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Ovitrap-Monitoring gebietsfremder Gelsenarten in Österreich 2025

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Wissen Aktuell Öffentliche Gesundheit

Österreichweites Gelsen-Monitoring Programm mittels Ovitraps („Eigelegefallen“), um das Auftreten und die Verbreitung gebietsfremder und potenziell invasiver Gelsenarten in Österreich zu erfassen.

Gebietsfremde und potenziell invasive Gelsenarten sind potenzielle Vektoren einer Vielzahl an Krankheitserregern und stellen somit eine Gefahr für die Öffentliche Gesundheit dar. Durch dieses Projekt können neue Populationen dieser Arten frühzeitig erkannt werden, wodurch eine rechtzeitige Ergreifung von Gegenmaßnahmen ermöglicht wird, sowie die Entwicklung bestehender Populationen überwacht werden. Des Weiteren können durch die österreichweit einheitliche Methode die gewonnenen Daten dazu herangezogen werden, räumliche und zeitliche Veränderungen im Auftreten gebietsfremder Gelsenarten zu erfassen.

Die Verbreitung der Tigermücke (Ae. albopictus) in Österreich war 2025 ähnlich wie in den Vorjahren. In großen Teilen von Wien, Graz, und Linz ist diese Art bereits etabliert und kommt dort lokal auch in großer Zahl vor. Die räumliche Ausbreitung der Tigermücke hat in diesen drei Städten über die letzten Jahre deutlich zugenommen. Es wird daher dringend empfohlen, dass in diesen Gebieten (weiterhin) ein intensives Monitoring sowie Gegenmaßnahmen unter Einbindung der Bevölkerung stattfinden, um zu versuchen die Population am weiteren Wachstum zu hindern und idealerweise zu dezimieren und auch um ein weiteres Ausbreiten zu verhindern oder zumindest zu verlangsamen. An den Standorten, an denen die Tigermücke bisher nur sporadisch vorgekommen ist, sollte darauf geachtet werden, dass diese Standorte weiterhin überwacht werden. Außerdem sollten hier vorrausschauend Aktionspläne zur Bekämpfung dieser Art erstellt werden um, falls die Tigermücke wiederholt gefunden wird, diese rasch bekämpfen zu können. Die häufigen Funde an Autobahnraststätten bestätigen die Relevanz der Ausbreitung über den Straßenverkehr. Um eine weitere Ausbreitung ausgehend von diesen Raststätten zu unterbinden, ist darauf zu achten, dass die Asiatische Tigermücke keine möglichen Brutgewässer vorfindet.

Die Japanische Buschmücke (Ae. japonicus) ist inzwischen in allen Bundesländern Österreichs zu finden, und ist besonders im Süden und Süd-Westen sehr weit verbreitet. Diese Art wird in Österreich nicht mehr zu eradizieren sein.

Die Koreanische Buschmücke (Ae. koreicus) wurde bisher nur vereinzelt gefunden, und konnte 2025 gar nicht nachgewiesen werden. Aufgrund der sehr ähnlichen klimatischen Ansprüche könnte sich diese Art in Österreich vermutlich noch weiter ausbreiten.

Im Jahr 2025 wurde in ganz Österreich ein ungewöhnlich geringes Aufkommen an Gelsen beobachtet. Wie die Ergebnisse des Ovitrap-Monitorings zeigen, trifft dies auch auf die Japanische Buschmücke zu – nicht jedoch auf die Asiatische Tigermücke. Letztere beweist eine besonders gute Anpassung an urbane Lebensräume und ist aufgrund ihrer Präferenz für künstliche Kleinstwasserstellen als Brutgewässer deutlich weniger von niederschlagsarmen Witterungsbedingungen betroffen als andere Gelsenarten.

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Aktualisiert: 14.09.2022

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