Gesundheit für Mensch, Tier, Pflanze & Umwelt

Folge 019 – Flavescence dorée: Die stille Seuche im Weingarten

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Flavescence dorée, die Goldgelbe Vergilbung, ist derzeit die größte Herausforderung für den österreichischen Weinbau – mit Verordnungen in drei Bundesländern und Forderungen nach einem nationalen Krisenstab. Pflanzenpathologin Dr. Helga Reisenzein begleitet die Krankheit seit der Erstdiagnose 2009 – und erklärt, woran man sie erkennt, was zu tun ist und warum Warten keine Option ist.

Biblische Plage, Krisenstab, Weinbau am Ende – so berichten derzeit viele Medien über Flavescence dorée, die Goldgelbe Vergilbung der Rebe. Drei Bundesländer haben Verordnungen erlassen, Flächen werden gerodet, und der Weinbauverband fordert eine nationale Koordination. Doch was steckt hinter der Krankheit, die den österreichischen Weinbau vor die vielleicht größte Herausforderung seit der Reblaus stellt?

In dieser Folge von „Mut zum Risiko“ geht Roland Achatz direkt ins Labor zu Dr. Helga Reisenzein, Leiterin der Pflanzengesundheit und Referenzlabore an der AGES. Auf dem Tisch liegt eine Weinrebe, die sie tags zuvor im Weingarten entnommen hat – und die im Labor positiv auf Flavescence dorée getestet wurde. Eine direkte, praxisnahe Folge für Weinbauern und alle, die verstehen wollen, was hinter den Schlagzeilen steckt.

Winzer:innen informiert: Was tun bei Verdacht auf Flavescence Dorée?

  1. Amtlichen Pflanzenschutzdienst des Landes informieren. FD ist meldepflichtig – die Behörde kommt, nimmt die Probe und schickt sie an die AGES.

  2. PCR-Analyse durch die AGES – einziges amtlich zugelassenes Labor in Österreich für diese Untersuchung.

  3. Behördlichen Bescheid abwarten und Rodung umsetzen. Positiver Befund = Rodungspflicht. Zusätzlich: Amerikanische Rebzikade konsequent bekämpfen.

 

3 Fakten, die viele überraschen

  • FD ist nicht durch Berühren übertragbar. Man kann die Rebe anfassen, zuschneiden, im Weingarten bewegen – die Krankheit wird ausschließlich durch die Rebzikade übertragen.

  • Rückschnitt hilft nicht. Die Phytoplasmen stecken auch in symptomfreien Trieben. Wer nur das Sichtbare entfernt, maskiert die Krankheit und macht erkrankte Reben zur Infektionsquelle.

  • KI-Unterstützung kommt. Ein laufendes AGES-Forschungsprojekt entwickelt Drohnen-Software und Traktor-Kameras, die symptomatische Rebstöcke automatisch kartieren – erste Ergebnisse aus der Steiermark liegen bereits vor.

 

Seriöse Quellen & Downloads

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Aktualisiert: 09.10.2025

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