Zusatzstoffe

Zuletzt geändert: 05.09.2017

Zusatzstoffe werden Lebensmitteln aus technologischen Gründen bei der Herstellung, Verarbeitung, Verpackung oder Lagerung zugesetzt. Zum Beispiel verwendet man sie um Lebensmittel zu süßen, zu färben oder länger haltbar zu machen.

Damit Lebensmittelzusatzstoffe von der EU zugelassen werden, müssen sie drei Bedingungen erfüllen: sie müssen gesundheitlich unbedenklich sein, technologisch notwendig sein und dürfen die KonsumentInnen nicht täuschen.

Ob ein Lebensmittel einen technologisch wirksamen Zusatzstoff enthält, erkennt man bei verpackten Lebensmitteln durch die Angabe in der Zutatenliste. Dort muss der Zusatzstoff als E-Nummer oder mit seiner speziellen Bezeichnung aufgeführt sein. Zusätzlich ist auch der Klassenname anzugeben. Er verdeutlicht den Zweck der Anwendung aufgrund seiner hauptsächlichen Wirkung für das Lebensmittel, zum Beispiel "Süßungsmittel: Saccharin (E-954)"

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Zusatzstoffe werden Lebensmitteln aus technologischen Gründen bei der Herstellung, Verarbeitung, Verpackung oder Lagerung zugesetzt. Zum Beispiel verwendet man sie um Lebensmittel zu süßen, zu färben oder länger haltbar zu machen.

Damit Lebensmittelzusatzstoffe von der EU zugelassen werden, müssen sie drei Bedingungen erfüllen: sie müssen gesundheitlich unbedenklich sein, technologisch notwendig sein und dürfen die KonsumentInnen nicht täuschen.

Ob ein Lebensmittel einen technologisch wirksamen Zusatzstoff enthält, erkennt man bei verpackten Lebensmitteln durch die Angabe in der Zutatenliste. Dort muss der Zusatzstoff als E-Nummer oder mit seiner speziellen Bezeichnung aufgeführt sein. Zusätzlich ist auch der Klassenname anzugeben. Er verdeutlicht den Zweck der Anwendung aufgrund seiner hauptsächlichen Wirkung für das Lebensmittel, zum Beispiel "Süßungsmittel: Saccharin (E-954)"

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Einteilung

Die Einteilung der Zusatzstoffe für die Verwendung in Lebensmittelzusatzstoffen, -Enzymen und -Aromen erfolgt in Klassen nach ihrer hauptsächlichen Funktion im Lebensmittel:

  • Antioxidationsmittel
  • Backtriebmittel
  • Emulgatoren
  • Farbstoffe
  • Festigungsmittel
  • Füllstoffe
  • Geliermittel
  • Geschmacksverstärker
  • Konservierungsstoffe
  • Mehlbehandlungsmittel
  • Modifizierte Stärken
  • Säuerungsmittel
  • Säureregulatoren
  • Schaumverhüter
  • Schmelzsalze
  • Stabilisatoren
  • Süßungsmittel
  • Treibgase
  • Trennmittel
  • Überzugsmittel
  • Verdickungsmittel

Liste der Lebensmittelzusatzstoffe nach E-Nummern

Rechtliches

Rechtliches

Die EU-Verordnung EG Nr. 1333/2008 hat die bestehenden Rechtsvorschriften in Bezug auf Lebensmittelzusatzstoffe, Aromen und Enzyme auf EU-Gemeinschaftsebene harmonisiert. Sie regelt das Genehmigungsverfahren für Lebensmittelzusatzstoffe und die europäische Liste der Lebensmittelzusatzstoffe.

Folgende Rechtsvorschriften wurden dazu eingeführt:


Liste zugelassener Lebensmittelzusatzstoffe

Die Verordnung (EG) Nr. 1333/2008 über Lebensmittelzusatzstoffe legt die Liste der in der EU für die Verwendung in Lebensmittelzusatzstoffen, -Enzymen und -Aromen zugelassenen Lebensmittelzusatzstoffe und ihrer Verwendungsbedingungen fest, die in vollem Umfang in der Verordnung (EU) Nr. 1129/2011 veröffentlicht wurde.

Sicherheitsbewertung

Sicherheitsbewertung

Bevor ein Lebensmittelzusatzstoff in der EU neu zugelassen werden kann, muss eine Sicherheitsbewertung durch die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA erfolgen. Dies ist auch nötig, wenn ein Stoffe für neue Verwendungszwecke zugelassen werden soll. Außerdem überprüft die EFSA auf Ersuchen der Europäischen Kommission neue wissenschaftliche Erkenntnisse und bewertet auch Änderungen der Verwendungsbedingungen und Einsatzmengen. Da die Erstzulassung vieler Zusatzstoffe mitunter schon viele Jahre zurückliegt, überprüft die EFSA seit 2009 alle Lebensmittelzusatzstoffe, um neue wissenschaftliche Daten zu berücksichtigen.

Für jede Substanz wird im Rahmen der Sicherheitsbewertungen eine akzeptierbare tägliche Aufnahmemenge (Acceptable Daily Intake – ADI) festgelegt, wenn die vorliegenden Informationen ausreichen. Der ADI-Wert beschreibt jene Menge eines Stoffs, die ein Mensch lebenslang täglich zu sich nehmen kann, ohne dass ein nennenswertes Risiko für seine Gesundheit besteht.

