Afrikanische Schweinepest

ASF = African Swine Fever, ASP = Afrikanische Schweinepest

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Zuletzt geändert: 16.01.2017
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Der Erreger der Afrikanischen Schweinepest (ASP) ist ein Virus und gehört zur Virusfamilie Asfarviridae. Das Afrikanische Schweinepestvirus (ASFV) ist ein DNA-Virus, das als einziges Virus zur Familie Asfarviridae, Genus Asfivirus, gehört. Das ASF-Virus ist ein doppelsträngiges behülltes DNA-Virus (ds DNA), das ca. 170.000 bis 192.000 Basenpaare lang ist. Derzeit gibt es nur einen Serotyp, jedoch werden basierend auf dem viralen p72-Gen22 verschiedene Genotypen unterschieden.

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Der Erreger der Afrikanischen Schweinepest (ASP) ist ein Virus und gehört zur Virusfamilie Asfarviridae. Das Afrikanische Schweinepestvirus (ASFV) ist ein DNA-Virus, das als einziges Virus zur Familie Asfarviridae, Genus Asfivirus, gehört. Das ASF-Virus ist ein doppelsträngiges behülltes DNA-Virus (ds DNA), das ca. 170.000 bis 192.000 Basenpaare lang ist. Derzeit gibt es nur einen Serotyp, jedoch werden basierend auf dem viralen p72-Gen22 verschiedene Genotypen unterschieden.

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Vorkommen

In Österreich ist die Afrikanische Schweinepest noch nie aufgetreten.

Afrikanische Schweinepest (ASP) wurde das erste Mal in Kenia im Jahre 1921 beschrieben. Kurze Zeit später tauchten die ersten Fälle in Südafrika und Angola auf. Seit 1996 hat das ASF-Virus Westafrika erreicht: Elfenbeinküste (1996), Benin, Nigeria und Togo (1997) und Ghana (1999). Es folgten weitere west- und ostafrikanische Länder sowie auch die Insel Madagaskar (1998).
1957 und 1959 kam die ASP von Angola nach Europa. Auf der Iberischen Halbinsel dauerte die Ausrottung der ASP über 30 Jahre. Auf der Mittelmeerinsel Sardinien (Italien) ist die Seuche seit 1978 präsent.

Ein Hotspot der ASP-Epidemiologie nahe bzw. in Europa ist die Region zwischen Schwarzem und Kaspischem Meer, die sogenannte Trans-Kaukasus Region. Hier treten seit dem Jahr 2007 regelmäßig ASFP-Ausbrüche auf, die unter anderem die Staaten Georgien, Armenien, Azerbaijan und Russland betreffen. Seit 2007 breitet sich die Seuche weiter nach Norden bzw. Nordwesten aus. Weitere ASFV Ausbrüche wurden nahe an der EU-Mitgliedstaatengrenze 2012 in der Ukraine und 2013 in Belarus festgestellt.

Seit Anfang 2014 wurden Fälle von ASP bei Wildschweinen in Polen, Litauen, Lettland und Estland festgestellt. Auch Hausschweine (große Betriebe und Kleinsthaltungen) waren davon betroffen. In den betroffenen Regionen gelten Restriktionsmaßnahmen zur Bekämpfung gemäß der Rechtsetzung in der EU. Die ersten Ausbrüche fanden in den betroffenen osteuropäischen Ländern entlang der weißrussischen Grenze statt. Deshalb geht man davon aus, dass die Einschleppung der ASP in die baltischen Staaten und nach Polen von Weißrussland aus erfolgte. Fälle von afrikanischer Schweinepest wurden auch aus der Ukraine gemeldet.

FLI Riems: Verbreitung in Europa

Übertragung

Übertragung

Die Übertragung kann entweder direkt oder indirekt erfolgen.

Direkte Übertragung:

  • durch Kontakt zwischen gesunden und ASFV-infizierten Haus- bzw. Wildschweinen

Indirekte Übertragung:

  • über infizierte Abfallprodukte (Futter, Wasser)
  • durch lebende Vektoren: Zecken der Gattung Ornithodoros (z. B. Ornithodoros moubata)
  • durch Fahrzeuge
  • durch Geräte
  • durch Bekleidung

Die Infektion kann mit dem Zeckenbiss starten und dann in der Schweinepopulation weitergehen (Zecke → Schwein → Zecke → Schwein → Schwein → Schwein etc).

Symptome

Symptome

Die Afrikanische Schweinepest ist eine wirtschaftlich bedeutende Viruserkrankung bei Schweinen.
Die Inkubationszeit beträgt 3-19 Tage (ASForce Flyer: 3-15 Tage, OIE: 4-19 Tage). Meist ist die ganze Herde betroffen (alle Rassen und Altersstufen). Die wichtigsten Symptome sind Fieber (40,5 °C bis 42 °C) und Apathie.

