Wir schützen Ihre Pflanzen

Informationen zu Pflanzengesundheit

Die Produktion gesunder Pflanzen ist die Voraussetzung für die Herstellung qualitativ hochwertiger Lebensmittel. Durch den Schutz der österreichischen Pflanzenproduktion vor Einschleppung und Ausbreitung gefährlicher Quarantäneschädlinge (QS: Insekten, Milben, Viren, Bakterien, Pilze und Invasive Pflanzen) werden die Voraussetzungen für die Sicherstellung gesunder Pflanzen geschaffen. Weitere Informationen finden Sie beim Amtlichen Pflanzenschutzdienst sowie unter Nationale Referenzlabors.

Auch für Schadorganismen an Pflanzen, die bereits in Österreich auftreten, finden Sie unter Schaderreger von A bis Z vielfältige Informationen sowie unter Informationen zu Pflanzengesundheit und Warndienst Pflanzengesundheit spezifische Serviceleistungen.

Quarantäneschädlinge

Quarantäneschädlinge (QS) sind Organismen mit potentieller Schadwirkung auf Pflanzen in gefährdeten Gebieten, in denen die Quarantäneschädlinge bisher noch nicht auftreten oder dort nicht weit verbreitet sind. Es können Organismen aller Arten, Stämme oder Biotypen von Pflanzen, Tieren oder Krankheitserregern (Bakterien, Pilze oder Viren) sein, die an Pflanzen große wirtschaftliche Schäden anrichten. Durch deren Einschleppung über Handel und Verkehr und anschließende Verbreitung stellen sie ein hohes Risiko für unsere Land- und Forstwirtschaft dar.

Seit 14. Dezember 2019 gibt es eine Neueinstufung von Quarantäneschädlingen. Nähere Informationen dazu sind hier zu finden.

Das Auftreten von Quarantäneschädlingen ist beim Amtlichen Pflanzenschutzdienst des betreffenden Bundeslandes meldepflichtig. Rechtliche Grundlagen hierzu sind das Pflanzenschutzgesetz 2018 idgF., das Pflanzgutgesetz 1997 idgF. und ggf. das Saatgutgesetz 1997 idgF.

Die Fachgruppe des Amtlichen Pflanzenschutzdienstes koordiniert die phytosanitären Angelegenheiten im Bereich der Quarantäneschädlinge.

Invasive Pflanzen

Die Entdeckung der Neuen Welt im Jahr 1492 markierte einen Wendepunkt. Fremdländische Pflanzenarten (Neophyten) konnten nun ihre biogeographischen Grenzen mit Hilfe des Menschen überwinden und nach Europa (und umgekehrt) gelangen. Der bewusste Import war und ist der wichtigste Einführungsweg und ist zumeist ökonomisch motiviert: So sollen neue Arten für die Kultur in der Land- und Forstwirtschaft, für Gärten, Parks oder Aquarien eingebracht werden. Neben absichtlich eingeführten Arten tragen heute vor allem der rasch wachsende weltweite Handel und Verkehr dazu bei, dass unbeabsichtigt gebietsfremde Arten verschleppt werden. Als „invasiv“ werden jene gebietsfremden Pflanzen bezeichnet, die Schäden in ihrer Umgebung verursachen können.

In unserer Schaderreger Datenbank können Sie gezielt nach invasiven Pflanzen suchen.

Ökologische, wirtschaftliche und gesundheitliche Auswirkungen

Die weitaus meisten gebietsfremden Pflanzen gliedern sich in vorhandene Pflanzengesellschaften problemlos ein. Invasive Pflanzen können allerdings Schäden verursachen und z. B. einheimische Arten verdrängen und die Struktur und Funktion von Ökosystemen nachhaltig verändern. Diese Pflanzen gehören heute weltweit zur zweitgrößten Bedrohung der biologischen Vielfalt. Darüber hinaus können gebietsfremde Pflanzen wirtschaftliche Kosten verursachen oder die menschliche Gesundheit beeinträchtigen.

