Lebensmittelkontaktmaterialien

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Zuletzt geändert: 23.09.2019
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Küchenutensilien

Bevor ein Lebensmittel verzehrt wird, kommt es bei der Herstellung, Lagerung, Verarbeitung und Zubereitung mit einer Vielzahl an Gegenständen aus den unterschiedlichsten Materialien in Berührung: Geschirr, Küchenutensilien, Verpackungen aber auch diverse Geräte, die zur Zubereitung verwendet werden. Zu den eingesetzten Lebensmittelkontaktmaterialien zählen Kunststoffe, Keramik, Metalle, Holz und viele mehr.

Lebensmittelkontaktmaterialien dürfen keine Stoffe in gesundheitsschädlichen Mengen abgeben. Weiters darf das Lebensmittel nicht durch Abgabe von unerwünschten Stoffen (Kontaminanten) verunreinigt werden. Hierzu zählt auch eine Geruchs- oder Geschmacksbeeinträchtigung des Lebensmittels. Die Kennzeichnung und Aufmachung der Gegenstände dürfen nicht irreführend sein.

Tipps für VerbraucherInnen

  • Auf Warn- und Gebrauchshinweise des Herstellers (z.B. nicht für den Geschirrspüler oder Mikrowellenherd geeignet, eingeschränkte Temperatur- oder Säurebeständigkeit, Reinigungshinweise) achten und eventuell vorhandene Etiketten (mit Adresse des Herstellers/Importeurs oder Inverkehrbringers) aufheben.
  • Keine Produkte für den Lebensmittelkontakt kaufen, die einen starken Geruch aufweisen.
  • Vor dem ersten Gebrauch Produkte gründlich mit Wasser und Haushaltsreiniger bzw. entsprechend vorhandener Angaben reinigen.
  • Keine stark abgenutzten bzw. nicht mehr reinigbaren Küchenutensilien verwenden. Dies gilt auch für Geschirr.
  • Vorsicht bei Materialien und Gegenständen, die als Antiquitäten verkauft werden: diese müssen nicht den heutigen Anforderungen an die Lebensmittelsicherheit entsprechen.
  • Ein auf einem Gegenstand vorhandenes Lebensmitteleignungssymbol (Glas und Gabel) garantiert, dass dieser für den Kontakt mit Lebensmitteln vorgesehen und geeignet ist. Das umfasst jedoch nicht automatisch alle erdenklichen Anwendungen. So sind Verpackungen wie PET-Flaschen oder Aluminiumdosen nur für den einmaligen Gebrauch vorgesehen. Produkte sollten daher nur bestimmungsgemäß verwendet werden und die entleerten Verpackungen in den dafür vorgesehenen Abfallsammelsystemen entsorgt werden. Auf Gegenständen, die eindeutig für den Kontakt mit Lebensmitteln vorgesehen sind (z.B. Trinkgläser, Kochtöpfe, etc.), oder die bereits mit Lebensmitteln in Kontakt sind (wie z.B. verpackte Lebensmittel), muss dieses Symbol jedoch nicht angebracht sein.
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Dieses EU-weit gültige Symbol kennzeichnet Materialien, die für den Lebensmittelkontakt geeignet sind.
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Beispiele für Symbole auf Küchengegenständen

Informationen für Hersteller und Händler

Rechtliche Anforderungen an Lebensmittelkontaktmaterialien werden in Österreich im Lebensmittelsicherheits- und Verbraucherschutzgesetz (LMSVG) geregelt. Darüber hinaus gelten die EU-Verordnungen VO (EG) 1935/2004 und VO (EG) Nr. 2023/2006. Für einzelne Materialgruppen gibt es zudem noch spezifische EU-weite Regelungen.

Hersteller und Händler müssen sich informieren, ob die von ihnen eingesetzten Materialien und Gegenstände Einzelmaßnahmen nach Art. 5 der VO (EG) 1935/2004 unterliegen. Sollte dies der Fall sein, so sind Hersteller und Händler möglicherweise als Unternehmen verpflichtet, eine Konformitätserklärung auszustellen, in der bestätigt wird, dass die Materialien oder Gegenstände den geltenden Vorschriften entsprechen. Die Details  der geforderten Inhalte sind den entsprechenden Einzelmaßnahmen zu entnehmen (z.B. für Kunststoffe dem Anhang IV der VO (EG) Nr. 10/2011).

Sollte das Material oder der Gegenstand nicht durch eine Einzelmaßnahme zusätzlich geregelt sein, so ist die Konformität zwar nicht zwingend durch eine Konformitätserklärung zu bescheinigen, für alle Lebensmittelkontaktmaterialien gelten dennoch die Anforderungen der VO (EG) 1935/2004. Zudem sind laut VO (EG) Nr. 2023/2006 angemessene Unterlagen für die Konformität und die Sicherheit des fertigen Materials oder Gegenstands zu erstellen und zu führen. Diese Dokumentation ist den zuständigen Behörden auf deren Verlangen zugänglich zu machen.

Materialgruppen

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Plastikgeschirr

Kunststoffe

Viele Gegenstände im Lebensmittelkontakt werden heutzutage aus Kunststoff hergestellt. Dazu zählen Flaschen (oftmals aus PET), Aufbewahrungsdosen, Frischhaltefolien und viele mehr.

