Was hat Zocken mit Energy Drinks zu tun? Welchen Einfluss haben Influencer:innen auf das Essverhalten von jungen Menschen? Diese und viele weitere Fragen beantwortet unsere neue Broschüre zum Thema soziale Medien und Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen.
Die neue Broschüre entstand in Kooperation mit den Fonds Gesundes Österreich (FGÖ) und der EU-Initiative PreventNCD. Sie zeigt, wie stark soziale Medien die Essgewohnheiten junger Menschen beeinflussen, und welche Rolle Eltern und Bezugspersonen dabei spielen können.
„Kinder und Jugendliche sind heute einer enormen Menge an digitalen Einflüssen ausgesetzt – auch im Bereich Ernährung. Umso wichtiger ist es, verlässliche Informationen bereitzustellen und Orientierung zu geben“, erklärt Johannes Pleiner-Duxneuner, Geschäftsführer der AGES.
In Influencer-Videos, Gaming-Streams oder auf Plattformen wie TikTok, YouTube und Instagram sind ungesunde Lebensmittel längst Normalität geworden. Rund ein Viertel der dort verbreiteten Inhalte beschäftigt sich mit Essen, der Großteil davon mit einem hohen Gehalt an Energie, Fett, Salz und Zucker. Gleichzeitig sind nur etwa drei Prozent dieser Inhalte als Werbung gekennzeichnet.
Diese Allgegenwärtigkeit beeinflusst, was Kinder als „normal“ empfinden, wenn es ums Essen geht: Nach dem Kontakt mit entsprechender Werbung nehmen Kinder und Jugendliche im Durchschnitt rund 30 Prozent mehr Kalorien zu sich. Bereits ab etwa 60 Minuten täglicher Mediennutzung steigt bei jüngeren Kindern das Risiko für Übergewicht. Die Bilder ungesunder Lebensmittel aktivieren zudem Gehirnregionen, die für Belohnung, Aufmerksamkeit und Entscheidungsfindung zuständig sind, stärker als Bilder gesunder Alternativen. Werbung für gesunde Lebensmittel zeigt diesen Effekt nicht.
So funktioniert Influencing im Ernährungsbereich
Influencing wirkt zum einen offensichtlich, etwa durch das Anpreisen von Produkten oder das Teilen von Rabattcodes, zum anderen aber auch subtil und unscheinbar, wenn Influencer:innen scheinbar beiläufig zu Energy Drinks oder zuckerhaltigen Limonaden greifen, oft ohne, dass Kinder und Jugendliche dies als Werbung erkennen.
Influencer:innen genießen in ihren Communities ein hohes Vertrauen. Viele junge Menschen glauben Empfehlungen, weil die Personen bekannt sind oder viele Follower haben und bauen eine starke emotionale Bindung zu ihnen auf. Häufig verbirgt sich hinter diesen Empfehlungen jedoch reine Produktwerbung. Ein bloßer Hinweis wie „Werbung“ reicht nicht aus, um Kinder und Jugendliche zu schützen. Studien zeigen, dass Kinder nach Beiträgen mit gekennzeichneter Werbung sogar mehr von dem beworbenen Snack essen als ohne Werbehinweis.
Früh geprägt – schwer zu ändern: Was Eltern und Bezugspersonen tun können
Essgewohnheiten und Geschmacksvorlieben entstehen sehr früh im Leben. Sind ungesunde Muster einmal etabliert, lassen sie sich nur schwer verändern. Umso wichtiger ist es, gesundes Essverhalten frühzeitig zu fördern.
Eltern haben einen entscheidenden Einfluss auf das Essverhalten ihrer Kinder: durch ihr eigenes Vorbild, durch die Lebensmittel, die sie einkaufen und zu Hause verfügbar machen, und durch Gespräche über Werbung und soziale Medien. Kinder können ihr Essumfeld meist nur eingeschränkt beeinflussen. Umso wichtiger ist es daher, Eltern zu sensibilisieren und zu ermutigen, gesunde Ernährung und Medienkompetenz so früh wie möglich zu fördern.
Die Broschüre „Social Media, Werbung und Ernährung bei Kindern und Jugendlichen“ unterstützt Eltern und Bezugspersonen dabei mit Hintergrundinformationen, konkreten Beispielen und praxisnahen Tipps. Sie ist ab sofort online verfügbar unter: Werbung, Social Media und Trends: Ernährung im Alltag von Kindern und Jugendlichen