Lebensraum und Mythen

Zuletzt geändert: 26.11.2018

Zecke lauert in Bodennähe

Die Zecke fällt nicht von Bäumen, sondern lebt am Boden auf der niedrigen Vegetation. Dort lauert sie auf ein vorbeikommendes Tier oder einen Menschen. Geht der Wirt an der lauernden Zecke vorbei, lässt sie sich von der Pflanze abstreifen und klammert sich an. Das Risiko, eine Zecke abzustreifen, ist im Winter wesentlich kleiner als zwischen März und Oktober.

caption
Stichort Zecke: verbuschtes Bachufer.

Kinder sind besonders gefährdet

Für Kinder besteht aufgrund ihres Naturells und ihrer Größe ein erhöhtes Risiko. Das liegt daran, dass Kinder gerne dort spielen, wo Zecken vorkommen: im Gestrüpp, an Waldrändern, im hohen Gras. Zecken lassen sich bei Kindern gerne im Kopfbereich nieder.

Typische Lebensräume von Zecken

Zecken leben am Boden oder auf der niedrigen Vegetation. Bleiben Sie daher im Freien auf den Wegen. Meiden Sie Gebüsche, Dickicht und hohes Gras.

caption
Schmaler Pfad durch den Wald. Ein typischer Zecken-Lebensraum mit begrüntem Waldboden, auf dem eine Streuschicht liegt.
caption
Zeckengefahr beim Abstreifen an Gebüschen und am Bodengrün.
caption
Bachlauf mit Gebüschen und niedriger Vegetation ist ein attraktiver Lebensraum für Zecken.
caption
Zecken lauern im hohen Gras auf die nächste Blutmahlzeit. Setzen Sie sich beim Picknick daher nicht direkt ins hohe Gras.

Bevorzugte Lebensbedingungen

Zecken werden das ganze Jahr hindurch gefunden, kommen aber im Frühjahr und Herbst häufiger vor. In den Sommer- und Winterperioden - wenn es zu heiß, zu trocken oder zu kalt ist - sucht die Zecke Schutz am Boden. Ist der Boden begrünt und mit einer Streuschicht aus abgestorbenen Materialien bedeckt, kann sich die Zecke gut halten. Zecken überleben kurzzeitiges Einfrieren bei minus 20 Grad Celsius. Sobald die Wetterbedingungen es erlauben, klettern sie wieder auf die Vegetation und lauern auf einen Wirt.

Zecken haben sich mit dem Klimawandel ausgebreitet. Die Höhengrenze von 1000 Meter über Meer existiert schon lange nicht mehr. Einzelne Fundstellen liegen höher als 1500 Meter über Meer.

Mythen über Zecken

"Zecken lassen sich von Bäumen auf ihre Opfer fallen."

Einerseits lassen sich Zecken vom Wirt/Mensch abstreifen, andererseits leben Zecken in Bodennähe und klettern selten über einen Meter in die Höhe. Weil Zecken nur kurze Distanzen zurücklegen, halten sie sich meist in Bodennähe auf und lauern auf Gräsern, Büschen und in der Krautschicht auf Wirte für die nächste Blutmahlzeit. Mehr dazu bei Schutzmassnahmen für den Spaziergang.

"Mit Öl, Butter und Klebstoff vorbehandelte Zecken lassen sich leichter entfernen."

Benutzen Sie nur eine spitz-zulaufende Zeckenpinzette, einen Zeckenhaken oder lassen Sie die Zecke von einem Arzt entfernen. Von einer chemischen Behandlung wird abgeraten, da Zecken nur sehr langsam ersticken und in dieser Zeit Krankheitserreger wie z.B. Borrelien übertragen werden können. Mehr dazu bei Zeckenentfernung.

"Ich kann mich nur in Risikogebieten mit einer durch Zecken übertragbaren Krankheit infizieren."

Auf den Zeckengefahrenkarten sind oft die FSME-Risikogebiete dargestellt. Das sind Gebiete, in denen Zecken besonders häufig den Erreger der Zecken-Enzephalitis in sich tragen. Aber überall, wo Zecken vorkommen, kann eine Zecke Krankheitserreger übertragen.

"Ich muss mich nur im Sommer vor Zecken schützen."

Stimmen Temperatur und Feuchtigkeit, kann die Zecke das ganze Jahr hindurch aktiv sein. In der Regel ist es den Zecken von Frühling bis Herbst am wohlsten und dann ist die Gefahr eines Zeckenstichs am grössten. Zecken mögen Temperaturen von 10 bis 20 Grad Celsius und feuchtes Wetter. Mehr dazu bei Lebensraum der Zecken.

"Die Schutzimpfung wirkt gegen alle Zeckenkrankheiten."

Leider stimmt das nicht. Die Schutzimpfung schützt wirksam vor Infektionen mit dem Virus der Zecken-Enzephalitis. Vor der Infektion mit dem Borreliose-Bakterium schützt eine Zeckenimpfung aber nicht. Da nützen nur vorbeugende Schutzmaßnahmen wie die angepasste Kleidung, der Einsatz von Repellents und die Zeckenkontrolle während und nach dem Aufenthalt im Freien.

x