Nationale Referenzlabore für Futtermitteluntersuchung:

Nationale Referenzlabors (NRL's) wurden für die Überwachung von Lebensmitteln, Futtermitteln, Krankheitserregern bei Mensch und Tier, genetisch veränderten Organismen und bestimmte Substanzklassen wie Rückstände in lebenden Tieren und tierischen Erzeugnissen sowie Pestizidrückstände in Lebens- und Futtermitteln eingerichtet.

Durch die Einrichtung von Nationalen Referenzlabors (NRLs) in den EU Mitgliedsstaaten wird die Basis für europaweite, harmonisierte Untersuchungsstandards in den jeweiligen Bereichen der amtlichen Kontrolle von Lebens- und Futtermitteln und im Bereich der Tiergesundheit bei der Diagnose von Krankheiten geschaffen.
Rechtsgrundlage der NRLs ist die EU Verordnung (EG) Nr.882/2004, wonach jeder Mitgliedstaat verpflichtet ist, ein oder mehrere NRLs für bestimmte Untersuchungen zu benennen und der Europäischen Kommission bekannt zu geben. Das NRL muss für die betreffende Untersuchung als Prüflaboratorium akkreditiert sein.

Nationales Referenzlaboratorium für Metalle und Stickstoffverbindungen

Nationales Referenzlaboratorium für Metalle und Stickstoffverbindungen

 

Schwermetalle können in allen Futtermitteln und Lebensmitteln vorkommen. Die Menge ist abhängig von der natürlichen Zusammensetzung sowie von den Produktions- und Umgebungsbedingungen der jeweiligen Futtermittel bzw. Lebensmittelherstellung. Einige Schwermetalle haben essentielle Eigenschaften, andere hingegen, wie Blei, Cadmium, Quecksilber und Arsen haben keine ernährungsphysiologische Relevanz und sind als giftig bzw. sehr giftig eingestuft.

Aufgrund der Toxizität einiger Schwermetalle wurden in der Richtlinie 2002/32/EG (Futtermittel) und der Verordnung (EG) Nr. 1881/2006 (Lebensmittel) maximale Höchstwerte für diese Kontaminanten festgelegt. Dies trifft für folgende Elemente und Elementspezies zu:

  • Arsen (Gesamtarsen) und anorganisches Arsen
  • Blei
  • Cadmium
  • Quecksilber
  • Zinn

Als nationales Referenzlabor für Schwermetalle in Lebensmitteln (nicht tierischen Ursprungs) und Futtermitteln erfüllen wir gemäß VO 882/2004 folgende Aufgaben:

  • Zusammenarbeit mit den EU-Referenzlabor in Geel (Belgien)
  • Verpflichtende Teilnahme an Ringversuchen des EU-RL
  • Unterstützung der national zuständigen Behörden
  • Koordination der Tätigkeiten der zuständigen amtlichen Laboratorien
  • Durchführung & Organisation von Ringversuchen und Vergleichstests
  • Durchführung & Organisation von Workshops für die zuständigen amtlichen Laboratorien

 

Liftinger Gerhard Dipl.-HTL-Ing.

Telefon: +43 50 555-41400

Wieningerstraße 8

4020 Linz

gerhard.liftingerno@Spam@agesno.Spam.at

 

 

 

 

Nationales Referenzlaboratorium für Zusatzstoffe in der Tierernährung- Zulassung

Nationales Referenzlaboratorium für Zusatzstoffe in der Tierernährung- Zulassung

Was sind Futtermittelzusatzstoffe und wofür werden sie eingesetzt?

Futtermittelzusatzstoffe sind Stoffe, Mikroorganismen oder Zubereitungen, die bewusst Futtermitteln oder Wasser zugesetzt werden, jedoch selbst keine Futtermittelausgangserzeugnisse sind. Sie werden nach ihren Funktionen in folgende Kategorien eingeteilt: 

  • Technologische Zusatzstoffe: Konservierungsstoffe, Stabilisatoren, Antioxidantien, Bindemittel,…
  • Sensorische Zusatzstoffe: Aromastoffe, Farbstoffe
  • Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe: Vitamine, Provitamine, Aminosäuren und deren Salze, Spurenelemente, Harnstoff und dessen Derivate
  • Zootechnische Zusatzstoffe: Darmflorastabilisatoren, Verdaulichkeitsförderer und Stoffe, die die Umwelt positiv beeinflussen
  • Kokzidiostatika und Histomonostatika

Ein Futtermittelzusatzstoff darf nur dann zugelassen werden, wenn er folgende Kriterien erfüllt (VO (EG) Nr. 1831/2003, Artikel 5). Der Zusatzstoff darf

  • sich nicht schädlich auf die Gesundheit von Tier und Mensch oder auf die Umwelt auswirken;
  • nicht in einer Weise dargeboten werden, die den Anwender irreführen kann;
  • keinen Nachteil für den Verbraucher durch die Beeinträchtigung der Beschaffenheit der tierischen Erzeugnisse mit sich bringen und darf ihn bezüglich der Beschaffenheit der tierischen Erzeugnisse nicht irreführen.

