Konsolidierung der Genomsequenzierung und Infrastrukturprozesse zur Überwachung von Infektionskrankheiten und Aufklärung von Krankheitsausbrüchen
Moderne Labortechnik sinnvoll nutzen: Viren zuverlässiger überwachen und Ausbrüche früh erkennen.
Projektbeschreibung
Während der Corona‑Pandemie wurden mehrere europäische Länder mit modernen Laborgeräten und Software ausgestattet, um Krankheitserreger schneller und genauer untersuchen zu können. Diese Technik ist wertvoll, aber komplex. Oft fehlen noch einheitliche Abläufe, ausreichend geschultes Personal und Erfahrung, um sie im Alltag sicher und zuverlässig zu nutzen.
Dadurch können Labore ihre neue Ausstattung nicht immer optimal einsetzen, zum Beispiel bei der Überwachung von Virusveränderungen oder bei schnellen Analysen während eines Ausbruchs.
In diesem Projekt arbeiten Expert:innen aus vier Ländern (Österreich, Griechenland, Kroatien und Ungarn) eng zusammen, um ihre Laborsysteme Schritt für Schritt zu verbessern. Sie vergleichen ihre Abläufe, entwickeln gemeinsame Standards und testen neue Methoden, mit denen sich Viren schneller und präziser untersuchen lassen. Dazu gehört zum Beispiel, dass Arbeitsprozesse automatisiert werden, damit Ergebnisse schneller und fehlerärmer vorliegen.
Auch die Computerprogramme, die zur Auswertung der Erbgutdaten nötig sind, werden harmonisiert und modernisiert, damit alle Länder mit denselben sicheren und zuverlässigen Werkzeugen arbeiten. Gleichzeitig werden neue Methoden für die Genomanalyse ausprobiert und bewertet. Ein wichtiger Teil ist auch der Wissensaustausch: die Beteiligten teilen Erfahrungen und unterstützen sich dabei, typische Schwierigkeiten zu überwinden. So soll am Ende eine stabile, alltagstaugliche Infrastruktur entstehen, die bei Ausbrüchen von Krankheiten sofort einsatzbereit ist und langfristig von allen Ländern genutzt werden kann.
Ziele
- Aufbau einer nachhaltigen, effizienten und leistungsfähigen Laborinfrastruktur für den Ausbau der Mikrobiologie im nationalen Gesundheitswesen
- Verbesserte genombasierte Routineüberwachung von Infektionskrankheiten auf regionaler, nationaler und europäischer Ebene
- Stärkere Nutzung genetischer Analysen bei Krankheitsausbrüchen sowie Ausbau der technischen Kapazitäten dafür
- Frühzeitige Erkennung und verstärkte Überwachung von neu auftretenden und bekannten Varianten des Coronavirus, national und europaweit
- Bessere Vorbereitung auf zukünftige Ausbrüche von Infektionskrankheiten und Pandemien
- Verbesserung von Digitalisierungsprozessen, einschließlich Bioinformatik-Pipelines und Workflows für Schnellwarnsysteme
Steckbrief
Gemeinsam mit den Konsortialpartnern Griechenland (EODY), Kroatien (CIPH) und Ungarn (NCPHP) erhielt die AGES als Koordinator im Herbst 2022 den Zuschlag für die Joint Action im EU4Health Programm HERA 2 - Konsolidierung der WGS/RT-PCR- und Infrastrukturprozesse bei der Überwachung und Untersuchung von Krankheitsausbrüchen. Für dieses Projekt ist ein Gesamtbudget von € 4,54 Mio vorgesehen.
| Projektdetails | Bezeichnung |
|---|---|
| Projektakronym: | HERA 2 |
| Projektleitung: | AGES |
| Projektpartner: | CIPH (HR), EODY (GR), NCPHP (HU) |
| Finanzierung: | European Health and Digital Executive Agency (HaDEA) unter dem EU4Health Program |
| Projektlaufzeit | 10.2022 bis 03.2026 |
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Aktualisiert: 06.02.2026