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Folge 020: Blick ins Klo: Was unser Abwasser über unsere Gesundheit verrät

| Lesezeit 1 min
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Jede Klospülung erzählt ein Stück Gesundheitsgeschichte. AGES-Mikrobiologin Sonja Pleininger erklärt, wie aus Proben von 20 Kläranlagen ein anonymes Lagebild zu Corona, Grippe und RSV entsteht, warum das Abwasser bei Polio stille Infektionen aufspürt und was Metagenomik und KI künftig möglich machen könnten.

Ob jemand zum Arzt geht, sich testen lässt oder gar keine Symptome hat: Das Abwasser bekommt es trotzdem mit. Einmal pro Woche nehmen automatische Sammler in 20 Kläranlagen in allen neun Bundesländern eine 24-Stunden-Mischprobe, die im AGES-Labor auf SARS-CoV-2, Influenza und RSV untersucht wird. Innerhalb einer Woche sind die Ergebnisse für alle online einsehbar. 

Im Gespräch mit Roland Achatz erklärt Sonja Pleininger, Fachärztin für Mikrobiologie und Hygiene an der Nationalen Referenzzentrale für Abwassermonitoring, warum dafür keine intakten Viren nötig sind und ob das Abwasser eine Grippewelle früher erkennt („Jein“ – es hängt vom Erreger ab). Bei Polio, wo nur etwa eine von 200 Infektionen zu Lähmungen führt, macht das Monitoring stille Zirkulation sichtbar – Funde gab es bereits in Deutschland und anderen europäischen Ländern. Zum Schluss geht es um die Zukunft: Antibiotikaresistenzen, Metagenomik, KI und das europäische Projekt EU-WISH.
 

Themen dieser Folge

  • Vom Klo ins Labor: Wie aus einer 24-Stunden-Mischprobe ein Lagebild zu SARS-CoV-2, Influenza und RSV wird – unabhängig davon, wer sich testen lässt oder Symptome hat.
  • Polio: Warum das Abwasser Infektionen aufspürt, die klinisch fast nie auffallen – und was Funde in Europa über die Bedeutung hoher Durchimpfungsraten sagen.
  • Die Zukunft: Antibiotikaresistenzen, Metagenomik („noch Zukunftsmusik“), KI und europäische Zusammenarbeit im Projekt EU-WISH.

5 Dinge, die du über Abwassermonitoring wissen solltest
Fünf Punkte aus dem Gespräch, die das Bild geraderücken:

  • Trends statt Einzelfälle
    Aus einer Probe lässt sich nicht ablesen, wer krank ist – sondern wie die Situation in der Bevölkerung aussieht.
  • Unabhängig von Tests und Symptomen
    Erfasst werden auch Menschen, die nie zum Arzt gehen oder gar nichts bemerken – eine einzige Probe bildet ein ganzes Einzugsgebiet ab.
  • Früher? Jein.
    Wie früh das Signal kommt, hängt vom Erreger ab. In der Covid-Pandemie war das Abwasser ein früher Marker.
  • Ein Baustein im Gesamtbild
    Es ergänzt andere Überwachungssysteme. In Österreich verbindet bereits ein gemeinsamer Bericht Abwasserdaten mit klinischen Überwachungsdaten.
  • Da geht noch mehr
    Auch Antibiotikaresistenzen, Drogen und Chemikalien lassen sich nachweisen. EU-WISH soll Methoden europaweit harmonisieren; Metagenomik ist noch Zukunftsmusik.
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Aktualisiert: 09.10.2025

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