Gesundheit für Mensch, Tier & Pflanze

Meningokokken

Neisseria meningitidis

Steckbrief

Meningokokken sind Bakterien, die ausschließlich beim Menschen vorkommen. Infektionen sind selten, können aber zu bleibenden Schäden führen oder sogar tödlich sein.

Vorkommen

Meningokokken sind weltweit verbreitet

Erregerreservoir

Mensch

Infektionsweg

Die Übertragung von Meningokokken erfolgt ausschließlich von Mensch zu Mensch. Das Risiko zu erkranken ist allerdings gering. Auch bei direktem Kontakt mit einem Betroffenen kommt es sehr selten zu einer Erkrankung. Meningokokken sind sehr empfindlich: Sie können nur wenige Sekunden außerhalb des menschlichen Körpers überleben. Sie sterben in der Luft oder auf Haushaltsgegenständen sehr schnell ab und können auch nicht durch Wasser in Wasserleitungen oder Schwimmbädern übertragen werden. Für eine Ansteckung ist ein sehr enger Kontakt erforderlich (Tröpfcheninfektion, Schmierinfektion). Eine Übertragung durch Lebensmittel findet nicht statt.

Inkubationszeit

In der Regel 3 bis 4 Tage, bis zu 10 Tage

Symptomatik

Meningokokken verursachen hauptsächlich Hirnhautentzündung (Meningokokken-Meningitis) und/oder Blutvergiftung (Meningokokken-Sepsis). Eine Sepsis entsteht durch das Eindringen und die darauffolgende Ausbreitung von Bakterien in den Blutkreislauf. In weiterer Folge kann es durch bakterielle Toxine und die Abwehrreaktion des Immunsystems zu einer lebensbedrohlichen Störung des Kreislaufs und der Organe kommen.

Symptome bei Säuglingen

  • gespannte oder gewölbte Fontanelle (Spalte zwischen den Schädelplatten - Schädelnaht)
  • fahle oder fleckige Haut
  • Nahrungsverweigerung
  • Schreckhaftigkeit
  • hohes schrilles Schreien oder Jammern bei Berührung
  • steifer Körper mit krampfartigen Bewegungen oder
  • schlaffer Körper

Erkrankungen können in jedem Lebensalter auftreten, jedoch sind sie vermehrt bei Säuglingen, Kleinkindern und Jugendlichen zu beobachten. Die Krankheit kann sich sehr schnell entwickeln. Bei Verdacht muss unverzüglich eine Ärztin oder einen Arzt kontaktiert werden. Der durch Meningokokken verursachte Ausschlag (Petechien = punktförmige Hautblutungen, die in Folge einer Sepsis auftreten können) unterscheidet sich von anderen Hautausschlägen dadurch, dass er, wenn man einen Glasgegenstand (z. B. Wasserglas, Augengläser) auf den Ausschlag presst, nicht verblasst.

Therapie

Eine Meningokokken-Erkrankung muss durch Antibiotikagabe behandelt werden. In den meisten Fällen kommt es bei rechtzeitiger Behandlung zur vollständigen Heilung. Da sich die Infektion innerhalb weniger Stunden zu einer lebensbedrohlichen Erkrankung entwickeln kann, ist eine frühzeitige Behandlung sehr wichtig. In manchen Fällen kann die Erkrankung zu bleibenden Schäden führen oder tödlich sein.

Vorbeugung

Derzeit stehen in Österreich Impfungen gegen Meningokokken der Serogruppe B, der Serogruppe C beziehungsweise eine kombinierte Impfung gegen Meningokokken der Gruppen A, C, W und Y zur Verfügung.

Situation in Österreich

Im Jahr 2020 wurden an der Nationalen Referenzzentrale für Meningokokken zwei laborbestätigte Fälle invasiver Meningokokken-Erkrankungen (kein Todesfall) registriert.

In Europa liegen Erkrankungsraten (Inzidenzen) zwischen 0,11 bis 1,77 Erkrankungen pro 100.000 EinwohnerInnen (ECDC, 2014). Detaillierte Information zur Immunisierung in allen Altersgruppen, Auffrischungsimpfungen, Indikations- und Reiseimpfungen sind im österreichischen Impfplan veröffentlicht. Alle zurzeit in Österreich zugelassenen Impfstoffe sind auf der Seite des Bundesamts für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) veröffentlicht.

Meningokokken-Erkrankungen in Österreich

Diagnostik

Die Nationale Referenzzentrale für Meningokokken hat bisher alle eingesandten Isolate nach Serogruppe, Serotyp und Serosubtyp typisiert. Die serologische Bestimmung von Serotyp und Serosubtyp wird nunmehr durch molekulare Typisierungsverfahren ersetzt. Dabei wird durch Sequenzierung der variablen Genregionen der äußeren Membranproteine PorA und FetA erfolgen. Diese wird in Zukunft im folgendem Format mitgeteilt: Serogruppe: PorA: FetA

Primärdiagnostik

  • Real-Time PCR (Polymerase-Ketten-Reaktion)
  • kulturelle Anzucht
  • Latexagglutination

Typisierung mittels Real-Time PCR

  • Identifizierung der Serogruppen B und C
  • Sequenz-basierte Typisierung
  • Whole Genome Sequencing

Kontakt

Leitung

Mag. Claudia Mikula

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Aktualisiert: 02.06.2022

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