Afrikanische Schweinepest

ASF = African Swine Fever, ASP = Afrikanische Schweinepest

Downloads Services
Zuletzt geändert: 08.08.2017
Icon

Der Erreger der Afrikanischen Schweinepest (ASP) ist ein Virus und gehört zur Virusfamilie Asfarviridae. Für den Menschen ist das Virus ungefährlich; bei Schweinen und Wildschweinen hingegen verläuft die Krankheit, abhängig von der Virulenz des Erregers, oft tödlich. Das Afrikanische Schweinepestvirus (ASP-Virus, african swine fever virus ASFV) ist ein DNA-Virus, das als einziges Virus zur Familie Asfarviridae, Genus Asfivirus, gehört. Das ASP-Virus ist ein doppelsträngiges behülltes DNA-Virus (ds DNA), das ca. 170.000 bis 192.000 Basenpaare lang ist. Derzeit gibt es nur einen Serotyp, jedoch werden basierend auf dem viralen p72-Gen22 verschiedene Genotypen unterschieden.

Mehr Informationen

Der Erreger der Afrikanischen Schweinepest (ASP) ist ein Virus und gehört zur Virusfamilie Asfarviridae. Für den Menschen ist das Virus ungefährlich; bei Schweinen und Wildschweinen hingegen verläuft die Krankheit, abhängig von der Virulenz des Erregers, oft tödlich. Das Afrikanische Schweinepestvirus (ASP-Virus, african swine fever virus ASFV) ist ein DNA-Virus, das als einziges Virus zur Familie Asfarviridae, Genus Asfivirus, gehört. Das ASP-Virus ist ein doppelsträngiges behülltes DNA-Virus (ds DNA), das ca. 170.000 bis 192.000 Basenpaare lang ist. Derzeit gibt es nur einen Serotyp, jedoch werden basierend auf dem viralen p72-Gen22 verschiedene Genotypen unterschieden.

Mehr Informationen

Vorkommen

In Österreich ist die Afrikanische Schweinepest noch nie aufgetreten. Am 27.06.2017 meldeten die tschechischen Veterinärbehörden Fälle von ASP bei Wildschweinen in der südöstlichen Region um Zlin (80 km von Österreich entfernt). Das Bundesministerium für Gesundheit und Frauen (BMGF) hat daher Vorsorgemaßnahmen gesetzt, um eine mögliche Einschleppung zu verhindern:

Afrikanische Schweinepest: BMGF setzt Vorsorgemaßnahmen

Erläuterungen  Bekämpfungs-/Vorsorgemaßnahmen

Videoaufzeichnung Webinar 29.6.2017: Vortrag von Univ. Prof. Friedrich Schmoll (AGES) zur ASP-Diagnose und Krankheitsverlauf

Afrikanische Schweinepest (ASP) wurde das erste Mal in Kenia im Jahre 1921 beschrieben. Kurze Zeit später tauchten die ersten Fälle in Südafrika und Angola auf. Seit 1996 hat das ASP-Virus Westafrika erreicht: Elfenbeinküste (1996), Benin, Nigeria und Togo (1997) und Ghana (1999). Es folgten weitere west- und ostafrikanische Länder sowie auch die Insel Madagaskar (1998).

1957 und 1959 kam die ASP von Angola nach Europa. Auf der Iberischen Halbinsel dauerte die Ausrottung der ASP über 30 Jahre. Auf der Mittelmeerinsel Sardinien (Italien) ist die Seuche seit 1978 präsent.

Ein Hotspot der ASP-Epidemiologie nahe bzw. in Europa ist die Region zwischen Schwarzem und Kaspischem Meer, die sogenannte Trans-Kaukasus Region. Hier treten seit dem Jahr 2007 regelmäßig ASP-Ausbrüche auf, die unter anderem die Staaten Georgien, Armenien, Azerbaijan und Russland betreffen. Seit 2007 breitet sich die Seuche weiter nach Norden bzw. Nordwesten aus. Weitere ASP-Ausbrüche wurden nahe an der EU-Mitgliedstaatengrenze 2012 in der Ukraine und 2013 in Belarus festgestellt.

