Im zweiten Jahr des nationalen Zeckenmonitoring-Programmes erhielten wir insgesamt 8.298 Zecken aus ganz Österreich – fast sechsmal so viele wie im ersten Jahr 2024.
Die meisten Zecken stammten wie im Vorjahr aus Niederösterreich (2.900), gefolgt von Oberösterreich (1.868), der Steiermark (1.117), Tirol (901), Kärnten (468), Vorarlberg (451), Wien (234), dem Burgenland (201) und Salzburg (158).
Die häufigste Zeckengattung war Ixodes (96 %), angeführt von der Zeckenart Ixodes ricinus. Weitere nachgewiesene Ixodes Arten waren I. hexagonus, I. acuminatus, I. vespertilionis, I. canisuga und I. frontalis. Letztere wurde zum ersten Mal für Österreich mit Funddaten sowie genetisch bestätigt. Die zweithäufigste Gattung stellten wieder Zecken des Genus Dermacentor (3 %). Es wurden wie im Jahr davor sowohl D. reticulatus als auch D. marginatus gefunden. Weitere nachgewiesene Zeckenarten waren Haemaphysalis concinna und Hyalomma marginatum („Riesenzecken“).
Ein Teil der einheimischen Schildzecken der Gattungen Ixodes, Dermacentor und Haemaphysalis (n = 3.838) wurden heuer nach der Art-Bestimmung nicht nur auf das Vorhandensein von Borrelien, sondern auch auf weitere Krankheitserreger untersucht. Lyme Borrelien, Erreger der Lyme Borreliose, wurden mit 24 % am häufigsten nachgewiesen. Weiters wurden Rickettsien (13 %), Spiroplasma ixodetis (10 %), Anaplasma phagocytophilum (8 %), Neoehrlichia mikurensis (5 %), Rückfallfieber-Borrelien der Spezies Borrelia miyamotoi (2 %) und Francisella tularensis (in weniger als 1 %) gefunden.
Im Jahr 2025 erhielten wir wieder zahlreiche E-Mails mit Verdacht auf Sichtungen von „Riesenzecken“. Nach Analyse der angehängten Fotos konnte das Vorliegen von Zecken der Gattung Hyalomma in sechs E-Mails bestätigt werden. Sieben Hyalomma Zecken - davon fünf, die in Österreich gefunden wurden - konnten im Labor auf Krim-Kongo-Hämorrhagische-Fieber-Virus (CCHFV) und Rickettsien untersucht werden. In keiner wurde CCHFV nachgewiesen, jedoch zeigte sich wie letztes Jahr in diesen Zecken eine hohe Prävalenz von Rickettsia aeschlimannii (3/7, 43 %).