Gesundheit für Mensch, Tier, Pflanze & Umwelt

Tierseuchenradar – April 2026

| Lesezeit 1 min
Tierseuchenradar

Im österreichischen Tierseuchenradar werden Informationen zur internationalen Lage und Ausbreitung der bedeutendsten Tierseuchen und Tierkrankheiten, die für Österreich relevant sind, bewertet und zusammengestellt. Dadurch können mögliche Risiken für Österreich früh erkannt und kommuniziert werden. Der Tierseuchenradar erscheint monatlich.

Bitte klicken Sie auf den jeweiligen Eintrag für mehr Informationen.

Afrikanische Schweinepest

Anstieg der Ausbrüche bei Wildschweinen in Litauen und erster Ausbruch bei Hausschweinen im Piemont seit Oktober 2024

Aviäre Influenza

In Österreich weiterhin Ausbrüche bei Wildvögeln

Newcastle Krankheit

In Deutschland und Tschechien Ausbrüche in Grenznähe zu Österreich

Tollwut

Ausbrüche in Moldawien, der Türkei, Rumänien und Polen bei Haus-, Heim- und Wildtieren.

Lumpy skin disease

Ausbrüche auf Sardinien

Pest der kleinen Wiederkäuer
Schaf- und Ziegenpocken

Ausbrüche in Südosteuropa und Anatolien

Blauzungenkrankheit

Ausbrüche weiterhin auf niedrigem Niveau

West Nil Virus

Meldungen von Ausbrüchen auf Korsika und Sardinien

Maul- und Klauenseuche

Weiterhin Ausbrüche auf Lesbos, Zypern und in der Türkei.

Legende:

Für Deutschland und die Schweiz stehen mit dem Radar Bulletin entsprechend länderspezifische Beurteilungen der Tierseuchen-Risiken monatlich zur Verfügung. Im AGES Radar Infektionskrankheiten finden Sie aktuelle Informationen und Situationsbewertungen zu Infektionskrankheiten beim Menschen in Österreich und international.

Im folgenden Tierseuchenradar stellt ein "Ausbruch" einen im Animal Disease Information System (ADIS) gemeldeten Nachweis einer Tierseuche dar (Betriebe bei gehaltenen Tieren; Fundorte bei Wildtieren). Von einem Ausbruch betroffene Einzeltiere werden als "Fall" bezeichnet. Ein "Seuchengeschehen" stellt alle Ausbrüche dar, die in einem konkreten Zusammenhang stehen.

Die Datenabfrage erfolgt im ADIS zum angegebenen Stichtag. Nachmeldungen von Ausbrüchen nach dem Stichtag der Abfrage werden nicht dargestellt. Daraus können sich Unterschiede in den Ausbruchszahlen zu früheren Ausgaben des Tierseuchenradars ergeben.

Gesichtete Quellen: ADIS

Definition der Ampelfarben:

rot-schwarzes Symbol Rot-Schwarz: Die Tierseuche/Tierkrankheit tritt in Österreich auf. Spezifische Kontroll- und Bekämpfungsmaßnahmen werden getroffen.
rotes Symbol Rot: Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist hoch. Es werden konkrete Maßnahmen zum Schutz österreichischer Tierbestände getroffen.
oranges Symbol Orange: Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist mittel. Erhöhte Aufmerksamkeit ist angezeigt.
grünes Symbol Grün: Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist gering und die Situation unauffällig.

Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist hoch. Es werden konkrete Maßnahmen zum Schutz österreichischer Tierbestände getroffen.

Afrikanische Schweinepest

Situation

Situation in Österreich

Österreich ist bisher von der Afrikanischen Schweinepest (ASP) verschont geblieben, allerdings kommt sie in einigen direkten Nachbarländern wie Deutschland, Italien, der Slowakei, Tschechien und Ungarn vor. Aufgrund der geringen Entfernung zur österreichischen Staatsgrenze wird das Risiko für Österreich als hoch eingestuft.

Situation in Europa

Im April 2026 (Stichtag: 04.05.2026) wurden in Europa 21 Ausbrüche bei Hausschweinen und 951 Ausbrüche bei Wildschweinen in das ADIS gemeldet. Die Gesamtzahl von 972 gemeldeten Ausbrüchen ist im Vergleich zum Vormonat gesunken (siehe Abbildung ASP-Verlauf). Aktuell sind 14 Länder in Europa betroffen (Vormonat 15). Bulgarien meldete keine weiteren Ausbrüche (siehe Tabelle ASP-Ausbrüche und Abbildung ASP-Karte).

Hausschweine

Im April 2026 (Stichtag: 04.05.2026) ist die Zahl der europaweit an ADIS gemeldeten ASP-Ausbrüche bei Hausschweinen leicht gesunken (21 im Berichtszeitraum gegenüber 27 im Vormonat). Meldungen stammen aus Rumänien (15), Serbien (5) und Italien (1) (siehe Tabelle ASP-Ausbrüche). Die Mehrheit der betroffenen Betriebe (19) sind Kleinbetriebe mit jeweils weniger als 100 Tieren, darunter 11 private Kleinsthaltungen mit unter zehn Schweinen. Allerdings ist auch ein Betrieb in Călărași in Rumänien mit 7.032 Schweinen betroffen.

Italien meldete einen Ausbruch in einem Schweinebetrieb mit teilweiser Freilandhaltung in Montechiaro d’Acqui, Provinz Alessandria, Region Piemont, einem bislang als Zone‑II‑Gebiet eingestuften Gebiet. Weitere Informationen zu diesem Ausbruch finden sich im Kommentar.

Derzeit beträgt die kürzeste Distanz eines bestätigten ASP-Ausbruchs bei Hausschweinen zur österreichischen Staatsgrenze 284 km (gemeldet aus Italien, siehe Abbildung ASP-Distanz).

Wildschweine

Im April 2026 (Stichtag: 04.05.2026) meldeten insgesamt 14 Länder ASP-Ausbrüche bei Wildschweinen, darunter vier Staaten, die an Österreich grenzen. Die meisten Ausbrüche wurden aus Litauen mit 261 Fällen gemeldet, gefolgt von Polen (240), Deutschland (175), Italien (109), Ungarn (48), Lettland (39), Rumänien (36), der Slowakei (19), Estland (6), Spanien (6), Kroatien (5), Moldawien (3), Serbien (2) und der Ukraine (2). Die Zahl der ASP‑positiven Wildschweine in Litauen verbleibt auf einem hohen Niveau und steigt weiter an. Weitere Details sind der Tabelle ASP-Ausbrüche zu entnehmen.

Der letzte gemeldete Ausbruch in Tschechien war laut ADIS am 23.06.2025.

Derzeit beträgt die kürzeste Distanz eines bestätigten ASP-Ausbruchs bei Wildschweinen zur österreichischen Staatsgrenze 65 km (gemeldet aus der Slowakei, siehe Abbildung ASP-Distanz).

