Gesundheit für Mensch, Tier, Pflanze & Umwelt

Was verrät Abwasser über die Gesundheit einer Bevölkerung?

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Drei Tage EU-WISH​ in Wien: Gemeinsam an der Zukunft der Abwasserüberwachung arbeiten. In den vergangenen Tagen haben wir über 100 Teilnehmer:innen aus 26 europäischen Ländern zum EU-WISH International Workshop & Consortium Meeting bei uns in der AGES begrüßt.

EU-WISH​ untersucht, wie Abwasserüberwachung zur öffentlichen Gesundheit beitragen kann. Über Abwasser lassen sich Krankheitserreger, antimikrobielle Resistenzen und chemische Substanzen erfassen. Ziel des Projekts im Rahmen des EU4Health-Programms ist es, Wissen und Erfahrungen aus ganz Europa zusammenzuführen, die Vergleichbarkeit von Daten zu verbessern und die Vorsorge gegenüber künftigen Gesundheitsbedrohungen zu stärken.

Wie Steen Ethelberg vom Statens Serum Institut in Dänemark und Projektleiter von EU-WISH betont, ist die Analyse von Abwasserproben eine intelligente und effiziente Möglichkeit, Infektionskrankheiten in der Bevölkerung im Blick zu behalten. Darüber hinaus können auch chemische Substanzen überwacht werden. Die Überwachung von Krankheitserregern im Abwasser ist eine neue Methode, die sich noch in der Entwicklung befindet. Es wird jedoch erwartet, dass sie künftig eine wichtige Möglichkeit bietet, kostengünstig, schnell und kontinuierlich Informationen zu gewinnen.

Auch für Hans Peter Stüger, EU-WISH-Projektverantwortlicher seitens Österreichs und Leiter der Abteilung Statistik und analytische Epidemiologie in der AGES, ist die Abwasserüberwachung ein vielversprechendes Instrument für die Zukunft. Europa hat gerade erst begonnen, die Möglichkeiten auszuloten, hilfreiche Erkenntnisse aus Abwasser für Gesundheitsfragen, aber auch für ökologische Themen zu gewinnen.

Im Mittelpunkt standen die bisherigen Ergebnisse des Projekts sowie die nächsten Schritte für das vierte und letzte Projektjahr. In Plenarvorträgen, Breakout-Sessions, Poster-Ausstellungen und Diskussionsrunden tauschten sich Expert:innen aus Gesundheitsbehörden, Forschungseinrichtungen, Laboren sowie internationalen Organisationen über die Zukunft der Abwasserüberwachung in Europa aus.

Diskutiert wurden unter anderem Probenahmestrategien, Datenanalyse, Antibiotikaresistenzen, die Integration der Abwasserüberwachung in die öffentliche Gesundheitspraxis sowie die langfristige Verankerung entsprechender Systeme auf europäischer Ebene.

Vertreter:innen von European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC)​, World Health Organization​, DG HERA, European Union Drugs Agency (EUDA)​ und European Commission Joint Research Centre (JRC) ergänzten das Programm mit ihren Perspektiven auf die Weiterentwicklung der Abwasserüberwachung in Europa.

Nach drei Projektjahren sind viele der geplanten Ergebnisse bereits fertiggestellt. Nun liegt der Fokus darauf, diese Erkenntnisse in die Praxis zu überführen, die Zusammenarbeit weiter zu stärken und die Voraussetzungen für eine nachhaltige Nutzung der Abwasserüberwachung in Europa zu schaffen.

Ein herzliches Dankeschön an alle Projektpartner:innen, Referent:innen und Teilnehmenden für den fachlichen Austausch und die engagierten Diskussionen.

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