Gesundheit für Mensch, Tier, Pflanze & Umwelt

Tierseuchenradar – Mai 2026

| Lesezeit 1 min
Tierseuchenradar

Im österreichischen Tierseuchenradar werden Informationen zur internationalen Lage und Ausbreitung der bedeutendsten Tierseuchen und Tierkrankheiten, die für Österreich relevant sind, bewertet und zusammengestellt. Dadurch können mögliche Risiken für Österreich früh erkannt und kommuniziert werden. Der Tierseuchenradar erscheint monatlich.

Für interaktive Auswertungen und die Erstellung von benutzerdefinierten Karten steht die Epimap zur Verfügung. Die Daten stammen aus dem offiziellen europäischen Meldesystem für Tierseuchen (ADIS) und werden werktags jeden Morgen aktualisiert. Neben aktuellen Ausbrüchen sind Daten bis zurück ins Jahr 2014 enthalten, wodurch auch längerfristige Entwicklungen dargestellt werden können.

Bitte klicken Sie auf den jeweiligen Eintrag für mehr Informationen.

Afrikanische Schweinepest

Ungarn bestätigte erstmals einen ASP-Ausbruch bei Hausschweinen

Aviäre Influenza

Deutlicher Rückgang der Ausbrüche in Europa. In Österreich vereinzelt Ausbrüche bei Wildvögeln

Newcastle Krankheit

Weitere Ausbrüche in Deutschland und Tschechien in Grenznähe zu Österreich

Tollwut

Ausbrüche in Moldawien, der Türkei und Rumänien. In Italien Nachweis bei illegal mitgebrachtem Hund aus Marokko

Lumpy skin disease

Weiterhin Ausbrüche auf Sardinien

Pest der kleinen Wiederkäuer
Schaf- und Ziegenpocken

Ausbrüche in Südosteuropa

Blauzungenkrankheit

Ausbrüche weiterhin auf niedrigem Niveau

West Nil Virus

Nachweis bei einem Vogel in Italien

Maul- und Klauenseuche

Weiterhin Ausbrüche auf Lesbos und Zypern.

Legende:

Für Deutschland und die Schweiz stehen mit dem Radar Bulletin entsprechend länderspezifische Beurteilungen der Tierseuchen-Risiken monatlich zur Verfügung. Im AGES Radar Infektionskrankheiten finden Sie aktuelle Informationen und Situationsbewertungen zu Infektionskrankheiten beim Menschen in Österreich und international.

Im folgenden Tierseuchenradar stellt ein "Ausbruch" einen im Animal Disease Information System (ADIS) gemeldeten Nachweis einer Tierseuche dar (Betriebe bei gehaltenen Tieren; Fundorte bei Wildtieren). Von einem Ausbruch betroffene Einzeltiere werden als "Fall" bezeichnet. Ein "Seuchengeschehen" stellt alle Ausbrüche dar, die in einem konkreten Zusammenhang stehen.

Die Datenabfrage erfolgt im ADIS zum angegebenen Stichtag. Nachmeldungen von Ausbrüchen nach dem Stichtag der Abfrage werden nicht dargestellt. Daraus können sich Unterschiede in den Ausbruchszahlen zu früheren Ausgaben des Tierseuchenradars ergeben.

Gesichtete Quellen: ADIS

Definition der Ampelfarben:

rot-schwarzes Symbol Rot-Schwarz: Die Tierseuche/Tierkrankheit tritt in Österreich auf. Spezifische Kontroll- und Bekämpfungsmaßnahmen werden getroffen.
rotes Symbol Rot: Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist hoch. Es werden konkrete Maßnahmen zum Schutz österreichischer Tierbestände getroffen.
oranges Symbol Orange: Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist mittel. Erhöhte Aufmerksamkeit ist angezeigt.
grünes Symbol Grün: Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist gering und die Situation unauffällig.

Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist hoch. Es werden konkrete Maßnahmen zum Schutz österreichischer Tierbestände getroffen.

Afrikanische Schweinepest

Situation

Situation in Österreich

Österreich ist bisher von der Afrikanischen Schweinepest (ASP) verschont geblieben, allerdings kommt sie in einigen direkten Nachbarländern wie Deutschland, Italien, der Slowakei, Tschechien und Ungarn vor. Aufgrund der geringen Entfernung zur österreichischen Staatsgrenze wird das Risiko für Österreich als hoch eingestuft.

Situation in Europa

Im Mai 2026 (Stichtag: 03.06.2026) wurden in Europa 33 Ausbrüche bei Hausschweinen und 678 Ausbrüche bei Wildschweinen in das ADIS gemeldet. Die Gesamtzahl von 711 gemeldeten Ausbrüchen ist im Vergleich zum Vormonat gesunken (siehe Abbildung ASP-Verlauf). Aktuell sind 15 Länder in Europa betroffen (Vormonat 15). Bulgarien meldete keine weiteren Ausbrüche (siehe Tabelle ASP-Ausbrüche und Abbildung ASP-Karte).

Hausschweine

Im Mai 2026 (Stichtag: 03.06.2026) ist die Zahl der europaweit an ADIS gemeldeten ASP-Ausbrüche bei Hausschweinen gestiegen (33 im Berichtszeitraum gegenüber 24 im Vormonat). Meldungen stammen aus Rumänien (13), Serbien (12), der Slowakei (3), Moldawien (2), Ukraine (2) und Polen (1) (siehe Tabelle ASP-Ausbrüche). Die Mehrheit der betroffenen Betriebe (29) sind Kleinbetriebe mit jeweils weniger als 100 Tieren, darunter 14 private Kleinsthaltungen mit unter zehn Schweinen. Allerdings ist auch ein Betrieb in Călăraşi in Rumänien mit 7.032 Schweinen betroffen.

Außerhalb des Berichtszeitraums bestätigte Ungarn am 4. Juni 2026 den ersten ASP-Ausbruch der bei Hausschweinen. Der Ausbruch trat in Vállaj (Komitat Szabolcs-Szatmár-Bereg) in unmittelbarer Grenznähe zu Rumänien auf. Betroffen war ein Betrieb mit insgesamt 2.994 Schweinen in einem geschlossenen Produktionssystem, darunter 272 Zucht- und Jungsauen.

Derzeit beträgt die kürzeste Distanz eines bestätigten ASP-Ausbruchs bei Hausschweinen zur österreichischen Staatsgrenze 137 km (gemeldet aus der Slowakei, siehe Abbildung ASP-Distanz).

Wildschweine

Im Mai 2026 (Stichtag: 03.06.2026) meldeten insgesamt 14 Länder ASP-Ausbrüche bei Wildschweinen, darunter vier Staaten, die an Österreich grenzen. Die meisten Ausbrüche wurden aus Polen mit 184 Ausbrüchen gemeldet, gefolgt von Deutschland (154), Litauen (99), Italien (97), Ungarn (48), Lettland (43), Rumänien (17), der Slowakei (16), Estland (6), Kroatien (6), Spanien (3), Moldawien (3), Serbien (1) und Bosnien und Herzegowina (1). Weitere Details sind der Tabelle ASP-Ausbrüche zu entnehmen.