In der EU sind Lebensmittelkontaktmaterialien aus Kunststoff durch die Verordnung (EG) Nr. 10/2011 geregelt. Als Ausgangsstoffe dürfen nur Substanzen verwendet werden, die in der Unionsliste dieser Verordnung angeführt sind. Diese Liste enthält Monomere und andere Ausgangsstoffe, sowie Zusatzstoffe und Hilfsstoffe zur besseren Verarbeitbarkeit. Für Gegenstände aus Kunststoff ist innerhalb der Lieferkette eine vom Unternehmen ausgestellte Konformitätserklärung erforderlich, die die Einhaltung der gesetzlichen Anforderungen bestätigt.

Für recycelten Kunststoff gilt die Verordnung (EG) Nr. 282/2008.

Für die Einfuhr von Polyamid- und Melamin-Kunststoffküchenartikeln, die aus China oder Hongkong stammen, gilt die Verordnung (EG) Nr. 284/2011 mit besonderen Bedingungen und detaillierten Verfahren.

Kunststoffähnliche Materialien

Nicht alles, was aussieht wie Kunststoff, fällt auch unter die Verordnung (EG) Nr. 10/2011. Für folgende Materialien gibt es separate Verordnungen:

  • Epoxidharze: Verordnung (EG) Nr. 1895/2005 über die Beschränkung der Verwendung bestimmter Epoxyderivate in Materialien und Gegenständen, die dazu bestimmt sind, mit Lebensmitteln in Berührung zu kommen
  • Lacke und Beschichtungen: Verordnung (EU) 2018/213 über die Verwendung von Bisphenol A in Lacken und Beschichtungen, die dazu bestimmt sind, mit Lebensmitteln in Berührung zu kommen, und zur Änderung der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 hinsichtlich der Verwendung dieses Stoffes in Lebensmittelkontaktmaterialien aus Kunststoff
  • Zellglasfolien: BGBl. Nr. 128/1994 über Gebrauchsgegenstände aus Zellglasfolie (Zellglasfolien-Verordnung)
  • Elastomere/Gummi (bei Flaschen- und Beruhigungssaugern): BGBl. Nr. 104/1995 über die Freisetzung von N-Nitrosaminen und N-nitrosierbaren Stoffen aus Flaschen- und Beruhigungssaugern aus Elastomeren oder Gummi


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Keramikgeschirr

Keramik und Email

Wegen ihrer Zusammensetzung und der hohen Brand- bzw. Verarbeitungstemperatur sind bei Gegenständen aus Keramik, Email und Glas hauptsächlich Verunreinigungen durch Metalle möglich.

In der EU gilt für keramische Gegenstände die Richtlinie 84/500/EWG, die in Österreich national als Keramik-Verordnung (BGBl. Nr. 893/1993) umgesetzt wurde. In dieser Verordnung wird auch Email reguliert. Im Unterschied zur EU-Richtlinie sind darin nicht nur Grenzwerte für Blei und Cadmium, sondern zusätzlich auch für Antimon, Barium und Zink festgelegt. Für diese Gegenstände ist innerhalb der Lieferkette bis zum Einzelhandel eine vom Unternehmer ausgestellte Konformitätserklärung erforderlich.

Aktive und intelligente Materialien

Aktive Materialien und Gegenstände sind dazu bestimmt, die Haltbarkeit eines verpackten Lebensmittels zu verlängern oder dessen Zustand zu erhalten bzw. zu verbessern. Intelligente Materialien und Gegenstände sind in der Lage, den Zustand eines verpackten Lebensmittels oder die das Lebensmittel umgebende Umwelt zu überwachen. Für sie gilt die Verordnung (EG) Nr. 450/2009.

Nicht spezifisch geregelte Materialien

Für alle nicht explizit angeführten Materialien gibt es derzeit keine spezifischen Regelungen auf EU-Ebene. Sie müssen jedoch den Verordnungen VO (EG) Nr. 1935/2004 und VO (EG) Nr. 2023/2006 entsprechen. Zu diesen Materialien zählen beispielsweise Papier, Karton, Glas, Holz, Metalle, Beschichtungen, Klebstoffe, Silikone und Druckfarben.

Eine vom Unternehmen ausgestellte Konformitätserklärung ist für diese Materialien nicht verpflichtend, die Konformität ist aber trotzdem mit einer entsprechenden Dokumentation nachzuweisen. Zur Konformitätsüberprüfung sind in diesen Fällen Europarats-Empfehlungen, Empfehlungen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), Normen oder auch wissenschaftliche Publikationen heranzuziehen.

Glas

Da es für Glas keine Einzelmaßnahme nach Art. 5 der Verordnung (EG) Nr. 1935/2004 gibt, können zur Bewertung aufgrund der ähnlichen Zusammensetzung und Verarbeitungsbedingungen dieselben Anforderungen an die Abgabe von Blei und Cadmium wie für Keramik in der Keramik-Verordnung (BGBl. Nr. 893/1993) herangezogen werden.

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Küchenutensilien aus Metall

Metalle und Legierungen

Metalle und Legierungen sind im Lebensmittelkontakt weit verbreitet: von Besteck, über Töpfe und Pfannen bis hin zur Dose oder Aluminiumfolie kommt eine Vielzahl an metallischen Gegenständen mit Lebensmitteln in Berührung.

Da es für Metalle und Legierungen keine Einzelmaßnahme nach Art. 5 der Verordnung (EG) Nr. 1935/2004 gibt, muss zu ihrer Bewertung auf andere Dokumente zurückgegriffen werden. Hierzu werden die Anforderungen der Leitlinie des Europarates „Metals and alloys used in food contact materials and articles“ herangezogen, die Prüfmethoden und wissenschaftliche Bewertungen der wichtigsten Metalle enthält.

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