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Österreichweites Pathogen-Monitoring in Stechmücken - Jahresbericht 2025

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Im Rahmen des Projekts „OH SURVector“ wurde 2025 ein österreichweit einheitliches Monitoring-Programm zur Überwachung von WNV und weiteren Erregern in Stechmücken durchgeführt.

Das West-Nil-Virus (WNV) ist eines der bedeutendsten zoonotischen, durch Vektoren übertragenen, Erreger in Europa. Dieses Virus wird hauptsächlich durch heimische Stechmücken der Gattung Culex übertragen. Im Rahmen des Projekts „OH SURVector“ wurde 2025 ein österreichweit einheitliches Monitoring-Programm zur Überwachung von WNV und weiteren Erregern in Stechmücken durchgeführt. Hierzu wurden an 69 Standorten zweimal pro Monat, von Mai bis Oktober, Fallen aufgestellt. Die gefangenen Individuen wurden auf ihre Art bestimmt und auf das Vorhandensein von WNV untersucht. Insgesamt konnten 6.146 Stechmücken gefangen werden, die meisten gehörten zur Art Cx. pipiens/torrentium, dem wichtigsten Überträger des WNV in Europa. Die Stechmücken wurden in 1.313 Pools gruppiert und analysiert. In keinem dieser Pools konnte WNV oder ein anderer Erreger nachgewiesen werden.

Im Jahr 2025 wurden Vergleich zum Vorjahr 2024 deutlich weniger Stechmücken gefangen. Die Witterung im Sommer 2025 – mit warmem, trockenem und sonnigem Juni und August, aber einem relativ kühlen, nassen und trüben Juli – war für die Entwicklung vieler Stechmückenarten ungünstig und spiegelt sich sowohl im saisonalen Verlauf der Fangzahlen als auch im insgesamt niedrigen Aufkommen wider. Die ausgeprägte Trockenheit, die einen wesentlichen Teil der Vegetationsperiode prägte, verringerte zusätzlich das Angebot an geeigneten Brutgewässern und trug maßgeblich zur Reduktion der Populationen bei. Ein weiterer zentraler Faktor für das geringe Stechmückenaufkommen war das sehr geringe Vorkommen von Überschwemmungsgelsen (z.B. Aedes vexans, Ae. sticticus). Da es zu keinen nennenswerten Hochwasserereignissen kam, blieben die für diese Arten notwendigen Überschwemmungsbrutplätze aus, wodurch ihr Auftreten entsprechend stark reduziert wurde. Auch von den Partnerländern des OH SURVector Projekts, in denen Stechmücken-Monitoringprogramme durchgeführt werden (Tschechien, Slowakei, Ungarn), wird 2025 als Jahr mit einem sehr geringen Stechmückenaufkommen beschrieben.

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Aktualisiert: 14.09.2022

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