In Deutschland, in Sachsen, erfolgten erneut 58 ASP-Nachweise bei toten Tieren, überwiegend bei frischen Kadavern, was auf ein aktuelles Infektionsgeschehen hinweist. Die Überwachung wurde entsprechend intensiviert, insbesondere durch verstärkte Kadaversuche. In Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg zeigt sich hingegen ein rückläufiger Trend mit abnehmenden Ausbruchszahlen und sinkender Schwarzwilddichte bei weiterhin intensiver Suche nach Wildschweinkadavern. In Nordrhein-Westfalen wurde ein junges Wildschwein frisch verendet aufgefunden und positiv getestet; es wurden zusätzliche Zäune errichtet und die Überwachungsmaßnahmen weiter verstärkt.

Der letzte gemeldete Ausbruch in Tschechien war laut ADIS am 23.06.2025.

Derzeit beträgt die kürzeste Distanz eines bestätigten ASP-Ausbruchs bei Wildschweinen zur österreichischen Staatsgrenze 67 km (gemeldet aus der Slowakei, siehe Abbildung ASP-Distanz).

Tabelle ASP-Ausbrüche: Anzahl der im ADIS gemeldeten ASP-Ausbrüche für Hausschwein (HS), Wildschwein (WS) im Zeitraum von 01.03.2026 bis 31.05.2026 (Stichtag: 03.06.2026).
März
April
Mai
HS WS HS WS HS WS
Polen 0 378 0 280 1 184
Litauen 0 185 0 313 0 99
Deutschland 0 127 0 203 0 154
Italien (ohne Sardinien) 0 160 1 131 0 97
Ungarn 0 109 0 58 0 48
Rumänien 21 63 15 36 13 17
Lettland 0 56 0 41 0 43
Slowakei 0 27 0 19 3 16
Serbien 2 6 8 2 12 1
Kroatien 0 16 0 5 0 6
Estland 0 12 0 6 0 6
Spanien 0 6 0 7 0 3
Moldawien 2 3 0 3 2 3
Ukraine 2 0 0 2 2 0
Bosnien und Herzegowina 0 0 0 1 0 1
Bulgarien 0 1 0 0 0 0
GESAMT 27 1149 24 1107 33 678
Europakarte zu ASP-Ausbrüche wie in "Situation in Europa" beschrieben.
Abbildung ASP-Karte: Karte der im ADIS gemeldeten ASP-Ausbrüche für Hausschwein, Wildschwein im Zeitraum von 01.05.2026 bis 31.05.2026 (Stichtag: 03.06.2026).
Verlaufsgrafik zu ASP-Ausbrüche in Europa: Die Anzahl der gemeldeten ASP-Fälle beim Wildschwein stieg in den kälteren Wintermonaten und sinkt in den wärmeren Sommermonaten. Im September ist die Anzahl der ASP-Ausbrüche bei Hausschweinen stark gesunken . Eine Detailbeschreibung finden Sie im Kapitel "Situation in Europa" und im Kapitel "Kommentar".
Abbildung ASP-Verlauf: Zeitlicher Verlauf der im ADIS gemeldeten ASP-Ausbrüche für Hausschwein, Wildschwein im Zeitraum von 01.06.2025 bis 31.05.2026 (Stichtag: 03.06.2026).
Verlaufsgrafik zur Entfernung der ASP-Ausbrüche zur Staatsgrenze: Im Dezember 2025 betrug die Distanz der ASP-Ausbrüche bei Wildschweinen zur österreichischen Staatsgrenze ca. 114 km. Eine Detailbeschreibung finden Sie im Kapitel "Situation in Europa" und im Kapitel "Kommentar".
Abbildung ASP-Distanz: Distanz der im ADIS gemeldeten ASP-Ausbrüche zur österreichischen Staatsgrenze im Zeitraum von 01.06.2025 bis 31.05.2026 (Stichtag: 03.06.2026).

Folgen für Österreich

In Österreich müssen seit Ende 2019 zum Zweck der Früherkennung alle tot aufgefundenen Wildschweine gemeldet und von der AGES auf das ASP-Virus untersucht werden. Daneben erfolgen Untersuchungen von Aborten sowie von klinisch oder pathologisch auffälligen Hausschweinen und von Organproben gemäß dem ASP- und KSP-Stichprobenplan.

Tierhalter können die “ASP-Risikoampel” oder den online Fragebogen “Biocheck” verwenden, um die Biosicherheit ihrer Betriebe kostenlos und anonym zu überprüfen. Weitere Empfehlungen und ein Handbuch zur Biosicherheit bei der Haltung von Schweinen in Österreich werden auf der Website des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMASGPK) bzw. auf der Kommunikationsplattform Verbrauchergesundheit zur Verfügung gestellt.

Im europäischen Tiergesundheitsrecht (Verordnung (EU) 2016/429) mit den ergänzenden Rechtsakten und der österreichischen ASP-Verordnung 2005 sind Zuständigkeiten und Maßnahmen zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest festgelegt. In der Durchführungsverordnung 2023/594/EU (zuletzt geändert mittels Durchführungsverordnung 2026/1192/EU) sind die geltenden Gebiete (Sperrzonen I, II und III) mit erhöhtem Risiko einer Ausbreitung der ASP (Teile I–III) aufgeführt.

Die AGES hat ein Video über Biosicherheit erstellt. Das Video zeigt die erforderlichen Biosicherheitsmaßnahmen beim Betreten und Verlassen eines Betriebes, in dem eine meldepflichtige Tierseuche vermutet wird oder nachgewiesen wurde.

Einen Überblick über die ASP-Zonierungsmaßnahmen in Europa erhalten Sie auf den interaktiven Karten der EU-Kommission.

Kommentar

Die erneuten Ausbrüche in Deutschland, vor allem in Sachsen, sind von besonderer Relevanz, da die Afrikanische Schweinepest in diesem Bundesland nach längerer Nachweisfreiheit bereits als getilgt galt. Die überwiegend frischen Kadaver weisen auf ein aktuelles Infektionsgeschehen hin und unterstreichen die Notwendigkeit intensivierter Maßnahmen. Eine EUVET-Mission wurde durchgeführt, um das Risiko einer weiteren Ausbreitung der ASP zu bewerten und geeignete Präventionsmaßnahmen abzuleiten. Im Fokus stand dabei insbesondere die Gefahr, dass sich die derzeit getrennten Infektionsgebiete in Hessen und Nordrhein-Westfalen zu einer größeren zusammenhängenden Infektionszone verbinden könnten. Zudem wurde das Risiko einer weiteren Ausbreitung in nördliche Richtung nach Westfalen bewertet, wo Regionen mit hoher Schweinedichte betroffen wären. Ziel der Mission war es, entsprechende Empfehlungen zu erarbeiten, um diese Risiken frühzeitig zu begrenzen und eine Ausweitung des Seuchengeschehens zu verhindern.

Für Österreich bleibt der indirekte Eintrag der ASP durch den Menschen aus von ASP betroffenen Ländern das höchste Risiko. Daher ist die Sensibilisierung der verschiedenen Interessengruppen von größter Bedeutung. Ausführliche Informationen, Filme, Broschüren sowie Poster zur Ätiologie, Diagnose und epidemiologischen Ausbreitung der ASP finden Sie auf der Website der KVG.

