ISOTOP-TROUT: Evaluierung der Möglichkeiten zur Herkunftskontrolle von österreichischen Forellen und deren Unterscheidung von Forellen aus der Türkei mittels Isotopenanalytik
Zusammenfassung
Im Projekt ISOTOP-TROUT wird geprüft, ob sich Forellen aus Österreich und der Türkei mithilfe der Stabilisotopenanalytik eindeutig unterscheiden lassen. Ziel ist es, eine verlässliche Methode zur Kontrolle der deklarierten Herkunft zu entwickeln und so Falschkennzeichnungen aufzudecken sowie das Vertrauen der Konsument:innen zu stärken.
Projektbeschreibung
Die österreichische Fischproduktion kann bei weitem den Bedarf an Fisch in Österreich nicht decken (fish dependence day 30.01.2024). Der in Österreich konsumierte Fisch stammt daher zum überwiegenden Anteil aus ausländischer Produktion (teilweise staatlich subventioniert), auch was die Erzeugung/Zucht von Süßwasserfischen betrifft. Da von den Konsument:innen Fische aus heimischer Produktion bevorzugt werden, muss die deklarierte Herkunft der Fische kontrolliert werden können, um Falschdeklarationen der Herkunft von in Österreich verkauften Fische aufdecken zu können und das Vertrauen der Konsument:innen zu erhalten und auszubauen. Die Prüfung der deklarierten Herkunft sollte am Produkt selbst durchgeführt werden, um einerseits die Kontrollen nicht nur auf Begleitdokumente zu beschränken und andererseits bei auffälligen Analyseergebnissen gezielt tieferführende Kontrolltätigkeiten (Lieferpapiere, Warenstromanalyse, etc.) zu initiieren.
Eine gängige Methode zur Kontrolle der deklarierten Herkunft von Lebensmitteln ist die Isotopenanalytik (IRMS: isotope ratio mass spectrometry). Diese Methoden wurde bereits an verschiedensten (Lebensmittel-) Matrizes erfolgreich angewandt. Eine Unterscheidung von verschiedenen geographischen Herkünften von Fisch wurde ebenfalls bereits mehrfach beschrieben. Dieses Untersuchungsprinzip würde Möglichkeiten erschließen um importierten Fisch aus zum Beispiel der Türkei, der fälschlicherweise als heimischer Fisch ausgewiesen wird, zu erkennen und so das Vertrauen der Konsument:innen zu erhalten und die heimische Aquakultur vor Image- und wirtschaftlichen Verlusten zu schützen.
Das Projektziel ist die Evaluierung der Möglichkeiten zur Differenzierung von Forellen aus österreichischer Fischzucht zur jenen aus der Türkei mittels Stabilisotopenanalytik (IRMS). Zur Erreichung des genannten Zieles ist eine schrittweise Erarbeitung der geographischen Unterscheidung (ausgewählte Fischanalyse, statistische Berechnungsansätze, Jahreseinfluss, etc.) mittels Anwendung der Stabilisotopenanalytik für die Kontrolle der deklarierten Herkunft der Forellen geplant. In weiterer Folge könnten die Daten weiter ausgebaut und bei Bedarf mit weiteren Untersuchungsmethoden kombiniert werden (z.B. Elementanalytik, Sr-Analytik,), um eine höhere räumliche/ geographische Auflösung zu erreichen.
Nutzen des Projekts
In diesem Projekt soll die Grundlage für die Nutzung der Stabilisotopenanalytik für die routinemäßige Kontrolle der geographischen Herkunft von am österreichischen Markt gehandelten Forellen erarbeitet werden. Dafür ist die Untersuchung von geolokalisierten Referenzproben aus ausgewählten Forellenzucht-Standorten in Österreich geplant. Das Isotopenmuster der Elemente in der tierischen Biomasse (Fischfleisch, Fett) hängt von Faktoren wie Futter und Wasser ab, letzteres wiederum von Geografie und Klima (Höhenlage, Hauptwindrichtung = Niederschlagtransport, Temperatur etc.), und der Geologie. Im konkreten Fall wird die Unterscheidung von österreichischen Forellen von jenen aus der Türkei angestrebt.
Es wird erwartet, dass die Isotopenmuster eine klare Differenzierung zwischen österreichischen und türkischen Forellen ermöglichen. Die Ergebnisse sollen in einer Datenbank dokumentiert werden, die als erste Grundlage für zukünftige Kontrollen dienen kann. Zudem wird eine Validierung der Methode hinsichtlich Reproduzierbarkeit und Genauigkeit durchgeführt.
Projektdetails
Projekttitel: Evaluierung der Möglichkeiten zur Herkunftskontrolle von österreichischen Forellen und deren Unterscheidung von Forellen aus der Türkei mittels Isotopenanalytik
Projektakronym: ISOTOP-TROUT
Projektleitung: AGES
Projektleitung AGES: Gerhard Liftinger
Projektpartner: Österreichische Verband für Fischereiwirtschaft und Aquakultur
Wissenschaftliche Begleitung: Bundesamt für Wasserwirtschaft
Finanzierung: EMFAF
Projektlaufzeit: 01.02.2026 – 31.01.2028
Aktualisiert: 25.06.2026