Asiatische Hornisse
Vespa velutina
Steckbrief
Die Asiatische Hornisse, Vespa velutina (Varietät nigrithorax), wurde aus Südostasien im Jahr 2004 in Frankreich eingeschleppt. Seitdem breitet sie sich unaufhaltsam in Europa aus. Am 9. April 2024 wurde sie erstmals in Österreich (Stadt Salzburg) gesichtet. Am 20. Juni 2026 wurden in Vorarlberg erstmals zwei Nester der Asiatischen Hornisse gefunden.
Vorkommen
Seit dem Erstauftreten in Frankreich 2004 hat sich die Asiatische Hornisse in vielen europäischen Ländern ausgebreitet. Auch in den westlichen Nachbarländern Österreichs hat sie sich inzwischen stark verbreitet (Italien, Schweiz, Deutschland) und ist seit 2023 in der Bodensee-Region in Grenznähe zu Österreich aufgetreten. Ebenfalls 2023 wurde in Ungarn ein Nest der Asiatischen Hornisse nahe der österreichischen Grenze beobachtet und erfolgreich zerstört. In den letzten Jahren wurden weitere einzelne Nestfunde in Nachbarstaaten Österreichs gemeldet (Tschechische Republik: 2023, 2024; Slowenien: 2024). Eine Verbreitung der Art wird für ganz Europa bis Südskandinavien möglich gehalten.
Situation in Österreich
Am 9. April 2024 wurde erstmals in Österreich ein Exemplar in der Stadt Salzburg gesichtet und gefangen. Dabei handelte es sich um einen Einzelfund, vermutlich um eine Königin ohne etabliertes Nest. Umfangreiche Kontrollen ergaben keine weiteren Funde im Umfeld des Fundortes. Am 20. Juni 2026 wurden in Vorarlberg im Gemeindegebiet Lustenau zwei Primärnester der Asiatischen Hornisse gefunden. Dies stellt den Erstfund eines Nestes in Österreich dar. Es handelte sich um zwei Primärnester nebeneinander, wobei in einem der Nester erwachsene Hornissen und Brut festgestellt wurden. Das aktive Nest wurde umgehend entfernt sowie die Individuen abgetötet. Das zweite Primärnest war unmittelbar daneben positioniert, kleiner und frei von Individuen.
Fotos der Asiatischen Hornisse
Wir bitten die Vorarlberger Imker:innen um vermehrte Aufmerksamkeit. Meldungen über Verdachtsfälle werden über die österreichweite Plattform und per E-Mail über velutina@viv.at entgegengenommen. Bitte schicken Sie mit dem E-Mail unbedingt ein aussagekräftiges Foto (Farben erkennbar) und geben Sie den Ort des Fundes sowie eine Rückrufnummer an.
Zentrales Velutina-Meldeportal (Biene Österreich, Landwirtschaftskammern)
Auch in den anderen Bundesländern ersuchen wir Imker:innen in den Sommer- und Herbstmonaten um erhöhte Aufmerksamkeit in der Nähe ihrer Bienenvölker. Aufgrund von Erfahrungen in anderen Ländern empfehlen wir folgende Vorgangsweise: beobachten Sie bei Ihren regulären Bienenstandbesuchen in der Saison den Bienenflug vor den Völkern etwa 20 Minuten lang – dieser Zeitraum sollte ausreichen, um ein eventuelles Auftreten der Asiatischen Hornisse zu erkennen. Bei Verdacht dokumentieren Sie bitte die Situation (Foto, Film) und melden Sie den Verdacht den zuständigen Stellen. Für invasive Arten sind das Bundesamt für Ernährungssicherheit (Importkontrolle) sowie die neun Landesregierungen zuständig (siehe Liste der österreichischen Meldestellen im Downloadbereich).
Bitte keine Tiere fangen oder abtöten, da Verwechslungen mit heimischen Arten möglich sind und Verletzungsgefahr durch Stiche besteht.
Im Downloadbereich finden Sie Informationsmaterial als Hilfe zur Identifizierung.
Fachinformation
Vespa velutina ist besonders für die Imker von Interesse, da sie bevorzugt soziale Hautflügler (Bienen, Wespen, Fliegen), Spinnen und Heuschrecken jagt, um ihre Brut zu versorgen. Die Frage, wie groß der Schaden ist, den sie bei Bienenvölkern verursachen kann, wird unterschiedlich beurteilt. Vespa velutina ist tagaktiv und jagt ihre Beute im Flug. Vor den Bienenstöcken lauert sie den heimkehrenden Bienen im Schwebflug auf. Bei hoher Dichte der Asiatischen Hornisse kann es zur Schwächung der Völker und sogar zu Völkerverlusten kommen. Eine Angabe besagt, dass im Spätherbst, wenn die Stärke anderer Insektenpopulationen zurückgeht, ungefähr 75 Bienen pro Tag erbeutet werden.
Charakteristisch sind die Nester (Durchmesser von 40 bis 60 cm mit seitlichem Ausgang in hohen Bäumen. Das Hornissenvolk besteht aus durchschnittlich 6.000 Individuen, wobei nur die Königinnen überwintern.
Die Asiatische Hornisse ist für gesunde Menschen genauso ungefährlich wie die heimische Hornisse, Vespa cabro (allergische Reaktionen sind möglich). Beide Arten verhalten sich friedlich und greifen Menschen normalerweise nur bei Bedrohung an. Besonders beunruhigend wirkt der geräuschvolle Flug.
Kontakt
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DI Hemma Köglberger
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Spargelfeldstraße 191
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Aktualisiert: 23.06.2026