Tabelle ASP-Ausbrüche: Anzahl der im ADIS gemeldeten ASP-Ausbrüche für Hausschwein (HS), Wildschwein (WS) im Zeitraum von 01.02.2026 bis 30.04.2026 (Stichtag: 04.05.2026).
Februar
März
April
HS WS HS WS HS WS
Polen 0 214 0 378 0 240
Litauen 0 35 0 185 0 261
Italien (ohne Sardinien) 0 127 0 160 1 109
Deutschland 0 34 0 127 0 175
Ungarn 0 101 0 109 0 48
Rumänien 21 68 21 63 15 36
Lettland 0 91 0 56 0 39
Serbien 13 44 2 6 5 2
Slowakei 0 24 0 27 0 19
Kroatien 0 25 0 16 0 5
Estland 0 18 0 12 0 6
Spanien 0 12 0 6 0 6
Moldawien 3 2 2 3 0 3
Bulgarien 0 4 0 1 0 0
Ukraine 0 1 2 0 0 2
Bosnien und Herzegowina 0 1 0 0 0 0
GESAMT 37 801 27 1149 21 951
Europakarte zu ASP-Ausbrüche wie in "Situation in Europa" beschrieben.
Abbildung ASP-Karte: Karte der im ADIS gemeldeten ASP-Ausbrüche für Hausschwein, Wildschwein im Zeitraum von 01.04.2026 bis 30.04.2026 (Stichtag: 04.05.2026).
Verlaufsgrafik zu ASP-Ausbrüche in Europa: Die Anzahl der gemeldeten ASP-Fälle beim Wildschwein stieg in den kälteren Wintermonaten und sinkt in den wärmeren Sommermonaten. Im September ist die Anzahl der ASP-Ausbrüche bei Hausschweinen stark gesunken . Eine Detailbeschreibung finden Sie im Kapitel "Situation in Europa" und im Kapitel "Kommentar".
Abbildung ASP-Verlauf: Zeitlicher Verlauf der im ADIS gemeldeten ASP-Ausbrüche für Hausschwein, Wildschwein im Zeitraum von 01.05.2025 bis 30.04.2026 (Stichtag: 04.05.2026).
Verlaufsgrafik zur Entfernung der ASP-Ausbrüche zur Staatsgrenze: Im Dezember 2025 betrug die Distanz der ASP-Ausbrüche bei Wildschweinen zur österreichischen Staatsgrenze ca. 114 km. Eine Detailbeschreibung finden Sie im Kapitel "Situation in Europa" und im Kapitel "Kommentar".
Abbildung ASP-Distanz: Distanz der im ADIS gemeldeten ASP-Ausbrüche zur österreichischen Staatsgrenze im Zeitraum von 01.05.2025 bis 30.04.2026 (Stichtag: 04.05.2026).

Folgen für Österreich

In Österreich müssen seit Ende 2019 zum Zweck der Früherkennung alle tot aufgefundenen Wildschweine gemeldet und von der AGES auf das ASP-Virus untersucht werden. Daneben erfolgen Untersuchungen von Aborten sowie von klinisch oder pathologisch auffälligen Hausschweinen und von Organproben gemäß dem ASP- und KSP-Stichprobenplan.

Tierhalter können die “ASP-Risikoampel” oder den online Fragebogen “Biocheck” verwenden, um die Biosicherheit ihrer Betriebe kostenlos und anonym zu überprüfen. Weitere Empfehlungen und ein Handbuch zur Biosicherheit bei der Haltung von Schweinen in Österreich werden auf der Website des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMASGPK) bzw. auf der Kommunikationsplattform Verbrauchergesundheit zur Verfügung gestellt.

Im europäischen Tiergesundheitsrecht (Verordnung (EU) 2016/429) mit den ergänzenden Rechtsakten und der österreichischen ASP-Verordnung 2005 sind Zuständigkeiten und Maßnahmen zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest festgelegt. In der Durchführungsverordnung 2023/594/EU (zuletzt geändert mittels Durchführungsverordnung 2026/767/EU) sind die geltenden Gebiete (Sperrzonen I, II und III) mit erhöhtem Risiko einer Ausbreitung der ASP (Teile I–III) aufgeführt.

Die AGES hat ein Video über Biosicherheit erstellt. Das Video zeigt die erforderlichen Biosicherheitsmaßnahmen beim Betreten und Verlassen eines Betriebes, in dem eine anzeigepflichtige Tierseuche vermutet wird oder nachgewiesen wurde.

Einen Überblick über die ASP-Zonierungsmaßnahmen in Europa erhalten Sie auf den interaktiven Karten der EU-Kommission.

Kommentar

Italien meldete einen Ausbruch in einem Schweinebetrieb mit Freilandhaltung in Montechiaro d’Acqui, Provinz Alessandria, Region Piemont. Die betroffenen Tiere gehörten zur autochthonen piemontesischen Rasse Cavour-Schwarzschwein, einer historischen Schweinerasse, die im Piemont bis in die 1930er‑Jahre weit verbreitet war, später nahezu ausstarb und im Rahmen eines Forschungsprojekts der Universität Turin wiederbelebt wurde. Der Bestand umfasste 82 Mastschweine und wurde in semi‑extensiver Haltung geführt. Es bestanden hohe strukturelle Biosicherheitsmaßnahmen, darunter Doppelzäune, die verpflichtende Nutzung von Einwegschutzkleidung sowie ein eigener Bereich zur Fahrzeugdesinfektion.

Die Anzahl der ASP‑positiven Wildschweine in Litauen steigt von hohem Niveau weiter an. Beim letzten SCoPAFF‑Treffen wurde berichtet, dass insbesondere der zentral‑östliche Teil des Landes eine hohe Viruskonzentration aufweist. Täglich werden dort ein bis dreißig verendete Wildschweine gefunden, von denen rund 98 % ASP-positiv sind.

Für Österreich bleibt der indirekte Eintrag der ASP durch den Menschen aus von ASP betroffenen Ländern das höchste Risiko. Daher ist die Sensibilisierung der verschiedenen Interessengruppen von größter Bedeutung. Ausführliche Informationen, Filme, Broschüren sowie Poster zur Ätiologie, Diagnose und epidemiologischen Ausbreitung der ASP finden Sie auf der Website der KVG.

Quellen

ADIS, BLV, FLI, PROMED


Die Tierseuche/Tierkrankheit tritt in Österreich auf. Spezifische Kontroll- und Bekämpfungsmaßnahmen werden getroffen.

Aviäre Influenza

Situation

Außerhalb des Berichtszeitraums wurde aufgrund eines grenznahen HPAI-Ausbruchs in Tschechien eine Überwachungszone eingerichtet, die teilweise Gemeinden im Bezirk Gmünd umfasst. Die Überwachungszone gilt seit dem 9. Mai. In der Zonenkarte ist diese Überwachungszone dargestellt, die Kundmachung mit einer Auflistung der umfassten Gebiete finden Sie hier.

Situation in Österreich

Im Berichtszeitraum April 2026 (Stichtag 03.05.2026) erfolgten in Österreich 19 Ausbruchsmeldungen bei Wildvögeln aus den Bundesländern Wien, Niederösterreich, Tirol und dem Burgenland.

    1. April, 1 Schwan, Wien
    1. April, 1 Schwan, Wien
    1. April, 2 Bussarde, Neusiedl am See, Burgenland
    1. April, 1 Graureiher, Wien
    1. April, 1 Schwan, Wien
    1. April, 1 Schwan, Wien
    1. April, 1 Schwan, Wien
    1. April, 1 Schwan, Wien
    1. April, 1 Stockente, Innsbruck, Tirol
    1. April, 1 Fasan, Mattersburg, Burgenland
    1. April, 1 Schwan, Tulln, Niederösterreich
    1. April, 1 Schwan, Tulln, Niederösterreich
    1. April, 2 Schwäne, Wien
    1. April, 1 Schwan, Wien
    1. April, 1 Schwan, Wien
    1. April, 1 Schwan, Wien
    1. April, 1 Schwan, Tulln, Niederösterreich
    1. April, 1 Schwan, Wien
    1. April, 1 Schwan, Wien

Ausbrüche bei Geflügel oder bei Vögeln in Gefangenschaft wurden im April in Österreich nicht gemeldet. Der letzte Nachweis der HPAI bei Geflügel erfolgte im November 2025 in einem Geflügelbetrieb mit 645 gehaltenen Gänsen in Oberösterreich. Vögel in Gefangenschaft waren zuletzt am 21. Februar 2026 in einer Klein-/Hobbyhaltung mit 20 Hühnern im Bezirk Mattersburg (Burgenland) betroffen.

Das aktuelle Risiko für Geflügelbetriebe und Haltungen von Vögeln in Gefangenschaft in Österreich wird als mittel, gebietsweise in Gewässernähe als hoch bewertet. In Österreich muss mit weiteren Ausbrüchen bei Wildvögeln gerechnet werden.

