SoilHarmony
Zusammenfassung
SoilHarmony entwickelt Modelle, sogenannte Transferfunktionen, mit denen Bodendaten aus verschiedenen Ländern und Analysemethoden vergleichbar gemacht werden können. So können Messergebnisse, die mit unterschiedlichen nationalen Verfahren erhoben wurden, in die im europäischen Bodenmonitoring vorgesehenen Standards umgerechnet werden. Ergänzend werden Pedotransferfunktionen entwickelt, mit denen sich wichtige Bodeneigenschaften abschätzen lassen, ohne sie aufwendig direkt messen zu müssen. Dadurch wird die europaweite Überwachung der Bodengesundheit erleichtert und die Umsetzung neuer EU-Regelungen zum Bodenschutz sowie zur Speicherung von Kohlenstoff in Böden unterstützt. Diese Funktionen werden basierend auf vorhandene Datensätzen und Proben erstellt und mittels Analyse von neuen Bodenproben aus 21 EU-Mitgliedstaaten validiert. Damit trägt das Projekt zu vergleichbaren Bodenbewertungen und einer harmonisierten Bodendatenlandschaft in Europa bei.
Projektbeschreibung
Laut Europäischer Kommission gelten 60 % der europäischen Böden als degradiert, was die dringende Notwendigkeit zuverlässiger Daten zur Bodengesundheit unterstreicht. Bodenüberwachungssysteme (Soil Monitoring Systems) sind entscheidend, um Veränderungen des Bodenzustands zu beobachten, Degradation frühzeitig zu erkennen und eine nachhaltige Bewirtschaftung zu unterstützen.
Im Dezember 2025 trat das EU Soil Monitoring Law in Kraft, das den Aufbau eines kohärenten und EU-weit vergleichbaren Systems zur Messung und Bewertung der Bodengesundheit vorsieht. Einige EU-Mitgliedstaaten verfügen bereits über eigene Bodenmonitoringsysteme. Unterschiede bei Probenahme, Analysemethoden und rechtlichen Rahmenbedingungen erschweren jedoch die Vergleichbarkeit der erhobenen Daten. Österreich und andere Mitgliedstaaten, die noch kein entsprechendes System etabliert haben, stehen daher vor der Aufgabe, ein Bodenmonitoring aufzubauen und ab 2031 nationale Bodendaten an die EU zu übermitteln.
SoilHarmony entwickelt Transferfunktionen, mit denen Bodenmesswerte zwischen unterschiedlichen Analyseverfahren umgerechnet werden können. Ergänzend werden Pedotransferfunktionen entwickelt, mit denen sich schwer oder aufwendig messbare Bodeneigenschaften aus leichter verfügbaren Bodenparametern ableiten lassen. Dadurch sollen bestehende und künftig erhobene Bodendaten besser vergleichbar und gemeinsam nutzbar werden.
Das Projektkonsortium vereint Expert:innen für Bodenmonitoring aus unterschiedlichen Landnutzungsarten und Klimazonen. Viele der beteiligten Institutionen wirken auch an der Umsetzung des Soil Monitoring Laws und an der Entwicklung von Transferfunktionen mit.
Nutzen des Projekts
SoilHarmony schafft eine wichtige Grundlage für eine europaweit vergleichbare Bewertung der Bodengesundheit. Entwickelte (Pedo)transferfunktionen helfen dabei, Probenahme sowie Analysemethoden aus verschiedenen Ländern vergleichbar zu machen. Dies unterstützt den Aufbau kohärenter Bodenmonitoringsysteme und die Umsetzung des EU Soil Monitoring Laws. Langfristig können dadurch Veränderungen des Bodenzustands zuverlässiger erkannt und fundierte Maßnahmen zum Schutz und zur nachhaltigen Nutzung von Böden abgeleitet werden. Die breite Zusammenarbeit auf europäischer Ebene ermöglicht zudem, unterschiedliche Bodenverhältnisse, Landnutzungsformen und klimatische Bedingungen bei der Entwicklung gemeinsamer Methoden zu berücksichtigen.
Projektdetails
Projekttitel: Soil transfer functions for EU soil health harmonization
Projektakronym: SoilHarmony
Projektleitung: INRAE - Institut National de Recherche pour l'Agriculture, l'Alimentation et l'Environnement
Projektleitung AGES: Julia Fohrafellner
Projektpartner: Centre Wallon de Recherches Agronomiques (CRAW), Agenzia Regionale per la Prevenzione e Protezione Ambientale del Veneto (ARPAV)/Regional Agency for Environmental Protection and Prevention of Veneto, Natural Resources Institute Finland (Luke), TEAGASC-Agriculture a food Development Authority, Thünen Institute of Climate-Smart Agriculture, Czech University of Life Sciences Prague (CZU), Institute of Soil Science and Plant Cultivation - State Research Institute (IUNG), Lithuanian Research Centre for Agriculture and Forestry (LAMMC), Norwegian Institute of Bioeconomy Research (NIBIO), WR (Stichting Wageningen Research) (SWR), Italian Institute for Environmental Protection and Research (ISPRA)/Instituto Superiore per la Protezione, Aarhus University - Department of Agroecology (AU), Council for Agricultural Research and Economics (CREA), Ellinikos Georgikos Organismos - Dimitra VRI /HAO-Demeter, Centre of Agricultural Research, Hungarian Academy of Sciences (ATK), Consejo Superior de Investigaciones Científicas (CSIC), Stichting International Soil Reference and Information Centre (ISRIC), Banco Português de Germoplasma Vegetal - Instituto nacional de Investigação Agrária e Veterinária (BPGV-INIAV), SLU Swedish University of Agricultural Sciences, METK (Centre of Estonian Rural Research and Knowledge), VUMOP (Research Institute for Soil and Water Conservation), ERDYN, IA PAS (instytut agrofizyki polskiej akademii nauk), LBTU (Latvia University of Life Sciences and technologies), EV INBO (Eigen Vermogen van het Instituut voor Natuur- en Bosonderzoek)
Finanzierung: EU-Förderprogramm - Horizon Europe
Projektlaufzeit: 06/2026 – 11/2030
Aktualisiert: 25.09.2026