Internationaler Tag der Biodiversität

Zuletzt geändert: 26.05.2020

"Unsere Lösungen liegen in der Natur"

Das Thema des Tages "Unsere Lösungen liegen in der Natur" zeigt, dass die biologische Vielfalt die Antwort auf eine Reihe aktueller Herausforderungen für eine nachhaltige Entwicklung ist. Von naturbasierten Lösungen über das Klima bis hin zur Ernährungs- und Wassersicherheit und nachhaltigen Lebensgrundlagen ist die biologische Vielfalt die Basis für unsere nachhaltige Zukunft.

Hintergrund

Seit 2002 findet jährlich am 22. Mai der Internationale Tag der biologischen Vielfalt statt. Er erinnert an den 22. Mai 1992, an dem in Nairobi Einigkeit über den Text des UN-Übereinkommens über biologische Vielfalt erzielt wurde. Die Biodiversitätskonvention oder das "Übereinkommen über die Biologische Vielfalt (Convention on Biological Diversity - CBD)" wurde im Rahmen der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung (UNCED) im Juni 1992 in Rio de Janeiro zur Signatur ausgelegt und trat am 29. Dezember 1993 in Kraft. Die drei Ziele dieser Konvention sind die Erhaltung der biologischen Vielfalt, die nachhaltige Nutzung ihrer Bestandteile, sowie ein gerechter Vorteilsausgleich aus der Nutzung genetischer Ressourcen. Sie wurde inzwischen von 196 Staaten ratifiziert und ist eines der erfolgreichsten Übereinkommen der Vereinten Nationen.

Biologische Vielfalt

Die Biodiversität oder Biologische Vielfalt umfasst sowohl die Vielfalt der Arten (Pflanzen, Tiere, Pilze und Mikroorganismen), als auch die genetische Vielfalt innerhalb dieser Arten, also auch Rassen oder gezüchtete Sorten, sowie die Vielfalt der Ökosysteme oder Lebensräume, in denen die Arten leben. Zu guter Letzt spielt auch noch die Vielfalt der Beziehungen der Lebewesen untereinander und mit der unbelebten Umwelt eine Rolle. Der Biologe und Evolutionstheoretiker Wilson beschreibt den Begriff folgendermaßen: „Die Biodiversität repräsentiert den Reichtum des Lebens auf genetischer, organismischer und ökosystemarer Ebene und umfasst somit die verschiedenen Gene, Arten und Ökosysteme und ihre relativen Häufigkeiten."

Genetische Vielfalt

Die genetischen Ressourcen sind Ausdruck der genetischen Vielfalt innerhalb der Arten als eine der drei Säulen der Biodiversität. Die FAO teilt die genetische Vielfalt für Ernährung und Landwirtschaft in folgende Bereiche:

•    Pflanzengenetische Ressourcen
•    Forstgenetische Ressourcen
•    Aquatisch genetische Ressourcen
•    Nutztiergenetische Ressourcen
•    sowie genetische Ressourcen von Mikroben (Bakterien, Pilze) und wirbellosen Tieren (Insekten, Weichtiere)

AGES Genbank

Das Informationssystem für Pflanzengenetische Ressourcen in Österreich (www.genbank.at) der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) stellt weiterführende Informationen zu genetischen Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft sowie grundlegende Informationen etwa zur Charakterisierung und Evaluierung von Sorten oder über die Institutionen in Österreich, die genetische Ressourcen erhalten, bereit. Es handelt sich dabei um eine Sammlung pflanzlichen Materials, von Kulturpflanzen, über Gemüse und Kräuter bis hin zum Obst und Wein, aller Institutionen in Österreich, die genetische Ressourcen erhalten.

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Kühlraum der AGES Genbank in Linz
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Heilkräuter- und Wildkräuter-Felder in der Genbank Linz

Genbanken dienen der Sicherung und Nutzung der Arten- und Sortenvielfalt für aktuelle und zukünftige Verwendung, sei es im Bereich der Züchtung, der Forschung (z.B. an Universitäten), der Landwirtschaft oder im privaten Hausgarten und schließlich für alle Endverbraucher. In Österreich werden die Standardmuster aller Sorten, die aus dem Zuchtbuch gelöscht werden, u.a. der Genbank der AGES in Linz zur weiteren Erhaltung übergeben.

Biodiversität bewahren

Der Verlust der Biodiversität ist eines der größten Probleme auf der Erde. Der UN-Biodiversitätsrat betont in seinem umfassenden Bericht zur Lage der Artenvielfalt, der am 6. Mai 2019 vorgestellt wurde, den Menschen als Verursacher und zugleich die gewaltigen Folgen für ihn selbst. Der Verlust an Biodiversität bedroht die Lebensgrundlage aller Menschen. Schließlich sind wir auf Ökosystemleistungen wie Trinkwasser, Fischerei oder Rohstoffe für die Herstellung traditioneller und moderner Medizin sowie für Exportgüter angewiesen.

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Erhaltung von Kulturpflanzen: Lungauer Gerste 1969 mit der Akzessions-Nummer BVAL-353028
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Wintergerste "Medea" mit der Akzessions-Nummer BVAL-314013
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Mais "Pitztaler Rot" mit der Akzessions-Nummer BVAL-853056
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"Kematener" Mais mit der Akzessions-Nummer BVAL-853052
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Farbtabelle mit unterschiedlichen Bohnen-Sorten
 

Am 22. Mai wird daran erinnert, dass der Schutz von Arten, Lebensräumen und genetischer Vielfalt weltweit viel stärkere Anstrengungen braucht. Mit einer Reihe von Veranstaltungen und Aktivitäten verspricht 2020 ein "Superjahr" für die globale Steuerung der biologischen Vielfalt, Umweltentscheidungen und letztendlich für alles Leben auf der Erde zu werden. Der Internationalen Tag der biologischen Vielfalt wird im Jahr 2020 Teil eines umfassenderen Gedenkens in Form einer ganzen Woche der biologischen Vielfalt vom 18. bis 22. Mai 2020 sein.

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Echtes Johanniskraut mit der Akzessions-Nummer BVAL-901644
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Sonnenhut mit Hummel
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