Quellen

ADIS, BLV, FLI, PROMED


Die Tierseuche/Tierkrankheit tritt in Österreich auf. Spezifische Kontroll- und Bekämpfungsmaßnahmen werden getroffen.

Aviäre Influenza

Situation

Situation in Österreich

Im Berichtszeitraum Mai 2026 (Stichtag 03.06.2026) erfolgten in Österreich 3 Ausbruchsmeldungen bei Wildvögeln in Wien und Niederösterreich.

    1. Mai, 1 Schwan, Wien
    1. Mai, 1 Schwan, Wien
    1. Mai, 1 Sakerfalke (Würgfalke), Bruck an der Leitha, Niederösterreich

Ausbrüche bei Geflügel oder bei Vögeln in Gefangenschaft wurden im Mai in Österreich nicht gemeldet. Der letzte Nachweis der HPAI bei Geflügel erfolgte im November 2025 in einem Geflügelbetrieb mit 645 gehaltenen Gänsen in Oberösterreich. Vögel in Gefangenschaft waren zuletzt am 21. Februar 2026 in einer Klein-/Hobbyhaltung mit 20 Hühnern im Bezirk Mattersburg (Burgenland) betroffen.

Das aktuelle Risiko für Geflügelbetriebe und Haltungen von Vögeln in Gefangenschaft in Österreich wird als gering, lokal beschränkt in Gewässernähe als mittel bewertet. In Österreich muss auch in den kommenden Sommermonaten mit Nachweisen bei Wildvögeln gerechnet werden.

Seit 9. Juni sind in Österreich alle Gebiete mit erhöhtem Geflügelpestrisiko per Kundmachung aufgehoben. Im gesamten Bundesgebiet sind aktuell keine Risikogebiete ausgewiesen.

Situation in Europa

Geflügel

Im Mai 2026 wurden in Europa 33 Ausbrüche der hochpathogenen aviären Influenza A(H5N*) in Geflügelbetrieben in das ADIS gemeldet. Im Vergleich zum Vormonat April (62 Ausbrüche) ist die Zahl deutlich gesunken. Die Zahl der Länder, aus denen Meldungen in das ADIS eingingen, ist von 4 im Vormonat auf 3 im Mai ebenfalls weiter gesunken (siehe Tabelle HPAI-Ausbrüche). Betroffen waren Geflügelbetriebe hauptsächlich in Polen mit 29 Ausbrüchen. Weitere Ausbruchsmeldungen erfolgten aus den Niederlanden und Frankreich mit je 2 Ausbrüchen.

Wildvögel

Im Mai sank die Zahl der Ausbrüche in Europa deutlich von 226 im Vormonat auf 56 Ausbrüche. Die Zahl der Länder mit HPAI A(H5N*)-Nachweisen bei Wildvögeln sank ebenfalls von 18 im April auf 12 im Mai. Am stärksten betroffen war Deutschland mit 23 Ausbrüchen. Weitere Ausbruchsmeldungen erfolgten aus Polen: 5 Ausbrüche; Finnland: 7 Ausbrüche; Norwegen: 5 Ausbrüche; Dänemark: 4 Ausbrüche; Niederlande: 4 Ausbrüche; Österreich: 3 Ausbrüche; Belgien, Schweden, Estland, Spanien und Portugal: je ein Ausbruch (siehe Tabelle HPAI-Ausbrüche).

Hauptsächlich betroffen waren im Mai weiterhin wildlebende Wasservögel (Gänse, Schwäne und Enten) und Möwenvögel. Vermehrt erfolgen Nachweise bei Greifvögeln, Falkenartigen und Eulen in zahlreichen Ländern. Vereinzelt erfolgten Nachweise bei weiteren Vogelarten, wie beispielsweise Störchen und Tölpeln. A(H5N1)-Nachweise bei Rabenartigen wurden im Mai aus Polen (Dohlen) und Dänemark (Saatkrähe) gemeldet.

Vögel in Gefangenschaft

Nach 6 gemeldeten Ausbrüchen bei Vögeln in Gefangenschaft im Vormonat April wurden im Mai 2026 5 Ausbrüche der HPAI A(H5N*) in das ADIS gemeldet (Tschechien: 2 Ausbrüche; Deutschland, Polen und Frankreich: jeweils ein Ausbruch (siehe Tabelle HPAI-Ausbrüche).

Tabelle HPAI-Ausbrüche: Anzahl der im ADIS gemeldeten HPAI-Ausbrüche für Geflügel (GE), Wildvögel (WV), Vögel in Gefangenschaft (VG) im Zeitraum von 01.03.2026 bis 31.05.2026 (Stichtag: 03.06.2026).
März
April
Mai
GE WV VG GE WV VG GE WV VG
Deutschland 6 444 11 1 138 1 0 23 1
Polen 15 67 2 58 8 3 29 5 1
Dänemark 8 62 2 1 14 0 0 4 0
Niederlande 5 30 0 0 7 0 2 4 0
Belgien 0 26 0 0 9 0 0 1 0
Österreich 0 10 0 0 19 0 0 3 0
Schweden 0 19 0 0 8 0 0 1 0
Norwegen 0 5 0 0 9 0 0 5 0
Tschechien 6 5 5 0 1 0 0 0 2
Estland 0 15 0 0 1 1 0 1 0
Frankreich 2 4 1 2 2 0 2 0 1
Finnland 0 3 0 0 3 0 0 7 0
Ungarn 3 2 0 0 2 0 0 0 0
Montenegro 5 0 0 0 0 0 0 0 0
Italien 3 0 0 0 1 0 0 0 0
Spanien 0 2 0 0 1 0 0 1 0
Bulgarien 2 1 0 0 0 0 0 0 0
Litauen 0 3 0 0 0 0 0 0 0
Rumänien 0 2 0 0 1 0 0 0 0
Island 0 2 0 0 0 0 0 0 0
Moldawien 0 2 0 0 0 0 0 0 0
Griechenland 0 0 0 0 1 0 0 0 0
Irland 0 1 0 0 0 0 0 0 0
Kroatien 0 0 0 0 1 0 0 0 0
Portugal 0 0 0 0 0 0 0 1 0
Slowenien 0 1 0 0 0 0 0 0 0
Ukraine 0 0 0 0 0 1 0 0 0
GESAMT 55 706 21 62 226 6 33 56 5
Europakarte mit eingezeichneten HPAI-Ausbrüchen wie in "Situation in Europa" beschrieben.
Abbildung HPAI-Karte: Karte der im ADIS gemeldeten HPAI-Ausbrüche für Geflügel, Wildvögel, Vögel in Gefangenschaft im Zeitraum von 01.05.2026 bis 31.05.2026 (Stichtag: 03.06.2026).
Verlaufsgrafik der letzten zwölf Monate zu HPAI-Ausbrüchen in Europa: In den Sommermonaten 2025 nur wenige Ausbrüche in Europa. Mit Beginn der HPAI-Saison 2025/2026 steigen ab September 2025 die Ausbruchszahlen bei Wildvögeln stark an. Vermehrt sind auch Geflügelbestände und Vögel in Gefangenschaft in Europa betroffen. Nach dem Höhepunkt der Ausbrüche im November 2025 sank die Zahl der Ausbrüche bis Januar, steigen dann jedoch bis März wieder. Ab März ist erneut ein Absinken der Ausbruchszahlen zu beobachten, die Zahl bleibt jedoch auf hohem Niveau. Ab April sinken die Ausbruchszahlen in Europa deutlich und im Mai gehen die Ausbrüche weiter stark zurück.
Abbildung HPAI-Verlauf: Zeitlicher Verlauf der im ADIS gemeldeten HPAI-Ausbrüche für Geflügel, Wildvögel, Vögel in Gefangenschaft im Zeitraum von 01.06.2025 bis 31.05.2026 (Stichtag: 03.06.2026).
Verlaufsgrafik zur Entfernung der HPAI-Fälle zur Staatsgrenze: in den Sommermonaten  2025 traten keine Ausbrüche der HPAI in Österreich, vereinzelt jedoch in unmittelbarer Nähe zur österreichischen Staatsgrenze auf. Ab September 2025 werden Ausbrüche in Österreich gemeldet und auch einige Nachbarländer Österreichs sind betroffen. Detailbeschreibung im Kapitel "Situation in Europa".
Abbildung HPAI-Distanz: Distanz der im ADIS gemeldeten HPAI-Ausbrüche zur österreichischen Staatsgrenze im Zeitraum von 01.06.2025 bis 31.05.2026 (Stichtag: 03.06.2026).

