Farbstoffe

Lebensmittelfarbstoffe sind in vielen Lebensmitteln enthalten. Sie dienen dem Ausgleich von Farbverlusten (durch Licht, Luft, Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen), der Intensivierung natürlich vorkommender Farben und der Einfärbung von farblosen oder andersfarbigen Lebensmitteln.

Alle Zusatzstoffe, dazu zählen auch insgesamt 45 Farbstoffe, die in Österreich und den anderen Mitgliedsländern der EU zugelassen sind, müssen gesundheitlich unbedenklich sein. Daher müssen sie zur Verwendung in der Europäischen Union (EU) zugelassen werden und unterliegen einer strengen wissenschaftlichen Sicherheitsbewertung (siehe Rechtliches).

Azofarbstoffe

Azofarbstoffe

Wie andere Lebensmittelzusatzstoffe können Azofarbstoffe in einer Reihe von Lebensmitteln eingesetzt werden, einschließlich alkoholfreien Getränken, Backwaren, Desserts, Soßen, Würzmitteln und Süßwaren. Die Rechtsvorschriften der Europäischen Union legen fest, in welchen Lebensmitteln sie verwendet werden können und welche Höchstmenge je nach Art des Lebensmittels zugesetzt werden darf (siehe Rechtliches).

Zu den sulfonierten Mono-Azofarbstoffen zählt eine Gruppe sechs chemisch verwandter Farbstoffe: Allurarot AC (E 129), Amaranth (E 123), Cochenillerot A (E 124), Gelborange S (E 110), Tartrazin (E 102) und Azorubin/Carmoisin (E 122). Zu den Azofarbstoffen werden weiters die Lebensmittelfarbstoffe Brillantschwarz BN (E 151) (Bisazofarbstoff), Braun HT (E 155) (Bisazofarbstoff) und Litholrubin BK (E 180) (Monoazopigment) gezählt.

Gesundheitliche Bedenken

Die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA veröffentlichte 2013 eine Stellungnahme zu Azofarbstoffen. Das zuständige Gremium kommt nach einer Überprüfung neuer wissenschaftlicher Daten zu dem Schluss, dass es basierend auf den verfügbaren Kanzerogenitätsstudien keinen Hinweis darauf gibt, das Azofarbstoffe krebserregend sind. Die EFSA empfahl jedoch die Durchführung neuer Tests, um Unsicherheiten im Hinblick auf die mögliche Genotoxizität zu klären. Als Genotoxizität bezeichnet man die Fähigkeit eines Stoffes, die DNS, das Erbgut der Zellen, zu schädigen. Im Moment deutet jedoch die Beweiskraft der Daten insgesamt darauf hin, dass sie nicht genotoxisch sind.

Auch vermutete Zusammenhänge zwischen der Aufnahme einzelner Farbstoffe und Hyperaktivität bei Kindern konnte nicht bestätigt werden. Die Sachverständigen der EFSA zogen in ihrem Gutachten von 2008 den in späteren Bewertungen bestätigten Schluss, dass die vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnisse, einschließlich der „Southampton-Studie“, keinen Nachweis eines Kausalzusammenhangs zwischen den einzelnen Farbstoffen und möglichen Auswirkungen auf das Verhalten (Hyperaktivität) zuließen.

Link EFSA FAQs zu Farbstoffen in Lebens- und Futtermitteln

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