Gesundheit für Mensch, Tier, Pflanze & Umwelt

Lebensmittel- und Ernährungssysteme unter Druck

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Die 4. Sustainable Food Systems-Jahrestagung am 23. Oktober zeigte Wege zur Berücksichtigung planetarer Grenzen auf.

Geopolitische Konflikte, der voranschreitenden Klimawandel, Wirtschaftskrisen und die zunehmende Nachfrage nach nachwachsenden Rohstoffen bringen das europäische Lebensmittel- und Ernährungssystem unter Druck. Gleichzeitig hat das bestehenden System Auswirkungen auf die globalen Treibhausgasemissionen, die Erschöpfung und Verschwendung von Ressourcen, den Verlust der biologischen Vielfalt sowie Formen der Unter-, Über- und Fehlernährung samt daraus ableitbarer Gesundheitsfolgen und Kosten. Im Sinne einer gesteigerten Resilienz und Versorgungssicherheit ist es notwendig, gemeinsam Schritte hin zu einem nachhaltigen Lebensmittel- und Ernährungssystem zu gehen – nachhaltig aus ökologischer, ökonomischer sowie sozialer und gesundheitlicher Sicht.  

„Ein nachhaltiger Umgang mit planetaren Grenzen und ihren immanenten Wechselwirkungen erfordert einen systemischen Zugang – dies betrifft auch das Lebensmittel- und Ernährungssystem. Hier gilt es, potenzielle Zielkonflikte zu erkennen aber auch wirkungsvolle Synergiepotentiale zu heben“, betont Jürgen Schneider, Leiter der Sektion Umwelt und Klima im Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK).

In Österreich werden notwendige Schritte in Richtung einer systemischen, ganzheitlichen Betrachtung des Lebensmittel- und Ernährungssystems gesetzt. „Ein nachhaltiger Konsumentenschutz und die Förderung der Verbrauchergesundheit erfordern einen systemischen Zugang, der gesunde Ernährung für alle leistbar macht. Hier gilt es, nachfragebezogene Maßnahmen wie verständliche Kennzeichnungen, Ernährungsempfehlungen oder Kriterien für die öffentliche Beschaffung direkt mit der Produktion zu verzahnen“, so Ulrich Herzog, Sektionsleiter Konsumentenpolitik und Verbrauchergesundheit im Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMASGPK).

In der von der Servicestelle für nachhaltige Lebensmittel- und Ernährungssysteme der AGES veranstalteten Jahrestagung sprachen Vertreter:innen der Universität für Bodenkultur, der Wirtschaftsuniversität Wien und des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung über Chancen und Herausforderungen für ein nachhaltiges Lebensmittel- und Ernährungssystem.

„Die Landwirtschaft ist zentral für ein zukunftsfähiges Lebensmittel- und Ernährungssystem innerhalb der planetaren Grenzen. Entscheidend sind praxistaugliche Lösungen, die Umwelt- und Klimaschutz mit Versorgungssicherheit und wirtschaftlicher Tragfähigkeit verbinden. Forschung, effizienter Ressourceneinsatz und verlässliche Rahmenbedingungen stärken dabei die Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit des Lebensmittel- und Ernährungssystems. Die AGES-Servicestelle unterstützt diesen Wandel als wichtige Schnittstelle, indem sie Wissen bündelt, den Austausch fördert und nachhaltige Lösungen für das gesamte System unterstützt“, so Elmar Ritzinger, Leiter der Abteilung Lebensmittel und Ernährungssysteme im BMLUK. 

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