Folgen für Österreich

Mit 9. Juni 2026 wurden gemäß § 2 Abs. 1 Z 6 der Vogelgesundheitsverordnung durch die Kundmachung zur Festlegung eines HPAI-Risikogebietes Gebiete mit erhöhtem Geflügelpestrisiko aufgehoben. Im gesamten Bundesgebiet sind keine Risikogebiete ausgewiesen. Die Seuchensituation wird fortlaufend bewertet, und die Risikogebiete werden bei Bedarf angepasst.

Jede Geflügelhaltung ist der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde zu melden.

Kommentar

Im Mai hat sich die Situation in Europa noch nicht vollständig, aber doch deutlich entspannt. Die Ausbruchszahlen sinken stark und bei Wildvögeln verlagert sich der Schwerpunkt der Ausbrüche in die nördlichen Küstengebiete. Diese Entwicklung entspricht der typischen Saisonalität der HPAI, ist 2026 jedoch deutlich später zu beobachten als in den Jahren zuvor. Auch bei Geflügel kommt es zu deutlich weniger Ausbrüchen und diese beschränken sich im Mai auf nur drei Länder.

Mit den sinkenden Ausbruchszahlen sinkt auch in Österreich das Risiko einer Übertragung der HPAIV von Wildvögeln auf Geflügel und gehaltenen Vögeln in Klein- und Hobbyhaltungen. Dennoch sollten Halter:innen weiter auf die Einhaltung von Biosicherheits- und Schutzmaßnahmen achten. Der erneute Virusnachweis bei einem Falkenartigen Ende Mai und bei Greifvögeln in den Wochen zuvor sind ein Hinweis darauf, dass weiterhin Virus in den Wildvogelpopulationen zirkuliert und durch das Fressen infizierter Tiere übertragen wird. Das Infektionsgeschehen bei Wildvögeln kann mit dem europaweit umgesetzten passiven Überwachungssystem nicht vollständig erfasst werden. Anhaltend hohe Wachsamkeit und Untersuchung von tot aufgefundenen Wildvögeln sollte daher weiter fortgesetzt werden. Tot aufgefundene oder verendende Wasser- und Greifvögel müssen von jeder Person unmittelbar der Bezirksverwaltungsbehörde gemeldet und im Nationalen Referenzlabor für Aviäre Influenza (AGES IVET Mödling) untersucht werden, damit frühzeitig entsprechende Maßnahmen getroffen werden können.

Kann die HPAI aufgrund klinischer Symptome oder Produktionsdaten nicht ausgeschlossen werden, sollten Tierärzt:innen in Abstimmung mit der zuständigen Veterinärbehörde bei erkranktem Geflügel und Vögeln in Gefangenschaft die Möglichkeit einer Ausschlussuntersuchung nutzen.

Quellen

ADIS, RIS, EFSA, EURL


Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist hoch. Es werden konkrete Maßnahmen zum Schutz österreichischer Tierbestände getroffen.

Newcastle Krankheit

Im Berichtszeitraum Mai 2026 (Stichtag: 03.06.2026) wurden europaweit 38 Ausbrüche aus Polen (22 Ausbrüche, Tschechien (11 Ausbrüche), Deutschland (4 Ausbrüche) und Spanien (ein Ausbruch) in das ADIS gemeldet. Im Vormonat April wurden in Europa 53 Ausbrüche gemeldet.

In Österreich wird das Risiko derzeit als hoch eingestuft. Mit Deutschland und Tschechien tritt die NCD weiterhin teilweise grenznah in Nachbarländern Österreichs auf. Für eine Einschleppung nach Österreich spielen neben dem Handel mit lebendem oder geschlachtetem Geflügel auch kontaminierte Fahrzeuge, Gegenstände oder Personen eine Rolle. Die AGES stellt die Auswertungen der im Trade Control and Expert System der Europäischen Kommission (TRACES) erfassten Verbringungen von Tieren und tierischen Produkten in einem interaktiven Tool zur Verfügung. Eine Übertragung durch infizierte Wildvögel ist ebenfalls möglich.

Erstmals seit September 2008 werden ab 20. Februar 2026 NCD-Ausbrüche bei Geflügel in Brandenburg aus Deutschland gemeldet. Seit 27. Februar erfolgen auch aus Bayern Meldungen von NCD-Ausbrüchen. Im Mai wurden aus Bayern drei weitere und aus Brandenburg ein Ausbruch bei Geflügel gemeldet.

Polen ist seit 2024 das am stärksten betroffene Land in Europa. Im Mai wurden 4 Ausbrüche in Geflügelbetrieben und 18 Ausbrüche in Hobby- und Kleinhaltungen gemeldet.

In Tschechien besteht eine Impfpflicht für Elterntierherden und Betriebe mit Legehennen. Ausbrüche bei Geflügel sind in Tschechien bislang nicht aufgetreten. Im Mai meldete Tschechien 11 Ausbrüche in Klein- und Hobbybetrieben.

Spanien meldete im Mai in der Communitat Valenciana einen Ausbruch in einem Geflügelbetrieb mit 27.000 Legehennen.

Die Newcastle Disease ist in Österreich bei Geflügel zuletzt 1997 aufgetreten. Jährlich erfolgen bei Wildtauben mehrere und bei Haustauben seltene Nachweise von an Tauben angepassten APMV-1 Virusstämmen („pigeon“ PPMV-1), die in Österreich bisher nicht bei Haus- oder Nutzgeflügel nachgewiesen wurden. Diese PPMV-1 Stämme kommen in Europa endemisch vor.

Als Kategorie A gelistete Tierseuche sind alle Fälle der Newcastle Disease bei Vögeln meldepflichtig, bereits bei Verdacht muss umgehend die zuständige Bezirksverwaltungsbehörde informiert werden. In Einzelfällen können die Erreger bei intensivem Kontakt mit infizierten Vögeln und deren Ausscheidungen auch auf den Menschen (meist Vogelhalter) übertragen werden (Zoonose). Es ist daher für alle Tierhalterinnen und Tierhalter wichtig, sich und ihre Vögel zu schützen.