Die Situation in Österreich

In Österreich gibt es zurzeit ca. 1.100 gebietsfremde Pflanzen, davon konnte sich bisher ein Fünftel der Arten in der freien Natur dauerhaft etablieren. Aus naturschutzfachlicher Sicht werden zurzeit 17 Pflanzenarten als invasiv eingestuft. Dazu gehören z. B. der Götterbaum (Ailanthus altissima) und die Robinie (Robinia pseudoacacia). Weitere 18 Arten gelten als potenziell invasiv. Diese Arten werden bei einer weiteren Ausbreitung vermutlich zu ökologischen Problemen führen. Invasive gebietsfremde Pflanzen dringen insbesondere in Lebensräume wie Auwälder, Hochstaudenfluren und in Trockenstandorte des pannonischen Raumes ein.

Neue invasive Unkrautarten in der Landwirtschaft

Auch der Landwirtschaft bereiten zahlreiche Arten Probleme. Einige sind schon über Jahrzehnte fester Bestandteil der Unkrautflora, andere wiederum sind erst kürzlich hinzugekommen. Bereits lange etabliert ist beispielsweise der Zurückgekrümmte Fuchsschwanz (Amaranthus retroflexus). Die Pflanze stammt ursprünglich aus den zentralen und östlichen USA und Nordostmexiko. Es wird vermutet, dass Linné diese Art um 1750 eingeführt hat, um sie im botanischen Garten von Uppsala zu kultivieren. In Westeuropa trat die Art subspontan erstmals 1783 in Paris auf und breitete sich ab ca. 1800 rasch über weite Teile Europas bis nach Österreich aus.

Andererseits wird in den letzten Jahren das Auftreten neuer, häufig wärmeliebender Unkrautarten in der Landwirtschaft verstärkt beobachtet. Dazu gehören z. B. das Erdmandelgras (Cyperus esculentus), die Eleusine (Eleusine indica), die Samtpappel (Abutilon theophrasti) und die Giftbeere (Nicandra physalodes).

Globalisierung und Klimawandel

Sicher ist, dass auch in Österreich laufend neue (invasive) Arten auftreten werden. Die Gründe sind vielfältig: Einschleppung über verunreinigtes Saatgut, Handelsgüter und Fahrzeuge, oder etwa verwilderte Zierpflanzen. Eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt auch die zu erwartende Klimaerwärmung. Sie begünstigt das Auftreten neuer Unkrautarten meridional-subtropischer Herkunft in Österreich. Es werden aber auch viele bereits etablierte wärmeliebende Arten profitieren, die bisher nur in bestimmten Regionen Österreichs vorkommen.

Ein Beispiel ist die Beifußblättrige Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia). Aktuell ist ihre Hauptverbreitung auf die warmen Tieflagen Ostösterreichs beschränkt. Als Folge des Klimawandels ist jedoch eine rasante Ausbreitung der Art in andere Teile Österreichs zu erwarten.

Weitere Informationen zu invasiven Pflanzen in Österreich und Europa

Pflanzengesundheit Services

Ohne Pflanzenschutz ist die Produktion gesunder Pflanzen in ausreichender Qualität und Quantität in der Landwirtschaft nicht möglich. Eine Vielzahl von Schädlingen und Krankheitserregern gefährden Hauptkulturen wie z. B. Getreide, Mais, Zucker- und Futterrüben, Raps, Sonnenblume, Erdäpfel, Sojabohne und Ölkürbis.

Aber auch flächenmäßig kleinere Kulturarten wie z. B. Mohn, Süßlupinen, Hanf oder Saflor können durch verschiedenste Schadorganismen in Qualität und Quantität geschädigt werden. Unkräuter und -gräser, aber auch invasive Pflanzenarten können Erträge mindern bzw. zu unerwünschten Rückständen im Erntegut führen.

