Asiatische Hornisse
Vespa velutina
Steckbrief
Die Asiatische Hornisse, Vespa velutina (Varietät nigrithorax), wurde aus Südostasien im Jahr 2004 in Frankreich eingeschleppt. Seitdem breitet sie sich unaufhaltsam in Europa aus. Am 9. April 2024 wurde sie erstmals in Österreich (Stadt Salzburg) gesichtet. Im Jahr 2026 wurde die Asiatische Hornisse sowohl in Vorarlberg als auch Tirol gefunden.
Vorkommen
Seit dem Erstauftreten in Frankreich 2004 hat sich die Asiatische Hornisse in vielen europäischen Ländern ausgebreitet. Auch in den westlichen Nachbarländern Österreichs hat sie sich inzwischen stark verbreitet (Italien, Schweiz, Deutschland) und ist seit 2023 in der Bodensee-Region in Grenznähe zu Österreich aufgetreten. Ebenfalls 2023 wurde in Ungarn ein Nest der Asiatischen Hornisse nahe der österreichischen Grenze beobachtet und erfolgreich zerstört. In den letzten Jahren wurden weitere einzelne Nestfunde in Nachbarstaaten Österreichs gemeldet (Tschechische Republik: 2023, 2024; Slowenien: 2024). Eine Verbreitung der Art wird für ganz Europa bis Südskandinavien möglich gehalten.
Situation in Österreich
Am 9. April 2024 wurde erstmals in Österreich ein Exemplar in der Stadt Salzburg gesichtet und gefangen. Dabei handelte es sich um einen Einzelfund, vermutlich um eine Königin ohne etabliertes Nest. Umfangreiche Kontrollen ergaben keine weiteren Funde im Umfeld des Fundortes. Im Jahr 2026 wurde die Asiatische Hornisse sowohl in Vorarlberg als auch Tirol gefunden. In Vorarlberg wurden im Frühsommer 2026 mehrere Primärnester an zwei Standorten in Lustenau entdeckt und entfernt. Dies stellt den Erstfund eines Nestes in Österreich dar. In Tirol wurde im August 2026 mehrere Tiere in der Gemeinde Kössen entdeckt, derzeit befinden sich Expert:innen auf der Suche nach dem zugehörigen Nest.
Fotos der Asiatischen Hornisse
Wir bitten die Vorarlberger und Tiroler Imker:innen um vermehrte Aufmerksamkeit. Auch Salzburger Imker:innen aus dem Pinzgau, mit Bienenständen angrenzend an Tirol, sollten aufmerksam sein. Meldungen über Verdachtsfälle werden über die österreichweite Plattform entgegengenommen. Für Vorarlberg und Tirol kann auch gern per E-Mail gemeldet werden (Vorarlberg: velutina@viv.at; Tirol: umweltschutz@tirol.gv.at) . Bitte schicken Sie mit dem E-Mail unbedingt ein aussagekräftiges Foto (Farben erkennbar) und geben Sie den Ort des Fundes sowie eine Rückrufnummer an.
Zentrales Velutina-Meldeportal (Biene Österreich, Landwirtschaftskammern)
Auch in den anderen Bundesländern ersuchen wir Imker:innen in den Sommer- und Herbstmonaten um erhöhte Aufmerksamkeit in der Nähe ihrer Bienenvölker. Aufgrund von Erfahrungen in anderen Ländern empfehlen wir folgende Vorgangsweise: beobachten Sie bei Ihren regulären Bienenstandbesuchen in der Saison den Bienenflug vor den Völkern etwa 20 Minuten lang – dieser Zeitraum sollte ausreichen, um ein eventuelles Auftreten der Asiatischen Hornisse zu erkennen. Bei Verdacht dokumentieren Sie bitte die Situation (Foto, Film) und melden Sie den Verdacht den zuständigen Stellen. Für invasive Arten sind das Bundesamt für Ernährungssicherheit (Importkontrolle) sowie die neun Landesregierungen zuständig (siehe Liste der österreichischen Meldestellen im Downloadbereich).
Bitte keine Tiere fangen oder abtöten, da Verwechslungen mit heimischen Arten möglich sind und Verletzungsgefahr durch Stiche besteht.
Im Downloadbereich finden Sie Informationsmaterial als Hilfe zur Identifizierung.
Fachinformation
Vespa velutina ist besonders für die Imker von Interesse, da sie bevorzugt soziale Hautflügler (Bienen, Wespen) jagt, um ihre Brut zu versorgen. Sie jagt aber auch andere Insekten wie Schwebfliegen, Heuschrecken, Käfer und Schmetterlinge. Die Frage, wie groß der Schaden ist, den sie bei Bienenvölkern verursachen kann, wird unterschiedlich beurteilt. Vespa velutina ist tagaktiv und jagt ihre Beute im Flug. Vor den Bienenstöcken lauert sie den heimkehrenden Bienen im Schwebflug auf. Bei hoher Dichte der Asiatischen Hornisse kann es zur Schwächung der Völker und sogar zu Völkerverlusten kommen. Eine Angabe besagt, dass im Spätherbst, wenn die Stärke anderer Insektenpopulationen zurückgeht, ungefähr 75 Bienen pro Tag erbeutet werden.
Charakteristisch sind die birnenförmigen Nester, die in hohen Bäumen angesiedelt sind. Im Spätsommer habe sie etwa einen Durchmesser von 40 bis 60 cm mit seitlichem Ausgang. Das Hornissenvolk produziert durchschnittlich 6.000 Individuen im Jahr, wobei nur die jungen Königinnen überwintern.
Die Asiatische Hornisse ist für gesunde Menschen genauso ungefährlich wie die heimische Hornisse, Vespa cabro (allergische Reaktionen sind möglich). Beide Arten verhalten sich friedlich und greifen Menschen normalerweise nur bei Bedrohung an. Besonders beunruhigend wirkt der geräuschvolle Flug.
Kontakt
Dr. Linde Morawetz
- linde.morawetz@ages.at
- 05 0555-33120
-
Spargelfeldstraße 191
1220 Wien
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Aktualisiert: 26.08.2026