AGES klärt Verdacht lebensmittelbedingter Krankheitsausbrüche ab

Zuletzt geändert: 22.05.2020

AGES klärt Verdacht eines lebensmittelbedingten Krankheitsausbruchs ab

Seit Anfang des Jahres 2020 sind drei Personen in der Steiermark an einem identen Listerien-Stamm (Listeria monocytogenes CT5102, ST520) erkrankt. Da diese Fälle zeitlich relativ nahe bei einander liegen, kann ein lebensmittelbedingter Krankheitsausbruch nicht ausgeschlossen werden. Die AGES wurde daher durch das Land Steiermark mit der Abklärung dieses Verdachts beauftragt.

Derzeit gibt es noch keinen Hinweis auf die Quelle des Ausbruchs. Die Abklärung erfolgt in enger Kooperation von AGES, der Gesundheitsbehörde des Landes Steiermark und dem Gesundheitsministerium.


Listerienausbruch abgeklärt

Zwischen 24. Mai und 8. August 2019 sind sechs Personen in Österreich an einem identen Listerien-Stamm (Listeria monocytogenes IIa, MLST-ST155 cgMLST-CT1234) erkrankt (ein Todesfall). Das zeitlich gehäufte Auftreten von damals drei Erkrankungen in drei Bundesländern (Kärnten, Steiermark, Wien) deutete bereits am 11. Juli  auf einen bundesländerübergreifenden lebensmittelbedingten Krankheitsausbruch hin. Das Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMSGPK) beauftragte die AGES mit der Abklärung dieses Verdachts.

Mit 7. 11. 2019 wurde die Abklärung von der AGES abgeschlossen: Wenngleich es nicht möglich war, die Infektionsquelle zweifelsfrei zu belegen, weisen epidemiologische Hinweise auf einen mittlerweile geschlossenen deutschen Fleischwarenproduzenten als Infektionsquelle hin. Die Tatsache, dass es nach Schließung des deutschen Produktionsbetriebs zu keinen weiteren Erkrankungen in Österreich kam, unterstreicht die Hypothese der AGES.


Durch Salmonellen verursachter lebensmittelbedingter Krankheitsausbruch ist abgeklärt

Der durch Salmonellen verursachte bundesländerübergreifende lebensmittelbedingte Krankheitsausbruch ist abgeklärt: Untersuchungen der AGES haben ergeben, dass die Quelle des Ausbruchs Eier aus Käfighaltung eines polnischen Produzenten sind. Vom Ausbruch betroffen sind erkrankte Personen in den Bundesländern Steiermark, Niederösterreich, Wien, Burgenland, Tirol, Kärnten, Oberösterreich und Salzburg.

Die Lebensmittelaufsichten der Länder haben die noch im Umlauf befindlichen Eier aus dem Verkehr gezogen bzw. wurden die betroffenen Eier von den österreichischen Großhändlern zurückgerufen und gesperrt bzw. vernichtet. Die Eier waren in Österreich nicht im Einzelhandel erhältlich. Weiters wurden die in Österreich erhobenen Ergebnisse der Abklärung über Schnellwarnsysteme des Lebensmittel- und Humangesundheitsbereichs an die EU-Mitgliedstaaten übermittelt, um mögliche weitere Krankheitsfälle in anderen EU-Staaten zu identifizieren und um dort ebenso rasch Maßnahmen zu setzen, die Quelle auszuschalten und weitere Erkrankungen zu verhindern.

Die Abklärung dieses lebensmittelbedingten Krankheitsausbruchs erfolgte in enger Kooperation von AGES, BMSGPK und den jeweils zuständigen Landesbehörden. Seit Mitte Juni sind in Österreich 304 Personen an einem bestimmten Salmonellen-Stamm (S. Enteritits mit dem MLVA Muster 3-10-5-4-1) erkrankt.


Salmonellen

In Östereich zeigt sich in mehreren Bundesländern eine Häufung von Erkrankungen bei Menschen, die durch den Erreger Salmonella Mikawasima verursacht wurden: 2019 wurden 13 Fälle durch die AGES (Nationale Referenzzentrale für Salmonellen) bestätigt. Es konnte bislang kein Lebensmittel als Quelle des Ausbruchs identifiziert werden.

Da es sich bei S. Mikawasima um einen sehr seltenen Serotyp handelt, deutet die plötzliche Häufung auf eine Übertragung durch ein Lebensmittel hin. Die AGES untersuchte diesen Verdacht auf einen bundesländerübergreifenden lebensmittelbedingten Ausbruch in enger Kooperation mit dem Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMSGPK) und den Landesbehörden. Eine molekulargenetische Subtypisierung der Bakterien belegte zwei kleinere lokal begrenzte Ausbrüche.
Mit 18.12.2019 wurde die Ausbruchsuntersuchung beendet, weitere Erkrankungsfälle waren nicht aufgetreten.


VTEC

Seit April 2019 sind zehn Personen an einem bisher in Österreich nicht aufgetretenen VTEC-Stamm (VTEC = Verotoxinbildende Escherichia coli) erkrankt, zwei Personen mussten im Krankenhaus behandelt werden. Das zeitlich gehäufte Auftreten dieses VTEC O157:H7-Klons, der bis zu diesem Zeitpunkt weder beim Mensch, Tieren oder Lebensmitteln gefunden worden war, deutet auf einen bundesländerübergreifenden lebensmittelbedingten Krankheitsausbruch hin. Das Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMSGPK) hat daher die AGES mit der Abklärung dieses Verdachts beauftragt. Da seit dem 29.09.2019 kein neuer Erkrankungsfall mehr verzeichnet wurde, scheint dieser Ausbruch spontan erloschen zu sein. Die Ausbruchsabklärung wurde deshalb am 18.12.2019 beendet. Sollten sich in Zukunft weitere Indizien ergeben, wird die Ausbruchsabklärung wieder aufgenommen.

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