Prävention und Entfernung

Zuletzt geändert: 26.11.2018

So schützen Sie sich vor Zeckenstichen

Einen absoluten Schutz vor Zeckenstichen gibt es nicht. Bei Aufenthalt im hohen Gras, Gebüsch oder Unterholz, bietet das Tragen geschlossener Kleidung (feste Schuhe, lange Hosen, lange Ärmel) einen gewissen Schutz. Dadurch wird es einer Zecke erschwert, eine geeignete Hautstelle für eine Blutmahlzeit zu finden. Werden die Hosenbeine zudem in die Socken gesteckt, ist die Zecke gezwungen, auf der Kleidung nach oben zu laufen, was ihre Auffindung erleichtert. Hosen und Socken sollten eine helle Farbe haben, damit die dunklen Zecken besser erkannt werden. Eine Kopfbedeckung ist bei Kindern empfehlenswert.

Ergänzen Sie gegebenenfalls die Wander- bzw. Ausflugsapotheke mit einer spitz-zulaufenden, stabilen Pinzette um anhaftende Zecken gleich entfernen zu können.

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Socken über die Hosenstösse gezogen verschliessen der Zecke den Zugang zur Haut.
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Zecken stechen nicht durch Textilien hindurch.
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Auf der Waldstrasse besteht keine Zeckenstichgefahr. Meiden Sie Gebüsche, Dickicht und hohes Gras.

Kontakt vermeiden!

Bewegen Sie sich auf breiten Wegen auf dem ausgetretenen, mittleren Wegteil. Meiden Sie Gebüsche und Dickicht und gehen Sie nicht durch hohes Gras.

Zeckenschutzmittel

Die Anwendung von Insektenschutzmittel auf offenliegender Haut bietet auch einen gewissen Schutz und kann das Risiko eines Zeckenstichs verringern. Falls geeignet (keine Fleckenbildung) sollten Repellents auch auf die Kleidung aufgetragen werden.

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Es handelt sich nicht um eine Produktempfehlung. Die Produkte wurden beispielhaft ausgewählt.
Auswahl an Zeckenschutzmittel
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Zeckenschutzmittel bieten einen gewissen Schutz vor Stichen.

Impfung

Gegen die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) gibt es eine Impfung, die entsprechend des österreichischen Impfplans empfohlen wird.

Kontrolle von Körper und Kleidung

Da Zecken nicht sofort zustechen, sondern auf der Suche nach einer geeigneten Stichstelle zunächst auf dem Körper bzw. der Kleidung umher laufen, können sie durch regelmäßiges Absuchen bereits vor dem Stechen entfernt werden. Nach einem Einstich dauert es bis zu zwei Tage, bis Borrelien übertragen werden. Das rechtzeitige Entfernen von Zecken vermindert daher das Risiko einer Infektion mit Borrelien erheblich. Die Übertragung von FSME-Viren erfolgt dagegen schon innerhalb kurzer Zeit nach dem Stich.

Nach einem Ausflug im Freien sollte der Körper systematisch und besonders an den bevorzugten Stichstellen auf anhaftende Zecken abgesucht werden: Schamgegend, Oberschenkelinnenseite, Bauchnabel und Umgebung, unter den Brüsten, Achselhöhlen, Schultern, Hals und Nacken, Haaransatz, Ohrmuschel und hinter den Ohren, in der Kniekehle und Armbeuge.

Achten Sie besonders auch auf die Larven und kleinen Nymphen: Sie sind sehr klein und können leicht übersehen werden, da sie fast wie eine Sommersprosse aussehen.

Kinder sollten unbedingt von Erwachsenen abgesucht werden, insbesondere an Kopf und Hals.

Da Zecken nicht sofort zustechen, könnten sie eventuell auch durch Duschen abgewaschen werden. Das Duschen kann das Absuchen aber nicht ersetzen, sondern sollte nur ergänzend durchgeführt werden. Hat die Zecke bereits gestochen, ist das Duschen in keinem Fall geeignet, um die Zecke zu entfernen.

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Verteilung der total 10395 erfassten Zeckenstichmeldungen der schweizer App "Zecke" auf die betroffenen Körperstellen (2015 bis 2017) über alle Altersgruppen. Die Unterscheidung zwischen Kindern und Erwachsenen basiert auf den App-Meldungen des Jahres 2017.

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Daten der schweizer App "Zecke".
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Zeckenkontrolle mit dem Kleiderroller.

Ziehen Sie sich nach einem Aufenthalt im Freien um und entfernen Sie anhaftende Zecken von getragener Kleidung, zum Beispiel mit einem Kleiderroller. Hängen Sie feuchte Kleidung zum Trocknen auf, denn darin überleben Zecken mehrere Stunden. Im Trockner getrocknete Kleidung ist frei von Zecken.

Haustiere transportieren Zecken ins Haus

Vorsicht ist bei Hunden und Katzen geboten, sie können im Freien aufgesammelte Zecken in die Wohnung/das Haus tragen. Sie sollten daher sollten bei Freigang im Grünen auch Repellentien zur Zeckenabwehr erhalten und auf anhaftende Zecken abgesucht werden.

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Verteilung der Zeckenstiche am Hund.

Bevorzugte Stichstellen beim Hund

Basierend auf einer Studie (Duscher et al. Parasites & Vectors 2013, 6:76), wurden die Einstichorte von 700 Zecken auf 90 Hunden analysiert. Die rot eingefärbten Bereiche stellen die Bereiche mit mehr Zeckenfunden dar, bei den blauen Bereichen wurde eine geringere Zeckendichte festgestellt. Auffällig dabei ist, dass bei den Hunden vor allem Kopf, Hals und Brustbereich befallen sind. Dies sind auch die Lokalisationen, an denen die Zecken an ihren Wirt gelangen. Ungleich beim Menschen, wo sich die Zecken erst den Weg durch die Kleidung bahnen müssen, krabbeln die Zecken bei den Hunden die Haare entlang zur Haut und stechen, ohne viel Zeit zu verlieren, ein.

Zecken richtig entfernen

Zecke mit spitz-zulaufender Pinzette ganz vorne hautnah beim Stechapparat fassen und mit möglichst gleichmäßigem Zug herausziehen. In der Haut verbleibende Reste werden als Fremdkörper von der Haut selbst herausgearbeitet.

Treten mehrere Tage oder Wochen nach der Zeckenentfernung Krankheitszeichen wie eine sich vergrößernde Hautrötung, Fieber, Kopf- oder Gelenkschmerzen auf, ist ein Arztbesuch nötig.


© Film: App Zecke

Nicht ersticken

Nehmen Sie beim Entfernen der Zecken kein Öl, Wachs, keinen Klebstoff, Nagellackentferner oder andere Substanzen zu Hilfe. Dies würde das Tier unnötig reizen und könnte dazu führen, dass es seinen Speichel und somit mögliche Infektionserreger abgibt.

Zecken entfernen bei Haustieren

Zecken lassen sich bei Haustieren nach demselben Schema wie beim Menschen entfernen.

Zecken richtig entsorgen

Falten Sie die Zecke in einem Klebestreifen z.B. TIXO ein und entsorgen Sie sie im Hausabfall, nicht im Kompost.

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