Gesundheit für Mensch, Tier, Pflanze & Umwelt

TFA: überall zu finden, aber noch nicht gefährlich

| Lesezeit 4 min
Mensch Umwelt

Österreich setzt Maßnahmen, um den künftigen Eintrag mit TFA zu verringern.

Trifluoressigsäure, kurz TFA, ist fast allgegenwärtig: Wo es Wasser gibt, ist mittlerweile auch TFA zu finden.

TFA entsteht vorwiegend als Abbauprodukt fluorierter Verbindungen, etwa von Fluorgasen, die als Kältemittel z. B. in Wärmepumpen oder Klimaanlagen und Kühlschränken vielfach verwendet werden. Gelangen diese Fluorgase in die Atmosphäre, werden sie dort durch UV-Strahlung chemisch verändert und zu TFA umgewandelt. Fluorierte Verbindung werden aber auch in Pflanzenschutzmitteln und Arzneimitteln verwendet und daraus kann ebenfalls TFA entstehen. TFA ist sehr langlebig und gut wasserlöslich und kann sich über Jahre in der Umwelt anreichern. TFA wird daher oft als „Ewigkeitschemikalie“ bezeichnet.

Derzeit keine gesundheitlichen Auswirkungen

TFA ist zwar in Lebensmitteln und Trinkwasser nachweisbar, die aktuell gemessenen Mengen stellen nach aktuellem Wissensstand kein Gesundheitsrisiko dar. Der Mensch nimmt TFA in erster Linie über Lebensmittel und Trinkwasser auf. Aufgrund seiner Wasserlöslichkeit wird TFA sehr schnell wieder aus dem menschlichen Körper ausgeschieden.

Das Problem dieser „Ewigkeitschemikalie“ ist ihre Langlebigkeit. Das bedeutet, ihre Rückstände in der Umwelt nehmen immer weiter zu. Es wurden daher Maßnahmen ergriffen, um mögliche Auswirkungen zu reduzieren und künftige Generationen zu schützen.

Maßnahmen in Österreich und Europa

In Österreich laufen seit einigen Jahren Mess-, Monitoring und Überwachungsprogramme, um einen Überblick über mögliche Einträge von TFA in Lebensmittel und Wasser zu erhalten.

TFA ist im Grundwasser sowie in Oberflächengewässern in Österreich weit verbreitet nachweisbar. Untersuchungsergebnisse ermöglichen es den Behörden, bei Auffälligkeiten den Ursachen auf den Grund zu gehen und gegebenenfalls geeignete Maßnahmen einzuleiten.

Die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA und die europäische Chemikalienagentur ECHA arbeiten derzeit an einer gemeinsamen Bewertung zum Verhalten und Verbleib von Trifluoressigsäure (TFA) in Boden und Wasser. Für TFA bestehen in der EU derzeit keine Grenzwerte in Lebensmitteln und Trinkwasser.

Die Europäische Kommission hat im Jahr 2025 eine Empfehlung zur Durchführung eines Monitorings von TFA in Lebensmitteln ausgesprochen, auf deren Grundlage in Österreich aktuell ein entsprechendes Monitoring in pflanzlichen Lebensmitteln durchgeführt wird. Eine abschließende Bewertung liegt derzeit noch nicht vor.

Ein österreichweites Monitoring-Programm für TFA in Trinkwasser wurde bereits 2025 durchgeführt: Von den 331 Trinkwasserproben wurde in 307 Proben (entspricht 93 %) TFA in Konzentrationen über der Bestimmungsgrenze von 0,1 µg/l ermittelt. Die höchste gemessene Konzentration lag bei 6,03 µg/l. Zum Vergleich: Das deutsche Umweltbundesamt hat einen gesundheitlichen Leitwert von 60 µg/l abgeleitet und weist darauf hin, dass eine Konzentration von 10 µg/l oder weniger TFA im Trinkwasser angestrebt werden sollte. In Dänemark wurde ein Grenzwert in Trinkwasser für TFA von 9 µg/l festgelegt.

Im Bereich der Landwirtschaft gibt es bereits erste Verbote von Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffen, die TFA freisetzen. Allein mit dem Verbot des Wirkstoffs Flufenacet im Jahr 2025 wird künftig ein wesentlicher Teil des TFA-Eintrags durch Pflanzenschutzmittel reduziert.

Die PFAS-Restriktionen, die auf europäischer Ebene vorgesehen sind, werden dazu beitragen, dass künftig weniger TFA bildenden Substanzen in Europa in die Umwelt gelangen können.
 

| Lesezeit 4 min
Mensch Umwelt
Jump to top