Seit dem 4. April sind in Österreich alle Gebiete mit stark erhöhtem Geflügelpestrisiko und damit eine Stallpflicht für Geflügel aufgehoben. Für das gesamte Bundesgebiet gilt die Einstufung als Gebiet mit erhöhtem Geflügelpestrisiko entsprechend der Kundmachung zur Festlegung eines HPAI-Risikogebiets (AVN 2026/10) .

Situation in Europa

Geflügel

Im April 2026 wurden in Europa 61 Ausbrüche der hochpathogenen aviären Influenza A(H5N*) in Geflügelbetrieben in das ADIS gemeldet. Im Vergleich zum Vormonat März (55 Ausbrüche) ist die Zahl leicht gestiegen und bleibt weiterhin auf hohem Niveau. Die Zahl der Länder, aus denen Meldungen in das ADIS eingingen, ist von 10 im Vormonat auf 4 im April deutlich gesunken (siehe Tabelle HPAI-Ausbrüche). Betroffen waren Geflügelbetriebe hauptsächlich in Polen mit 57 Ausbrüchen. Weitere Ausbruchsmeldungen erfolgten aus Frankreich (2 Ausbrüche), jeweils einen Ausbruch meldeten Deutschland und Dänemark.

Wildvögel

Im April sank die Zahl der Ausbrüche in Europa deutlich von 702 im Vormonat auf 203 Ausbrüche. Die Zahl der Länder mit HPAI A(H5N*)-Nachweisen bei Wildvögeln sank leicht von 20 im März auf 18 im April. Am stärksten betroffen war Deutschland mit 116 Ausbrüchen. Weitere Ausbruchsmeldungen erfolgten aus Österreich: 19 Ausbrüche; Dänemark: 14 Ausbrüche; Norwegen: 9 Ausbrüche; Polen: 8 Ausbrüche; Belgien: 8 Ausbrüche; Schweden: 8 Ausbrüche; Niederlande: 7 Ausbrüche; Finnland: 3 Ausbrüche; Ungarn und Frankreich: je 2 Ausbrüche; Tschechien, Estland, Italien, Rumänien, Spanien, Kroatien und Griechenland: jeweils ein Ausbruch (siehe Tabelle HPAI-Ausbrüche).

Hauptsächlich betroffen waren im April weiterhin wildlebende Wasservögel (Schwäne, Gänse und Enten) aber auch Möwenvögel, Reiher und Kormorane. Vermehrt erfolgen Nachweise bei Falkenartigen, Greifvögeln und Eulen in zahlreichen Ländern. Vereinzelt erfolgten Nachweise bei einer Vielzahl weiterer Vogelarten, wie beispielsweise Störchen, Brachvögeln und Fasanen. Belgien meldete einen Nachweis bei einer Amsel. Ausbrüche bei Rabenartigen wurden im April in Europa nicht gemeldet.

Vögel in Gefangenschaft

Nach 21 gemeldeten Ausbrüchen bei Vögeln in Gefangenschaft im Vormonat März wurden im April 2026 6 Ausbrüche der HPAI A(H5N*) in das ADIS gemeldet (Polen: 3 Ausbrüche; Deutschland, Estland und Ukraine: jeweils ein Ausbruch (siehe Tabelle HPAI-Ausbrüche). Betroffen waren häufig gemischte Haltungen mit Wassergeflügel und Hühnern.

Einen Überblick der European Food Safety Authority (EFSA) über den aktuellen Seuchenzug und Empfehlungen finden Sie hier. Das Europäische Referenzlabor für Aviäre Influenza und Newcastle Disease in Italien (EURL AI/ND) stellt in einem Datenportal detaillierte Informationen über HPAI-Ausbrüche in Europa zur Verfügung.

Tabelle HPAI-Ausbrüche: Anzahl der im ADIS gemeldeten HPAI-Ausbrüche für Geflügel (GE), Wildvögel (WV), Vögel in Gefangenschaft (VG) im Zeitraum von 01.02.2026 bis 30.04.2026 (Stichtag: 04.05.2026).
Februar
März
April
GE WV VG GE WV VG GE WV VG
Deutschland 11 623 18 6 442 11 1 116 1
Polen 16 123 5 15 67 2 57 8 3
Dänemark 4 29 1 8 62 2 1 14 0
Niederlande 5 51 2 5 30 0 0 7 0
Belgien 0 51 1 0 26 0 0 8 0
Schweden 1 21 1 0 19 0 0 8 0
Österreich 0 13 1 0 10 0 0 19 0
Tschechien 3 15 8 6 5 5 0 1 0
Ungarn 3 33 0 3 2 0 0 2 0
Norwegen 0 28 0 0 5 0 0 9 0
Frankreich 6 9 6 2 4 1 2 2 0
Estland 0 7 0 0 15 0 0 1 1
Italien 7 3 0 3 0 0 0 1 0
Litauen 0 8 0 0 3 0 0 0 0
Bulgarien 6 0 0 2 1 0 0 0 0
Slowakei 3 5 1 0 0 0 0 0 0
Rumänien 0 4 1 0 2 0 0 1 0
Spanien 0 5 0 0 2 0 0 1 0
Kroatien 0 6 0 0 0 0 0 1 0
Finnland 0 0 0 0 3 0 0 3 0
Montenegro 0 0 0 5 0 0 0 0 0
Moldawien 0 1 0 0 2 0 0 0 0
Slowenien 0 2 0 0 1 0 0 0 0
Island 0 2 0 0 0 0 0 0 0
Luxemburg 0 1 1 0 0 0 0 0 0
Bosnien und Herzegowina 1 0 0 0 0 0 0 0 0
Griechenland 0 0 0 0 0 0 0 1 0
Irland 0 0 0 0 1 0 0 0 0
Schweiz 0 1 0 0 0 0 0 0 0
Ukraine 0 0 0 0 0 0 0 0 1
GESAMT 66 1041 46 55 702 21 61 203 6
Europakarte mit eingezeichneten HPAI-Ausbrüchen wie in "Situation in Europa" beschrieben.
Abbildung HPAI-Karte: Karte der im ADIS gemeldeten HPAI-Ausbrüche für Geflügel, Wildvögel, Vögel in Gefangenschaft im Zeitraum von 01.04.2026 bis 30.04.2026 (Stichtag: 04.05.2026).
Verlaufsgrafik der letzten zwölf Monate zu HPAI-Ausbrüchen in Europa: In den Sommermonaten nur wenige Ausbrüche in Europa. Mit Beginn der HPAI-Saison 2025/2026 steigen ab September 2025 die Ausbruchszahlen bei Wildvögeln stark an. Vermehrt sind auch Geflügelbestände und Vögel in Gefangenschaft in Europa betroffen. Nach dem Höhepunkt der Ausbrüche im November 2025 sank die Zahl der Ausbrüche bis Januar, steigen dann jedoch bis März wieder. Ab März ist erneut ein Absinken der Ausbruchszahlen zu beobachten, die Zahl bleibt jedoch auf hohem Niveau.
Abbildung HPAI-Verlauf: Zeitlicher Verlauf der im ADIS gemeldeten HPAI-Ausbrüche für Geflügel, Wildvögel, Vögel in Gefangenschaft im Zeitraum von 01.05.2025 bis 30.04.2026 (Stichtag: 04.05.2026).
Verlaufsgrafik zur Entfernung der HPAI-Fälle zur Staatsgrenze: in den Sommermonaten  2025 traten keine Ausbrüche der HPAI in Österreich, vereinzelt jedoch in unmittelbarer Nähe zur österreichischen Staatsgrenze auf. Ab September 2025 werden Ausbrüche in Österreich gemeldet und auch einige Nachbarländer Österreichs sind betroffen. Detailbeschreibung im Kapitel "Situation in Europa".
Abbildung HPAI-Distanz: Distanz der im ADIS gemeldeten HPAI-Ausbrüche zur österreichischen Staatsgrenze im Zeitraum von 01.05.2025 bis 30.04.2026 (Stichtag: 04.05.2026).

