hügelland (HPG 7) 296 2.868
Nordöstl. Flach- und Hügelland (HPG 8) 14.621 4.521
St. Pölten-Wieselburg (KPG 611) 2.084 434
OÖ Zentralraum (KPG 609) 74 3.430
Wald- und Mühlviertel (HPG 4) 2.629 6.798

HPG = Hauptproduktionsgebiet
KPG = Kleinproduktionsgebiet

Positiver Trend in allen Regionen

In der Grafik werden die in den einzelnen Regionen und Zeiträumen ermittelten Humusgehälter im Boden gegenübergestellt und gezeigt. Dargestellt ist der Median (schwarze Linie): d. h. die Hälfte der Werte liegt darüber, die andere Hälfte darunter); im dunkelgrauen Bereich um den Median liegen 50 % der Werte (25 % darüber und 25 % darunter) und im hellgrauen Bereich jeweils weitere 15 % der Werte.

Die 10 % der höchsten bzw. niedrigsten Humusgehalte liegen über bzw. unterhalb des grauen Bereichs und sind nicht dargestellt. Die Ergebnisse zeigen in allen Regionen denselben positiven Trend. Demnach sind seit dem Start des ÖPUL die Humusgehalte im Boden um 0,10 bis 0,35 % angestiegen.

Der deutlich höhere Anteil von etwa einem Viertel der Humuswerte über 4,0 % im Nordosten und im Wald- und Mühlviertel ist auf unterschiedliche Ursachen zurückzuführen. Im Marchfeld, im Wiener Becken und im Seewinkel war die Bodenbildung in tieferen Lagen vom Grundwasser beeinflusst. Hier entwickelten sich vor allem Feuchtschwarzerden mit deutlich höheren Boden-Humusgehalten.

In den höheren Lagen des Wald- und Mühlviertels liegt häufig Feldfutternutzung auf Wechselwiesen vor, welche ebenfalls dem Ackerland zugerechnet werden. Wegen der nur alle paar Jahre stattfindenden Bodenbearbeitung konnten dort deutlich höhere Humusgehalte, ähnlich dem Grünland, erhalten bleiben.

Eingearbeitetes Stroh fördert den Humusaufbau

Im nordöstlichen Flach- und Hügelland sind im Verlauf der vergangenen 20 Jahre die Humusgehalte um etwa 0,3 % angestiegen, der Median liegt nun bei knapp 3,0 % Humus. Ackerbodenstandorte mit einem Humusgehalt von unter 2,0 % machen nur noch einen geringen Anteil von etwa 10 % aus. Diese Steigerung des Humusgehaltes dürfte auch mit dem Verbot des Strohverbrennens im Jahr 1993 zusammenhängen, welches in diesem Gebiet am häufigsten praktiziert wurde.

Auch in den anderen Regionen sind Böden mit Humusgehalten von unter 2,0 % kaum noch anzutreffen. Die meisten Ackerstandorte im Alpenvorland und im Südosten weisen aktuell Humusgehalte von zwischen 2,3 und 3,5 % auf.

Die Ackerböden in den kühleren Regionen (Voralpen, Alpenostrand) und im Kärntner Becken weisen höhere Humusgehalte mit Medianen zwischen 3,2 bis 3,5 % auf. Dies kann auch auf einen höheren Anteil an Ackerfutterflächen und Wechselwiesen zurückgeführt werden.

Die günstige Entwicklung der Humusgehalte ist wesentlich auf ÖPUL-Maßnahmen (z. B. Begrünung von Ackerflächen, Mulch- und Direktsaat) zurückzuführen. Hinzuweisen ist auch darauf, dass nun die Böden tendenziell weniger intensiv bearbeitet werden. Die große Variabilität der Humusgehalte von mehr als zwei Prozentpunkten in allen Regionen macht den Einfluss des Standortes (Bodenart) und der Bewirtschaftung deutlich.

Die Beratung und die gesetzten Umweltmaßnahmen zur Steigerung der Bodenfruchtbarkeit (Begrünungen, Mulch bzw. Direktsaat) zeigen in Form der gestiegenen Humusgehalte nachweisbare Erfolge. Um das bisher Erreichte zu erhalten und noch weitere Verbesserungen zu erzielen, sind die Maßnahmen zum Schutz des Bodens daher auch in Zukunft weiterzuführen.

Humusentwicklung bei biologischer Bewirtschaftung

Hinsichtlich des Einflusses der biologischen Bewirtschaftung des Bodens gibt es aus Oberösterreich interessante Ergebnisse. Nach mindestens zehnjähriger biologischer Bewirtschaftung ist der Humusgehalt signifikant höher – im Alpenvorland um + 0,14 % und im Mühlviertel um + 0,28 %.

Diese Steigerungen sind vor allem auf den um 23 % höheren Anteil an Feldfutterpflanzen und den um 20 % niedrigeren Maisanteil bei biologischer Landwirtschaft im Vergleich zu konventioneller Bewirtschaftung der Böden zurückzuführen.

Eine Bodenuntersuchung „rechnet sich“

Wenn Nährstoffzustand und Säuregrad des Bodens bekannt sind, kann der Aufwand für Phosphor-, Kalium- und Kalkdüngung minimiert bzw. können diese Dünger rentabel eingesetzt werden: Auf den mit Phosphor und Kalium hoch versorgten bzw. neutralen und alkalischen Standorten können die Düngungskosten zur Gänze eingespart werden, da die Nährstoffressourcen des Bodens genutzt werden können.

Auf saurem Boden kann durch gezielte Verbesserungskalkung und regelmäßige Erhaltungskalkgaben alle vier bis sechs Jahre der optimale pH-Wert stabilisiert werden. Bei niedrigen Nährstoffgehalten ist auf den meisten Böden eine gezielte Phosphor- und Kalium Düngung betriebswirtschaftlich von Vorteil, weil dadurch Ertragseffekte von 8 % bei Getreide sowie 15 % bei Hackfrüchten erzielt werden können.

Für weitere Informationen zur Bodenuntersuchung besuchen Sie gerne unsere Serviceseite.

Kontakt

Leitung

Dr. Andreas Baumgarten

Aktualisiert: 15.06.2022

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