Weiße Fliege, Gewächshausmottenschildlaus

Trialeurodes vaporariorum

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Zuletzt geändert: 08.10.2018
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Eine adulte weiße Fliege (Trialeurodes vaporariuorum)
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Adulte Weiße Fliege

Die Gewächshaus-Mottenschildlaus (Trialeurodes vaporariorum) gehört zu den Mottenschildläusen (Aleurodina) einer Untergruppe der Pflanzensauger.

Sie wurde bereits vor etwa 100 Jahren aus Ostafrika eingeschleppt und kommt bei uns nun in Gewächshäusern an sehr vielen der dort angebauten Kulturpflanzen vor. Ihr Name rührt daher, dass die Larven ähnlich wie Schildläuse festsitzen, während die erwachsenen Insekten wie ganz kleine weiße Motten flugfähig sind.

Eine adulte weiße Fliege (Trialeurodes vaporariuorum)
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Adulte Weiße Fliege

Die Gewächshaus-Mottenschildlaus (Trialeurodes vaporariorum) gehört zu den Mottenschildläusen (Aleurodina) einer Untergruppe der Pflanzensauger.

Sie wurde bereits vor etwa 100 Jahren aus Ostafrika eingeschleppt und kommt bei uns nun in Gewächshäusern an sehr vielen der dort angebauten Kulturpflanzen vor. Ihr Name rührt daher, dass die Larven ähnlich wie Schildläuse festsitzen, während die erwachsenen Insekten wie ganz kleine weiße Motten flugfähig sind.

Symptome

Symptome

Befallene Pflanzen werden in der Regel weniger durch die direkte Saugtätigkeit geschädigt, sondern durch zuckerhaltige Exkrete der Larven. Weiße Fliegen scheiden nämlich, ähnlich wie Blattläuse, klebrigen Honigtau aus. Da die Tiere bevorzugt an den Blattunterseiten sitzen, tropft der Honigtau auf darunterliegende Blätter und Früchte. Auf diesem glänzenden Belag können sich dann Schwärzepilze ansiedeln. Dieser sogenannte „Rußtau“, verschmutzt einerseits die Früchte (zusätzliches Abwaschen ist notwendig), andererseits verlieren so befallene Blätter Assimilationsfläche, was die Pflanzen schwächt.

Wirtspflanzen

Neben Gurken, Tomaten und Melanzani seltener auch Paprika und Bohne werden außerordentlich viele Zierpflanzen und sogar Unkräuter befallen. Weiße Fliegen sind in den gemäßigten Breiten weltweit auf Gewächshäuser – allenfalls noch deren Umgebung beschränkt, da sie nicht im Freien überwintern können. In den Tropen gilt diese Einschränkung hingegen nicht.

Diagnose

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Eier der weißen Fliege
Weiße Fliege oder Gewächshausmottenschildlaus (Trialeurodes vaporariorum) - Eistadium
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Weiße Fliege im Larvenstadium
Weiße Fliege oder Gewächshausmottenschildlaus (Trialeurodes vaporariorum) im Larvenstadium
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Weiße Fliege im letzten Entwicklungsstadium

Weiße Fliege oder Gewächshausmottenschildlaus (Trialeurodes vaporariorum) im letzten Entwicklungsstadium
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Häutungsreste (Exuvie) der Weißen Fliege
Häutungsreste (Exuvie) der Weißen Fliege oder Gewächshausmottenschildlaus (Trialeurodes vaporariorum)

Die etwa 2 mm großen erwachsenen Insekten besitzen zwei Flügelpaare und sind mit feinem weißem Wachsstaub bedeckt. Ihre Augen sind durch eine Hautbrücke zweigeteilt.

Für gewöhnlich sitzen sie gut geschützt an Blattunterseiten und springen bei Störung mittels ihrer Hinterbeine weg, wonach ein Flug einsetzt. Die 0,25 mm langen spindelförmigen Eier werden an den Unterseiten jüngerer Blätter mit einem kleinen Stiel im Blatt verankert, durch welchen sie mit Feuchtigkeit versorgt sind.

Frisch abgelegt sind sie weiß, werden aber während ihrer etwa 6-8 Tage dauernden Entwicklung (bei 20 °C) immer dunkler.

Entwicklungsstadien

Die Larven im ersten Stadium suchen auf dem Geburtsblatt eine Stelle zum Saugen von Pflanzensaft, die sie später nicht mehr verlassen.

Ab dem zweiten Larvenstadium sitzen die Tiere fest. Mit Hilfe eines Saugrüssels (ähnlich wie bei Blattläusen) entnehmen sie Zuckersaft aus den Gefäßbündeln ihrer Wirtspflanze. Bei vielen Wirtspflanzen mit Blattetagen, wie Gurken oder Tomaten sind die eierlegenden Weibchen an den oberen, jüngeren Blättern zu finden; die Larven an den mittleren, die schlüpfenden Weißen Fliegen hingegen an den unteren, älteren Blättern.