Seit Anfang 2014 wurden Fälle von ASP bei Wildschweinen in Polen, Litauen, Lettland und Estland festgestellt. Auch Hausschweine (große Betriebe und Kleinsthaltungen) waren davon betroffen. In den betroffenen Regionen gelten Restriktionsmaßnahmen zur Bekämpfung gemäß der Rechtsetzung in der EU. Die ersten Ausbrüche fanden in den betroffenen osteuropäischen Ländern entlang der weißrussischen Grenze statt. Deshalb geht man davon aus, dass die Einschleppung der ASP in die baltischen Staaten und nach Polen von Weißrussland aus erfolgte. Fälle von afrikanischer Schweinepest wurden auch aus der Ukraine gemeldet (nahe der EU-Grenze in einer Entfernung von 6 km zu Rumänien und 20 km zu Ungarn; 450 km zur österreichischen Grenze).

FLI Riems: Verbreitung in Europa

EFSA: Afrikanische Schweinepest

Übertragung

Übertragung

Die Übertragung kann entweder direkt oder indirekt erfolgen.

Direkte Übertragung:

  • durch Kontakt zwischen gesunden und ASP-infizierten Haus- bzw. Wildschweinen

Indirekte Übertragung:

  • über infizierte Abfallprodukte (Futter, Wasser)
  • durch lebende Vektoren: Zecken der Gattung Ornithodoros (z. B. Ornithodoros moubata)
  • durch Fahrzeuge
  • durch Geräte
  • durch Bekleidung

Die Infektion kann mit dem Zeckenbiss starten und dann in der Schweinepopulation weitergehen (Zecke → Schwein → Zecke → Schwein → Schwein → Schwein etc).

Symptome

Symptome

Die Afrikanische Schweinepest ist eine wirtschaftlich bedeutende Viruserkrankung bei Schweinen.
Die Inkubationszeit beträgt 3-19 Tage (ASForce Flyer: 3-15 Tage, OIE: 4-19 Tage). Meist ist die ganze Herde betroffen (alle Rassen und Altersstufen). Die wichtigsten Symptome sind Fieber (40,5 °C bis 42 °C) und Apathie.

Schweine können den Erreger auch ohne klinische Symptome in sich tragen (asymptomatische Träger). Viele afrikanische Wildschweine (z. B. Warzenschweine) sind inapparent mit dem Virus infiziert. Bei Schweinen mit Symptomen gibt es mehrere Verlaufsformen – je nach Virulenz des Erregers.

Perakute - akute Form (meist bedingt durch hoch virulentes ASP-Virus)

  • Fieber (40,5 °C bis 42 °C)
  • Leukopenie und Thrombozytopenie (48 bis 72 Stunden)
  • Erytheme = Hautrötung: Ohren, Schwanz, distaler Extremitätenbereich, Bauch und Brust
  • erhöhte Pulsfrequenz
  • erhöhte Atemfrequenz
  • Erbrechen
  • Durchfall (meist auch blutig)
  • Aborte

Überlebende Tiere sind meist lebenslange Virusträger (v. a. in afrikanischen Wildschweinen und bei Hausschweinen in endemischen Gebieten). Der Tod tritt innerhalb von 6-13 Tagen (bis zu 20 Tagen) ein. Die Mortalitätsrate liegt bei Hausschweinen bei annähernd 100 %.

Subakute Form (meist bedingt durch moderat-virulentes ASP-Virus)

Symptome sind nicht so stark ausgeprägt wie bei der akuten Form (Aborte). Der Krankheitsverlauf dauert ca. 5 – 30 Tage. Der Tod tritt innerhalb von 15 – 45 Tagen ein. Die Mortalitätsrate ist geringer als bei der akuten Form (ca. 30-70 %).

