Hepatitis in Österreich

Zuletzt geändert: 26.07.2019

Virusbedingte Leberentzündung (= Hepatitis) wird vor allem durch Hepatitis-Viren verursacht. Andere Viren (z. B. Epstein-Barr-Virus, Gelbfieber-Virus, Zytomegalie-Virus) können ebenfalls akute virale Hepatitis verursachen, sind aber seltener. Die Schwere und die Dauer einer Erkrankung hängt vom Virustyp ab: So sind Hepatitis B-Virus und Hepatitis C-Virus die häufigsten Ursachen für Leberzirrhosen und Leberkrebs.

In Österreich sind Hepatitis-Infektionen meldepflichtig. 2018 wurden 80 Fälle von Hepatitis A gemeldet, 1.139 Fälle von Hepatitis B, 1.133 Fälle von Hepatitis C, 10 Fälle von Hepatitis D und 114 Fälle von Hepatitis E. 16 Personen sind an den Folgen der Erkrankung gestorben. Gegen Hepatitis A und Hepatitis B steht eine Impfung zur Verfügung; gegen Hepatitis C steht neuerdings eine effektive Kombinationstherapie zur Verfügung.

Gemeldete Hepatitis-Fälle 2009 bis 2018, Österreich (Todesfälle in Klammer)
Erkrankung2009201020112012201320142015201620172018
Hepatitis A90 (0)67 (0)49 (0)70 (2)78 (0)53 (1)60 (1)94 (0)242 (1)80 (0)
Hepatitis B569 (3)715 (8)615 (11)598 (6)720 (7)1.447 (14)1.277 (15)1.357 (10)1.227 (15)1.139 (6)
Hepatitis C1.145 (9)1.215 (25)1.113 (11)945 (22)957 (11)1.888 (25)1.494 (15)1.421 (9)1.241 (9)1.133 (9)
Hepatitis D2 (0)04 (0)6 (0)2 (0)6 (0)5 (0)6 (0)8 (0)10 (0)
Hepatitis E10 (0)5 (1)3 (1)11 (2)19 (0)17 (1)36 (0)41 (1)87 (0)114 (1)

 

 

Hepatitis A

Die Übertragung erfolgt durch kontaminierte Lebensmittel und durch Kontakt-/Schmierinfektionen. In den Jahren 2013/2014 und 2018 fanden sich europaweite Ausbrüche die durch tiefgekühlte Beeren verursacht wurden.

Bei der Hepatitis A gibt es keinen chronischen Verlauf, die Erkrankung heilt meist völlig aus. Die Impfung ist sehr wirksam, aber nicht im kostenfreien Impfprogramm enthalten. Die Inkubationszeit beträgt 3 bis 6 Wochen.

Hepatitis B

Eine Übertragung erfolgt über Körperflüssigkeiten durch unsterile Instrumente (Kanülen, Spritzen), über Bluttransfusionen, Sperma, Sekret des Gebärmutterhalses sowie Speichel. Die Übertragung ist auch von der Mutter auf ihr ungeborenes Kind möglich.

Die Impfung gegen Hepatitis B ist im kostenfreien Impfprogramm enthalten. PatientInnen mit chronischer Hepatitis B-Virus-Infektion sind meist asymptomatisch oder leiden unter unspezifischen Beschwerden wie allgemeiner Müdigkeit bzw. einem Spannungsgefühl im rechten Oberbauch. Erst wenn eine chronische Hepatitis B-Virus-Infektion die Leber soweit geschädigt hat, dass eine fortgeschrittene Leberzirrhose oder ein Leberzellkarzinom aufgetreten ist, wird die Erkrankung symptomatisch. In diesen späten Erkrankungsstadien kann oft nur noch eine Lebertransplantation die Erkrankung heilen. Eine chronische Hepatitis B-Virus-Infektion führt jedoch nicht bei allen Betroffenen zu solch schweren Krankheitsmanifestationen. Die Inkubationszeit dieser Erkrankung beträgt 2 - 3 Monate.

Hepatitis C

Die Übertragung ähnelt der des Hepatitis B-Virus. Die geschätzte Seroprävalenz von Hepatitis C liegt in der Allgemeinbevölkerung westeuropäischer Länder zwischen 0,1 % und 1,1 %. Als Seroprävalenz wird die Häufigkeit des Vorkommens von Antikörpern im Blut bezeichnet, die auf eine durchgemachte oder bestehende Infektion hinweisen. Risikogruppen sind Personen mit mehrjährigem, intravenösem Drogengebrauch und Strafgefangene. Die Inkubationszeit dieser Erkrankung variiert von 2 Wochen bis zu 6 Monaten.

Hepatitis D

Das Hepatitis D-Virus benötigt für die Infektion die Hülle des Hepatitis B-Virus. Hepatitis D tritt somit stets zusammen mit Hepatitis B auf. Es führt in 70 bis 90 % der Fälle zu schweren chronischen Verläufen.

Hepatitis E

Die Übertragung ähnelt der des Hepatitis A-Virus. Die meisten Menschen, die sich mit Hepatitis E infizieren, zeigen aber keine oder nur leichte Symptome. Erkrankungsfälle durch Hepatitis E betreffen vor allem immungeschwächte Personen, insbesondere Transplantationspatienten; bei ihnen kann es auch zu Todesfällen kommen.

Rohes bzw. nicht ausreichend durcherhitztes Schweinefleisch gilt als Hauptursache für Hepatitis E-Infektionen beim Menschen. Am Institut für veterinärmedizinische Untersuchungen Mödling der AGES wurden in den vergangenen Jahren Untersuchungen zum Vorkommen von Hepatitis E Genotyp 3-Antigen und Antikörpern bei Haus- und Wildschweinen durchgeführt. Bei einer Untersuchung von 1.152 Schlachtschweinen aus 72 konventionellen Betrieben in Österreich konnte bei 64 Schweinen (6 %) aus 30 Betrieben Hepatitis E-Virusgenom in Leber oder Kot nachgewiesen werden. Von 75 getesteten Wildschweinen wurde bei 17 (23 %) Hepatitis E Virus mittels PCR nachgewiesen. Die Inkubationszeit dieser Erkrankung variiert von 2 Wochen bis zu 2 Monaten.

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