Österreichweites Gelsen-Monitoring der AGES

In Österreich gab es wenige Informationen über die mit Klimawandel assoziierte Ausbreitung und Ansiedlung exotischer Stechmücken. Aus diesem Grund wurde von der AGES ein Gelsen-Monitoring zur Überwachung von Vektoren (=Überträgern) von humanpathogenen Viren wie z.B. dem West Nil (WNV), Dengue oder Chikungunya aufgebaut. Weiters werden in Kooperation mit der Veterinärmedizinischen Universität Wien die gefunden Vektoren auch auf durch Stechmücken übertragene bakterielle Erkrankungen wie die Tularämie ("Hasenpest") und parasitäre Erkrankungen wie die durch die Sandfliegen übertragene Leishmaniose untersucht. Mit dem Programm werden an vordefinierten Standorten Stechmücken gesammelt, klassifiziert und mittels molekularbiologischen Methoden gezielt die Durchseuchungsrate der Gelsenbestände mit den oben genannten Erregern bestimmt. Anhand der gefundenen Stechmückenarten und des möglichen Nachweises humanpathogener Viren stehen Informationen zur Verfügung, die über das Risiko der Übertragung Auskunft geben und so gegebenenfalls weitere gezielte Abklärungs-Maßnahmen ermöglichen.

In allen neun Bundesländern werden an bislang 37 ausgewählten Standorten Gelsen mittels speziellen Fallen gesammelt. Die angestrebte Menge liegt bei etwa 5.000 Exemplaren pro Jahr. Besonderes Augenmerk gilt der Suche nach den Arten Aedes japonicus (Asiatische Buschmücke) oder Aedes albopictus (Asiatische Tigermücke).

Stechmückenmonitoring

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Österreichkarte: West Nil Virus in Österreich 2017
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Die Gelsen-Arten, die im Rahmen des Monitorings gefangen wurden, sind in der obigen Karte, nach Bundesländern gegliedert, dargestellt.

In Österreich gibt es derzeit ca. 40 verschieden Gelsen-Arten aus sechs verschiedenen Gattungen - siehe >> Lebensformtypen der Stechmücken.  Im August 2011 wurde Aedes (Ochlerotatus) japonicus japonicus erstmals in Österreich (südliche Steiermark) nachgewiesen. Im selben Jahr wurde in einer einzigen Probe aus Niederösterreich (Bezirk St. Pölten Land) in einer heimischen Haus-Gelse (Culex pipiens) West Nil Virus nachgewiesen.

Die Fänge werden auf die individuelle Art bestimmt und anschließend mittels PCR-Analyse auf West Nil (WNV) und andere Virenstämme untersucht. Gegebenenfalls kann mittels Nukleinsäure-Sequenzierung auch der Virustyp bestimmt werden. Die Zahl der Gelsen-Fallen soll in Zusammenarbeit mit den Landesbehörden und dem Bundesministerium für Gesundheit und Frauen weiter optimiert und so das Monitoring verfeinert werden. Ein Teil der Stechmückenfauna wurde  im Rahmen des AGES Klimafondprojekts VectorBorneDiseases (KR14AC7K11954 des 7th Call Austrian Climate Research Programme) und von der Veterinärmedizinischen Universität Wien im Rahmen von ERA-Net BiodivERsA (GC-INVAMOFECT, nationale Fördergeber FWF I-1437, ANR-13-EBID-0007-01 und DFG BiodivERsA KL 2087/6-1 als Teil der 2012-13 BiodivERsA Ausschreibung) erhoben.

Es gilt zu betonen, dass gerade das West Nil Virus von einer ungewöhnlich großen Zahl an Stechmückenarten (43 Arten alleine in Nordamerika) übertragen werden kann. Als mögliche Vektoren gelten vor allem die Gattungen Culex und Aedes (=Ochlerotatus), wie sie auch beim Gelsen-Monitoring der AGES gefunden wurden. Siehe >> Die Überträger

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