Gewöhnliche Mäuse-Gerste
Hordeum murinum
Steckbrief
Die Mäuse-Gerste ist eine heimische Wild-Gerste, die gerne warme, trockene Ruderalfluren besiedelt. Die Grannen sind mit Widerhaken besetzt und können sich als "Schliefhansl" im Fell, in den Ohren oder Augen von Tieren festsetzen.
Aussehen
Die Mäuse-Gerste ist ein einjähriges wärmeliebendes Gras. Sie kann kann aber auch überwintern, wenn die Samen erst im Spätsommer oder Herbst gekeimt haben. Die Art erreicht Wuchshöhen von 15 bis 40 cm. Die Mäuse-Gerste bildet eine Ähre aus, die eine Länge von bis zu 10 cm aufweisen kann. Es sitzen drei einblütige Ährchen an jedem Knoten. Die Hüllspelzen des mittleren Ährchens sind dabei deutlich bewimpert. Die Grannen der Hüllspelzen sind bis 2,5 cm lang. Die Blütezeit ist von Juni bis Oktober.
Verbreitung
Die Mäusegerste gedeiht besonders in Regionen, in denen es warm und trocken ist. Zurzeit kommt sie daher vor allem im Osten Österreichs vor: Burgenland, östliches Niederösterreich und Wien. Auch andere größere Städte wie Linz, Graz und Salzburg sind betroffen.
Die Art ist an mehr oder weniger trockene Standorte gebunden und besiedelt vor allem nährstoffreiche Ruderalflächen, Bahnanlagen, Straßenränder und Verkehrsinseln. Pflegemaßnahmen solcher Bereiche fehlen oft beziehungsweise sind nicht angepasst (Mahd-Zeitpunkt). Zudem sind sie starken Belastungen wie Trockenheit und Trittbelastung ausgesetzt, wodurch die Vegetation verschwindet und die Mäusegerste die Flächen „übernimmt“.
Städte sind Wärmeinseln und bieten eine Vielzahl adäquater Standorte, sie sind daher für die Mäuse-Gerste ein besonders geeignetes Habitat. In der Literatur wird die Art daher auch als „urbanophil“ bezeichnet. Vorkommen gibt es auch außerhalb der Städte, insbesondere entlang von Feldrändern oder auf Ödland. Eine Zunahme der Populationen im urbanen Raum kann auf Faktoren wie Klimawandel und zunehmende Verbauung zurückgeführt werden.
Wirtschaftliche Bedeutung
In Äckern hat die Art als Unkraut keine wirtschaftliche Bedeutung. Die Mäuse-Gerste wird häufig als „Unkraut“ angesehen, da sie gerne Ruderalfluren besiedelt, die als „ungepflegt“ wahrgenommen werden.
Die Mäuse-Gerste kann jedoch aufgrund ihrer natürlichen Ausbreitungsstrategie problematisch für Tiere sein. Die reifen Samen haben Widerhaken und bleiben im Vorbeigehen an Kleidung oder Schuhen, aber auch am Fell (Ohren, Augen) von Tieren hängen. Bei Tieren kommt es dadurch zu einem Juckreiz, dem sie durch Kratzen oder Wälzen entgegenwirken. Dies kann jedoch dazu führen, dass die Samen tiefer ins Fell oder in die Augen gelangen, was schlussendlich zu schmerzhaften Entzündungen führen kann.
Tiere sollten nach dem Aufenthalt im Freien bzw. dem Spaziergang in den Sommermonaten gründlich abgesucht werden.
Aktualisiert: 01.06.2026