Weltweit kam es in den vergangenen Wochen zu Rückrufen von Säuglingsnahrung verschiedener Hersteller. Diese Rückrufe sind hauptsächlich Vorsichtsmaßnahmen aufgrund des möglichen Vorhandenseins von Cereulid in einer der Zutaten eines Zulieferers (hierbei handelt es sich um das so genannte ARA Öl). Cereulid ist ein hitzestabiles Toxin, das von Bacillus cereus-Bakterien gebildet wird. Untersuchungen der AGES und der zuständigen Lebensmittelbehörden seit Dezember 2025 haben gezeigt, dass einige betroffene Produkte auch in Österreich auf dem Markt waren. Die damals nachgewiesenen Konzentrationen von Cereulid waren so gering, dass keine Gesundheitsgefährdung bestand.
In einer aktuellen Probe von letzter Woche wurde jedoch eine Cereulid -Konzentration nachgewiesen, die geeignet ist, die Gesundheit zu schädigen. Dieses Produkt wurde vom Hersteller bereits zurückgerufen.
In der aktuellen Risikobewertung der EFSA vom 2.2.2026 wurden die vorliegenden wissenschaftlichen Grundlagen zu den Auswirkungen von Cereulid neu bewertet. Unter Berücksichtigung eines Sicherheitsfaktors von 100 und eines zusätzlichen Sicherheitsfaktors von 3 für Säuglinge wurde jetzt erstmals eine ARfD von 0,014 µg/kg KG/d (Akute Referenzdosis). festgelegt. Die AGES hat für die Bewertung der Cereulid-Exposition für Säuglinge in verschiedenen Altersstufen die Dosier- und Verzehrsempfehlungen des Herstellers auf der Verpackung herangezogen und die errechnete tägliche Aufnahmemenge mit der neuen ARfD von 0,014 µg/kg Körpergewicht verglichen. Im nun getesteten Produkt wurde eine Cereulid-Konzentration festgestellt, die lebensmittelrechtlich als gesundheitsschädlich beurteilt werden muss, da die ARfD mehrfach überschritten wurde.
Für die im Dezember positiv getesteten Produkte gilt nach wie vor, dass es keine gesundheitlichen Bedenken gibt.
Das Gesundheitsministerium hat eine Schwerpunktaktion beauftragt, bei der Säuglingsnahrung verschiedener Hersteller auch auf Cereulid untersucht wird. Die Lebensmittelbehörden der Länder ziehen in sämtlichen Bundesländern Proben, die Labor-Untersuchungen werden von der AGES durchgeführt.