BugAlps
Zusammenfassung
BUGALPS untersucht, wie organische Reststoffe aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion mit Hilfe von Insekten in nachhaltige Proteinquellen für die Geflügel- und Fischfütterung umgewandelt werden können. Ziel ist es, importiertes Soja teilweise durch regional produziertes Insektenprotein zu ersetzen und so regionale Stoffkreisläufe im Alpenraum zu schließen. Neben der Erprobung der gesamten Wertschöpfungskette werden Umweltwirkungen, Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Akzeptanz bewertet. Damit schafft das Projekt eine Grundlage für regionale, ressourcenschonende und kreislauforientierte Futtermittel.
Projektbeschreibung
Die Geflügel- und Fischproduktion im Alpenraum ist stark von importiertem Soja als Proteinquelle abhängig. Gleichzeitig fallen große Mengen an organischen Neben- und Reststoffen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion an, die bislang kaum in hochwertige Stoffkreisläufe eingebunden werden.
Das Interreg-Alpine Space Projekt BUGALPS untersucht, wie diese Reststoffe mit Hilfe von Insekten in hochwertige Proteine für die Tierernährung umgewandelt werden können. Insekten wie die Schwarze Soldatenfliege (Hermetia illucens) oder der Mehlwurm (Tenebrio molitor) verwerten organische Materialien besonders effizient und können daraus proteinreiche Futtermittel erzeugen. Das regional produzierte Insektenprotein könnte importiertes Soja teilweise ersetzen und gleichzeitig dazu beitragen, wertvolle Nährstoffe und Ressourcen in der Alpenregion zu halten.
Seit 2017 erlaubt die Europäische Union die Verwendung bestimmter Insektenarten als Futtermittel für Fische, Geflügel und Schweine. Insekten bieten eine proteinreiche und nachhaltige Alternative, die den Grundsätzen der Kreislaufwirtschaft entspricht, da sie organische Reststoffe verwerten können. Zudem waren Insekten bereits in vorindustrieller Zeit ein natürlicher Bestandteil der Ernährung von Geflügel und Fischen und stellen damit eine artgerechte sowie zusatzstofffreie Proteinquelle dar. Die Insektenproduktion weist im Vergleich zu herkömmlichen Proteinquellen einen deutlich geringeren ökologischen Fußabdruck auf. Insekten benötigen nur wenig Wasser und Fläche und tragen so dazu bei, den Verbrauch natürlicher Ressourcen zu reduzieren.
Trotz dieses Potenzials steht die Nutzung von Insekten als Futtermittel vor mehreren Herausforderungen. Dazu zählen die noch geringe Bekanntheit bei Tierhalter:innen, organisatorische und logistische Hürden entlang der Wertschöpfungskette, eine begrenzte Akzeptanz bei Konsument:innen sowie unterschiedliche nationale und europäische rechtliche Rahmenbedingungen.
Projektpartner:innen aus sechs Alpenländern erproben die gesamte Wertschöpfungskette – von geeigneten organischen Nebenströmen über die Insektenzucht bis hin zur Futtermittelproduktion und deren Einsatz in der Geflügel- und Fischhaltung. Untersucht werden dabei die Futtermittel- und Lebensmittelsicherheit, die Tiergesundheit, die Produktqualität, Umweltwirkungen, die wirtschaftliche Umsetzbarkeit sowie die gesellschaftliche Akzeptanz.
Darüber hinaus entwickelt BUGALPS praxisnahe Leitfäden, Schulungsunterlagen und Handlungsempfehlungen für Landwirtschaft, Wirtschaft und Politik. Ziel ist der Aufbau regionaler, kreislauforientierter Wertschöpfungsketten, die Ressourcen schonen, Abfälle reduzieren, die Versorgungssicherheit stärken und den ökologischen Fußabdruck der tierischen Produktion verringern.
Nutzen des Projekts
Durch die Verbindung von Pilotanwendungen Klärung der rechtlichen Rahmenbedingugen, Marktinstrumenten und gezielter Bewusstseinsbildung schafft das Projekt die Voraussetzungen für die dauerhafte Etablierung zirkulärer, insektenbasierter Futtersysteme im Alpenraum. Es leistet damit einen konkreten Beitrag zur nachhaltigen Transformation des alpinen Agrar- und Ernährungssektors und fungiert als übertragbares Modell für andere Regionen.
Die Projektergebnisse werden gezielt an zentrale Stakeholder wie Landwirt:innen, Futtermittelhersteller, KMU, Beratungseinrichtungen und Behörden kommuniziert, um Praxisnähe und Akzeptanz zu sichern. Der direkte Austausch erfolgt über Demonstrationseinheiten, transnationale Workshops und Policy-Dialoge.
Projektdetails
Projekttitel: BUildinG Circular Insect Value Chains for Animal Feed in ALPine Space
Projektakronym: BugAlps
Projektleitung: E-institute, institute for comprehensive development solutions (Slowenien)
Projektleitung AGES: Dr. Elisabeth Reiter
Projektpartner: Universität Turin, Leopold-Franzens Universität Innsbruck, ECOZEPT, Panvita Agriculture and Food Production Ltd., Alpenaquafarm Tirol GmbH, Hechenbichler GmbH, Bern university of applied sciences, TVT Innovation, PIEDMONT REGION
Finanzierung: EU Förderprogramm - ETC (Interreg)
Projektlaufzeit: 2026-2029
Weitere Informationen
Aktualisiert: 06.11.2026