Das Geschäft mit illegal eingeführten Welpen boomt: Gerade in Osteuropa werden Welpen unter schlimmsten Bedingungen geboren, viel zu früh von ihren Müttern getrennt und mit gefälschten Papieren illegal Richtung Westeuropa gebracht. Trendrassen wie Französische Bulldogge, Mops oder Chihuahua werden massenweise produziert und auf Online-Plattformen in ganz Europa inseriert. Häufig sind diese Welpen geschwächt, krank, von Parasiten befallen und ungeimpft.
Wann darf ein Welpe nach Österreich einreisen?
Das Mitnehmen von Hunden – insbesondere von Hundewelpen – aus dem Ausland unterliegt in Österreich strengen gesetzlichen Regelungen. Damit ein Hund legal nach Österreich einreisen darf, müssen bestimmte Anforderungen erfüllt sein. Diese hängen auch davon ab, ob der Hund aus einem EU-Mitgliedstaat in einen anderen reist oder aus einem Drittland in die EU kommt oder auch nur durchreist.
Zu den Anforderungen gehören unter anderem:
- ein gültiger EU-Heimtierausweis
- eine gültige Tollwutimpfung (mindestens 21 Tage alt)
- eine eindeutige Kennzeichnung (Mikrochip)
- gegebenenfalls eine tierärztliche Gesundheitsbescheinigung bei Einreise aus Nicht-EU-Ländern.
Einige Urlauber möchten streunende Hunde „retten“ oder auf lokalen Märkten spontan ein Tier mitnehmen – insbesondere Welpen. Doch Achtung: Ein nur wenige Wochen alter Welpe kann die rechtlichen Voraussetzungen für eine legale Einreise in der Regel nicht erfüllen. Auch sogenannte „Straßenverkäufe“, wie sie in manchen Urlaubsländern üblich sind, erfüllen häufig nicht die tierschutzrechtlichen Standards und gelten in vielen Fällen als illegaler Tierhandel.
WICHTIG ZU WISSEN: Tiere die direkt aus Drittländern kommen, können keine EU-Heimtierausweis haben. Diese Ausweise können und dürfen nur in der EU von ermächtigten Tierärzt:innen ausgestellt werden.
Die genauen Voraussetzungen finden Sie auf der Website des Bundesamts für Verbrauchergesundheit.
Informationen zum illegalen Welpenhandel finden Sie auf der Website des Gesundheitsministeriums
Illegaler Welpenhandel ist Gefahr für Gesundheit von Mensch und Tier
Der illegale Welpenhandel bedeutet nicht nur Tierleid, er kann auch drastische Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit haben: Denn viele der Krankheiten, die die Hunde haben können, sind auch auf den Menschen übertragbar.
Am bekanntesten ist sicher die Tollwut: Sie ist für Menschen ohne rechtzeitige Gegenmaßnahmen tödlich. Hunde dürfen daher nur nach Österreich gebracht werden, wenn sie einen gültigen Heimtierausweis haben, in dem die gültige Tollwutimpfung und zusätzlich auch die serologische Tollwutuntersuchung eingetragen ist.
Dann gibt es noch die Brucellose: Die Krankheit tritt weltweit, vor allem im Mittelmeerraum, aber auch in Osteuropa auf. Sie verursacht grippeähnliche Symptome, oft mit abendlichen Temperaturanstiegen auf bis zu 40 °C und massiven Schweißausbrüchen. Ohne Therapie kann sie zu einem chronischen Verlauf mit immer wiederkehrenden Fieberschüben führen. Auch symptomlose Hunde können die Erreger auf Menschen und andere Haustiere übertragen.
Leishmaniose ist eine Krankheit, die durch eine Infektion mit Leishmanien verursacht wird, einzellige Parasiten, die durch den Stich infizierter Sandmücken übertragen werden. In Ost- und Südosteuropa haben sich in den vergangenen Jahren zahlreiche neue endemische Gebiete etabliert, wie in Rumänien, Bulgarien, Serbien und Südungarn. Die Leishmaniose kann nur durch eine Sandfliege, die zuvor ein infiziertes Tier gestochen hat, auf den Menschen übertragen werden. Durch die Einfuhr von infizierten Hunden aus endemischen Gebieten steigt das Risiko, dass sich Menschen und andere Hunde anstecken. Durch den Klimawandel können die Sandfliegen bei höheren Temperaturen auch in Österreich überleben. Bei Hunden führt Leishmaniose häufig zu Haarausfall, insbesondere im Bereich der Augen, Ohren und Nase. Der Hund verliert Gewicht und es kann zu Nierenversagen kommen. Beim Menschen kann es zu Hautwunden kommen, die Parasiten können aber auch innere Organe befallen, meist Milz, Leber und Knochenmark.