One Health: Gesundheit für Mensch, Tier, Pflanzen und Umwelt
Die Gesundheit von Menschen, Tieren, Pflanzen und der Umwelt ist untereinander eng verbunden und voneinander abhängig. Diesen One-Health-Ansatz verfolgen wir mittlerweile seit über 20 Jahren: Unsere Expert:innen aus den unterschiedlichen Fachrichtungen arbeiten fächerübergreifend zusammen, um Veränderungen in der Umwelt sowie der Tiergesundheit und deren Einfluss auf die menschliche Gesundheit zu erheben, zu analysieren, zu interpretieren und zu überwachen.
Unsere Themenschwerpunkte
Antibiotikaresistenzen
Zur Behandlung bakterieller Infektionen bei Mensch und Tier spielen Antibiotika eine zentrale Rolle. Allerdings stellt die zunehmende Entwicklung von Antibiotikaresistenzen eine große Herausforderung dar, da die Wirksamkeit dieser wichtigen Medikamente verringert wird. Wir verfolgen daher das Ziel, Daten aus Humanmedizin, Tierhaltung und Umwelt systematisch zu erfassen und auszuwerten. So soll ein umfassendes Bild entstehen, das eine bessere Einschätzung von Risiken ermöglicht und die Grundlage für wirksame Maßnahmen schafft. Auch Information und Aufklärung sind zentral: Sowohl die Allgemeinbevölkerung als auch Fachleute werden über den richtigen Umgang mit Antibiotika informiert. Darüber hinaus arbeiten wir eng mit nationalen und internationalen Partnern zusammen, um gemeinsam zu forschen und Lösungsstrategien zu entwickeln. Als zentrale Anlaufstelle im One-Health-Bereich bündeln wir interdisziplinäres Wissen und sorgen dafür, dass wissenschaftliche Erkenntnisse in Maßnahmen zum Schutz von Mensch, Tier und Umwelt einfließen.
Ernährung
Im Kernthema Ernährung verfolgen wir das Ziel, nachhaltige, resiliente und gesundheitsfördernde Lebensmittel- und Ernährungssysteme entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu stärken. Dazu arbeiten alle Bereiche interdisziplinär zusammen, um die Versorgungssicherheit evidenzbasiert zu erhöhen, die Eiweißversorgung zu begleiten, ernährungsassoziierten Erkrankungen vorzubeugen und gesundheitsfördernde Ernährungsumgebungen zu fördern. Durch die Bündelung von Daten und Expertise zur Gesundheit von Mensch, Tier, Pflanze und Umwelt werden fundierte Entscheidungsgrundlagen für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft geschaffen. So stärken wir Verbraucher:innen, fördern nachhaltige Entwicklungen und treiben evidenzbasierte Lösungen im Sinne von One Health voran. Zahlreiche einschlägige Projekte befassen sich mit Kreislaufwirtschaft, Herkunftsdatenbanken, Eiweißquellen, Ernährungsempfehlungen und nachhaltigen Ernährungsumgebungen.
Klimawandelanpassung
Der Klimawandel beeinflusst Umwelt, Ökosysteme, Landwirtschaft sowie die Gesundheit von Mensch und Tier und damit unsere Lebensgrundlagen. Eine rechtzeitige Anpassung an den Klimawandel kann Schäden mindern oder vermeiden. Unsere Forschung und Dienstleistungen unterstützen eine nachhaltige Primärproduktion und die Versorgung mit hochwertigen, gesunden Lebensmitteln. Zudem informieren und schützen wir durch unsere Kontroll- und Analysetätigkeiten von Trink- und Badegewässern Verbraucher:innen vor wasserbedingten Erkrankungen, auch unter veränderten klimatischen Bedingungen. Der Klimawandel verändert zudem die Verbreitung und Übertragung von Krankheitserregern und Vektoren wie Zecken und Gelsen. Durch Surveillance in den Bereichen Vektoren, Zoonosen und neue Erreger behalten wir die Gesundheit von Mensch und Tier im Blick und leisten Beiträge zur Abfederung von Klimafolgen in Österreich.
Risikobewertung
Als führende nationale Stelle für wissenschaftliche Risikobewertung bauen wir unsere Rolle gezielt aus. Im Mittelpunkt steht ein ganzheitlicher Ansatz: Risiken für Mensch, Tier, Pflanze und Umwelt werden gemeinsam gedacht – im Sinne des One-Health-Prinzips. Der Fokus liegt auf stofflichen Risiken und Querschnittsthemen: Fachübergreifende Risiken – etwa durch PFAS, Mikroplastik oder neue genomische Techniken (NGT) – werden frühzeitig erkannt, nach einheitlichen Standards bewertet und klar kommuniziert. Das Leitprinzip lautet: „One Topic – One Assessment – One Communication“. Ein strukturierter Themenpool bildet die Grundlage, um aktuelle und künftige Risiken proaktiv zu priorisieren. Durch verstärkte Zusammenarbeit mit Partner:innen wie Umweltbundesamt, Ministerien und Universitäten werden Daten integriert und der Wissenstransfer gefördert. Die Kooperation mit europäischen Behörden sichert internationale Standards. Unser Ziel ist eine vorausschauende, transparente Risikobewertung als Grundlage für politische und gesellschaftliche Entscheidungen.
Aktualisiert: 09.07.2026