Tabelle NCD-Ausbrüche: Anzahl der im ADIS gemeldeten NCD-Ausbrüche für Geflügel (GE), Nicht-Geflügel (NG) im Zeitraum von 01.03.2026 bis 31.05.2026 (Stichtag: 03.06.2026).
März
April
Mai
GE NG GE NG GE NG
Deutschland 40 11 10 4 4 0
Polen 6 8 16 14 4 18
Tschechien 0 4 0 5 0 11
Spanien 1 0 3 0 1 0
Lettland 0 0 0 1 0 0
GESAMT 47 23 29 24 9 29

Kommentar

Aufgrund der aktuellen Lage in den Nachbarländern empfiehlt das Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMASGPK) dringend die Impfung aller empfänglichen Tiere. In Österreich stehen diverse Impfstoffe gegen die NCD zur Verfügung, deren Anwendung auf freiwilliger Basis möglich ist. Zusätzlich zur Impfung ist unabhängig von der Betriebsgröße wichtig, die betriebliche Biosicherheit zu überprüfen und gegebenenfalls zu verbessern, um das Risiko des Erregereintrags zu reduzieren. Hierfür stehen Informationsmaterialien und Hilfsmittel, wie beispielsweise das QGV-Handbuch Biosicherheitskonzept, die LFI-Broschüre Biosicherheit Geflügel oder der online Fragebogen Biocheck zur Verfügung.

Die wichtigsten Informationen zur Newcastle Disease sind in einem Infoblatt der AGES kurz&knapp zusammengefasst.

Quellen

Pirbright Institute, UK, Ministerio de Agricultura, Pesca y Alimentación (MAPA)

Im Berichtzeitraum Mai (Stichtag: 03.06.2026) wurden in das ADIS 23 Rabies (Tollwut)-Ausbrüche gemeldet (Vormonat 29 Ausbrüche). Aus Moldawien erfolgten 7 Ausbruchsmeldungen (4 Hunde, 2 Rotfüchse, ein Rind und ein Hund), aus dem Osten und Süden der Türkei 10 Meldungen (7 Rinder, 2 Hunde und eine Ziege). 5 Ausbrüche (2 Hunde, ein Rotfuchs, eine Katze und eine Ziege) meldete Rumänien in das ADIS. Aus Italien wurde in Venetien ein Nachweis bei einem Hund gemeldet. Das betroffene Tier wurde bereits Mitte Dezember 2025 illegal aus Marokko nach Italien verbracht und entwickelte erst nach mehr als fünf Monaten klinische Symptome. Dies ist der erste gemeldete Tollwutausbruch im Nordosten Italiens seit 15 Jahren und verdeutlicht erneut das Risiko einer Einschleppung durch die illegale Einfuhr von Tieren aus endemischen Gebieten (siehe Tabelle RABIES-Ausbrüche).

Das Risiko für Österreich wird aktuell als gering eingestuft. Eines der größten Risiken der Wiedereinschleppung der Tollwut nach Österreich ist das Verbringen von nicht geimpften Tieren aus Ländern mit endemischer Tollwut.

Tabelle RABIES-Ausbrüche: Anzahl der im ADIS gemeldeten RABIES-Ausbrüche im Zeitraum von 01.03.2026 bis 31.05.2026 (Stichtag: 03.06.2026).
Mrz Apr Mai
Moldawien 17 11 7
Türkei 4 9 10
Rumänien 10 7 5
Polen 0 2 0
Italien 0 0 1
Ungarn 1 0 0
GESAMT 32 29 23

Kommentar

Bei der Tollwut handelt es sich um eine Zoonose, eine Erkrankung des Menschen verläuft fast immer tödlich. Auch wenn Österreich 2008 frei von terrestrischer Tollwut erklärt wurde, sollte diese Krankheit bei entsprechender Symptomatik immer in Betracht gezogen werden, besonders bei Tieren, die aus nicht tollwutfreien Ländern stammen oder diese bereist haben. Typische Symptome sind insbesondere Verhaltensänderungen wie Scheu, Nervosität oder Gereiztheit, Schluckbeschwerden, vermehrter Speichelfluss, gelegentlich Hydrophobie (Abscheu vor Wasser), Aggressivität sowie Lähmungserscheinungen. Personen, die beruflich mit empfänglichen Tieren in Kontakt kommen können (z.B. Mitarbeiter:innen von Tierheimen/Auffangstationen oder Tierärzt:innen und deren Mitarbeiter:innen) sollten generell gegen Tollwut geimpft sein. Tierärzt:innen sind verpflichtet einen begründeten Verdacht unverzüglich der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde zu melden. Bissverletzungen durch tollwutkranke oder -verdächtige Tiere sind ebenso meldepflichtig.

Weitere Informationen über Tollwut finden Sie hier.

Quellen

ADIS


Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist gering und die Situation unauffällig.

Lumpy skin disease

Im Berichtszeitraum Mai (Stichtag 03.06.2026) wurden drei Ausbrüche von Lumpy Skin Disease aus Italien in das ADIS gemeldet.

In Österreich wird das Risiko derzeit als gering eingestuft.

Auf Sardinien wurden Mitte April die ersten Ausbrüche der LSD im Jahr 2026 gemeldet. Mit drei weiteren bestätigten Ausbrüchen im Mai beläuft sich die Gesamtzahl mittlerweile auf acht.

Betroffen sind vor allem Kälber unter sechs Monaten, die von geimpften Muttertieren abstammen. Grundsätzlich ist eine Impfung der Kälber erst ab einem Alter von sechs Monaten vorgesehen, da zuvor von einem ausreichenden Schutz durch maternale Antikörper ausgegangen wird, die über die Milch aufgenommen werden. Die jüngsten Ausbrüche deuten jedoch darauf hin, dass ein früherer Impfzeitpunkt sinnvoll sein könnte. Zudem wurde das Virus in der Ausbruchsregion auch in untersuchten Zecken und Stechmücken nachgewiesen.

Der letzte Ausbruch in Frankreich wurde Anfang Jänner verzeichnet, in Spanien zuletzt Anfang März.

In Österreich ist bisher noch nie ein Fall von Lumpy Skin Disease (LSD) aufgetreten. Der Mensch kann sich nach aktuellem Wissensstand nicht infizieren.

Zur Prävention der Einschleppung der Krankheit, wurde im Oktober eine nach wie vor gültige Kundmachung erlassen, welche Sofortmaßnahmen beim Einbringen empfänglicher Tiere aus Italien, Frankreich und Spanien beinhaltet. Die Kundmachung richtet sich an Tierhaltungsbetriebe, Schlachthöfe und Transportunternehmen und dient einer erhöhten Biosicherheit.

