Die Rolle der AGES im EMS

Zuletzt geändert: 29.04.2020

Das Epidemiologische Meldesystem (EMS) ist die gemeinsame Datenbank aller österreichischen Bezirksverwaltungsbehörden, aller Landessanitätsdirektionen, des Gesundheitsministeriums sowie der AGES. Es dient den Bezirksverwaltungsbehörden, Erhebungen über das Auftreten anzeigepflichtiger Krankheiten durchzuführen. Labors müssen seit 2014 die Ergebnisse von Untersuchungen bezüglich meldepflichtiger Erkrankungen elektronisch in das EMS melden. Ärztinnen und Ärzte melden meldepflichtige Erkrankungen über das e-Card-Netz oder, alternativ dazu, via Bürgerkarten-Zugang bzw. Handy-Signatur in das EMS.

Im EMS werden durch die zuständigen Gesundheitsbehörden folgende Datenkategorien eingegeben:

  • Daten zur Identifikation (Name, Geschlecht, Geburtsdatum, Sozialversicherungsnummer und bereichsspezifisches Personenkennzeichen)
  • gegebenenfalls Sterbedaten (Datum, Todesursache, Autopsiestatus)
  • die für die anzeigepflichtige Krankheit relevanten klinischen Daten (Vorgeschichte und Krankheitsverlauf) und Labordaten
  • Daten zum Umfeld des Erkrankten, soweit sie in Bezug zur anzeigepflichtigen Erkrankung stehen
  • Daten zu den getroffenen Vorkehrungsmaßnahmen

Die AGES, Abteilung Infektionsepidemiologie, unterstützt die Gesundheitsbehörden bei der Verwaltung des EMS. Daten werden plausibilisiert bzw. verknüpft (z. B. Arztmeldung und Labormeldung) und somit ein eindeutiger Fall (= Erkrankungsfall) im EMS angelegt. Auf diesen eindeutigen Datensatz können dann Gesundheitsministerium, Landessanitätsdirektionen und Bezirksverwaltungsbehörden zugreifen. Diese Daten werden anonymisiert auch an das Europäische Seuchenzentrum (ECDC) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) übermittelt.

Auf Basis der Daten im EMS werden vom Gesundheitsministerium täglich auszugsweise Daten im amtlichen Dashboard COVID-19 des Gesundheitsministeriums veröffentlicht.

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