Achtung vor Verwechslungen bei Gemüse

Aufgrund von Verwechslungen von Blattgemüse, Kräutern und Salaten mit giftigen Pflanzen (Unkräutern) kommt es immer wieder zu Vergiftungen bis hin zu Todesfällen. Jedes Jahr werden vereinzelt Fälle bekannt, wo nicht nur essbare Pflanzen sondern, aufgrund der Ähnlichkeit oder fehlenden Kenntnis, auch giftige Pflanzen versehentlich mitgeerntet und gegessen werden. Verwechslungsgefahr besteht z. B. bei Rucola und Greiskraut, bei Erdbeerspinat und Stechapfel-Blättern, bei Bärlauch und Maiglöckchen/Herbstzeitlosen/Aronstab etc.

Giftige Pflanzen kommen überall in der Natur vor und können folglich auch im Gemüsebeet „wild aufgehen“. Mitunter gelangen sie auch durch verunreinigtes Saatgut auf Anbauflächen. KonsumentInnen sollten daher besonders vorsichtig sein, wenn sie Gemüsearten anbauen, die ihnen wenig bekannt sind.

Nicht nur bei Blattgemüse sondern auch bei Fruchtgemüse kommt es vereinzelt zu Vergiftungen. Insbesondere bei Kürbissen oder Zucchini ist Vorsicht geboten: zum Beispiel können ungenießbare Früchte mit darmschädigenden Bitterstoffen (erkennbar an bitterem Geschmack) entstehen, wenn man selbst Saatgut aus den geernteten Pflanzen anbaut (z. B. wegen Rückkreuzung mit Wildtypen wie Zierkürbissen oder spontaner Rückmutation der Pflanze).

Vergiftungen durch verunreinigte Lebensmittel sind auch bei Getreideprodukten bekannt: bei Hirse oder Buchweizen kam es in den letzten Jahren zu Vergiftungsfällen durch mit Stechapfelsamen kontaminierte Produkte.

Darauf sollten KonsumentInnen achten:

  • Bei der Ernte von Salaten und Blattgemüse sowie Kräutern, diese auf fremde Pflanzenteile durchsehen und Pflanzenteile, die keinen essbaren Pflanzen zugeordnet werden können, aussortieren.
  • Bekanntes Gemüse das untypisch schmeckt, wie zu bittere Zucchini oder Kürbisse, nicht essen.

Handeln bei Vergiftungssymptomen:

Vergiftungssymptome können sein: verminderter Speichelfluss, Mundtrockenheit, Hauttrockenheit und Hautröte, Magen-Darm-Beschwerden, Pupillenerweiterung, Benommenheit, Sehstörungen, Herzklopfen, Desorientierung und Halluzinationen. Diese Wirkungen treten relativ rasch (5 bis 30 Minuten) nach der Aufnahme auf. Treten derartige Symptome nach dem Verzehr von möglicherweise belasteten Lebensmitteln und daraus hergestellten Speisen auf, suchen Sie unverzüglich einen Arzt/ eine Ärztin auf. Etwaige Speisereste oder die zur Herstellung des Gerichts verwendete Packung sollten der Lebensmittelaufsicht, die für den Wohnort zuständig ist (siehe Kontakte), übergeben werden. Auskunft bei Vergiftungsverdacht bietet die Vergiftungsinformationszentrale (VIZ) der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) unter: +43 1 406 43 43.

Weitere Informationen:

Sowohl im Bereich Lebensmittelsicherheit als auch bei der Saatgutprüfung sind ExpertInnen der AGES mit der Identifikation und Analyse giftiger Pflanzen befasst.

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Greiskraut. Blätter können mit Rucola verwechselt werden.
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Rucola
Rucola
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Erdbeerspinat mit Früchten. Die Blätter der Pflanze können mit Stechapfelblättern verwechselt werden.
Erdbeerspinat
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Stechapfel mit Blüte.
Stechapfel
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Bärlauchblatt im Vergleich mit Herbstzeitlose und Maiglöckchen.
Bärlauch Doppelgänger
 
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