Folgen für Österreich

Mit 4. April 2026 wurden gemäß § 2 Abs. 1 Z 6 der Vogelgesundheitsverordnung durch die Kundmachung zur Festlegung eines HPAI-Risikogebietes Gebiete mit stark erhöhtem Geflügelpestrisiko und damit die Stallpflicht bei Geflügel aufgehoben. Das gesamte Bundesgebiet gilt als Gebiet mit erhöhtem Geflügelpestrisiko. Die Seuchensituation wird fortlaufend bewertet, und die Risikogebiete werden bei Bedarf angepasst.

Geflügelbetriebe, Zoo- und Hobbyhaltungen sollten neben den verpflichtend umzusetzenden Maßnahmen weiterhin mit erhöhter Sorgfalt effektive Biosicherheits- und Hygienemaßnahmen umsetzen. Direkte oder indirekte Kontakte zu Wildvögeln stellen weiterhin ein Risiko einer Übertragung dar und sollten konsequent verhindert werden. Mit einem Handbuch stellt die Österreichische Qualitätsgeflügelvereinigung (QGV) Informationen zur Biosicherheit und eine Checkliste zur Selbstevaluierung zur Verfügung. Mit der “AI-Risikoampel” oder dem online Fragebogen “Biocheck” stehen weitere kostenlose und anonyme Möglichkeiten zur Überprüfung des eigenen Status der Biosicherheit zur Verfügung. Die praktische Umsetzung von Biosicherheitsmaßnahmen wird in der LFI-Broschüre Biosicherheit Geflügel erläutert und bildlich dargestellt. Für Hobby- und Kleinhaltungen hat die AGES in einem Infoblatt die wichtigsten Informationen über die HPAI zusammengefasst.

Jede Geflügelhaltung ist der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde zu melden.

Tot aufgefundene oder verendende Wasser- und Greifvögel müssen unmittelbar der Bezirksverwaltungsbehörde gemeldet und im Nationalen Referenzlabor für Aviäre Influenza (AGES IVET Mödling) untersucht werden, damit frühzeitig entsprechende Maßnahmen getroffen werden können.

Kommentar

Nach dem bislang stärksten Ausbruchsgeschehen in Europa während der Wintermonate 2025/2026 bleiben die Ausbruchzahlen 2026 im Vergleich zu den zurückliegenden Jahren deutlich länger auf einem hohen Niveau. Auch im April waren noch weite Teile Europas von der HPAI betroffen, jedoch in deutlich unterschiedlichem Ausmaß. Geflügelbetriebe waren hauptsächlich in Polen von Ausbrüchen betroffen, Betriebe in anderen Ländern nur vereinzelt. Der Großteil der Nachweise bei Wildvögeln erfolgte in Deutschland, wo hingegen nur ein einzelner Ausbruch in einem Geflügelbetrieb gemeldet wurde. Österreich meldete im April nach Deutschland am häufigsten Ausbrüche bei Wildvögeln in Europa. Bis auf wenige Ausnahmen beschränken sich die Ausbrüche auf einen ca. 9 km langen Abschnitt der Donau in Wien und unmittelbar nördlich des Stadtgebiets. Es ist jedoch davon auszugehen, dass HPAI-Virus weiterhin auch in anderen Regionen in Wildvogelpopulationen zirkuliert. Besonders in Gewässernähe ist mit einem anhaltenden Übertragungsrisiko auf Geflügel und gehaltene Vögel zu rechnen.

Im Berichtszeitraum war Österreich nicht von HPAI-Ausbrüchen bei Geflügel oder Vögeln in Gefangenschaft betroffen, Schutz- und Überwachungszonen waren daher nicht eingerichtet. Im Falle von erneuten Ausbrüchen sind diese Zonen auf der Zonenkarte der AGES dargestellt, inklusive jener Zonen in Nachbarländern, die bis nach Österreich reichen. Neben der HPAI umfasst die Zonenkarte auch Zonen, die aufgrund anderer Tierseuchen eingerichtet werden.

Quellen

ADIS, RIS, EFSA, EURL


Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist hoch. Es werden konkrete Maßnahmen zum Schutz österreichischer Tierbestände getroffen.

Newcastle Krankheit

Im Berichtszeitraum April (Stichtag: 03.05.2026) wurden europaweit 51 Ausbrüche aus Polen: 40 Ausbrüche, Deutschland: 13 Ausbrüche, Tschechien: 4 Ausbrüche und Spanien: 3 Ausbrüche und Lettland: ein Ausbruch in das ADIS gemeldet. Im Vormonat März wurden in Europa 69 Ausbrüche gemeldet.

In Österreich wird das Risiko derzeit als hoch eingestuft. Mit Deutschland und Tschechien tritt die NCD teilweise grenznah in Nachbarländern Österreichs auf. Für eine Einschleppung nach Österreich spielen neben dem Handel mit lebendem oder geschlachtetem Geflügel auch kontaminierte Fahrzeuge, Gegenstände oder Personen eine Rolle. Eine Übertragung durch infizierte Wildvögel ist ebenfalls möglich. Die AGES stellt die Auswertungen der im Trade Control and Expert System der Europäischen Kommission (TRACES) erfassten Verbringungen von Tieren und tierischen Produkten in einem interaktiven Tool zur Verfügung.

Erstmals seit September 2008 wurde am 20. Februar 2026 ein ND-Ausbruch bei Geflügel aus Deutschland gemeldet. Betroffen war ca. 1 km entfernt von der Grenze zu Polen ein Putenbetrieb mit 23.000 Tieren in Brandenburg. Die betroffenen Puten waren bereits teilgeimpft, das Impfprotokoll jedoch bei jüngeren Tieren noch nicht abgeschlossen. Trotz durchgeführter epidemiologischer Untersuchungen konnte der Eintragsweg nicht ermittelt werden. Weitere Untersuchungen zeigten einen genetischen Zusammenhang mit dem in Polen vorkommenden Genotyp VII.1.1. Am 27. Februar erfolgte aus Bayern die Meldung eines weiteren ND-Ausbruchs in Deutschland. Nordwestlich von München wurde in einem Betrieb mit 10.000 Legehennen das Virus mittels PCR nachgewiesen. Der Betrieb liegt ca. 500 km entfernt von dem betroffenen Betrieb in Brandenburg und Kontakte zwischen den Betrieben bestanden laut den zuständigen Behörden nicht. Im März kam es regional begrenzt in Brandenburg und Bayern zu weiteren 39 Ausbrüchen in Geflügelbetrieben und 11 in Klein-/Hobbyhaltungen. Auch im April wurden aus Brandenburg 8 Ausbrüche bei Geflügel und 3 Ausbrüche bei gehaltenen Tauben gemeldet. Auch Bayern war im April mit 2 Ausbrüchen bei Geflügel weiterhin von der NCD betroffen.

Polen ist seit 2024 das am stärksten betroffene Land in Europa. Trotz der bereits seit April 2025 verpflichtenden landesweiten Impfung von Hühnern und Truthühnern in kommerziellen Haltungen wurden im April 2026 16 Ausbrüche in Geflügelbetrieben gemeldet. Die Wirksamkeit der Impfprogramme wird mittels serologischer Antikörperuntersuchungen überwacht. Teilweise werden die ND-Ausbrüche in geimpften Herden auf unzureichende oder fehlerhafte Impfungen zurückgeführt. Zusätzlich waren im April 14 Hobby- und Kleinhaltungen von NCD-Ausbrüchen in Polen betroffen.

In Tschechien besteht eine Impfpflicht für Elterntierherden und Betriebe mit Legehennen. Ausbrüche bei Geflügel sind in Tschechien bislang nicht aufgetreten. Im März meldete Tschechien 4 Ausbrüche in Klein- und Hobbybetrieben. Da eine Übertragung durch Wildvögel vermutet wird, gibt es seit Jahresbeginn ein Monitoring-Programm, um die Zirkulation von NCD-Virus in Wildvogel-Populationen zu überwachen.

Spanien meldete im April in der Comunitat Valenciana 3 Ausbrüche in Geflügelbetrieben mit Masthühnern und Legehennen. Die betroffenen Tiere zeigten eine leicht erhöhte Mortalität und mit Apathie, Ödemen im Kopfbereich, Lähmungen, Fieber und Durchfall klinische Symptome einer NCD-Erkrankung. Nach Information der zuständigen Behörden waren die Tiere entsprechend des Impfprogramms mit drei Impfdosen vakziniert.

