DRAIN - Dynamische Risikokarte für Bodenerosion
Zusammenfassung
Im Projekt DRAIN werden Technologien weiterentwickelt und zusammengeführt, um die Vorhersage von Bodenerosion zu verbessern und Böden zu schützen. Dazu verknüpft DRAIN Erdbeobachtung, meteorologische und Feld-Daten, um mögliche Bodenerosion zu prognostizieren, wenn starke Niederschläge erwartet werden.
Projektbeschreibung
Bodenerosion bringt nicht nur Humus- und Nährstoffverluste mit sich, sondern kann auch Schäden und Beeinträchtigungen der Infrastruktur verursachen. Ursachen der zunehmend beobachteten Bodenerosion sind intensive landwirtschaftliche Bodennutzung, aber auch Unwetterereignisse (Starkregen). Starkniederschläge treten durch den Klimawandel mit steigender Häufigkeit und Intensität auf.
DRAIN zielt darauf ab, erstmalig meteorologische Daten, aktuelle Copernicus- und weitere Geo-Daten in ein Modell einfließen zu lassen, das eine dynamische und zeitnahe Prognose von Bodenerosion erlaubt. Dadurch können zielgerichtet und für jedes Ereignis individuell Vorhersagen getroffen werden, was für unmittelbar betroffene Gemeinden und Landwirt:innen nützlich ist.
Im DRAIN-Projekt ermöglicht die Verknüpfung von Copernicus-, EUMETSAT- und Wetterdaten die Weiterentwicklung von Vorhersagemodellen. Auswertungen werden zeitgesteuert abgerufen und fließen in die dynamische Erosionsberechnung ein. Dadurch wird eine zeitnahe und punktgenaue Prognose ermöglicht, die umso genauer wird, je näher das Ereignis kommt. Die Ergebnisse werden den Anwender:innen in einem Dashboard zugänglich gemacht. In der steirischen Gemeinde Fernitz-Mellach wird der Ansatz getestet und mittels höher aufgelösten Planet- und vor Ort erhobenen Daten evaluiert. Die Gemeinde hat in den letzten Jahren drei Wasserrückhaltebecken gebaut, deren Einzugsgebiete einen räumlichen Fokus bilden. Ein weiterer Fokus wird außerdem auf potenziell von Erosion betroffene Landwirt:innen in ganz Österreich gelegt, welche zur Datenerhebung am Feld beitragen und so kontinuierlich ins Projekt eingebunden werden.
Nutzen des Projekts
DRAIN kombiniert in einem bisher einzigartigen Ansatz Erdbeobachtungsdaten (EO) mit meteorologischen Warnungen zu einer Risikokarte für Bodenerosion. Dabei wird nicht nur vor dem Ereignis, sondern auch vor den zu erwartenden Auswirkungen gewarnt. Stakeholder können durch DRAIN zukünftig ein EO-basiertes Frühwarnsystem über das Bodenerosionsrisiko in Anspruch nehmen. Die Karte soll in Zukunft allen betroffenen Interessent:innen zur Verfügung stehen, die in gleicher Weise von einer Vorwarnung profitieren.
Die Warnfunktion kann zudem ermöglichen, Gewässerökosysteme besser vor dem Eintrag von Feinsediment, Nähr- und Schadstoffen zu schützen. Langfristige Empfehlungen bezüglich einer Anpassung der Kulturarten, der Bodenbearbeitungs- und Managementmaßnahmen, sowie der Berücksichtigung und Umsetzung von Erosionsschutzmaßnahmen lassen sich ableiten. Das Projekt fördert damit klimaresiliente Landwirtschaft im Bereich des Boden- und Erosionsschutzes. Bereits getätigte bzw. zukünftig notwendige Investitionen (z. B. Rückhaltebecken) werden unterstützt.
Machen Sie mit
Ein wichtiger Teil der Entwicklungsarbeit ist die Datensammlung vor Ort und genau hier brauchen wir die Unterstützung von Landwirt:innen. Die Bewirtschafter:innen kennen ihre Flächen am besten. Ihre aktive Mitarbeit unterstützt die Entwicklung der digitalen Anwendung mit lokalen Informationen direkt vor Ort. Dadurch können wir Datenlücken schließen und unsere Modelle verbessern, wodurch auch die zukünftigen Anwender:innen des Dashboards einen direkten Nutzen daraus ziehen könnt. Ihr Wissen aus der Praxis fließt direkt ein, sie gestalten das Werkzeug mit, das damit für die Landwirtschaft bestens geeignet sein wird.
Projektdetails
Projekttitel: Dynamische Risikokarte für Bodenerosion
Projektakronym: DRAIN
Projektleitung: Universität Salzburg (PLUS), Dr. Martin Sudmanns
Projektleitung AGES: DI Dr. Alexandra Ribarits
Projektpartner: UBIMET, BAW Research, Gemeinde Fernitz-Mellach, Bundesamt für Wasserwirtschaft (assoz.)
Finanzierung: FFG
Projektlaufzeit: Oktober 2025 – März 2028
Aktualisiert: 20.03.2026