AGES klärt Verdacht lebensmittelbedingter Krankheitsausbrüche ab

Zuletzt geändert: 13.11.2019

Listerienausbruch abgeklärt

Zwischen 24. Mai und 8. August 2019 sind sechs Personen in Österreich an einem identen Listerien-Stamm (Listeria monocytogenes IIa, MLST-ST155 cgMLST-CT1234) erkrankt. Das zeitlich gehäufte Auftreten der Erkrankungen in drei Bundesländern (Kärnten, Steiermark, Wien) deutete auf einen bundesländerübergreifenden lebensmittelbedingten Krankheitsausbruch hin. Das Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz (BMASGK) beauftragte die AGES mit der Abklärung dieses Verdachts.

Mit 7. 11. 2019 wurde die Abklärung von der AGES abgeschlossen: Wenngleich es nicht möglich war, die Infektionsquelle zweifelsfrei zu belegen, weisen epidemiologische Hinweise auf einen mittlerweile geschlossenenen deutschen Fleischwarenproduzenten als Infektionsquelle hin. Die Tatsache, dass es nach Schließung des deutschen Produktionsbetriebs zu keinen weiteren Erkrankungen in Österreich kam, unterstreicht die Hypothese der AGES. Die letzte Erkrankung trat in Österreich am 31.7.2019 auf.


Durch Salmonellen verursachter lebensmittelbedingter Krankheitsausbruch ist abgeklärt

Der durch Salmonellen verursachte bundesländerübergreifende lebensmittelbedingte Krankheitsausbruch ist abgeklärt: Untersuchungen der AGES haben ergeben, dass die Quelle des Ausbruchs Eier aus Käfighaltung eines polnischen Produzenten sind. Vom Ausbruch betroffen sind erkrankte Personen in den Bundesländern Steiermark, Niederösterreich, Wien, Burgenland, Tirol, Kärnten, Oberösterreich und Salzburg.

Die Lebensmittelaufsichten der Länder haben die noch im Umlauf befindlichen Eier aus dem Verkehr gezogen bzw. wurden die betroffenen Eier von den österreichischen Großhändlern zurückgerufen und gesperrt bzw. vernichtet. Die Eier waren in Österreich nicht im Einzelhandel erhältlich. Weiters wurden die in Österreich erhobenen Ergebnisse der Abklärung über Schnellwarnsysteme des Lebensmittel- und Humangesundheitsbereichs an die EU-Mitgliedstaaten übermittelt, um mögliche weitere Krankheitsfälle in anderen EU-Staaten zu identifizieren und um dort ebenso rasch Maßnahmen zu setzen, die Quelle auszuschalten und weitere Erkrankungen zu verhindern.

Die Abklärung dieses lebensmittelbedingten Krankheitsausbruchs erfolgte in enger Kooperation von AGES, BMASGK und den jeweils zuständigen Landesbehörden. Seit Mitte Juni sind in Österreich 304 Personen an einem bestimmten Salmonellen-Stamm (S. Enteritits mit dem MLVA Muster 3-10-5-4-1) erkrankt.


Salmonellen

In Östereich zeigt sich in mehreren Bundesländern eine Häufung von Erkrankungen bei Menschen, die durch den Erreger Salmonella Mikawasima verursacht wurden: 2019 wurden 13 Fälle durch die AGES (Nationale Referenzzentrale für Salmonellen) bestätigt. Es konnte bislang kein Lebensmittel als Quelle des Ausbruchs identifiziert werden.

Da es sich bei S. Mikawasima um einen sehr seltenen Serotyp handelt, deutet die plötzliche Häufung auf eine Übertragung durch ein Lebensmittel hin. Die AGES untersucht diesen Verdacht auf einen bundesländerübergreifenden lebensmittelbedingten Ausbruch in enger Kooperation mit dem Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz (BMASGK) und den Landesbehörden.


VTEC

Seit April sind zehn Personen an einem bisher in Österreich nicht aufgetretenen VTEC-Stamm (VTEC = Verotoxinbildende Escherichia coli) erkrankt, zwei Personen mussten im Krankenhaus behandelt werden. Das zeitlich gehäufte Auftreten dieses VTEC O157:H7-Klons, der bis zu diesem Zeitpunkt weder beim Mensch, Tieren oder Lebensmitteln gefunden worden war, deutet auf einen bundesländerübergreifenden lebensmittelbedingten Krankheitsausbruch hin. Das Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz (BMASGK) hat daher die AGES mit der Abklärung dieses Verdachts beauftragt.

Derzeit gibt es noch keinen Hinweis auf die Quelle des Ausbruchs.

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