Bei Geflügel ist die Newcastle Disease zuletzt 1997 in Österreich aufgetreten. Es erfolgen bei Wildtauben sporadisch und bei Haustauben sehr selten Nachweise eines an Tauben angepassten Virusstammes, der in Österreich bisher nicht bei Haus- oder Nutzgeflügel nachgewiesen wurde.

Tabelle NCD-Ausbrüche: Anzahl der im ADIS gemeldeten NCD-Ausbrüche für Geflügel (GE), Nicht-Geflügel (NG) im Zeitraum von 01.02.2026 bis 30.04.2026 (Stichtag: 04.05.2026).
Februar
März
April
GE NG GE NG GE NG
Polen 8 16 6 8 16 14
Deutschland 2 0 39 11 10 3
Tschechien 0 9 0 4 0 4
Spanien 0 0 1 0 3 0
Lettland 0 0 0 0 0 1
Litauen 0 1 0 0 0 0
GESAMT 10 26 46 23 29 22

Kommentar

Die Newcastle Disease (NCD) ist eine hochansteckende Viruserkrankung, verursacht durch virulente Stämme des aviären Paramyxovirus Typ 1 (AMPV-1), das nach neuer Nomenklatur als Orthoavulavirus javaense (OAVJ)-Serotyp 1 bezeichnet wird. Es werden entsprechend der krankmachenden Eigenschaften bei Hühnern verschiedene Pathotypen unterschieden: lentogen (avirulent), mesogen (mäßig virulent) und velogen (hoch virulent). Empfänglich für die NCD sind Nutzgeflügel und viele Vogelarten, besonders Tauben. Infizierte Vögel scheiden große Mengen Virus mit Körperflüssigkeiten, wie Speichel, Kot, Nasen- und Rachensekreten aus. Eine Ansteckung erfolgt direkt von Tier zu Tier, über die Luft und Stallstaub oder indirekt über kontaminierte Gegenstände. Das Virus kann bereits im Ei (transovariell) von der Henne auf das Küken übertragen werden. Eine Erkrankung kann akut mit tödlichem Ausgang oder chronisch verlaufen. Häufige Symptome sind Atembeschwerden bis hin zu schwerer Atemnot, Durchfall, deutlich verminderte Wasser- und Futteraufnahme, Abfall der Legeleistung, Schwellungen im Kopfbereich, Mattigkeit und Fieber. Auch nervale Symptome wie Schiefhalten/Verdrehen des Kopfes oder Lähmungen können auftreten. Aufgrund der Ähnlichkeit der Symptome mit der hochpathogenen aviären Influenza wird die ND auch als “atypische Geflügelpest” bezeichnet.

Als Kategorie A gelistete Tierseuche sind alle Fälle der Newcastle Disease bei Vögeln meldepflichtig, bereits bei Verdacht muss umgehend die zuständige Bezirksverwaltungsbehörde informiert werden. In Einzelfällen können die Erreger auch auf den Menschen (meist Vogelhalter) übertragen werden (Zoonose). Es ist daher für alle Tierhalterinnen und Tierhalter wichtig, sich und ihre Vögel zu schützen!

Aufgrund der aktuellen Lage in den Nachbarländern empfiehlt das Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz dringend die Impfung aller empfänglichen Tiere. In Österreich stehen diverse Impfstoffe gegen die NCD zur Verfügung, deren Anwendung auf freiwilliger Basis möglich ist. Zusätzlich zur Impfung ist unabhängig von der Betriebsgröße wichtig, die betriebliche Biosicherheit zu überprüfen und gegebenenfalls zu verbessern, um das Risiko des Erregereintrags zu reduzieren. Hierfür stehen Informationsmaterialien und Hilfsmittel, wie beispielsweise das QGV-Handbuch Biosicherheitskonzept, die LFI-Broschüre Biosicherheit Geflügel oder der online Fragebogen Biocheck zur Verfügung.

Die wichtigsten Informationen zur Newcastle Disease sind in einem Infoblatt der AGES kurz&knapp zusammengefasst.

Quellen

SCoPAFF Meeting, 19–20 Februar: Polen, SCoPAFF Meeting, 19–20 Februar: Tschechien, Pirbright Institute, UK, Ministerio de Agricultura, Pesca y Alimentación (MAPA)

Im Berichtszeitraum April (Stichtag: 03.05.2026) wurden in das ADIS 27 Rabies (Tollwut)-Ausbrüche gemeldet (Vormonat 32 Ausbrüche). Aus Moldawien erfolgten 10 Ausbruchsmeldungen (9 Hunde, ein Rind und ein Rotfuchs), aus dem Osten und Süden der Türkei 8 Meldungen (5 Hunde, 2 Rinder und eine Ziege). 7 Ausbrüche (3 Hunde, 2 Rinder, ein Rotfuchs und eine Katze) meldete Rumänien in das ADIS. Aus Polen wurde im Osten des Landes je ein Nachweis bei einer Katze und einem Marderhund gemeldet (siehe Tabelle RABIES-Ausbrüche).

Das Risiko für Österreich wird aktuell als gering eingestuft. Eines der größten Risiken der Wiedereinschleppung der Tollwut nach Österreich ist das Verbringen von nicht geimpften Tieren aus Ländern mit endemischer Tollwut.

Tabelle RABIES-Ausbrüche: Anzahl der im ADIS gemeldeten RABIES-Ausbrüche im Zeitraum von 01.02.2026 bis 30.04.2026 (Stichtag: 04.05.2026).
Feb Mrz Apr
Moldawien 4 17 10
Rumänien 10 10 7
Türkei 12 4 8
Polen 0 0 2
Deutschland 1 0 0
Ungarn 0 1 0
GESAMT 27 32 27

Kommentar

Bei der Tollwut handelt es sich um eine Zoonose, eine Erkrankung des Menschen verläuft fast immer tödlich. Auch wenn Österreich 2008 frei von terrestrischer Tollwut erklärt wurde, sollte diese Krankheit bei entsprechender Symptomatik immer in Betracht gezogen werden. Besonders bei Tieren, die aus Ländern nicht frei von der Tollwut stammen oder diese bereist haben. Typische Symptome sind insbesondere Verhaltensänderungen wie Scheu, Nervosität oder Gereiztheit, Schluckbeschwerden, vermehrter Speichelfluss, gelegentlich Hydrophobie (Abscheu vor Wasser), Aggressivität sowie Lähmungserscheinungen. Personen, die beruflich mit empfänglichen Tieren in Kontakt kommen können (z.B. Mitarbeiter:innen von Tierheimen/Auffangstationen oder Tierärzt:innen und deren Mitarbeiter:innen) sollten generell gegen Tollwut geimpft sein. Tierärzt:innen sind verpflichtet einen begründeten Verdacht unverzüglich der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde zu melden. Bissverletzungen durch tollwutkranke oder -verdächtige Tiere sind ebenso meldepflichtig.

Weitere Informationen über Tollwut finden Sie hier.

Quellen

ADIS


Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist gering und die Situation unauffällig.

Lumpy skin disease

Im Berichtszeitraum April (Stichtag 04.05.2026) wurden vier Ausbrüche von Lumpy Skin Disease aus Italien in das ADIS gemeldet.

In Österreich wird das Risiko derzeit als gering eingestuft.

Auf Sardinien, wo LSD zuletzt im Oktober 2025 nachgewiesen worden war, wurden Mitte April die ersten Ausbrüche im Jahr 2026 gemeldet. Betroffen waren etwa 4 Monate alte, ungeimpfte Kälber, die von geimpften Muttertieren abstammten. Bis Ende April wurden insgesamt 4 Ausbrüche bestätigt – alle in der bereits nach dem ersten Ausbruch eingerichteten Sperrzone (Schutzzone mit 20-km-Radius, Überwachungszone mit 50-km-Radius). Der bestehende Impfplan vom 1. Juli 2025 wird nun fortgeführt. Zudem wird geprüft, ob der Impfzeitpunkt für Kälber, die von geimpften Kühen geboren werden, vorverlegt werden kann. Der letzte Ausbruch in Frankreich wurde Anfang Jänner verzeichnet, in Spanien zuletzt Anfang März.

