Nur wöchentliche Betrachtung des Coronageschehens ist sinnvoll

Zuletzt geändert: 08.10.2020

Auszüge aus täglichen Reports vermitteln falsches Bild

Die AGES übermittelt den Gesundheitsbehörden täglich eine Auswertung zur aktuellen Corona-Lage für die interne Bewertung der Risikolage. Dieser tägliche interne Lagebericht stellt die Situation zu einem bestimmten Zeitpunkt dar; Aussagen zur epidemiologischen Lage lassen sich aber erst durch eine wöchentliche Beurteilung verschiedener Indikatoren treffen. Dieser wird ausschließlich dem internen Risikomanagement zur Verfügung gestellt.

Die AGES weist darauf hin, dass die Auswertung von Clusteranalyse, Anteil asymptomatischer Fälle sowie Anzahl der Fälle mit abgeklärter Quelle hauptsächlich mit Daten, die dem Epidemiologischen Meldesystem (EMS) entnommen werden, erstellt. Diese können möglicherweise dem tatsächlichen Informationsstand der Gesundheitsbehörden nicht entsprechen. Die Diskrepanz von Zahlen im täglichen Lagebericht mit Zahlen der Stadt Wien ergeben sich auch aus verzögerten Datenübermittlungen des Wiener epidemiologischen Informationssystems in das EMS. Bei hoher Fallzahl eines Bezirkes oder Bundeslandes kann dieses Informationsdefizit erheblichen Einfluss auf die Indikatoren haben. Mit heutigem Tag sollte die Datenübermittlung durch eine neu implementierte technische Schnittstelle zwischen Wien und dem EMS funktionieren.

Aus epidemiologischer Sicht ist nicht die tägliche, sondern die wöchentliche Beurteilung verschiedener Indikatoren, wie sie für die Corona-Ampel verwendet werden, entscheidend (7-Tages-Fallzahl, 7-Tages-Inzidenz, Anzahl von neuen Clustern innerhalb einer Kalenderwoche, Fälle mit geklärter Quelle). Diese Daten werden, akkordiert mit den Ländern, jeden Freitag auf www.corona-ampel.gv.at zur Verfügung gestellt.

Diese wöchentlichen Vergleiche ermöglichen den Österreicherinnen und Österreichern einen klaren Blick auf das tatsächliche Pandemiegeschehen. Die Kommunikation von tagesaktuellen Daten ist in dieser Hinsicht nicht zielführend.

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