Zusätzlich muss der Zusatzstoff zumindest ein nachfolgendes Kriterium erfüllen:

  • die Beschaffenheit des Futtermittels positiv beeinflussen;
  • die Beschaffenheit der tierischen Erzeugnisse positiv beeinflussen;
  • die Farbe von Zierfischen und -vögeln positiv beeinflussen;
  • den Ernährungsbedarf der Tiere decken;
  • die ökologischen Folgen der Tierproduktion positiv beeinflussen;
  • die Tierproduktion, die Leistung oder das Wohlbefinden der Tiere, insbesondere durch Einwirkung auf die Magen- und Darmflora oder die Verdaulichkeit der Futtermittel, positiv beeinflussen oder
  • eine kokzidiostatische oder histomonostatische Wirkung haben.

 

Zulassungsverfahren für einen Futtermittelzusatzstoff

 Gemäß Verordnung (EG) Nr. 1831/2003 (Zusatzstoffe zur Verwendung in der Tierernährung) muss die Zulassung eines Futtermittelzusatzstoffes in einem Gemeinschaftsverfahren erfolgen bevor dieser in Verkehr gebracht  und verfüttert werden darf.  Ein Futtermittelzusatzstoff wird nur zugelassen, wenn sich dieser nachweislich nicht schädlich auf die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt auswirkt und einen bestimmten Zweck bzw.  eine bestimmte Funktion erfüllt. 

Ein Antragsteller stellt an die Europäische Kommission einen Zulassungsantrag, welcher an die  Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA)

Aufgaben und Tätigkeiten des NRLs für Zusatzstoffe - Zulassung

Die Verordnung (EG) Nr. 378/2005 der Kommission reguliert die Aufgaben und Pflichten des gemeinschaftlichen Referenzlaboratoriums in Bezug auf Anträge für die Zulassung von Futtermittelzusatzstoffen.

Im Zulassungsantrag muss der Antragsteller unter anderem eine geeignete Methode zur Analyse des Wirkstoffes des Futtermittelzusatzstoffes in Futtermitteln, Vormischungen und im  Originalprodukt beschreiben, die einer wissenschaftlichen Evaluierung durch ein Berichterstatter-Laboratorium unterzogen wird.  Die nationalen Referenzlabore sind dazu angehalten, bei der Erstellung des Evaluierungsberichtes über die Methode mitzuwirken, die Eignung dieser Methode für die Verwendung in der amtlichen Kontrolle zu begutachten und dem Europäischen Referenzlabor (EURL) in Geel  ihre Stellungnahme zu melden.  Weitere Aufgaben sind die Berichterstattung  und Zusammenarbeit mit dem EURL und den NRLs aus weiteren EU-Mitgliedsstaaten sowie Prüfung, Entwicklung  und Validierung von Analysenmethoden. 

In Österreich ist für diese Aufgabe das Institut für Tierernährung und Futtermittel der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) in Wien benannt.

Nationales Referenzlaboratorium für tierische Proteine in Futtermitteln

Nationales Referenzlaboratorium für tierische Proteine in Futtermitteln

Aufgrund des Ausbruches der BSE-Krise im Jahr 2000 wurde die Verfütterung von Tiermehl an alle landwirtschaftlichen Nutztiere, mit Ausnahme von Fischmehl an Nicht-Wiederkäuer, verboten (VO (EG) Nr. 999/2001 und VO (EG) Nr. 1069/2009). Im Zuge der Futtermittelkontrolle wird die Einhaltung dieser Vorgabe durch Untersuchung von Futtermittelproben mittels Lichtmikroskopie auf das Vorhandensein von Fisch- und/oder Landtierpartikel überwacht.

Im Juni 2013 trat eine teilweise Lockerung des Fütterungsverbotes von prozessierten tierischen Proteinen (PAPs) in Kraft (VO (EG) Nr. 56/2013). Seitdem dürfen PAPs von Nicht-Wiederkäuern an Fische verfüttert werden. Um feststellen zu können, ob Futtermittelproben mit PAPs von Wiederkäuern belastet sind, werden diese molekularbiologisch auf das Vorhandensein von Wiederkäuer DNA überprüft.

Ziel des NRL ist innerhalb eines Kommunikationsnetzwerkes eine Projektlandschaft „Tierische Proteine“ aufzubauen sowie durch Entwicklung von neuen Analysenmethoden mit den zu erwartenden gesetzlichen Änderungen betreffend die weitere Wiederzulassung von Tiermehlen innerhalb der EU voran zu kommen.

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