In Österreich ist bisher noch nie ein Fall von Lumpy Skin Disease (LSD) aufgetreten. Der Mensch kann sich nach aktuellem Wissensstand nicht infizieren.

Zur Prävention der Einschleppung der Krankheit, wurde im Oktober eine nach wie vor gültige Kundmachung erlassen, welche Sofortmaßnahmen beim Einbringen empfänglicher Tiere aus Italien, Frankreich und Spanien beinhaltet. Die Kundmachung richtet sich an Tierhaltungsbetriebe, Schlachthöfe und Transportunternehmen und dient einer erhöhten Biosicherheit.

Tabelle LSD-Ausbrüche: Anzahl der im ADIS gemeldeten LSD-Ausbrüche im Zeitraum von 01.02.2026 bis 30.04.2026 (Stichtag: 04.05.2026).
Feb Mrz Apr
Italien 0 0 4
Spanien 1 1 0
GESAMT 1 1 4

Kommentar

Der Erreger der Lumpy Skin Disease ist ein Virus aus dem Genus Capripoxvirus und ist verwandt mit den Erregern der Schaf- und Ziegenpocken. Die Infektion verläuft meist akut bis subakut, manchmal auch chronisch. Die Rinder leiden typischerweise unter Exanthemen (Hautausschlägen) mit schmerzhaften, bis zu 5 cm großen Hautknoten, vorzugsweise an Kopf, Hals und im Schwanzbereich. Es kann zu hohen Fieberschüben und damit einhergehender Mattigkeit und Appetitlosigkeit, sowie zu vermehrtem Tränen- und Speichelfluss, Bindehautentzündungen, vergrößerten Lymphknoten und Aborten kommen. Viren lassen sich vor allem in den Hautläsionen aber auch in Augen- und Nasensekret, Speichel, Blut und Samen nachweisen. Die Übertragung erfolgt in erster Linie über verschiedene blutsaugende und beißende Insekten und Milben, aber auch unbelebte Vektoren, wie Gerätschaften und Kleidung, spielen eine Rolle. Auch eine direkte Übertragung ist möglich. Das Virus ist sehr stabil und kann, geschützt vor direktem Sonnenlicht, mehrere Monate lang auch abseits des Wirtes infektiös bleiben. Zur Seuchenbekämpfung steht ein Impfstoff zur Verfügung, der flächendeckend eingesetzt eine wirksame Maßnahme gegen die Verbreitung der Krankheit darstellt. Eine vorsorgliche Impfung ist bei diesem Impfstoff jedoch nicht vorgesehen. Impfungen sind in Österreich unter strengen Rahmenbedingungen (Entscheidung der Behörden) grundsätzlich möglich, allerdings an Handelsrestriktionen geknüpft. Derzeit ist in Österreich kein Impfstoff zugelassen.

Bei einem Verdacht auf Einschleppung des Erregers können jederzeit Proben von verdächtigen Tieren an das NRL in Mödling geschickt werden.

Quellen

KVG, WOAH FAQ, RIS, SCoPAFF Animal Health and Welfare committee meeting April


Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist mittel. Erhöhte Aufmerksamkeit ist angezeigt.

Pest der kleinen Wiederkäuer

Im Berichtszeitraum April (Stichtag 04.05.2026) wurde ein Ausbruch von PPR aus Albanien in das ADIS gemeldet.

In Österreich wird das Risiko derzeit als mittel eingestuft.

In Albanien wurde der Ausbruch in der Region Dibra, im Nordosten des Landes, nahe der Grenze zu Nordmazedonien und dem Kosovo gemeldet.

Dadurch, dass erkrankte Tiere nicht immer Symptome zeigen bzw. die Symptome nicht immer eindeutig sind, wird der Nachweis der Erkrankung erschwert und verzögert sich oftmals. Gerade deshalb wird vom Europäischen Referenzlabor (EURL) für PPR eine erhöhte Aufmerksamkeit empfohlen!

Um das Risiko einer Einschleppung des Erregers aus betroffenen Staaten auch weiterhin niedrig zu halten, gelten in Österreich die Kundmachungen AVN 2025/34 und AVN 2026/2. Darin werden Sofortmaßnahmen beim Einbringen von kleinen Wiederkäuern aus bestimmten Drittstaaten und bestimmten Gebieten der Europäischen Union zur Schlachtung festgelegt. So dürfen derzeit keine Schafe und Ziegen oder deren Erzeugnisse aus Albanien und dem Kosovo nach Österreich verbracht werden, außer sie erfüllen die in der Kundmachung festgelegten Bedingungen. Ebenso dürfen für PPR empfängliche Tierarten aufgrund von Sofortmaßnahmen der Europäischen Kommission in Griechenland, Bulgarien und Rumänien nicht außerhalb ihres jeweiligen Gebietes verbracht werden. Empfängliche Tiere aus Kroatien dürften unter bestimmten Bedingungen nach Österreich zur Schlachtung verbracht werden. Zu diesen Bedingungen zählen u.a. eine klinische Untersuchung der Tiere sowie die dokumentierte Reinigung und Desinfektion des Transportfahrzeugs.

Tabelle PPR-Ausbrüche: Anzahl der im ADIS gemeldeten PPR-Ausbrüche im Zeitraum von 01.02.2026 bis 30.04.2026 (Stichtag: 04.05.2026).
Feb Mrz Apr
Albanien 0 0 1
Kroatien 1 0 0
GESAMT 1 0 1

Kommentar

Die Pest der kleinen Wiederkäuer (Peste des petits ruminants, PPR) ist eine hochansteckende akute, hoch fieberhaft verlaufende virale Infektionskrankheit (Morbillivirus caprinae) der Schafe und Ziegen, sowie verwandter Wildwiederkäuer (z.B. Hirsche, Steinwild, Gazellen und Antilopen). Ziegen erkranken meistens schwerer als Schafe, wobei häufig ein Großteil der Herde betroffen ist. Paarhufer wie Hausrind, Büffel und Kameliden gelten als PPRV-Sackgassenwirte; eine Infektion verläuft symptomlos ohne Erregerausscheidung. Experimentelle Infektionsversuche haben gezeigt, dass Haus- und Wildschweine für dieses Virus empfänglich sind, klinische Anzeichen der Krankheit zeigen und in der Lage sind, die Krankheit auf kleine Wiederkäuer zu übertragen, mit denen sie in Kontakt kommen. Der Mensch kann sich nach aktuellem Wissensstand nicht infizieren. Die Übertragung erfolgt durch direkten oder indirekten Kontakt mit infizierten Tieren oder deren viruskontaminierten Ausscheidungen (auch Rohmilch), kann jedoch auch über die Luft durch Inhalation von erregerhaltigem Material erfolgen. Die Virusausscheidung ist bereits vor der Ausprägung von klinischen Symptomen möglich. Die Inkubationszeit beträgt in den meisten Fällen 5–6 Tage. Typisch für die Krankheit sind hohes Fieber, seröser Nasen- und Augenausfluss, ulzerös-nekrotisierende Entzündungen im Maulbereich und starker Durchfall. Nach wenigen Tagen kommt es zu Erosionen, Ulzera und Nekrosen der Maulschleimhaut. Auch Lungenentzündungen treten auf. Die Tiere können innerhalb weniger Tage sehr schwach werden und stark dehydrieren, was häufig zum Tode führt.

Quellen

FAO, WOAH, FLI, RIS


Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist mittel. Erhöhte Aufmerksamkeit ist angezeigt.

Schaf- und Ziegenpocken

Im Berichtszeitraum April (Stichtag 04.05.2026) wurden 20 Ausbrüche von Schaf- und Ziegenpocken aus Griechenland, Rumänien, Nordmazedonien, dem Kosovo und der Türkei in das ADIS gemeldet.

