Beinwell

Steckbrief

Der Beinwell (Symphytum officinale) gilt von alters her als Heilpflanze: Sowohl der lateinische Gattungsname Symphytum (vom griechischen symphytos: verwachsen, zusammengewachsen) als auch der deutsche Gattungsname „Beinwell“ weisen auf die wund- und knochenheilende Wirkung dieser Pflanze hin.

Verwendung

Heute werden vorwiegend Zubereitungen aus Beinwellwurzel (Symphyti radix), bestehend aus den frischen oder getrockneten unterirdischen Teilen verwendet. Gelegentlich kommen die oberirdischen Pflanzenteile (Beinwellkraut und Beinwellblätter) zur Anwendung. Sie enthalten Schleimstoffe, Allantoin, Gerbstoffe, Rosmarinsäure und Cholin.

Aus heutiger Sicht ist nur deren äußere Anwendung medizinisch anerkannt. Klinische Studien haben einen erfolgreichen Einsatz bei schmerzhaften Muskel- und Gelenkbeschwerden, Zerrungen, Prellungen, Verstauchungen (nach Abklingen der akuten Phase) sowie eine durchblutungsfördernde Wirkung bestätigt. Die Pflanze soll aber auch bei Sehnenscheidenentzündungen und Gelenkarthrosen hilfreich sein.

Für die äußere Anwendbarkeit wird meist ein Fluidextrakt der Beinwellwurzel vor allem in Salben, Gels und Umschlagpasten verarbeitet, manchmal in Kombination mit anderen pharmazeutischen Pflanzendrogen.

Die wund- und gelenksheilende Wirkung wird vor allem dem Allantoin zugeschrieben, das die Neubildung von Knochengewebe, die Zellerneuerung und Gewebsregenerierung fördert.

Botanik

Der Echte Beinwell oder Arznei-Beinwell gehört zur Familie der Raublattgewächse, Boraginaceae. Die ausdauernde Pflanze kann mit ihrem geflügelten, rauhaarigen Stängel bis zu 1 m hochwachsen. Ihre Blätter sind in der Mitte am breitesten, länglich zugespitzt, ebenfalls rau behaart und wechselständig am Stängel angeordnet. Im oberen Bereich verschmälern sich die Blätter und laufen weit am Stängel herab.

Die röhrig glockenförmigen, nickenden Blüten sind meist purpurviolett, seltener gelb oder weiß und im Inneren mit Schlundschuppen versehen. Sie stehen zu mehreren zusammen in Doppelwicken in den oberen Laubblattachseln. Blütezeit ist von Mai bis Juli, manchmal auch bis in den September hinein. Die dicke, fleischige Wurzel hilft der Pflanze die kalte Jahreszeit zu überdauern.

Verbreitung

Weltweit sind rund 35 verschiedene Symphytum-Arten bekannt, von denen elf in Europa heimisch sind. Sechs davon sind in Österreich zu finden. Der Echte Beinwell wächst bevorzugt an sonnigen bis halbschattigen, feuchten, nährstoffreichen Standorten wie nassen Fettwiesen, Uferstaudenfluren, Gräben und Auwäldern, besonders gern auf Lehmböden. Er kommt bis in Höhenlagen bis zu 1.000 Meter in ganz Österreich häufig bis zerstreut vor.

Aktualisiert: 01.02.2024