Tabelle LSD-Ausbrüche: Anzahl der im ADIS gemeldeten LSD-Ausbrüche im Zeitraum von 01.03.2026 bis 31.05.2026 (Stichtag: 03.06.2026).
Mrz Apr Mai
Italien 0 5 3
Spanien 1 0 0
GESAMT 1 5 3

Kommentar

Der Erreger der Lumpy Skin Disease ist ein Virus aus dem Genus Capripoxvirus und ist verwandt mit den Erregern der Schaf- und Ziegenpocken. Die Infektion verläuft meist akut bis subakut, manchmal auch chronisch. Die Rinder leiden typischerweise unter Exanthemen (Hautausschlägen) mit schmerzhaften, bis zu 5 cm großen Hautknoten, vorzugsweise an Kopf, Hals und im Schwanzbereich. Es kann zu hohen Fieberschüben und damit einhergehender Mattigkeit und Appetitlosigkeit, sowie zu vermehrtem Tränen- und Speichelfluss, Bindehautentzündungen, vergrößerten Lymphknoten und Aborten kommen. Viren lassen sich vor allem in den Hautläsionen aber auch in Augen- und Nasensekret, Speichel, Blut und Samen nachweisen. Die Übertragung erfolgt in erster Linie über verschiedene blutsaugende und beißende Insekten und Milben, aber auch unbelebte Vektoren, wie Gerätschaften und Kleidung, spielen eine Rolle. Auch eine direkte Übertragung ist möglich. Das Virus ist sehr stabil und kann, geschützt vor direktem Sonnenlicht, mehrere Monate lang auch abseits des Wirtes infektiös bleiben.

Es gibt einen Impfstoff, der flächendeckend eingesetzt, eine wirksame Maßnahme gegen die Verbreitung der Krankheit darstellt. Impfungen sind in Österreich unter strengen Rahmenbedingungen (Entscheidung der Behörden) grundsätzlich möglich, allerdings an Handelsrestriktionen geknüpft. Derzeit ist in Österreich kein Impfstoff zugelassen.

Bei einem Verdacht auf Einschleppung des Erregers können jederzeit Proben von verdächtigen Tieren an das NRL in Mödling geschickt werden.

Quellen

KVG, WOAH FAQ, RIS, SCoPAFF Animal Health and Welfare committee meeting Mai


Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist mittel. Erhöhte Aufmerksamkeit ist angezeigt.

Pest der kleinen Wiederkäuer

Im Berichtszeitraum Mai (Stichtag 03.06.2026) wurden zwei Ausbrüche von PPR aus Albanien in das ADIS gemeldet.

In Österreich wird das Risiko derzeit als mittel eingestuft.

In Albanien wurden die beiden Ausbrüche im Norden an der Grenze zu Montenegro sowie in Mittelalbanien gemeldet, womit zwei unterschiedliche Regionen betroffen sind.

Da infizierte Tiere nicht immer Symptome zeigen bzw. die Symptome nicht immer eindeutig sind, wird der Nachweis der Erkrankung erschwert und verzögert sich oftmals. Das Europäischen Referenzlabor (EURL) für PPR empfiehlt daher eine erhöhte Aufmerksamkeit.

Um das Risiko einer Einschleppung des Erregers aus den in den letzten Monaten betroffenen Staaten auch weiterhin niedrig zu halten, gelten in Österreich die Kundmachungen AVN 2025/34 und AVN 2026/2. Darin werden Sofortmaßnahmen beim Einbringen von kleinen Wiederkäuern aus bestimmten Drittstaaten und bestimmten Gebieten der Europäischen Union zur Schlachtung festgelegt. So dürfen derzeit keine Schafe und Ziegen oder deren Erzeugnisse aus Albanien und dem Kosovo nach Österreich verbracht werden, außer sie erfüllen die in der Kundmachung festgelegten Bedingungen. Ebenso dürfen für PPR empfängliche Tierarten aufgrund von Sofortmaßnahmen der Europäischen Kommission in Griechenland, Bulgarien und Rumänien nicht außerhalb ihres jeweiligen Gebietes verbracht werden. Empfängliche Tiere aus Kroatien dürften unter bestimmten Bedingungen nach Österreich zur Schlachtung verbracht werden. Zu diesen Bedingungen zählen u.a. eine klinische Untersuchung der Tiere sowie die dokumentierte Reinigung und Desinfektion des Transportfahrzeugs.

Tabelle PPR-Ausbrüche: Anzahl der im ADIS gemeldeten PPR-Ausbrüche im Zeitraum von 01.03.2026 bis 31.05.2026 (Stichtag: 03.06.2026).
Mrz Apr Mai
Albanien 0 1 2
GESAMT 0 1 2

Kommentar

Die Pest der kleinen Wiederkäuer (Peste des petits ruminants, PPR) ist eine hochansteckende akute, hoch fieberhaft verlaufende virale Infektionskrankheit (Morbillivirus caprinae) der Schafe und Ziegen, sowie verwandter Wildwiederkäuer (z.B. Hirsch, Steinwild, Gazellen und Antilopen). Ziegen erkranken meistens schwerer als Schafe, wobei häufig ein Großteil der Herde betroffen ist. Paarhufer wie Hausrind, Büffel und Kameliden gelten als PPRV-Sackgassenwirte – eine Infektion verläuft symptomlos ohne Erregerausscheidung. Experimentelle Infektionsversuche haben gezeigt, dass Haus- und Wildschweine für dieses Virus empfänglich sind, klinische Anzeichen der Krankheit zeigen und in der Lage sind, die Krankheit auf kleine Wiederkäuer zu übertragen, mit denen sie in Kontakt kommen. Der Mensch kann sich nach aktuellem Wissensstand nicht infizieren. Die Übertragung erfolgt durch direkten oder indirekten Kontakt mit infizierten Tieren oder deren viruskontaminierten Ausscheidungen (auch Rohmilch), kann jedoch auch über die Luft durch Inhalation von erregerhaltigem Material erfolgen. Die Virusausscheidung ist bereits vor der Ausprägung von klinischen Symptomen möglich. Die Inkubationszeit beträgt in den meisten Fällen 5–6 Tage. Typisch für die Krankheit sind hohes Fieber, seröser Nasen- und Augenausfluss, ulzerös-nekrotisierende Entzündungen im Maulbereich und starker Durchfall. Nach wenigen Tagen kommt es zu Erosionen, Ulzera und Nekrosen der Maulschleimhaut. Auch Lungenentzündungen treten auf. Die Tiere können innerhalb weniger Tage sehr schwach werden und stark dehydrieren, was häufig zum Tode führt.

Quellen

FAO, WOAH, FLI, RIS


Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist mittel. Erhöhte Aufmerksamkeit ist angezeigt.

Schaf- und Ziegenpocken

Im Berichtszeitraum Mai (Stichtag 03.06.2026) wurden 24 Ausbrüche von Schaf- und Ziegenpocken aus Griechenland, Rumänien, Nordmazedonien, dem Kosovo und der Türkei in das ADIS gemeldet.

In Österreich wird das Risiko derzeit als mittel eingestuft.

In Griechenland waren die 19 Ausbrüche über das Festland verteilt, zudem war auch die Insel Ithaka betroffen. Die beiden Ausbrüche in Rumänien wurden – wie bereits im Vormonat – in der historischen Region Siebenbürgen, im Kreis Mureş, nachgewiesen. Darüber hinaus trat jeweils ein Ausbruch im Osten von Nordmazedonien, im Süden des Kosovo sowie im Nordosten der Türkei auf.