In Österreich wird das Risiko derzeit als mittel eingestuft.

In Griechenland blieben alle 11 Ausbrüche auf vier Regionalbezirke im Westen des Landes begrenzt. Die beiden Ausbrüche in Rumänien wurden in der historischen Region Siebenbürgen, im Kreis Mureș, nachgewiesen. Weiters gab es einen Ausbruch im Nordosten von Nordmazedonien und einen Ausbruch im Südosten des Kosovo. Die 5 gemeldeten Ausbrüche aus der Türkei betrafen zentral- bis ostanatolische Landesteile.

Österreich ist frei von Schaf- und Ziegenpocken, der letzte Ausbruch trat 1954 auf. Der Mensch kann sich nach aktuellem Wissensstand nicht infizieren.

Tabelle SPPV_GTPV-Ausbrüche: Anzahl der im ADIS gemeldeten SPPV_GTPV-Ausbrüche im Zeitraum von 01.02.2026 bis 30.04.2026 (Stichtag: 04.05.2026).
Feb Mrz Apr
Griechenland 32 26 11
Türkei 8 7 5
Nordmazedonien 2 0 1
Rumänien 0 0 2
Bulgarien 1 0 0
Kosovo 0 0 1
GESAMT 43 33 20

Kommentar

Das Schafpockenvirus (SPPV) und Ziegenpockenvirus (GTPV) gehören zur Gattung der Capripoxviren, welchen auch das Lumpy Skin Disease Virus (LSDV) zugeordnet wird. Schaf- und Ziegenpocken sind relativ wirtsspezifisch und kommen in Schafen bzw. Ziegen vor, wobei ausgewählte Stämme in der Lage sind, sowohl Schafe als auch Ziegen zu infizieren. Die weltweite geografische Verbreitung ist hier zu sehen.

Die Infektion mit dem Schaf- oder Ziegenpockenvirus verläuft überwiegend akut bis subakut, wobei Jungtiere oft stärker betroffen sind als ältere Tiere. Erkrankte Tiere zeigen oftmals vermehrten Speichelfluss, Nasen- und Augenausfluss, Fieber, Kurzatmigkeit und Appetitlosigkeit. Innerhalb weniger Tage treten knotenartige Hautläsionen und ulzerierende Papeln an wenig behaarten Körperstellen auf. Diese trocknen später ab und bilden Krusten. Viren lassen sich im Augen- und Nasensekret, im Speichel und vor allem in den Hautläsionen nachweisen. Sie finden sich auch im Blut, im Harn, im Kot, im Samen und in der Milch. Eine direkte Übertragung von Tier zu Tier erfolgt über ulzerös zerfallende Papeln, Aerosole und Tröpfcheninfektionen. Aufgrund der Widerstandsfähigkeit und Langlebigkeit der Viren in der Umwelt ist auch die indirekte Übertragung über Wolle, Haare, Gerätschaften und schlecht behandelte Tierhäute von Bedeutung. Es sind diverse Impfstoffe für verschiedene Stämme vorhanden, welche jedoch in der EU nicht zugelassen sind. Impfungen innerhalb der EU sind entsprechend der Delegierte Verordnung (EU) 2023/361 grundsätzlich möglich, werden aber derzeit in keinem Mitgliedsstaat durchgeführt.

Bei einem Verdacht auf Einschleppung des Erregers können jederzeit Proben von verdächtigen Tieren an das NRL in Mödling geschickt werden.

Quellen

KVG, EFSA,


Die Tierseuche/Tierkrankheit tritt in Österreich auf. Spezifische Kontroll- und Bekämpfungsmaßnahmen werden getroffen.

Blauzungenkrankheit

Im Berichtszeitraum April (Stichtag: 04.05.2026) wurden keine Ausbrüche in das ADIS gemeldet1.

Das Risiko für weitere Ausbrüche in Österreich wird weiterhin als hoch eingestuft.

In Österreich wurden im April (Stichtag 04.05.2026) 58 Ausbrüche von BTV im Verbraucherinformationssystem (VIS) bestätigt, wobei Niederösterreich, Oberösterreich, Kärnten, Tirol, Salzburg und Steiermark betroffen waren. Der Großteil dieser Ausbrüche ist derzeit auf einen Virusnachweis bei klinisch gesunden Tieren im Rahmen von Privatuntersuchungen (meist Verbringungsuntersuchungen) zurückzuführen. Vereinzelt können BTV-Nachweise in Proben von lebensschwachen Lämmern und Kälbern vorkommen, die auch Missbildungen (vor allem im Kopfbereich) aufweisen können. Hierbei kann es sich um Spätfolgen einer BTV-Infektion während der Trächtigkeit handeln, wodurch es beim Fetus zu Störungen in der Gehirnentwicklung kommt. Die Serotypisierung zur Klärung, ob es sich um BTV 3, BTV 4 oder BTV 8 handelt, erfolgt derzeit nicht mehr routinemäßig. Bedingt durch die steigenden Temperaturen und die damit einhergehende erhöhte Aktivität der Gnitzen ist damit zu rechnen, dass die Anzahl klinisch erkrankter Tiere wieder zunimmt. Sobald es vermehrt zu Virusnachweisen kommt, wird die Serotypisierung wieder Teil der Routinediagnostik.

Für ganz Österreich ist der Status “frei von Infektionen mit Blauzungenkrankheit (Serotyp 1–24)” ausgesetzt. Tierarten, die für BTV empfänglich sind, können in andere Mitgliedsstaaten unter bestimmten Bedingungen verbracht werden. Von den jeweiligen Mitgliedstaaten festgelegte Bestimmungen werden auf der Seite der Europäischen Kommission veröffentlicht.

Die in der kalten Jahreszeit von einigen Ländern ausgerufene “vektorfreie Zeit” ist gemäß dem letzten Update vom 30.04. inzwischen in allen Ländern – mit Ausnahme von Polen und Tschechien – beendet.

Derzeit ist die BTV-Infektion als Seuche der Kategorien C+D+E eingestuft. Am 26. Jänner wurde die Durchführungsverordnung (EU) 2026/169 veröffentlicht, mit der ab 15. Juli 2026 eine Änderung der Einstufung (Neu: Kategorie D+E) in Kraft tritt. Ab diesem Zeitpunkt müssen Maßnahmen ergriffen werden, um eine Ausbreitung zwischen den Mitgliedstaaten zu verhindern und Ausbrüche müssen gemeldet werden. Die Erlangung eines Status “frei von Infektionen mit Blauzungenkrankheit (Serotyp 1–24)” auf EU Ebene wird nicht mehr gegeben sein.

Ein amtliches Impfprogramm gegen BT wird in Österreich nicht durchgeführt, jedoch empfiehlt das Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz die Impfung aller empfänglichen Tierarten gegen die in Österreich auftretenden Serotypen. Die aktuelle Impfempfehlung von BMASGPK, AGES, Tiergesundheitsdienst Österreich und Veterinärmedizinischer Universität für 2026 finden Sie hier.

Zusätzlich sollten Tiere nach Möglichkeit zwischen Abend- und Morgendämmerung in den Stall gebracht werden (Insektengitter an den Fenstern und Türen schließen) um einen Stich von infizierten Gnitzen zu verhindern, die zu diesen Zeiten besonders aktiv sind. Der Einsatz von Insektiziden/Repellentien ist unter Einhaltung der Vorschriften zur Anwendung ebenfalls möglich und bietet einen zusätzlichen Schutz vor einer Übertragung.

Weitere Informationen über die Blauzungenkrankheit finden Sie hier.

[1] Zu beachten ist hierbei, dass die ADIS-Meldungen die tatsächliche Seuchensituation meist nicht realistisch darstellen. Eine Meldung eines BT-Ausbruchs in das ADIS erfolgt nur, sofern es sich um einen Primär- oder Sekundärausbruch in einem seuchenfreien Mitgliedsstaat, einer seuchenfreien Zone oder einem seuchenfreien Kompartiment handelt.

