Gesundheit für Mensch, Tier & Pflanze

Saatenfliegen

Delia platura und Delia florilega

Steckbrief

Saatenfliegen kommen alljährlich in großen Mengen auf unseren Äckern vor, verursachen aber nur bei kühler Witterung Schäden an Keimlingen wärmeliebender Kulturpflanzen.

Aussehen

Saatenfliegen sehen Stubenfliegen ähnlich, sind grau gefärbt mit dunklen, unterbrochenen Streifen am Rückenschild. Die Fliegenmännchen - kenntlich an den, am Scheitel zusammenstoßenden Augen - tragen an den Schienen ihres letzten Beinpaares (= Hintertibien) eine Reihe kammartiger Borsten, wodurch man sie von ähnlichen Arten unterscheiden kann.

Die Larven haben keine Beine und die Kopfkapsel ist rückgebildet, sodass das Vorderende spitz zuläuft. Im Inneren scheinen Mundwerkzeuge („Nagehaken“) schwarz durch. Das Hinterende erscheint wie schräg abgeschnitten, in der Mitte dieses "Ovals" liegen die sogenannten Hinterstigmen (oft als Augen missdeutet). Der Rand ist von etwa 15 kleinen Papillen besetzt, deren Ausformung zur Artbestimmung verwendbar ist.

Die Eier sind weiß, stiftförmig und 1 mm groß.

Biologie

Saatenfliegen gehören zur Fliegenfamilie der Blumenfliegen (Anthomyiidae). Bei den Saatenfliegen handelt es sich um zwei nahe verwandte Arten mit ähnlicher Lebensweise. Neben dem Namen Saatenfliege ist auch noch die Bezeichnung Bohnensaatenfliege geläufig.

Ihre Eier legen die Fliegen an keimende Wirtspflanzen ab. Es sind aber auch Fälle bekannt, wo Eier bereits beim Pflügen auf die nackte Erde abgelegt wurden. Die Fliegen werden auch von unverrotteter Pflanzenmasse angelockt, beispielsweise sind mit Festmist gedüngte Felder bzw. Felder nach Grünland- oder Zwischenfruchtumbruch für die Fliege besonders anziehend.

Aus den Eiern schlüpfen nach wenigen Tagen Fliegenlarven. Die Larven ernähren sich teils von Bakterien, die sich unter ungünstigen Keimbedingungen für die Wirtspflanzen stark vermehren, teils dringen sie in pflanzliches Gewebe auch aktiv ein, wodurch sie wiederum das Bakterienwachstum begünstigen. Nachdem sie drei Larvenstadien durchlaufen haben (der dazu nötige Zeitraum ist temperaturabhängig), verlassen die Larven ihre Wirtspflanze und verpuppen sich im umgebenden Erdreich in geringer Bodentiefe von wenigen Zentimetern.

Nach kurzer Puppenruhe schlüpfen daraus wieder erwachsene Fliegen, wodurch sich der Kreis schließt.

Auf diese Weise entstehen mehrere Generationen der Fliege, während Schaden nur im Frühjahr an Jungpflanzen angerichtet wird. Die Überwinterung erfolgt schließlich als Puparium (Tönnchenpuppe) im Erdreich.

Schadsymptome

Ein Befall ist äußerlich zunächst an Fehlstellen in den Reihen auflaufender Kulturpflanzen zu erkennen, keimende Wirtspflanzen bleiben häufig im Wachstum zurück. In Keimblättern von Bohne können Miniergänge auftreten, beim Kürbis sind die Stängel oft völlig ausgehöhlt, darin sind Fliegenmaden in größerer Zahl zu finden.

Wirtspflanzen

Befallen werden verschiedenste Arten wärmeliebender Kulturpflanzen, wie Mais, Spinat, Gurke, Kürbis, Bohne, Melone, Zucchini und Spargel. Unter geeigneten Bedingungen werden unter Umständen noch weitere Arten von Wirtspflanzen befallen.

Verbreitung

Während Delia platura in den gemäßigten Breiten weltweit und häufig vorkommt, ist Delia florilega auf Mitteleuropa und Nordeuropa beschränkt und wird auch seltener gefunden.

Ausbreitung und Übertragung

Die Maden der Saatenfliegen sind keine primären Pflanzenschädlinge, da sie im Boden hauptsächlich dazu beitragen, organische Substanzen abzubauen. Da sich jedoch bei ungünstigen Keimungsbedingungen fäulnisbewohnende Mikroorganismen an Keimlingen entwickeln, stellen auch diese eine ideale Nahrungsquelle für Saatenfliegenlarven dar.

Wirtschaftliche Bedeutung

Wirtschaftliche Schäden sind nur von der 1. Larvengeneration zu erwarten.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Generell ist eine eher frühe Aussaat zu empfehlen und der Vorjahresbefall muss beachtet werden.
  • Bei den Zwischenfrüchten sollten Pflanzen ausgewählt werden, die im Winter abfrieren.
  • Vermeiden des Einarbeitens von wenig verrotteten Pflanzen oder unreifem Kompost in den Boden (insbesondere von Spinat). Falls das Einarbeiten doch erforderlich ist, sollte dies bei kühlem Wetter durchgeführt werden, wenn die Fliegen nicht aktiv sind.
  • Bei Spargel sollten die Dämme mit Plastikfolien abgedeckt werden.
  • Nachsetzen befallener Keimlinge: Insbesondere bei Gurken und Kürbissen üblich
  • Umbrechen der befallenen Kultur und neuerlicher Anbau, am besten mit einer Kulturpflanze, die nicht wärmebedürftig ist.

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Aktualisiert: 17.01.2022

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