Wir stehen Ihnen bei vielfältigen Fragestellungen und Aufgaben rund um die Gesunderhaltung von Pflanzen als kompetenter Partner zur Verfügung.

Wir bieten Ihnen ein vielfältiges Angebot an Untersuchungen von Pflanzen, Pflanzenteilen, Pflanzgut und Boden auf Krankheiten und Schaderreger. In unseren akkreditierten Labors stehen für die Untersuchungen und Diagnosen die modernsten Methoden zur Verfügung. Unser Angebot richtet sich an Landwirtinnen und Landwirte (Feldbau, Gartenbau, Obstbau, Weinbau, Gemüsebau, auch unter Glas) sowie Haus- und Kleingärtnerinnen und -gärtner.

In unserer Schaderreger-Datenbank finden Sie darüber hinaus ausführliche Informationen zu den einzelnen Schaderregern.

Über den Warndienst Pflanzengesundheit werden Warnungen über die aktuelle Verbreitung von diversen Schaderregern veröffentlicht.

Probenübernahme und Preise

Proben können auf dem Postweg oder mit Paketdiensten übermittelt, aber auch persönlich während der folgenden Zeiten abgegeben werden:

Montag bis Donnerstag von 07.30 bis 16.00 Uhr
Freitag von 07.30 bis 15.00 Uhr

Sofern Sie eine persönliche Beratung oder weitere Auskünfte benötigen, stehen Ihnen unsere Fachmitarbeiterinnen und Fachmitarbeiter nach Terminvereinbarung täglich in der Zeit von 08.00 bis 14.00 Uhr zur Verfügung.

Die aktuelle Preisliste für Untersuchungen zur Pflanzengesundheit finden Sie am Ende dieser Seite unter Downloads.

Nematodenuntersuchung

Pflanzenparasitäre Nematoden sind bedeutende Schaderreger an landwirtschaftlichen Kulturpflanzen (Feldbau, Gemüsebau im Freiland und im geschützten Anbau, Wein,- sowie Obstbau). Sie sind typische Fruchtfolgeschädlinge und können durch den Anbau von Wirtspflanzen beträchtliche schädigende Nematodendichten für die nachfolgende Kultur aufbauen. Im Pflanzenbestand weisen unregelmäßig wachsende Pflanzen oder ein nesterartiger Kümmerwuchs auf einen Befall mit pflanzenparasitären Nematoden hin. Diese können das Wachstum der Pflanzen stark beeinträchtigen und erhebliche Qualitäts- und Ertragsverluste in der betroffenen Kultur zur Folge haben.

Eine Bodenuntersuchung zeigt die Nematodenverteilung zum Zeitpunkt der Probenahme an. Die Probenahme im Freiland kann ab März durchgeführt werden. Für eine Anbauplanung im Folgejahr sollte die Probenahme im Herbst erfolgen, da hier die Anzahl der Nematoden am höchsten ist und ausreichend Zeit für Fruchtfolgeplanung sowie Bekämpfungsmöglichkeiten vorhanden ist.

Zystenbildende Nematoden

Von großer wirtschaftlicher Bedeutung im Kartoffel,- Rüben- und Getreidebau sowie bei Feldgemüse sind die zystenbildenden Nematoden. Durch einen Befall mit Zystennematoden können erhebliche Ertragseinbußen entstehen. Diese können bei ungünstigen Bedingungen, wie hohem Ausgangsbesatz, frühem Befall und schlechter Wasserversorgung, bei einer anfälligen Sorte bis zu 50 Prozent betragen.

Der Nachweis von zystenbildenden Nematoden erfolgt durch deren Extraktion aus Bodenproben mit Hilfe des Bodenprobenextraktors.