Schweine können den Erreger auch ohne klinische Symptome in sich tragen (asymptomatische Träger). Viele afrikanische Wildschweine (z. B. Warzenschweine) sind inapparent mit dem Virus infiziert. Bei Schweinen mit Symptomen gibt es mehrere Verlaufsformen – je nach Virulenz des Erregers.

Perakute - akute Form (meist bedingt durch hoch virulentes ASF-Virus)

  • Fieber (40,5 °C bis 42 °C)
  • Leukopenie und Thrombozytopenie (48 bis 72 Stunden)
  • Erytheme = Hautrötung: Ohren, Schwanz, distaler Extremitätenbereich, Bauch und Brust
  • erhöhte Pulsfrequenz
  • erhöhte Atemfrequenz
  • Erbrechen
  • Durchfall (meist auch blutig)
  • Aborte

Überlebende Tiere sind meist lebenslange Virusträger (v. a. in afrikanischen Wildschweinen und bei Hausschweinen in endemischen Gebieten). Der Tod tritt innerhalb von 6-13 Tagen (bis zu 20 Tagen) ein. Die Mortalitätsrate liegt bei Hausschweinen bei annähernd 100 %.

Subakute Form (meist bedingt durch moderat-virulentes ASF-Virus)

Symptome sind nicht so stark ausgeprägt wie bei der akuten Form (Aborte). Der Krankheitsverlauf dauert ca. 5 – 30 Tage. Der Tod tritt innerhalb von 15 – 45 Tagen ein. Die Mortalitätsrate ist geringer als bei der akuten Form (ca. 30-70 %).

Chronische Form (meist bedingt durch moderat-virulentes ASF-Virus)

Symptome sind nicht so stark wie bei der akuten Form ausgeprägt

  • Gewichtsverlust
  • unregelmäßige Temperaturschwankungen
  • Atemprobleme
  • Arthritis
  • chronische Hautulzera z. T. Hautnekrosen
  • Pericarditis
  • Adhäsion der Lunge
  • Gelenksschwellung
  • Krankheitsverlauf dauert ca. mehr als 2 – 15 Monate
  • geringe Mortalitätsrate (ca. < 20 %)

 

 

Bekämpfung, Prävention

Bekämpfung, Prävention

Die Bekämpfung konzentriert sich auf das Erkennen, Isolieren und Ausmerzen der infizierten Tiere sowie auf die Kontrolle des Tierverkehrs, um die Erregerverbreitung zu verhindern.

In Europa ist die Impfung gegen Afrikanische Schweinepest aus tierseuchenrechtlichen Gründen verboten.

Das Risiko einer Einschleppung in weitere Länder der Europäischen Union besteht durch den Vertrieb von Rohfleisch- und Rohwurstprodukten von infizierten Haus- und Wildschweinen aus den betroffenen Ländern und durch kontaminierte Fahrzeuge, die aus den betroffenen Regionen kommen. (Illegales) Verfüttern bzw. Entsorgen von Essensresten, die bereits mit Erregern verseucht sind, ist eine Infektionsquelle.

Diagnostik

Untersuchungslabor
AGES-Institut für veterinärmedizinische Untersuchungen Mödling (Nationales Referenzlabor)
Robert Kochgasse 17
A-2340 MödlingTel +43 (0) 50555 38112

Kontaktpersonen

Dr. Angelika Loitsch, angelika.loitsch@ages.at
Dr. Adolf Steinrigl, adolf.steinrigl@ages.at

Probenart für Probennahme

Vermehrt auftretend Funde von verendeten Schwarzwild sollten dem zuständigen Amtstierarzt gemeldet werden. Als Probenmaterialien sind geeignet:

  • EDTA-Blut oder Serum
  • Organmaterial (v. a. Milz, Tonsillen, Lunge, Niere und Lymphknoten)
  • Tupfer von tot aufgefundenen Tieren

Die Probenmaterialien sollten nicht gefroren werden, da Einfrieren zu einer Verringerung der Anzahl an vermehrungsfähigen Viren führen kann. Am besten sollen die Proben gekühlt und so schnell wie möglich direkt an das Labor eingesandt werden.

Angewandte diagnostische Verfahren

Der Nachweis von ASFV aus obigen Materialien ist mit folgenden Verfahren möglich:

a)    Virusnachweis aus Blut und Gewebe, sowie Tupfer:

  • Molekularbiologische Identifizierung (PCR)
  • Hämadsorptionstest (Primärzellkultur von Schweinemakrophagen) - keine Routineverfahren

b)    Serologische Testverfahren zur Antikörperbestimmung aus Serum

  • ELISA (Serum)
  • IPMA = Inmmunperoxidase Monolayer Assay (syn. IPT = Immunperoxidase Test)
  • Immunoblotting Test
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