Österreich ist frei von Schaf- und Ziegenpocken, der letzte Ausbruch trat 1954 auf. Der Mensch kann sich nach aktuellem Wissensstand nicht infizieren.

Tabelle SPPV_GTPV-Ausbrüche: Anzahl der im ADIS gemeldeten SPPV_GTPV-Ausbrüche im Zeitraum von 01.03.2026 bis 31.05.2026 (Stichtag: 03.06.2026).
Mrz Apr Mai
Griechenland 26 11 19
Türkei 7 6 1
Rumänien 0 2 2
Kosovo 0 1 1
Nordmazedonien 0 1 1
GESAMT 33 21 24

Kommentar

Das Schafpockenvirus (SPPV) und Ziegenpockenvirus (GTPV) gehören zur Gattung der Capripoxviren, welchen auch das Lumpy Skin Disease Virus (LSDV) zugeordnet wird. Schaf- und Ziegenpocken sind relativ wirtsspezifisch und kommen in Schafen bzw. Ziegen vor, wobei ausgewählte Stämme in der Lage sind, sowohl Schafe als auch Ziegen zu infizieren. Die weltweite geografische Verbreitung ist hier dargestellt.

Die Infektion mit dem Schaf- oder Ziegenpockenvirus verläuft überwiegend akut bis subakut, wobei Jungtiere oft stärker betroffen sind als ältere Tiere. Erkrankte Tiere zeigen oftmals vermehrten Speichelfluss, Nasen- und Augenausfluss, Fieber, Kurzatmigkeit und Appetitlosigkeit. Innerhalb weniger Tage treten knotenartige Hautläsionen und ulzerierende Papeln an wenig behaarten Körperstellen auf. Diese trocknen später ab und bilden Krusten. Viren lassen sich im Augen- und Nasensekret, im Speichel und vor allem in den Hautläsionen nachweisen. Sie finden sich auch im Blut, im Harn, im Kot, im Samen und in der Milch. Eine direkte Übertragung von Tier zu Tier erfolgt über ulzerös zerfallende Papeln, Aerosole und Tröpfcheninfektionen. Aufgrund der Widerstandsfähigkeit und Langlebigkeit der Viren in der Umwelt ist auch die indirekte Übertragung über Wolle, Haare, Gerätschaften und schlecht behandelte Tierhäute von Bedeutung. Es sind diverse Impfstoffe für verschiedene Stämme vorhanden, welche jedoch in der EU nicht zugelassen sind. Impfungen innerhalb der EU sind entsprechend der Delegierte Verordnung (EU) 2023/361 grundsätzlich möglich, werden aber derzeit in keinem Mitgliedsstaat durchgeführt.

Bei einem Verdacht auf Einschleppung des Erregers können jederzeit Proben von verdächtigen Tieren an das NRL in Mödling geschickt werden.

Quellen

KVG, EFSA,


Die Tierseuche/Tierkrankheit tritt in Österreich auf. Spezifische Kontroll- und Bekämpfungsmaßnahmen werden getroffen.

Blauzungenkrankheit

Im Berichtszeitraum Mai (Stichtag: 03.06.2026) wurden keine Ausbrüche in das ADIS gemeldet1.

Das Risiko für weitere Ausbrüche in Österreich wird weiterhin als hoch eingestuft.

In Österreich wurden im Mai (Stichtag 03.06.2026) 21 Ausbrüche von BTV im Verbraucherinformationssystem (VIS) bestätigt, wobei Oberösterreich, Niederösterreich, Steiermark, Tirol, Vorarlberg und Salzburg betroffen waren. Der Großteil dieser Ausbrüche ist derzeit nach wie vor auf einen Virusnachweis bei klinisch gesunden Tieren im Rahmen von Privatuntersuchungen (meist Verbringungsuntersuchungen) zurückzuführen. Vereinzelt können BTV-Nachweise in Proben von lebensschwachen Lämmern und Kälbern vorkommen, die auch Missbildungen (vor allem im Kopfbereich) aufweisen können. Hierbei kann es sich um Spätfolgen einer BTV-Infektion während der Trächtigkeit handeln, wodurch es beim Fetus zu Störungen in der Gehirnentwicklung kommt. Die Serotypisierung zur Klärung, ob es sich um BTV 3, BTV 4 oder BTV 8 handelt, erfolgt derzeit nicht mehr routinemäßig. Bedingt durch die steigenden Temperaturen und die damit einhergehende erhöhte Aktivität der Gnitzen ist damit zu rechnen, dass die Anzahl klinisch erkrankter Tiere wieder zunimmt. Sobald es vermehrt zu Virusnachweisen kommt, wird die Serotypisierung wieder Teil der Routinediagnostik.

Für ganz Österreich ist der Status „frei von Infektionen mit Blauzungenkrankheit (Serotyp 1–24)“ ausgesetzt.

Tierarten, die für BTV empfänglich sind, können in einigen Mitgliedsstaaten unter bestimmten Bedingungen verbracht werden. Von den jeweiligen Mitgliedstaaten festgelegten Bestimmungen werden auf der Seite der Europäischen Kommission veröffentlicht.

Derzeit ist die BTV-Infektion als Seuche der Kategorien C+D+E eingestuft. Am 26. Jänner wurde die Durchführungsverordnung (EU) 2026/169 veröffentlicht, mit der ab 15. Juli 2026 eine Änderung der Einstufung (Neu: Kategorie D+E) in Kraft tritt. Ab diesem Zeitpunkt müssen Maßnahmen ergriffen werden, um eine Ausbreitung zwischen den Mitgliedstaaten zu verhindern und Ausbrüche müssen gemeldet werden. Die Erlangung eines Status “frei von Infektionen mit Blauzungenkrankheit (Serotyp 1–24)” auf EU Ebene wird nicht mehr gegeben sein.

Ein amtliches Impfprogramm gegen BT wird in Österreich nicht durchgeführt, jedoch empfiehlt das Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMASGPK) die Impfung aller empfänglichen Tierarten gegen die in Österreich auftretenden Serotypen. Die aktuelle Impfempfehlung von BMASGPK, AGES, Tiergesundheitsdienst Österreich und Veterinärmedizinischer Universität für 2026 finden Sie hier.

Zusätzlich sollten Tiere nach Möglichkeit zwischen Abend- und Morgendämmerung in den Stall gebracht werden (Insektengitter an den Fenstern und Türen schließen) um einen Stich von infizierten Gnitzen zu verhindern, die zu diesen Zeiten besonders aktiv sind. Der Einsatz von Insektiziden/Repellentien ist unter Einhaltung der Vorschriften zur Anwendung ebenfalls möglich und bietet einen zusätzlichen Schutz vor einer Übertragung.

Weitere Informationen über die Blauzungenkrankheit finden Sie hier.

[1] Zu beachten ist hierbei, dass die ADIS-Meldungen die tatsächliche Seuchensituation meist nicht realistisch darstellen. Eine Meldung eines BT-Ausbruchs in das ADIS erfolgt nur, sofern es sich um einen Primär- oder Sekundärausbruch in einem seuchenfreien Mitgliedsstaat, einer seuchenfreien Zone oder einem seuchenfreien Kompartiment handelt. Eine Karte und Tabelle der Mitgliedsstaaten, Zonen und Gebiete mit dem Status seuchenfrei sowie weitere Informationen der Europäischen Kommission finden Sie hier.