Chronische Form (meist bedingt durch moderat-virulentes ASP-Virus)

Symptome sind nicht so stark wie bei der akuten Form ausgeprägt

  • Gewichtsverlust
  • unregelmäßige Temperaturschwankungen
  • Atemprobleme
  • Arthritis
  • chronische Hautulzera z. T. Hautnekrosen
  • Pericarditis
  • Adhäsion der Lunge
  • Gelenksschwellung
  • Krankheitsverlauf dauert ca. mehr als 2 – 15 Monate
  • geringe Mortalitätsrate (ca. < 20 %)

Bekämpfung, Prävention

Bekämpfung, Prävention

Die Bekämpfung konzentriert sich auf das Erkennen, Isolieren und Ausmerzen der infizierten Tiere sowie auf die Kontrolle des Tierverkehrs, um die Erregerverbreitung zu verhindern.

BMGF: Maßnahmen in Österreich

In Europa ist die Impfung gegen Afrikanische Schweinepest aus tierseuchenrechtlichen Gründen verboten. Es gibt keinen zugelassenen Impfstoff.

Das Risiko einer Einschleppung in weitere Länder der Europäischen Union besteht durch den Vertrieb von Rohfleisch- und Rohwurstprodukten von infizierten Haus- und Wildschweinen aus den betroffenen Ländern und durch kontaminierte Fahrzeuge, die aus den betroffenen Regionen kommen. (Illegales) Verfüttern bzw. Entsorgen von Essensresten, die bereits mit Erregern verseucht sind, sind eine Infektionsquelle.

Neuausbrüche in Ländern sind zunächst auf Wildschweine zurückzuführen. Daher sind Biosicherheitsmaßnahmen zu setzen, damit die Übertragung vom Wildschwein auf das Hausschwein nicht erfolgen kann.

Diagnostik

Untersuchungslabor
AGES-Institut für veterinärmedizinische Untersuchungen Mödling (Nationales Referenzlabor)
Robert Kochgasse 17
A-2340 Mödling

Kontakt
Nationales Referenzlabor, AGES-Institut für veterinärmedizinische Untersuchungen Mödling
Tel: +43 (0) 50555 38112
E-Mail: vetmed.moedling@ages.at

Probenart für Probennahme

Vermehrt auftretend Funde von verendeten Schwarzwild sollten dem zuständigen Amtstierarzt gemeldet werden. Als Probenmaterialien sind geeignet:

  • EDTA-Blut oder Serum
  • Organmaterial (v. a. Milz, Tonsillen, Lunge, Niere und Lymphknoten)
  • Tupfer von tot aufgefundenen Tieren

Die Probenmaterialien sollten nicht gefroren werden, da Einfrieren zu einer Verringerung der Anzahl an vermehrungsfähigen Viren führen kann. Am besten sollen die Proben gekühlt und so schnell wie möglich direkt an das Labor eingesandt werden.

Angewandte diagnostische Verfahren

Der Nachweis von ASP-Viren aus obigen Materialien ist mit folgenden Verfahren möglich:

a)    Virusnachweis aus Blut und Gewebe, sowie Tupfer:

  • Molekularbiologische Identifizierung (PCR)
  • Hämadsorptionstest (Primärzellkultur von Schweinemakrophagen) - keine Routineverfahren

b)    Serologische Testverfahren zur Antikörperbestimmung aus Serum

  • ELISA (Serum)
  • IPMA = Inmmunperoxidase Monolayer Assay (syn. IPT = Immunperoxidase Test)
  • Immunoblotting Test

FAQ

Was ist Afrikanische Schweinepest?

Afrikanische Schweinepest (ASP) oder African Swine Fever (ASF) ist eine ansteckende, anzeigepflichtige und zumeist tödlich verlaufende Erkrankung der Haus- und Wildschweine.

Was mache ich, wenn ich ein totes oder krankes Wildschwein finde?

Wenn Sie ein krankes oder totes Wildschwein finden, verständigen Sie die Amtstierärztin/den Amtstierarzt.  Diese treffen die notwendigen Maßnahmen.