Bodenprobenahme

Für eine Bodenuntersuchung zur Untersuchung auf Rübenzystennematoden sollten mindestens 200 Einstiche pro ha mit Hilfe eines Bohrstockes aus 0 bis 30 cm Tiefe erfolgen. Daraus wird eine Mischprobe von einem Liter Boden hergestellt.

Füllen Sie die Probe anschließend in einen Gefrierbeutel ein und beschriften Sie diesen. Überdies hinaus bitten wir Sie, das ausgefüllte Antragsformular für Kunden des Institutes für Nachhaltige Pflanzenproduktion beizulegen.

Die Proben sollten unbedingt vor dem Austrocknen geschützt werden und bis zum Transport kühl (unter 8 °C) gelagert werden. Der Transport sollte so schnell wie möglich erfolgen.

Leistung und Preise

Die Untersuchung der Erdproben erfolgt im Labor mit Hilfe des MEKU-Bodenprobenextraktors. Der MEKU ist ein programmgesteuertes Laborgerät für den Einsatz in der Nematologie, welches nach dem Prinzip der Seinhorstkanne arbeitet und in der Lage ist, sowohl trockene als auch nasse Proben zu verarbeiten. Die Diagnose beinhaltet die Auswertung der in den Proben befindlichen Zysten, die Artbestimmung und die Lebensfähigkeit der Zysten. Das Ergebnis wird Ihnen mit dem Untersuchungsbefund mitgeteilt.

Freilebende Nematoden

Um einen Befall mit freilebenden Nematoden frühzeitig zu erkennen, ist eine regelmäßige Kontrolle erforderlich. Besteht der Verdacht eines Nematodenbefalls, empfiehlt es sich, aus den verdächtigen Stellen im Feld (z. B. Minderwuchs, Vergilbungen) einige Pflanzen vorsichtig auszugraben.

Die Symptome an der Wurzel lassen oftmals die Ursache gut erkennen. Gegebenenfalls sollten Pflanzen und/oder Bodenproben entnommen und auf möglichen Nematodenbefall untersucht werden.

Bodenprobenahme

Vor der Saat bzw. Pflanzung:

Auch hier erfolgt die Probenahme mit einem Bohrstock in 0-30 cm Tiefe und es sollten mindestens 30 Einstiche für jede zu untersuchende Fläche vorgenommen werden. Die Menge der zur Untersuchung eingesendeten Mischprobe sollte 1 kg betragen. Bitte füllen Sie die Probe in einen Gefrierbeutel und beschriften Sie diesen. Die Proben sollten bis zum Versand kühl gelagert werden. Überdies hinaus bitten wir Sie, das ausgefüllte Antragsformular für Kunden des Institutes für Nachhaltige Pflanzenproduktion beizulegen.

Während der Vegetationszeit (bei sichtbaren Schäden):

Entnehmen Sie je eine Bodenprobe aus dem Befallsnest (sichtbare Schäden) und dem gesunden Bereich der Fläche. Die zur Untersuchung eingesendete Mischprobe sollte 1 kg betragen.

Leistung und Preise

Die Untersuchung von Boden- und Pflanzenproben erfolgt im Labor mit Hilfe des Oostenbrink-Elutriators und der Baermanntrichtermethode.

Der Oostenbrink-Elutriator arbeitet nach einem manuell gesteuerten Ablauf zur Extraktion von freilebenden Nematoden aus Erdproben und ist speziell für nematologische Untersuchungen entwickelt worden. Es werden feuchte Proben verarbeitet.

Die Diagnose beinhaltet die Auswertung der in den Proben befindlichen freilebenden Nematoden, die Artbestimmung sowie eine quantitative Auswertung bezogen auf ein definiertes Erdvolumen. Das Ergebnis teilen wir Ihnen im Rahmen des Untersuchungsbefundes mit.

Die Preise für Laboruntersuchungen entnehmen Sie bitte dem Download am Seitenende.

Kontakt

Institut für Nachhaltige Pflanzenproduktion

Aktualisiert: 14.04.2022

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