StopDatura
Zusammenfassung
Giftpflanzen wie der Stechapfel können sowohl Lebens- als auch Futtermittel verunreinigen. Im Projekt StopDatura wurden Strategien entwickelt, um solche unerwünschten Kontaminationen in landwirtschaftlichen Kulturen zu minimieren. Im Mittelpunkt standen dabei die Identifizierung des Stechapfels mithilfe hochauflösender Drohnenaufnahmen und automatischer Bildanalyseverfahren in Feldern und die Entwicklung eines Schnelltestes zur Bewertung einer möglichen Verunreinigung des Ernteguts.
Projektbeschreibung
Der Stechapfel ist ein landwirtschaftliches Unkraut, das giftige Tropanalkaloide enthält. Eine Verunreinigung des Ernteguts erfolgt in der Regel durch das Auftreten des Stechapfels auf den Feldern zum Zeitpunkt der Ernte. Dabei werden Samen und Pflanzenteile mitgeerntet und gelangen in die Verarbeitung. Es besteht daher dringender Handlungsbedarf. Es wurde daher das Projekt StopDatura initiiert, um Strategien zur Minimierung unerwünschter Verunreinigungen in landwirtschaftlichen Kulturen zu entwickeln.
In dem Projekt lag der Fokus auf (1) der Darstellung und der Analyse des Vorkommens und der Ausbreitungsdynamik des Stechapfels in der Landwirtschaft in Österreich, (2) der Vorstellung und der Anwendung einer Methode zur Detektion des Stechapfels in Sojabohnenfeldern mit Hilfe hochauflösender Drohnenbilder und einer automatischen Bilderkennung und (3) der Entwicklung eines Schnelltests zur Abschätzung einer Verunreinigung des Ernteguts mit Tropanalkaloiden. Darüber hinaus wurde (4) ein Leitfaden mit Empfehlungen zum Umgang mit dem Stechapfel erarbeitet.
Nutzen des Projekts
Das Projekt StopDatura zeigt, dass der Stechapfel ein nicht zu unterschätzendes Problem für die Landwirtschaft darstellt und Handlungsbedarf besteht. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Hauptverbreitungsgebiete des Stechapfels aktuell in den warmen Tieflagen Ostösterreichs befinden und die Ausbreitung des Stechapfels in andere Regionen sehr wahrscheinlich weiter zunehmen wird.
Mithilfe hochauflösender Drohnenbilder und einer automatischen Bilderkennung können Befallskarten von landwirtschaftlichen Flächen erstellt werden, die Betriebe für die Durchführung gezielter Maßnahmen zur Bekämpfung des Stechapfels nutzen können. Der Schnelltest wurde erfolgreich an die Sojabohne und den Buchweizen angepasst und ermöglicht eine Abschätzung einer Verunreinigung des Erntegutes. Der Schnelltest kann im Rahmen der Wareneingangskontrolle eingesetzt werden. Darüber hinaus wurde die Sensibilisierung von landwirtschaftlichen Betrieben, der Fachöffentlichkeit sowie relevanten Stakeholdern vorangetrieben.
Projektdetails
Projekttitel: Strategien zur Vermeidung einer Kontamination von landwirtschaftlichen Kulturen mit Datura stramonium und seinen Alkaloiden
Projektakronym: StopDatura
Projektleitung: AGES, Dr. Swen Follak und Dr. Elisabeth Reiter
Finanzierung: Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft und die Bundesländer
Projektlaufzeit: 2023 bis 2026
Dieses Projekt wird im Rahmen des Ressortforschungsprogramms über dafne.at mit Mitteln des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft finanziert. Das BMLUK unterstützt angewandte, problemorientierte und praxisnahe Forschung im Kompetenzbereich des Ressorts.
Weitere Informationen
DaFNE Forschungsplattform
Gemeiner Stechapfel - Infos der AGES über Schaderreger - AGES
Aktualisiert: 01.07.2026