Besteht eine Gefahr für Menschen durch ASP?


ASP ist für Menschen nicht gefährlich. Der Mensch kann sich mit dieser Krankheit nicht anstecken.

Besteht eine Gefahr durch den Verzehr und die Zubereitung von Wildschweinefleisch oder Wildschweinefleischprodukten (z. B. Wurst)?

Es dürfen nur gesund erlegte Tiere in den Handel gelangen. Aber auch der versehentliche Verzehr von Wildschweinefleisch (mit ASP) bedeutet keine Gefahr für Menschen. Abfallprodukte von Wildschweinen können aber für Schweine gefährlich werden. Blut und Körperausscheidungen bleiben unter Umständen wochenlang ansteckend. In gekühltem und gefrorenem Muskelfleisch und in Knochen und in Wurst kann das Virus monatelang weiter leben.

Welche Tiere sind gefährdet?

ASP ist ansteckend für Haus und Wildschweine (Hund und Katze Pferd, Rind, Schaf etc. sind nicht gefährdet).

Wie können Schweine angesteckt werden?

Schweine stecken sich durch direkten Kontakt mit kranken Schweinen an. Das Virus wird über alle Körperflüssigkeiten ausgeschieden. Eine Übertragung erfolgt auch indirekt über Lebensmittel, die aus dem Fleisch infizierter Schweine hergestellt wurden sowie über verunreinigte Schuhe, Kleidung, Werkzeuge, Behältnisse, Fahrzeuge oder Hunde (diese erkranken selbst nicht).

Welche Gefahr besteht für Hausschweine?
    

ASP in Hausschweinen verursacht schwere Erkrankungen und hat eine hohe Todesrate. Der wirtschaftliche Schaden durch einen Krankheitsausbruch ist für den Betrieb und für den Handel in Österreich sehr groß.

Wer zahlt mir meinen Aufwand/Schaden/Wildschweinfleisch…?

Eine gewisse finanzielle Unterstützung ist nur  für Tierseuchenausbrüche in Nutztierbeständen vorgesehen.

Behandlung oder Impfung?

Derzeit gibt es keine heilende Behandlung oder Schutzimpfung gegen ASP. Die Behandlung ist verboten.

Warum ist die Behandlung ASP-kranker Tiere verboten?

Die Behandlung der ASP ist aussichtslos und würde die Qual der Tiere nur verlängern. Durch an ASP erkrankte Tiere können auch gesunde Schweine angesteckt werden, was ebenfalls das Leid vergrößern würde.

Probenahme

Die Probenahme wird durch die Amtstierärztin/den Amtstierarzt veranlasst. Das Tier soll nicht geöffnet werden. Es sind Tupferproben (Wundtupfer, Bluttupfer, Nasentupfer) an das Labor der AGES Mödling  zu schicken (unter Berücksichtigung der Verpackungsvorschrift UN3373). Der Kadaver muss seuchensicher entsorgt werden (TKV).

Tupfer nachbestellen

Tupfer für den amtlichen Bedarf werden von der AGES Mödling zur Verfügung gestellt.

Desinfizieren

Die Probennehmer desinfizieren die Probenverpackung äußerlich mit einem herkömmlichen Desinfektionsmittel.

Proben einschicken

Die Amtstierärztin/der Amtstierarzt veranlassen die Einsendung von Proben an die AGES Mödling, Robert Koch Gasse 17, 2340 Mödling.

Antragsformular

Es gibt kein spezielles Antragsformular. Die amtliche Beauftragung erfolgt über das „Verbrauchergesundheits-Informations-System (VIS)“ durch die Behörde.

Untersuchungsdauer

Die Untersuchung dauert je nach Probenart 1-5 Arbeitstage.

Untersuchungskosten

Amtliche Einsendungen werden nicht verrechnet. Privatuntersuchungen kosten 39,70 Euro exkl. MwSt pro PCR-Untersuchung von einer Probe.


x