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#MedSafetyWeek 2026: Nebenwirkungen nicht ignorieren, sondern melden!

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AGES und BASG unterstützen internationale Kampagne für mehr Arzneimittelsicherheit.

„Nebenwirkungen nicht ignorieren, sondern melden“ - Unter diesem Motto steht die #MedSafetyWeek 2026. In Österreich beteiligen sich die AGES und das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG). Arzneimittel retten Leben und verbessern die Gesundheit von Millionen Menschen. Sie können aber auch unerwünschte Wirkungen haben. Manche Nebenwirkungen treten sofort auf. Andere entwickeln sich schleichend, oft erst nach längerer Einnahme. Wieder andere bleiben unbemerkt und zeigen sich nur in Laborwerten. „Die Sicherheit eines Arzneimittels endet nicht mit der Zulassung. Erst danach wird es im Alltag von sehr vielen Menschen angewendet, und manches, was in klinischen Studien nicht sichtbar war, zeigt sich erst in dieser breiten Anwendung. Deshalb brauchen wir die Beobachtungen von Patient:innen, Ärzt:innen und Apotheker:innen“, sagt AGES-Geschäftsführer Johannes Pleiner-Duxneuner. „Eine Nebenwirkung zu melden, ist kein Vorwurf an ein Medikament und keine Kritik an der Behandlung. Es ist ein Beitrag zu einem System, das uns alle schützt. Vertrauen in Arzneimittel entsteht dort, wo Risiken offen benannt und ernst genommen werden.“

Nur die Spitze des Eisbergs

Studien zeigen, dass weltweit nur etwa 5 bis 10 Prozent aller vermuteten Nebenwirkungen gemeldet werden. Als Gründe gelten Zeitmangel, vermeintlich hoher Aufwand und die Annahme, eine Meldung bewirke ohnehin nichts. „Jede Nebenwirkung, die nicht gemeldet wird, ist eine Information, die uns fehlt. Seltene Risiken erkennen wir nur, wenn viele Einzelbeobachtungen zusammenkommen, in Österreich und europaweit“, sagt Günter Waxenecker, Leiter der AGES Medizinmarktaufsicht und Verfahrensleiter des BASG. „Niemand muss sicher sein, dass ein Medikament die Ursache ist. Ein Verdacht genügt, etwa wegen des zeitlichen Zusammenhangs. Unsere Expertinnen und Experten übernehmen eine erste fachliche Einordnung, die Sicherheitsbewertung eines Wirkstoffes erfolgt dann anhand der EU-weit gesammelten Daten auf europäischer Ebene.“ 

Was mit einer Meldung passiert

Das BASG prüft jede Meldung und ordnet sie fachlich ein. Danach wird sie an die EudraVigilance-Datenbank der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) weitergeleitet. Dort steht sie allen europäischen Arzneimittelbehörden für die laufende Sicherheitsüberwachung zur Verfügung. Ergeben sich neue Erkenntnisse, können die Behörden handeln. Sie können zum Beispiel die Gebrauchsinformation („Beipackzettel“) ändern, Fachpersonal informieren oder risikominimierende Maßnahmen anordnen. In schwerwiegenden Fällen kann ein Arzneimittel auch vom Markt genommen werden. Im Jahr 2025 gingen beim BASG insgesamt 14.528 Pharmakovigilanz-Meldungen ein zu Nebenwirkungen, Wechselwirkungen und Medikationsfehlern ein. Davon stammten 12.439 von Zulassungsinhabern, 1.006 von Patient:innen und 1.083 von Angehörigen der Gesundheitsberufe. Seit 2018 waren es insgesamt 236.567 Meldungen. Im Vergleich zu den Zahlen aus dem Vorjahr sind die Zahlen niedriger, da seit 2025 die Erst- und Folgemeldungen nicht mehr addiert werden, sondern nur die Erstmeldungen in die Statistik einfließen. Dies erlaubt eine transparentere Darstellung der Ereignisse im Zusammenhang mit Medikamenten. Siehe auch: Statistik zu Nebenwirkungen - BASG

Melden ist einfach

Wer eine mögliche Nebenwirkung bemerkt, sollte sie zuerst mit der Ärztin, dem Arzt oder in der Apotheke besprechen. Melden können Patient:innen und Angehörige auch selbst. Das geht direkt und jederzeit über das Online-Meldeportal des BASG. Alle Meldungen werden vertraulich behandelt und unterliegen dem Datenschutz. Angehörige der Gesundheitsberufe sind sogar gesetzlich verpflichtet, Nebenwirkungen zu melden.

Über die #MedSafetyWeek

Die #MedSafetyWeek wurde 2016 ins Leben gerufen und findet heuer zum elften Mal statt. Sie findet von 2. bis 8. November statt. Mehr als 130 Organisationen aus über 120 Ländern tragen die Botschaft in mehr als 60 Sprachen weiter. Koordiniert wird die Kampagne vom Uppsala Monitoring Centre (UMC), dem Kooperationszentrum der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für internationale Arzneimittelüberwachung. Sie wird von den Mitgliedern der International Coalition of Medicines Regulatory Authorities (ICMRA) und zahlreichen weiteren Organisationen unterstützt. Österreich ist durch das BASG als Partnerorganisation vertreten. Kostenlose Kampagnenmaterialien gibt es auf der Website der #MedSafetyWeek.

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Aktualisiert: 30.04.2026

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