Information zu Sucralose

Zuletzt geändert: 05.06.2019

Sucralose ist ein Süßstoff, dessen Süßkraft etwa 600 Mal stärker ist als die des Zuckers. Als Zusatzstoff ist Sucralose mit der E-Nummer E-955 nur in bestimmten Lebensmitteln zugelassen:

  • energiereduzierte bzw. zuckerfreie Lebensmitteln (Getränke, Desserts, Brotaufstriche, Konfitüren, Marmeladen, Gelees, Süßwaren)
  • süßsaure Konserven (Obst und Gemüse, Fisch, Meeres- und Weichtiere)
  • Soßen und Senf
  • Alkoholische Getränke
  • Knabbererzeugnisse aus Getreide oder Nüssen
  • Nahrungsergänzungsmittel

Gibt es gesundheitliche Bedenken?

Damit ein Lebensmittelzusatzstoff in der EU verwendet werden darf, muss er zugelassen sein. Grundlage für die Zulassung ist eine Sicherheitsbewertung durch die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA. Da die Erstzulassung vieler Zusatzstoffe mitunter schon viele Jahre zurückliegt, überprüft die EFSA seit 2009 alle Lebensmittelzusatzstoffe, um neue wissenschaftliche Daten zu berücksichtigen. Die Neubewertung für Sucralose soll Ende 2020 abgeschlossen sein.

Im April 2019 hat das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) eine Stellungnahme zu Sucralose veröffentlicht. Das BfR kommt darin aufgrund der Datenlage zu dem Schluss, dass Sucralose bei Temperaturen über 120 °C nicht hitzestabil sei und sich zersetzen könne. Dadurch könnten chlorierte Verbindungen wie polychlorierte Dibenzo-p-dioxine (PCDD), Dibenzofurane (PCFD) oder Chlorpropanol entstehen. Diese Substanzen haben ein gesundheitsschädliches Potenzial.

Allerdings sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht bekannt, welche dieser Verbindungen in welchem mengenmäßigen Ausmaß während des Koch- bzw. Backprozesses gebildet werden. Daher sei eine abschließende Bewertung möglicher gesundheitlicher Risiken aus den derzeit vorliegenden Daten nicht möglich. Das BfR empfiehlt, Sucralose-haltige Lebensmittel nicht auf Temperaturen zu erhitzen, wie sie beim Backen, Frittieren und Braten entstehen, bzw. Sucralose erst nach dem Erhitzen zuzusetzen.

Worauf sollten Konsumentinnen und Konsumenten achten?

Wird Sucralose in Lebensmitteln verwendet, muss das in der Zutatenliste angegeben sein, z. B. „Süßungsmittel: Sucralose“ oder „Süßungsmittel: E-955“. Enthält ein Lebensmittel diese Zutat, sollte es aufgrund der derzeitigen Datenlage vorsorglich nicht zum Kochen oder Backen verwendet werden, wenn es auf über 120 °C erhitzt wird.

Im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz empfiehlt die AGES daher, Sucralose nicht in Lebensmittel einzusetzen, die über 120 °C erhitzt werden oder Sucralose erst nach dem Erhitzen hinzuzufügen.

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