Sowohl Eier, als auch Larven und erwachsene Tiere benötigen ständig frische Pflanzen für ihr Überleben und gehen an welken Blättern nach kurzer Zeit zugrunde. Die Entwicklung verläuft über 4 schildlausähnliche Stadien, die bis etwa 0,8 mm lang werden. Das erste Larvenstadium ist noch frei beweglich mit funktionsfähigen Extremitäten, die später aber verkümmern.

Alle Stadien sind überwiegend durchsichtig und zeigen paarige gelbe Flecken im Körperinneren. Darin leben symbiontische Mikroorganismen (Bakterien), die für die Mottenschildlaus wichtige Vitamine erzeugen.
Während der Ei-Entwicklung, wandern diese vom Muttertier in die noch unfertigen Eier ein und werden auf diese Weise auf die Tiere der nächsten Generation übertragen.

Das letzte Entwicklungsstadium (Pseudopuparium) sieht wie ein winzig kleines, ovales Döschen mit senkrechten Wänden aus und ist weiß bis gelblich gefärbt. Bei 21°C dauert die Entwicklung vom Ei bis zum fertigen Insekt 25 bis 30 Tage. So können sich in jedem Jahr zahlreiche, überlappende Generationen entwickeln.

Die Weiße Fliege kann bei uns nur an grünen Pflanzen in Glashäusern oder Wohnräumen überwintern, da sie kein Ruhestadium besitzt und darüber hinaus kälteempfindlich ist.

Bekämpfung

Durch Verhinderung der Überwinterung: besondere Gefahr geht von überwinternden Zierpflanzen (Ampelpflanzen in Vorräumen, oder in benachbarten Wohnhäusern) aus. Besonders stark befallen sind oft Fuchsien, Gerbera, u.v.a.m.

Durch Vermeidung der Verschleppung: niemals von einem stark befallenen Gewächshaus in ein nicht befallenes gehen.

Durch Monitoring: um den anfangs noch harmlosen Befall durch die Mottenschildlaus rechtzeitig zu erkennen, sollten beleimte Gelbtafeln knapp über den Pflanzenspitzen befestigt werden. Die gelbe Farbe lockt zahlreiche Schädlingsarten wie beispielsweise, Weiße Fliege, Trauermücke und Minierfliege an. Die Tiere werden angezogen und bleiben am Leim kleben. Gelbtafeln alleine sind aber nicht geeignet, um Weiße Fliegen effektiv zu bekämpfen.

Chemische Bekämpfung

Als chemische Bekämpfung kommen Spritzmittel gegen saugende Insekten in Frage. Es sind mindestens 2 Behandlungen im Abstand von etwa 5 bis 7 Tagen notwendig, damit alle Entwicklungsstadien bei gemischtem Befall aller Altersstufen abgetötet werden. Die Weiße Fliege neigt zur Ausbildung von Resistenz gegen Pflanzenschutzmittelwirkstoffe – dadurch wird häufiger Wechsel von Wirkstoffgruppen erzwungen. Erlaubte Präparate sind dem Pflanzenschutzmittelregister zu entnehmen (siehe Pflanzenschutzmittel-Register des BAES).

Biologische Bekämpfung

Durch die Freilassung von Encarsia-Erzwespen: diese kleine Erzwespe injiziert ihre Eier in junge Larven der Weißen Fliege – sodass zuletzt anstatt einer solchen wieder eine Erzwespe aus dem infolge der Parasitierung nun schwarz gefärbten Pseudopuparium schlüpft. Aufwandmenge, Ausbringungsintervalle und mögliche Kombination mit anderen Pflanzenschutzmitteln sind am besten beim Nützlingsproduzenten zu erfragen. Speziell in ganzjährigen Kulturen lässt man häufig bereits an den Jungpflanzen vorbeugend Erzwespen in geringer Menge frei. Zu beachten ist ferner, dass Erzwespen die Larven der Weißen Fliege im Herbst und Winter schwächer parasitieren als im Frühjahr oder Sommer. In Einzelfällen müssen unter Umständen zusätzlich selektive nützlingsschonende Pflanzenschutzmittel angewandt werden.

Mit Erzwespen-Einsatz gut kombinierbare Substanzen sind Kaliseife, Pymetrozin. Nicht nützlingsschonend sind alle Pyrethroide wie Deltamethrin und Cypermethrin. Keine Wartefristen braucht man bei der Verwendung von Öl und Seifenpräparaten einzuhalten.

Wenn Nützlinge eingesetzt werden, sollten die unteren Blätter nicht zu rasch ausgegeizt werden, da hierbei oftmals auch noch nicht geschlüpfte Encarsien mitentfernt werden!

Weitere einsetzbare Nützlinge sind die Schlupfwespe Eretmocerus eremicus sowie die räuberische Wanze Macrolophus caliginosus, die gut mit dem Encarsia-Einsatz kombinierbar ist. Auch einige Raubmilben und entomopathogene Pilze können zur Befallsminderung gegen Weiße Fliegen eingesetzt werden.

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