Tabelle BT-Ausbrüche: Anzahl der im ADIS gemeldeten BT-Ausbrüche im Zeitraum von 01.02.2026 bis 30.04.2026 (Stichtag: 04.05.2026).
Feb Mrz Apr
Portugal 2 0 0
GESAMT 2 0 0

Quellen

KVG, EUR-Lex, Europäischen Kommission


Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist gering und die Situation unauffällig.

West Nil Virus

Im Berichtszeitraum (Stichtag: 04.05.2026) wurde im ADIS 3 WNV-Ausbrüche bei Tieren in Europa gemeldet (Vormonat 0). In der EU/EWR besteht eine Meldepflicht für WNV-Fälle bei Pferden und Vögeln.

Das Risiko für Österreich wird als niedrig eingestuft.

Pferde

Im April wurde in Frankreich auf Korsika ein WNV-Ausbruch bei einem Pferd gemeldet. Das betroffene Pferd zeigte klinische Symptome.

Vögel

Im April wurden in Italien auf Sardinien zwei WNV-Ausbrüche bei Krähen gemeldet.

Menschen

Das European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) veröffentlichte am 11. Dezember den letzten Bericht über die gemeldeten WNV-Ausbrüche und schloss damit die Veröffentlichung der wöchentlichen saisonalen WNV-Berichte ab. Das ECDC geht von einer Übertragungssaison von Juni bis November aus. Laut dem ECDC-Bericht vom 10. Dezember 2025 wurden in Europa bis zum 3. Dezember 2025 1112 lokal erworbene menschliche Fälle von WNV-Infektionen gemeldet, hauptsächlich in Italien (779), Griechenland (96) und Frankreich (62). In Österreich wurde jedoch kein Fall von WNV bei Menschen gemeldet.

Tabelle WNV-Ausbrüche: Anzahl der im ADIS gemeldeten WNV-Ausbrüche für Vogel (VO), Equid (EQ) im Zeitraum von 01.02.2026 bis 30.04.2026 (Stichtag: 04.05.2026).
Februar
März
April
VO EQ VO EQ VO EQ
Italien 0 0 0 0 2 0
Frankreich 0 0 0 0 0 1
GESAMT 0 0 0 0 2 1

Kommentar

Der erste in Korsika am 30.03.2026 nachgewiesene Ausbruch markiert einen frühen Beginn der Saison in Frankreich, insbesondere im Hinblick auf Pferden. Nach einem regenreichen Winter begünstigten milde Temperaturen, das Vorkommen geeigneter Vektoren sowie ziehender Vögel an einem nahegelegenen Gewässer die Viruszirkulation. Weitere Informationen sind hier zu finden.

Im Rahmen des SURVector-Projekts führt die AGES ein nationales Gelsen-Monitoring durch. Dabei werden an festgelegten Standorten Stechmücken gesammelt, klassifiziert und mittels molekularbiologischer Methoden auf das WNV untersucht. Weitere Informationen sowie Jahresbericht finden Sie hier. Im Jahr 2025 wurden österreichweit insgesamt 6.146 Stechmücken erfasst und auf WNV getestet. Alle untersuchten Gelsenpools waren negativ.

Einen Überblick über die WNV-Infektionen bei Menschen in der EU und den EU-Nachbarländern erhalten Sie auf der interaktiven Karte des ECDC.

Weitere Informationen zur Vorbeugung einer Infektion sowie eine Karte mit der räumlichen Verteilung der WNV-Nachweise in Österreich finden Sie auf der Homepage der AGES.

Quellen

ADIS, ECDC, ISS, ECDC


Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist mittel. Erhöhte Aufmerksamkeit ist angezeigt.

Maul- und Klauenseuche

Im Berichtszeitraum April (Stichtag 04.05.2026) wurden Ausbrüche aus Zypern, Griechenland und der Türkei in das ADIS weiterhin gemeldet.

Auf Zypern wurden im April 57 MKS‑Ausbrüche (Serotyp SAT-1) gemeldet und damit etwa doppelt so viele wie im Vormonat (29). Betroffen waren vor allem Schaf‑ und Ziegenhaltungen, gefolgt von Rinderbetrieben sowie vereinzelt Schweinehaltungen. Der Großteil der Ausbrüche trat im Distrikt Larnaka auf, weitere Fälle wurden im Distrikt Nikosia festgestellt. Für alle empfänglichen Tiere gilt derzeit ein inselweiter Verbringungsstopp, zudem ist der Weidegang untersagt. Die Notimpfung begann Ende Februar 2026 und ist für das gesamte Gebiet Zyperns vorgesehen. Eine Zweitimpfung wurde bereits bei 74 % der Rinder sowie 60,5 % der Schaf‑ und Ziegenpopulation durchgeführt.

Auch auf der griechischen Insel Lesbos ist eine Verdopplung der Ausbruchszahlen festzustellen. Im April wurden 45 Ausbrüche gemeldet (Serotyp SAT-1), verglichen mit 20 im Vormonat. Die Veterinärdienste wurden rasch personell verstärkt, einschließlich privater, militärischer sowie Tierärzte der staatlichen griechischen Agrarorganisation ELGO‑DIMITRA, und die behördenübergreifende Zusammenarbeit intensiviert. Die Kostenübernahme für Maßnahmen wurde ausgeweitet, Entschädigungen für Käsebetriebe auf Lesbos eingeführt und über den EU‑Katastrophenschutzmechanismus zusätzliche Ausrüstung für die Seuchenbekämpfung bereitgestellt. Zudem werden Biosicherheitsleitlinien für Rohmilch und Milcherzeugnisse erarbeitet. Medienberichten zufolge behindern Proteste von Landwirten auf der Insel Lesbos teilweise die Eindämmungsmaßnahmen. Weitere Informationen befinden sich hier.

Aus der Türkei wurde ein Ausbruch in das ADIS gemeldet. Betroffen war ein Rinderbetrieb. Mit weiteren Nachmeldungen ist erfahrungsgemäß zu rechnen.

Das Risiko für Österreich wird aktuell als mittel eingestuft.

Das endemische Vorkommen von MKS in Ländern in unmittelbarer Nachbarschaft zur Europäischen Union aber auch in anderen Weltregionen ist Anlass zu unverminderter Aufmerksamkeit gegenüber einer möglichen Einschleppung der Seuche. Bei Verdachtsfällen oder einem unklaren Krankheitsbild empfänglicher Tierarten sollte immer eine Ausschlussuntersuchung auf MKS erfolgen.

Eine prophylaktische Impfung ist in der EU verboten. Es gibt keine Behandlungsmöglichkeit für erkrankte Tiere. In einem MKS-positiven Betrieb müssen alle empfänglichen Tiere getötet werden.

Für den Menschen ist die MKS ungefährlich.

Mit der Risikoampel der Universität Vechta können Rinderhaltungen anonym und kostenlos ihren Stand der Biosicherheit bewerten. Geeignete Desinfektionsmittel können Sie der DVG-Desinfektionsliste für den Tierhaltungsbereich entnehmen. Für eine Wirksamkeit gegen das MKS-Virus ist hier der Wirkungsbereich 7a, Unbehüllte Viren (Viruzidie) auszuwählen, sowie die Temperatur und die Einwirkzeit anzugeben.

Ein Informationsblatt mit den grundlegenden Informationen zur MKS finden Sie hier. Die wichtigsten Fragen und Antworten rund um die Maul- und Klauenseuche finden Sie hier.

Tabelle MKS-Ausbrüche: Anzahl der im ADIS gemeldeten MKS-Ausbrüche im Zeitraum von 01.02.2026 bis 30.04.2026 (Stichtag: 04.05.2026).
Feb Mrz Apr
Zypern 22 29 57
Griechenland 0 20 45
Türkei 13 17 1
GESAMT 35 66 103

Quellen

KVG, AGES, Europäische Kommission, ekathimerini.com

| Lesezeit 1 min
Tierseuchenradar

Aktualisiert: 08.09.2023

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