EFSA Information zu Lebensmittelzusatzstoffen

Überprüfung

Überprüfung

Die Verwendung von Zusatzstoffen in Lebensmitteln wird kontinuierlich geprüft. Am AGES Geschäftsfeld Lebensmittelsicherheit werden die richtige Inhaltsangabe und korrekte Zusammensetzung von Zusatzstoffen untersucht und begutachtet. Zu den analysierten Lebensmittelgruppen zählen u. a. alkoholfreie Erfrischungsgetränke, Zuckerwaren, Feinbackwaren, Knabber-Erzeugnisse und Fleischprodukte. Die AGES prüft neben fertigen Lebensmitteln auch Zusatzstoffe und Mischungen (z. B. Backpulver), die dazu bestimmt sind, in einem Lebensmittel verarbeitet zu werden.

Die Ergebnisse der Untersuchungen zu Lebensmittelzusatzstoffen dienen nicht nur der Überprüfung der Einhaltung von Gesetzen, sondern helfen auch, die Aufnahmemengen von Lebensmittelzusatzstoffen in Österreich abzuschätzen.

Aufnahme

Aufnahme

Im Jänner 2014 hat die AGES im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) die Aufnahmemengen von Lebensmittelzusatzstoffen für die österreichische Bevölkerung abgeschätzt (Aufnahme von Lebensmittelzusatzstoffen in Österreich – Stufe 2)*. Dazu wurden Daten zum Lebensmittelverzehr in Österreich und die zulässigen Höchstmengen für die Verwendung der Zusatzstoffe für eine Aufnahmeabschätzung verwendet.

Die Aufnahme der meisten Lebensmittelzusatzstoffe (außer Farbstoffe) liegen bei Durchschnittsverzehrern aller Bevölkerungsgruppen in Österreich unter der jeweiligen akzeptierten täglichen Aufnahmemenge (ADI-Wert). Der ADI-Wert beschreibt jene Menge eines Stoffes, die ein Mensch lebenslang täglich zu sich nehmen kann, ohne dass ein nennenswertes Risiko für seine Gesundheit besteht.

Farbstoffe

Die Aufnahmemmengen der meisten Farbstoffe liegen sowohl bei durchschnittlichem als auch hohem Verzehr unter dem jeweiligen ADI-Wert. Hauptaufnahmequellen können vor allem aromatisierte Getränke und Süßwaren sein.

Es wurden jedoch auch Überschreitungen des ADI-Werts für folgende Farbstoffe gefunden:

  • Chinolingelb (E 104) bei allen Bevölkerungsgruppen bei hohem Verzehr bzw. bei Kindern bei durchschnittlichem Verzehr
  • β-apo-8‘-Carotinal (E 160e) bei durchschnittlichem und bei hohem Verzehr
  • Cochenillerot (E 124) bei Erwachsenen bei hohem Verzehr
  • Gelborange S (E 110) bei allen Bevölkerungsgruppen bei hohem Verzehr
  • Lutein (E 161b) bei allen Bevölkerungsgruppen bei hohem Verzehr


Süßungsmittel

Die für Durchschnitts-, und Vielverzehrer berechneten Aufnahmemengen für Süßungsmittel
liegen bei allen Bevölkerungsgruppen unter dem jeweiligen ADI-Wert.

Die höchsten Aufnahmemengen wurden bei Vielverzehrern für Acesulfam K (E 950) und Cyclamat (E 952) berechnet. Der ADI-Wert ist dabei zu 50-65% (E 950) bzw. 46-61% (E 952) ausgelastet.

Süßungsmittel werden vor allem über brennwertverminderte oder ohne Zuckerzusatz hergestellte Produkte aufgenommen. Die Hauptaufnahmequellen sind aromatisierte Getränke und Fruchtnektare. Kakao-und Schokoladeprodukte sowie Süßwaren stellen weitere Quellen für die Aufnahme dar. 

Weitere Ergebnisse

Details zu den Ergebnissen sind im Bericht „Aufnahme von Lebensmittelzusatzstoffen in Österreich – Stufe 2“ nachzulesen.

Im Bericht „Aufnahme von Lebensmittelzusatzstoffen in Österreich – Ausgewählte Beispiele“ wurden im November 2010 die Aufnahmemengen an Lebensmittelzusatzstoffen für die österreichische Bevölkerung (Kinder, Erwachsene) nach Stufe 2 und 3 abgeschätzt.

*Methoden zur Abschätzung der Aufnahmemengen

Die EU Kommission beschreibt in ihrem SCOOP Bericht Methoden für die Überwachung der Aufnahme von Lebensmittelzusatzstoffen in den Mitgliedsstaaten. Darin werden die Aufnahmemengen in drei Stufen berechnet.

  • In Stufe 1 werden theoretische Daten zum Lebensmittelkonsum in Verbindung mit den zulässigen Höchstmengen für die Verwendung des Zusatzstoffes gesetzt.
  • In Stufe 2 werden nationale Daten zum tatsächlichen Lebensmittelkonsum der Gesamtbevölkerung in Verbindung mit den zulässigen Höchstmengen für die Verwendung des Zusatzstoffs für die Abschätzung der Aufnahmemengen verwendet.
  • In Stufe 3 werden für die Berechnung nationale Daten zum tatsächlichen Lebensmittelkonsum und tatsächliche Verwendungsmengen des Zusatzstoffs kombiniert.
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