Die GAU von Tschernobyl vor 40 Jahren – der „Größte Anzunehmende Unfall“ – hatte weitreichende Auswirkungen. Nach 1986 wurden auf nationaler und internationaler Ebene umfangreiche Vereinbarungen getroffen, um bei zukünftigen Ereignissen schnell und koordiniert reagieren zu können. In Österreich wurden detaillierte Notfallpläne, ein Maßnahmenkatalog und ein Probenahmeplan ausgearbeitet und regelmäßig weiterentwickelt. Unsere Expert:innen sind in die Notfallplanung auf Bundes- und Landesebene eingebunden.
Umweltüberwachung
Im Rahmen der laborgestützten Umweltüberwachung bestimmen wir regelmäßig den Radioaktivitätsgehalt verschiedener Umweltmedien in ganz Österreich. Dazu führen wir jährlich mehr als 2.500 Laboruntersuchungen durch.
Bereit für den Notfall
Die Strahlenschutzlabors der AGES können im Notfall bis zu 600 Proben pro Tag analysieren – ein entscheidender Faktor für die rasche Bewertung der Lage und das Einleiten geeigneter Schutzmaßnahmen durch die zuständigen Behörden. Automatisierte Datenweitergabe, ausfallsichere Kommunikationssysteme und regelmäßige Notfallübungen gewährleisten eine zuverlässige Einsatzfähigkeit.
40 Jahre später: Cäsium‑137 in Österreich
Vier Jahrzehnte nach Tschernobyl sind Spuren des Radionuklids Cäsium‑137 (Halbwertszeit circa 30 Jahre) noch messbar. In Acker‑ und Wiesenböden ist es jedoch fest gebunden und spielt daher in landwirtschaftlichen Produkten kaum noch eine Rolle. Anders sieht es im Waldboden aus: Dort ist Cäsium‑137 (kurz: „Cs-137“) weiterhin pflanzenverfügbar und kann über Pilze in Wildtiere gelangen. Daher führt die AGES ein Monitoring von Wild und Pilzen durch. Jährlich werden fast 1.000 Lebensmittelproben untersucht. Auch importierte Pilze aus Nicht‑EU‑Ländern werden regelmäßig geprüft. Während landwirtschaftliche Produkte unauffällig sind, können Wildpilze und Wildfleisch vereinzelt höhere Werte aufweisen. Seit 2019 überschritten jedoch nur wenige Wildfleisch‑Proben den Grenzwert von 600 Bq/kg, im Handel war hiervon keine betroffen.
Die Verzehrmenge von Wildfleisch und Wildpilzen ist üblicherweise so gering, dass die daraus resultierende Dosis keine relevante Rolle spielt.