Tabelle BT-Ausbrüche: Anzahl der im ADIS gemeldeten BT-Ausbrüche im Zeitraum von 01.03.2026 bis 31.05.2026 (Stichtag: 03.06.2026).
Mrz Apr Mai
GESAMT 0 0 0

Quellen

KVG, EUR-Lex, Europäischen Kommission


Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist gering und die Situation unauffällig.

West Nil Virus

Im Berichtszeitraum (Stichtag: 03.06.2026) wurde im ADIS ein WNV-Ausbruch bei einem Vogel in Italien gemeldet (Vormonat 4). In der EU/EWR besteht eine Meldepflicht für WNV-Fälle bei Pferden und Vögeln.

Das Risiko für Österreich wird als gering eingeschätzt.

Pferde

Im Mai wurden keine WNV-Ausbrüche bei Pferden gemeldet.

Vögel

Italien meldete einen WNV-Ausbruch bei einem Steinadler im Piemont (Provinz Cuneo).

Menschen

Das European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) veröffentlichte am 11. Dezember den letzten Bericht über die gemeldeten WNV-Ausbrüche und schloss damit die Veröffentlichung der wöchentlichen saisonalen WNV-Berichte ab. Das ECDC geht von einer Übertragungssaison von Juni bis November aus.

Tabelle WNV-Ausbrüche: Anzahl der im ADIS gemeldeten WNV-Ausbrüche für Vogel (VO), Equid (EQ) im Zeitraum von 01.03.2026 bis 31.05.2026 (Stichtag: 03.06.2026).
März
April
Mai
VO EQ VO EQ VO EQ
Italien 0 0 3 0 1 0
Frankreich 0 0 0 1 0 0
GESAMT 0 0 3 1 1 0

Kommentar

Im Rahmen des SURVector-Projekts führt die AGES ein nationales Gelsen-Monitoring durch. Dabei werden an festgelegten Standorten Stechmücken gesammelt, klassifiziert und mittels molekularbiologischer Methoden auf das WNV untersucht. Weitere Informationen sowie Jahresbericht finden Sie hier. Im Jahr 2025 wurden österreichweit insgesamt 6.146 Stechmücken erfasst und auf WNV getestet. Alle untersuchten Gelsenpools waren negativ.

Einen Überblick über die WNV-Infektionen bei Menschen in der EU und den EU-Nachbarländern erhalten Sie auf der interaktiven Karte des ECDCs.

Weitere Informationen zur Vorbeugung einer Infektion sowie eine Karte mit der räumlichen Verteilung der WNV-Nachweise in Österreich finden Sie auf der Homepage der AGES.

Quellen

ADIS, ECDC, ISS, ECDC


Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist mittel. Erhöhte Aufmerksamkeit ist angezeigt.

Maul- und Klauenseuche

Im Berichtszeitraum Mai (Stichtag 03.06.2026) wurden weiterhin Ausbrüche aus Zypern und Griechenland in das ADIS gemeldet. Die Türkei meldete keine weiteren Ausbrüche.

Auf Zypern wurden im Mai 9 MKS‑Ausbrüche (Serotyp SAT‑1) gemeldet, womit die Anzahl der Ausbrüche im Vergleich zum Vormonat (29 Ausbrüche) deutlich zurückgegangen ist. Betroffen waren überwiegend Schaf- und Ziegenhaltungen, gefolgt von Rinderbetrieben sowie vereinzelt Schweinehaltungen. Der Großteil der Ausbrüche trat im Distrikt Larnaka auf, weitere Ausbrüche wurden im Distrikt Nikosia festgestellt. Zusätzlich wurde der erste bestätigte Ausbruch im Distrikt Limassol festgestellt, der im Südwesten der Insel liegt und etwa 70 km von den zuvor betroffenen Regionen (insbesondere Larnaka und Nikosia) entfernt ist. Insgesamt wurden 101 Betriebe gekeult. Dabei wurden etwa 9 % der Schaf- und Ziegenpopulation, 3,5 % der Rinderpopulation und 7,8 % der Schweinepopulation entfernt. Eine Zweitimpfung wurde bei 83 % der Rinder sowie bei 70 % der Schafe und Ziegen durchgeführt. In der Restriktionszone befinden sich derzeit rund 70 % der Rinderpopulation, 30 % der Schaf- und Ziegenpopulation sowie etwa 60 % der Schweinepopulation. Weitere Informationen befinden sich hier.

Auch auf der griechischen Insel Lesbos ist ein leichter Rückgang der Ausbruchszahlen zu verzeichnen. Im Mai wurden 31 MKS‑Ausbrüche (Serotyp SAT‑1) gemeldet, verglichen mit 49 Fällen im Vormonat. Betroffen sind vor allem Schaf- und Ziegenhaltungen, daneben auch Rinderbetriebe. Die gesamte Insel Lesbos wurde zeitweise als Restriktionszone eingestuft. Insgesamt wurden etwa 30.000 Tiere gekeult. Weitere Informationen befinden sich hier.

Das Risiko für Österreich wird aktuell als mittel eingestuft.

Das endemische Vorkommen von MKS in Ländern in unmittelbarer Nachbarschaft zur Europäischen Union aber auch in anderen Weltregionen ist Anlass zu unverminderter Aufmerksamkeit gegenüber einer möglichen Einschleppung der Seuche. Bei Verdachtsfällen oder einem unklaren Krankheitsbild empfänglicher Tierarten sollte immer eine Ausschlussuntersuchung auf MKS erfolgen.

Eine prophylaktische Impfung ist in der EU verboten. Es gibt keine Behandlungsmöglichkeit für erkrankte Tiere. In einem MKS-positiven Betrieb müssen alle empfänglichen Tiere getötet werden.

Für den Menschen ist die MKS ungefährlich.

Mit der Risikoampel der Universität Vechta können Rinderhaltungen anonym und kostenlos ihren Stand der Biosicherheit bewerten. Geeignete Desinfektionsmittel können Sie der DVG-Desinfektionsliste für den Tierhaltungsbereich entnehmen. Für eine Wirksamkeit gegen das MKS-Virus ist hier der Wirkungsbereich 7a, Unbehüllte Viren (Viruzidie) auszuwählen, sowie die Temperatur und die Einwirkzeit anzugeben.

Ein Informationsblatt mit den grundlegenden Informationen zur MKS finden Sie hier. Die wichtigsten Fragen und Antworten rund um die Maul- und Klauenseuche finden Sie hier.

Tabelle MKS-Ausbrüche: Anzahl der im ADIS gemeldeten MKS-Ausbrüche im Zeitraum von 01.03.2026 bis 31.05.2026 (Stichtag: 03.06.2026).
Mrz Apr Mai
Griechenland 20 49 31
Zypern 29 60 9
Türkei 17 1 0
GESAMT 66 110 40

Quellen

KVG, AGES, Europäische Kommission, ekathimerini.com

| Lesezeit 1 min
Tierseuchenradar

Aktualisiert: 08.09.2023

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