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Folge 017 - Scrolle ich mich krank? Food Fake News auf Social Media im Faktencheck

| Lesezeit 1 min

20 Kilo abnehmen bis zum Urlaub mit Proteinshakes und einem Schuss Sahne? Adaptogene, die Stress besiegen? Eine Kur, die die Leber auf Knopfdruck reinigt? Ernährungs-Influencer:innen versprechen auf Social Media Wunder. Ernährungsmediziner und AGES-Geschäftsführer Johannes Pleiner-Duxneuner analysiert Videos aus dem Netz und erklärt, was dran ist, was fehlt und woran man Desinformation sofort erkennt.

Proteinshakes statt Frühstück, Adaptogene gegen Stress, Saftkuren zum Entgiften der Leber, Darmreinigung über Nacht: Auf TikTok, Instagram und YouTube kursieren täglich Tausende Ernährungsvideos mit Heilsversprechungen, versteckter Werbung und Halbwahrheiten. Manche erreichen Millionen Menschen, die meist jung, sportbegeistert und auf der Suche nach dem schnellen Weg zur Wunschfigur sind. In dieser Folge von “Mut zum Risiko” spricht Moderatorin Elisabeth Dottolo mit Ernährungsmediziner Johannes Pleiner und der Studentin Emily Kubera vom Wiener Uni-Projekt “Food Facts statt Fake News” am Podcast-Tisch Klartext. Gemeinsam nehmen sie fünf echte Social Media-Videos auseinander, nennen  konkrete Warnsignale für Ernährungs-Fake-News und geben Hörer:innen das Werkzeug, das sie brauchen, um selbst zu erkennen: Fake News oder Food Fact !?

Was steckt in den fünf Challenge-Videos?

  • High-Protein-Diät & Proteinfasten: 16 kg in 2 Wochen – was wirklich passiert, wenn Muskelmasse statt Fett schwindet.
  • Adaptogene & Biohacking: Ginseng, Reishi, Maca – die dünne Studienlage hinter dem großen Versprechen.
  • Nahrungsergänzungsmittel: Warum ein/e Experte:in mit Medizin im Namen nicht automatisch ein/e Mediziner:in ist.
  • Leber-Detox: Sellerie, Limette, Apfel…was die Leber wirklich kann und was Presssäfte daraus machen.
  • Darmreinigung: Kefir, Leinsamen, Olivenöl – sinnvolle Lebensmittel in einem fragwürdigen Kontext.

Checkliste: Fünf Red Flags auf Social Media 

  1. Extreme Versprechungen: 20 Kilo in 3 Wochen, garantiert Muskeln aufbauen! Extremversprechen sind fast immer ein Warnsignal.
  2. Versteckte Werbung: Greift die Person zufällig zum eigenen Produkt? Dann ist das kein Zufall.
  3. Falsche Autorität: Ein nach Medizin klingender Profilname ersetzt keine abgeschlossene Ausbildung, daher Hintergrund immer überprüfen.
  4. Pseudowissenschaft: Studien belegen das, aber ohne Quellenangabe: Welche Studie? Bei wem? Mit welchem Effekt?
  5. Emotionaler Druck:  Du musst zu dieser Community gehören. Community-Appelle manipulieren, statt zu informieren.

Medienkompetenz als Schutz

Der AGES Risikobarometer 2024 zeigt: Österreicher:innen vertrauen bei Ernährungsfragen häufig schnell verfügbaren, emotional aufgeladenen Quellen, auch wenn sie der Wissenschaft widersprechen. Diese Folge dreht das Verhältnis um: Evidenzbasierte AGES-Expertise erklärt, was hinter den Trends steckt, und stärkt die Medienkompetenz  besonders bei jungen Zielgruppen, die täglich mit diesen Inhalten konfrontiert sind.

Seriöse Quellen zum Querchecken

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Aktualisiert: 09.10.2025

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